Hallo ihr Lieben,
normalerweise bin ich niemand, der seinen Kummer öffentlich kundtut, aber ich habe das Gefühl, ich kann nicht mehr - Ich kann nicht mehr selbst reflektieren, denken, analysieren, ich brauche jetzt irgendwie doch Hilfe.
Ich weiß einfach nicht wo ich anfangen soll...
Gestern hat sich mein Freund von mir getrennt (ne, echt?).
Wir waren ziemlich genau 1 Jahr zusammen, das Einjährige wäre nächste Woche gewesen. Für mich selber denke ich "Hey, nur ein Jahr, das ist nicht so schlimm", aber es ist, ungelogen, das schmerzhafteste, schrecklichste, bedrückenste Gefühl dass ich jemals erlebt habe.
Ich habe wundervolle Beziehungen gehabt, und eine ganz, ganz schreckliche von der Sorte die einen in die Therapie treibt, aber niemals war es so schlimm wie jetzt.
Ich hatte mit diesem Mann das erste Mal in meinem Leben das Gefühl, stabil zu sein und zu wissen wer ich bin und wo ich hingehöre. Ich habe in ihm das erste Mal jemanden getroffen, der für meine Liebe zu meiner Arbeit Verständnis hat. Der das erste Mal ohne Angst vor meinen Problemchen auf mich zugekommen ist.
Ich hatte das Gefühl, dass das was werden könnte, dass das der Mann für´s Leben ist, mit dem ich glücklich und zufrieden dem Leben entgegen gehen kann.
Die Lebensziele sind gleich, die Lebensweise auch. Wir haben uns Freiräume gelassen und trotzdem eine wunderschöne Beziehung gehabt.
Er war nicht immer fair - stresste ihn die Arbeit, stresste er mich. Fühlte er sich durch das Gebilde "Beziehung" unter Druck gesetzt, wurde er kühl. Aber nichts davon war schlimm - Jeder Mensch hat seine Macken, auch ich. Ich habe in der Anfangszeit zu viel geklammert (auch, weil ich da in der Bewerbungsphase für einen neuen Job war und nicht viel zu tun hatte).
Aber die letzten drei Monate waren traumhaft - ich hatte das Gefühl, dass wir endlich die gemeinsame Linie gefunden hatten, die Mischung aus Nähe und Distanz, die die Beziehung für uns gesund hält und mit der wir uns rundum wohlfühlen.
Anfang April trat er dann eine neue Arbeitsstelle an - direkt in eine anspruchsvolle, hoch dotierte Position, die ihm sehr viel abverlangte.
Die ersten zwei Wochen war noch alles ok - Wir haben uns wie gehabt jedes Wochenende und einmal unter der Woche getroffen und haben diese gemeinsame Zeit auch genutzt.
Seit Ende April war er dann jedoch nurnoch am arbeiten. Egal wann ich zu ihm kam, immer saß er nur vor seinen Projekten und war nicht mehr ansprechbar. Ich habe ihm seinen Raum gelassen, habe gedacht "Das ist vorübergehend, das geht vorbei".
Anfang Mai habe ich dann gemerkt, dass meine Anwesenheit ihn stört.
Gestern hatten wir dann bei einem Spaziergang das Abschlussgespräch - auf das er sich vorbereiten konnte, ich jedoch nicht. Ich bin aus allen Wolken gefallen - Er hätte seit zwei Wochen das Gefühl, dass er mich nicht mehr richtig liebt, und würde sich lieber auf seine Arbeit konzentrieren.
Er könnte seinem eigenen Anspruch nicht mehr gerecht werden - er sähe doch, wie sehr mich seine Abweisungen verletzen, und das wollte er nicht mehr.
Er hat so bitterlich geweint... Es täte ihm so Leid, mich so zu verletzen und enttäuschen. Er könne nicht damit leben, dass er mir nichts mehr bieten könne, während ich immer für ihn da wäre und ihm ständig helfen würde.
Es kam am Ende von ihm immer nur "Es ist das Beste..." von ihm.
Was soll ich davon halten? Ich habe ihn noch nie so sehr weinen gesehen, so hilflos... Es ist, als ob er mit seinem Leben momentan nicht mehr klarkommen würde und mich daraus entfernt, damit er eine Sache weniger hat, um die er sich kümmern muss.
Ich weiß einfach nicht, was ich machen soll. Es zerreißt mich so sehr...
es tut mir Leid, wenn das alles etwas wirr klingt, aber besser bekomm ich es einfach nicht hin.
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Ergebnis 1 bis 10 von 88
Thema: Was ist passiert?
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14.05.2016, 16:08
Was ist passiert?
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14.05.2016, 16:48
AW: Was ist passiert?
Oje du Arme ....

Was meint er mit "nichts mehr bieten könne"? War das bei euch immer eine Schieflage, also er mit seinem Job verstrickt, du mit viel Zeit und auf ihn fokussiert?
Ja, so wird er es wohl empfinden. Dich als Last, um die er sich kümmern musste? War das so?
ich rate dir: totaler Rückzug. Und sag ihm das auch so. Nicht mit dem Hintergedanken, dass er dich vielleicht doch vermisst, sondern als unmittelbare Selbstrettung.
Sollte die Liebe groß sein, spült sie euch eh wieder zusammen.see you on be friends online!
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14.05.2016, 17:11
AW: Was ist passiert?
Hallo Rotweinliebhaberin,
die emotionalen Schieflagen gab es zwischendurch schonmal ja - aber beiderseits! jeder hatte mal seine schlechten Tage, aber es ist nie zur Krise ausgeartet, zumindest habe ich es nie so empfunden.
Ich bin lediglich besser darin, Zeit einzuteilen und zu managen, und habe immer, so blöd es klingt, ein bisschen Reserve übrig gehabt damit ich reagieren konnte, wenn es bei ihm nicht gut lief. Ich habe mich nicht aufgedrängt, war aber da wenn er ich brauchte.
Er hat auch gesagt,, dass ich viel stärker bin als er - ich denke er nimmt das so wahr, weil ich immer alles gewuppt bekommen habe, während er sich manchmal von seinen Problemen hat überrennen lassen.
er MUSSTE sich nie um mich kümmern - Ich komm sehr gut mit mir selber klar, auch wenn das eindeutig etwas ist, was ich erst lernen musste.
Er sprach halt immer davon, dass er einfach keine Zeit hat, mich glücklich zu machen, obwohl ich zum glücklich sein ja nichts anderes brauche als ihn als Person.
Ich habe wirklich, auf gut deutsch, ziemlich viel Sch**** in meinem Leben durch, aber das ist das erste Mal, dass ich einfach nicht mehr klarkomme.
Ich musste von diesem Umarmungssmiley wieder heulen, und heute im Blumenladen gings auch wieder los.
Ich ziehe mich auch zurück - Icch habe ihm allerdings gestern noch gesagt, dass wir uns bitte in 14 Tagen nochmal treffen um zu schauen, wie es dem anderen geht.
Vorhin ht er auch noch meine Schlüssel vorbeigebracht, als ich nicht hier war, und mir ein belegtes Brötchen und nen Kakao in den Kühler gestellt...
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14.05.2016, 17:15
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14.05.2016, 17:25
AW: Was ist passiert?
Ich denke, es waren ganze Tanklaster die ich vollgeheult habe.
Ich bin ehrlich: Ich will einfach nur zu ihm zurück. Ich glaube ihm einfach nicht, und das ist gerade mein größtes Problem.
Tief in mir drin hasse ich seine Arbeit momentan einfach. Ich bin der festen Überzeugung, hätte er einen, so blöd es klingt, "normalen" 8-17 Uhr-Job, wäre es nicht so gekommen.
Ich bin selber beruflich auf einem guten Kurs, aber ich habe immer versucht Beziehung und Arbeit wenigstens gleichwertig zu behandeln... Das hat aber viel Organisation und Kraft gekostet, die ich gerne investiert habe. Er kann das glaube ich nicht. Oder er lernt es erst jetzt, und ich bin unter die Räder gekommen.
Wie es aus mir heraussprudelt, faszinierend. Normalerweise bin ich etwas entspannter
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14.05.2016, 17:29
AW: Was ist passiert?
Ja, vielleicht, hat er aber nicht. Er hat da jetzt einen fetten Job, der wahrscheinlich alles an Energie von ihm fordert. Eine Beziehung ist ihm einfach zu viel. Schön blöd! Dabei könnte es doch entspannend sein! Aber vielleicht hat er vor lauter Druck, euch beiden genug Zeit zu widmen, Panik gekriegt.
Gut erkannt, tippsel ich mal so ausm Bauch raus.see you on be friends online!
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14.05.2016, 17:40
AW: Was ist passiert?
Genau das denk ich mir grad auch... Aber ich hab doch auch einen genauso fetten Job! Auch wenn ich jetzt geistig zur 5-Jährigen werde, ist das einfach unfair... Ich will, ich will, ich will.
Ich hoffe einfach so so sehr, dass er sich das noch überlegt... Er hat von vornherein angekündigt, sich die nächste Woche krank zu melden, weil es ihm einfach zu schlecht geht. Vielleicht denkt er dann nach? Ich muss sowieso arbeiten, also wird da von meiner Seite nicht viel kommen.
Darf ich fragen, ob da überhaupt noch eine Chance besteht?
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14.05.2016, 17:48Inaktiver User
AW: Was ist passiert?
Pattisi, es tut mir sehr leid, dass es Dir so schlecht geht. Liebeskummer ist ganz großer Mist.
Darf ich trotzdem mal ganz vorsichtig anklopfen und fragen, ob nicht auch daran gedacht hast, dass evtl. doch etwas anderes dahinter steckt als der neue Job?
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14.05.2016, 17:53
AW: Was ist passiert?
Ich denke, er hat seine Prioritäten ganz klar gelegt.
Der Job ist ihm wichtiger als diese Beziehung. Das ist so, da er es so lebt.
Du hast andere Prioritäten.
Dass er so geweint hat, ist, meine ich, seinem schlechten Gewissen geschuldet: er will nicht, dass Du unter seinem Handeln leidest. Ich habe nicht den Eindruck, dass er weint, weil eine Liebe vorbei ist.
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14.05.2016, 17:58Inaktiver User
AW: Was ist passiert?
Hallo Patisi
Also irgendwas stimmt doch hier nicht ?
Er meldet sich nächste Woche krank und ist aber so eingespannt im Job ?
Kann es sein, dass er krank ist und dir nicht die Wahrheit sagen will um dich zu schonen ?


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