Antworten
Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 13
  1. User Info Menu

    Existenzängste nach Trennung?

    Hallo, liebe Bri-Com,

    "auchich" lese schon länger hier mit und finde so viele Beiträge so ungeheuer hilfreich. Sie bringen wirklich weiter und erweitern auch den eigenen Horizont (und erspart auch den eigenen Freundinnen das X-te "Mein-Problem-Gespräch"). Jetzt möchte ich aber nicht mehr nur passiv hier sein - vielleicht kommen so (nicht nur für mich) auch weitere Antworten.

    Kurz zu mir, bevor ich zu meinem Problem komme. Ich gehe stracks auf Mitte 50 zu und bin jetzt tatsächlich in der finalen Trennungsphase von meinem bisherigen Partner (15 Jahre) angekommen. Leicht zwischen uns war es nie und jetzt geht tatsächlich nichts mehr, alles an eventuellen Reserven ist aufgebraucht. Wir sind völlig frei, kinderlos, keine Eheringe, keine Verträge. Das Loslassen fiel uns jahrelang schwer, weil auch einige Gemeinsamkeiten und gemeinsame Wege, aber wir sind zusammen nicht glücklich, keiner fühlt sich wirklich aufgehoben. Und - was mir erst mit der Zeit klar wird: ICH hatte vor allem keinen Grund, mich glücklich zu fühlen. Aber ich habe ein halt breites Kreuz Gerade diese Erkenntnis erschüttert mich gerade am meisten. Dass ich ihn glücklich sehen wollte (hat ja auch nicht geklappt), aber an mich eigentlich nicht so wirklich gedacht habe. Ich war zufrieden, wenn ich dachte, er ist es. Ich möchte mich jetzt ernsthaft mehr mit meinen Gefühlen auseinandersetzen und merke, dass das wirkliche ein Haufen Arbeit ist Aber ich fühle mich auf ganz gutem Weg.

    Wir leben hier zusammen in SEINER Wohnung, ich suche (nicht so leicht in einer Großstadt) eine halbwegs bezahlbare Wohnung für mich. Ich arbeite freiberuflich (in dem Job ist es in den letzten Jahren auch nicht leichter geworden), was für mich zusätzlich für Unsicherheiten sorgt. Was ich mir mit der Zeit aufgebaut habe, ist ein relativ großer Bekanntenkreis und ich habe einige wenige gute Freunde. Familie ist schwierig, aber zwischen uns Geschwistern ist wenigsten so weit alles gut.

    Das alles aber immer noch zu meinem Hintergrund. Eigentlich ist ja "relativ" alles ganz OK, Trennung hin oder her. Vor allem bin ich gesund! Ich denke, auch über die Trennung bin ich halbwegs hinweg; es sind Zeiten, da freue ich mich sogar total auf meine eigene Zukunft und das, was ich ohne Herzschmerz noch erleben kann und wie ich mein weiteres Leben wieder meinen eigenen Wünschen entsprechend gestalten kann.

    Doch dann habe ich plötzlich so extreme Existenzängste, die mich komplett lähmen. Sie sind nicht mal unbedingt so sehr materieller Art (klar: Altersarmut könnte ein Thema sein, obwohl ich in die Rentenkasse einzahle und auch Rürup und Riester habe). Mein Job ist nicht sicher, aber sonst in meinem ganzen Leben bin ich auch immer auf die Füße gefallen und habe mich immer weitergewurschtelt. Und: Wem geht es nicht so? Aber jetzt, angesichts meines fortgeschrittenen Alters, kommt mir dieser Optimismus manchmal etwas gekünstelt vor.

    Das eigentliche Problem ist aber die Angst vor einer existenziellen Leere, obwohl ich die eigentlich auch nicht haben müsste: Ich habe viele Interessen und Hobbys, für die ich mir sehr oft sogar mehr Zeit wünsche. Kurzum, es ist diese Beendigung der Partnerschaft (die ich mir nicht gewünscht habe, aber die ich aus Vernunftgründen und mir zuliebe nur für richtig halte), die mir manchmal einfach den Boden unter den Füßen wegreißt. Und dann bekomme ich so eine kalte Angst, die mich komplett handlungsunfähig macht. Das kenne ich von mir früher nicht so. Da bin ich halt umgezogen, habe Beziehungen getauscht, was völlig Neues begonnen- immer nach dem Motto: Etwas besseres kommt allemal. Ich habe nie wirklich weit voraus gedacht und vor allem war ich immer felsenfest davon überzeugt, dass es so richtig ist. Aber jetzt ist es verflixt. Ich komme manchmal aus dieser Angstschiene kaum noch raus, und bräuchte doch die verlorene Energie so dringend für Anderes. Ich habe so manchmal das Gefühl, dass ich mittendrin feststecke und ich einfach nicht rauskomme!

    Kennt Ihr das auch? Wie geht Ihr damit um? Habt Ihr das nur punktuell oder ist eine Existenzangst Euer stiller Begleiter, mit dem Ihr Euch arrangiert habt und trotzdem weiterlebt? Ich finde es bei mir nicht mehr ganz normal, ich finde es mitunter extrem, und vor allem extrem einschränken. Dazu kommt, dass ich jahrelang (seit ich bei meinem nunmehrigen Ex eingezogen bin) unter Panikattacken leide. Vieles hat sich durch eine Atemtherapie wieder normalisiert, aber die Angst vor Autobahnfahrten ist geblieben. Und früher bin ich so gerne durch die Weltgeschichte gebraust

    Vielleicht habe ich mich in den letzten 15 Jahren doch zu sehr "gesettled" gefühlt, habe seine Dominanz wie ein Schutzschild gesehen? Auch das ein Zeichen, dass ich mich endlich allein aufraffen muss. Aber wie lässt sich das Ausmaß dieser Sch...-Ängste eindämmen? Oft komme ich mir richtig dämlich vor: Ich bin körperlich fit, habe ein soziales Umfeld, immerhin einen Job, zu dem ich jeden Morgen hindackele (der, wenn ich ihn mir selbst gestalten kann, sogar Spaß macht), habe Hobbys, bin in zwei Vereinen engagiert - und dann: Einbruch, total, eigentlich nur noch Panik. Und die Angst, wenn diese Panik Macht über mich behält, dass ich dann gar nichts mehr auf die Reihe bringe. Es ist bizarr. Zum Glück habe ich meinen Garten Der erdet mich dann wenigstens wieder für den Moment

    Ist jetzt doch sehr lange geworden und ich hoffe, ich langweile niemanden. Aber ich würde mich wirklich über Eure Beiträge und vielleicht Lebenserfahrungen freuen. Ich lasse mir übrigens auch gerne den Kopf waschen, denn ich habe schon auch ein gewisses Luxusproblem, sieht man sich den Rest der Welt an ...

    Liebe Grüße, A.

    P.S. Eben noch mal alles durchgelesen und gedacht, dass ich vor allem Therapie-Vorschläge bekommen werde. Zwecklos. Ich bin resistent. Da hängt anscheinend so ein Wust an Themen für mich dran, dass ich nie bis zu meiner eigentlichen Frage vordringe. Ich lerne nur durch das Leben oder eben durch geteilte Erfahrung. Alles weitere wäre Thema für einen weiteren Strang hier ...

  2. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Existenzängste nach Trennung?

    Wenn es nicht mehr "stimmt" und "irgendwie was fehlt" bzw. frau das Gefühl hat DER isses eben doch nicht(mehr)...dann muß man das eben ändern. Manchen macht sowas leider Angst,ich selber sehe solche Dinge eher als Abenteuer und Befreiung und bin immer gespannt was nun kommt bzw. sich generieren lässt was man vll. noch nicht hatte also neu ist.
    Kannst du das vll. mal von DER Seite sehen? Andere in Trennung haben weitaus schlechtere Karten als du.....

  3. User Info Menu

    AW: Existenzängste nach Trennung?

    Deine Ängste sind vollkommen normal, ich spreche da aus Erfahrung, weil ich auch gerade in Trennung lebe. Man hat sich an einiges gewöhnt und weiß nicht was jetzt kommen wird, das schafft Ängste.
    Ich hatte Panik alles zu verlieren, wofür ich Jahrelang geschuftet habe und zudem kam noch ein riesen Ärger im Job dazu. Ich hatte den Gedanken mein Leben zu beenden und habe das auch versucht, aber mit Sicht auf meine Kinder dann abgebrochen.
    Die Ängste sind immer noch da und die Probleme im Job auch. Da muß man durch und sich etwas zu Festhalten suchen.
    Ich wünsche Dir viel Glück für die Zukunft !!!

  4. User Info Menu

    AW: Existenzängste nach Trennung?

    Danke für Eure Antworten. Es wird ja weitergehen und ich sehe es hilft, die Dinge in Angriff zu nehmen.

    @ein-freier-name

    Das tut mir sehr leid, dass Du in so einem Schlamassel steckst. Hast Du jemanden, der Dir in Deiner Lage beisteht? Wie alt sind denn Deine Kinder? Ich hoffe, es wird für Dich alles wieder rund und schön. Ich wünsche Dir eine große Portion Kraft, damit Du das beste aus allem machst!

    Liebe Grüße, A.

  5. User Info Menu

    AW: Existenzängste nach Trennung?

    Hallo auchich

    der Mensch ist ein Gewohnheitstier, und Veränderungen machen ihm Angst. Das ist ein Stück weit normal und gesund.

    Zwei Gedanken dazu:
    1) du musst nicht alles verändern. Behalte doch erstmal die alten Gewohnheiten bei, wenn ihr Anteil des "es gibt mir Sicherheit" größer ist als der von Einschränkung und Enge.
    2) Niemand zwingt dich, etwas "Großes" gegen deine Angst zu unternehmen. Du "darfst" sie dir auch einfach erlauben. Und vielleicht helfen dir Meditationstechniken o. Ä., deine Gedanken zu unterbrechen und dich mit positiveren Dingen zu beschäftigen.

    Therapie... mei. Sie tut vielen tatsächlich gut, manche brauchen sie ganz dringend, andere nicht. Ich bin mir nur bei einem sicher: wenn du nicht das Bedürfnis hast, dann bringt sie auch nix.

  6. User Info Menu

    AW: Existenzängste nach Trennung?

    Liebe nundenn ,

    das sind tröstende Worte, DANKE. Das Problem bei mir ist, dass ich es schon 2, 3 Jahre massiv mit mir herumschleppe (zum Thema "Gewohnheit"). Denn "ER" will sich dann letztendlich auch nicht so eindeutig äußern, sondern schlägt Haken wie ein Hase. Und ohne eindeutige Ansage fühle ich mich so in der Luft und ich glaube, davon kommen auch meine Ängste. Egal, wie ICH entscheide, es bleibt immer etwas ungeklärt. An diesem Punkt bleibe ich immer hängen. Jetzt habe ich zwar wirklich kapiert, dass ich Abstand brauche und erstmal für mich leben muss, denn sonst kann ich mich ja nie wirklich neu orientieren. Aber diese doofen Ängste ... Seit zwei Tagen sind sie aber nicht mehr aufgetaucht, immerhin. Ich beschäftige mich mit meinen Dingen, betreibe die Wohnungssuche, das hilft. Der Kummer über die missratene Beziehung wird dann immerhin weniger und darüber schmelzen auch meine Ängste.

    Ich - und deswegen habe ich hier dieses Thema eröffnet - finde nur, dass ich so ungeheuer empfindlich auf das Thema "Trennung und wieder Alleine-Sein" reagiere. Viele von Euch sind durch so eine Phase gegangen oder erleben sie gerade. Abgesehen von dem Schmerz - wie fühlt Ihr Euch? Seid Ihr optimistisch, was Euch angeht? Wie bekommt Ihr Euer Leben wieder in den Griff? Habt Ihr eine konkrete Vorstellung? Ich glaube, daran fehlt es mir. Ich fühle mich einfach so verlassen und wenn diese Gefühle hochkommen, dann

    Liebe Grüße, A.

  7. Inaktiver User

    AW: Existenzängste nach Trennung?

    Dass du dich getrennt hast, passierte ja nicht aus lauter Jux und Dallerei. Und ein langer schmerzhafter Prozess bis zur Trennung war es ja sicherlich auch.
    Denk mal drüber nach, wie das Leben MIT ihm weiter verlaufen wäre... Denn eigentlich müsste dir die Trennung von ihm wie ein BEFREIUNGSschlag vorkommen. Versetze dich nochmal in die Situationen hinein, die du durchlebt hast. Die waren ganz sicher nicht schön.
    Und dann begreife dein neues Leben als große neue Chance.

  8. User Info Menu

    AW: Existenzängste nach Trennung?

    hallo auch ich

    ich kann existenzängste während/nach der trennung sehr gut nachvollziehen .. mit meinen ex ist auch mein job verloren gegangen und schulden geblieben
    mein geplantes leben lag in kleinsten scherben vor mir ...alles wofür ich in den jahren davor gekämpft und geschufftet hatte war mit einem schlag futsch ... was also nun tun?

    in kleinen schritten vorwärts gehen, ein minimum an dingen weitermachen und aufrecht erhalten ... die ängste hab ich erst 1-2 mal versucht zu "ertränken" hat aber nix geholfen! also den ängsten stellen und nach vorne gehen und ein mantra zulegen was ich mir immer wieder aufsagte
    alles zusammen gerechnet und aufgeschrieben und mir vor augen geführt und mit kleinen listen zum abhaken erfolge dokumentiert - somit also immer wieder den ängsten den nährboden entzogen

    und vor allem hab ich angefangen zu überlegen wenn plan A im leben nun nicht mehr geht, brauch ich also plan B ... diesen hab ich mir als weisse leinwand innerlich vorgestellt und mir ganz langsam ein bild daraus gemalt .. hat wirklich einige monate gedauert, war auch nicht einfach rauszufinden was will ich - unabhängig von einem partner an meiner seite - für ein leben führen ...

    wenn mich die ängste drohten zu überrollen, dann hab ich sachdinge dagegen gestellt um mich selbst da zu beruhigen ... und ich hatte ein kleines hilfsmittel ... einen kleinen stein immer in der hosentasche... der hat mich extrem beruhigt ... eventuell hilft dir eine tüte mit erde - weil dich ja der garten beruhigt?

    und ja die ängste werden wirklich mit der zeit besser und ich kann bestätigen das abstand das beste mittel der wahl sind ... und für die zeit in der mann angst vorm allein sein hat - da haben mir verabredungen und unternehmungen geholfen und: dates mit mir selber :-) sprich ich hab mich selbst eingeladen mit sekt und schokolade in die badewanne zu gehen ein buch zu lesen oder einen film am laptop zu schauen oder wenn das nicht reichte ... in irgendeinen onlinechatraum zu gehen und so zu quatschen :-)


    Und dann begreife dein neues Leben als große neue Chance

    absolut!, du bist der maler deines bildes und warte damit nicht bis andere dir die farben und muster dazu vorgeben :-(

  9. User Info Menu

    AW: Existenzängste nach Trennung?

    Hallo auchich,
    was die Ängste und Sorgen, auch vor dem Alleinsein angehen, kann ich dich sehr gut verstehen.
    Es gibt leider kein Patentrezept. Ich versuche nur jeden Tag ...Tag für Tag leben . Mit ganz viel Hoffen und Beten,Zuversicht das es irgendwann besser wird.
    Irgendwie sehe ich es auch als Chance mir endlich selbst zu begegnen. Und damit auch der gewissen Abhängigkeit von außen zu entfliehen. Es dauert eben so lange wie es dauert. Und es ist schwer aushaltbar. Doch es gehört wohl zum Prozess der Trennung dazu. Der eine leidet da mehr,der andere weniger. Je nach Biographie..Bewertungen etc.

    Liebe Grüße
    Dina

  10. User Info Menu

    AW: Existenzängste nach Trennung?

    Zitat Zitat von auchich Beitrag anzeigen
    Das Problem bei mir ist, dass ich es schon 2, 3 Jahre massiv mit mir herumschleppe (zum Thema "Gewohnheit"). Denn "ER" will sich dann letztendlich auch nicht so eindeutig äußern, sondern schlägt Haken wie ein Hase. Und ohne eindeutige Ansage fühle ich mich so in der Luft und ich glaube, davon kommen auch meine Ängste. Egal, wie ICH entscheide, es bleibt immer etwas ungeklärt. An diesem Punkt bleibe ich immer hängen.
    Mal rational betrachtet: Ihr seid getrennt, er ist dein EX-Partner. Ex wie gewesen, war mal, vorbei. Es spielt keine Rolle, ob er einverstanden ist und ob er sagt "ja, auchich, es ist in Ordnung für mich, dass du gehst". Du hast entschieden und fertig.

    Zitat Zitat von auchich Beitrag anzeigen
    Seit zwei Tagen sind sie aber nicht mehr aufgetaucht, immerhin. Ich beschäftige mich mit meinen Dingen, betreibe die Wohnungssuche, das hilft. Der Kummer über die missratene Beziehung wird dann immerhin weniger und darüber schmelzen auch meine Ängste.

    Ich - und deswegen habe ich hier dieses Thema eröffnet - finde nur, dass ich so ungeheuer empfindlich auf das Thema "Trennung und wieder Alleine-Sein" reagiere. Viele von Euch sind durch so eine Phase gegangen oder erleben sie gerade. Abgesehen von dem Schmerz - wie fühlt Ihr Euch? Seid Ihr optimistisch, was Euch angeht? Wie bekommt Ihr Euer Leben wieder in den Griff? Habt Ihr eine konkrete Vorstellung? Ich glaube, daran fehlt es mir. Ich fühle mich einfach so verlassen und wenn diese Gefühle hochkommen, dann
    Ging mir genauso und ich habe wirklich nur von Tag zu Tag irgendwie weitergemacht. Und mit der Zeit wurde es besser.

Antworten
Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •