Antworten
Seite 1 von 5 123 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 41
  1. User Info Menu

    verwirrt Es wird nicht besser...

    Hallo,

    ich wende mich an euch, weil ich wirklich nicht mehr weiter weiß.

    Vor genau 9 Wochen (ja, ich zähle jeden Tag) hat sich mein Freund von mir, 26 Jahre alt, getrennt. Nach 6 Jahren Beziehung, von denen wir 3 zusammen gewohnt haben.
    Wir haben uns im 1. Semester kennengelernt (studieren beide das gleiche Fach) und das ganze Studium zusammen durchlebt, Höhen und Tiefen, wie es eben so ist im Leben. Es war nicht immer ganz einfach; von Anfang an hatte ich das Gefühl, dass ich ihn mehr liebe als er mich. Ich hätte und habe auch alles für ihn getan, ihn unterstützt, wo ich nur konnte. Ich habe immer gedacht, dass es ihm schwerfallen muss zu lieben, da er wirklich eine schlimme Kindheit hatte, auch wenn das natürlich immer nach Klischee klingt. Und selten, selten zwar, aber dann intensiv, hatte ich das Gefühl, dass er mich auch sehr liebt, dass wir uns gefunden haben.

    Wir sind nach 3 Jahren zusammengezogen, und für mich war es eine wirklich schöne Zeit. Er hatte allerdings anfangs große Probleme - im Nachhinein denke ich, dass schon hier sein unbändiger Drang nach Freiheit und Ungebundenheit durch kam. Einmal hat er auch aus diesen Gründen die Beziehung beendet (nach ca 8 Monaten zusammenleben). Nach 2 Tagen kam er zu mir und sagte, er habe einen schrecklichen Fehler gemacht, und dass er einfach Angst habe, sich ganz einzulassen. Schon damals hab ich die schlimmsten 2 Tage meines Lebens durchgemacht, daher war es natürlich wie ein Traum für mich... Und die Beziehung ging weiter. Ich war glücklich, auch wenn da immer dieses Gefühl im Hintergrund war, dass er mich nicht richtig liebt.

    Nach weiteren 3 Jahren war er fertig mit dem Studium (er hatte mich mittlerweile überholt) - und bewarb sich deutschlandweit. Das war ein Schock für mich - er hatte es zwar immer angekündigt, aber ich hatte es nicht ernstgenommen bzw gehofft, dass er wegen mir bleiben würde (in unserem Job gibt es keine Probleme bei der Arbeitsplatzsuche). Er bekam eine Stelle 500 km weit weg, in einer Großstadt, das absolute Gegenteil unserer ländlichen Kleinstadt. Er hatte sich auch nur in Großstädten beworben, sagte, dass er "raus müsse", hinein ins Leben, dass es bei uns nichts gäbe, was Lebensqualität ausmacht. Ich war am Boden zerstört. Nicht nur, dass ich nicht weg wollte, ich hing auch sehr an unserer Wohnung, an unserem Leben, wie es war.

    Ende letzten Jahres lösten wir dann die Wohnung auf, verkauften fast alle Möbel, gaben unsere Katze weg. Ich suchte mir ein 1-Zimmer-Appartement. Der Plan: Er geht vor, arbeitet, ich komme in einem halben Jahr nach, wir leben zusammen dort in der Großstadt, ich lasse die Heimat hinter mir. Ich muss zugeben, dass ich es ihm nicht leicht gemacht habe in dieser Zeit. Ich litt sehr unter diesen ganzen Verlusten, machte es ihm zum Vorwurf, dass ich unglücklich war. Aber ich wollte unbedingt an der Beziehung festhalten, denn nichts war mir wichtiger, als bei ihm zu sein.

    Ihr könnt euch nicht vorstellen, was für ein Stress ich in all diesen Monaten hatte: Wohnung auflösen, Möbel verkaufen, Nachmieter suchen, streichen, jemanden suchen, der die Katze nimmt, eine neue Bleibe suchen, ganz nebenbei auch studieren, arbeiten... Es hörte nicht auf, und um das Meiste habe ich mich gekümmert. Er war sehr beschäftigt, sich das neue Leben aufzubauen: Wohnung suchen, Kredit bekommen, Papierkram... In der ganzen Zeit hatte ich immer ein offenes Ohr für ihn, war immer für ihn da.

    Schließlich kam der Moment: Zusammen sind wir ins neue Leben gefahren. Wie immer habe ich ihm geholfen, habe geputzt, eingeräumt, hab moralisch unterstützt... was man eben so tut. Und dann bin ich nach Hause gefahren.
    Es war abgemacht, dass ich nach 3 Wochen eine Woche zu ihm fahre. In diesen 3 Wochen hatten wir jeden Tag Kontakt, haben telefoniert, geschrieben. Ich hatte den Eindruck, dass er mich wirklich vermisst, bin also mit großer Freude zu ihm gefahren.

    Es fällt mir immer noch schwer, darüber zu schreiben. Als ich dort ankam, war er sehr distanziert. Hat mich geküsst und umarmt usw., aber ich habe sofort gespürt, dass etwas nicht stimmt. Er hatte auch nichts für mich vorbereitet - nicht einmal das Bettzeug für mich war bezogen, das habe ich selbst gemacht. Er war launisch und unausgeglichen, hat mich genau befragt, wie ich mir unsere gemeinsame Zukunft vorstelle. Ich war 3 Tage da, und nicht, dass ihr mich falsch versteht - wir hatten auch viele schöne Momente, und tolle Nächte.

    Am 4. Tag habe ich es nicht mehr ausgehalten. Ich habe ihn nahezu bedrängt, mir zu sagen, was los ist. Er wollte nicht, aber ich habe nicht locker gelassen. Er begann zu weinen. Sagte, dass es nichts mit mir zu tun habe, sondern mit ihm. Dass ich die beste Freundin wäre, die man haben kann. Dass ich der wichtigste Mensch in seinem Leben wäre, und er sich nicht vorstellen könnte, ohne mich zu leben. Aber eben auch nicht mit mir. Dass er was verpasse im Leben. Dass es für ihn eine zu große Verpflichtung darstelle, wenn ich wegen ihm in die Großstadt kommen würde. Dass ihn das einengt, dass er sich Heirat und Kinder einfach nicht vorstellen könne. (Ich muss zugeben, dass ich darauf gehofft hatte - nicht sofort natürlich, aber in den nächsten 2-3 Jahren.) Ich wusste nicht, was ich dazu sagen soll, war tief verletzt und traurig. Wir haben uns voneinander verabschiedet, unter Tränen, und ich bin nach Hause gefahren. Vor genau 9 Wochen.

    Ich habe alles gemacht, was allgemein empfohlen wird. Sofort. Kein Kontakt. Bei facebook gelöscht, Handynummer gelöscht. Alle Dinge, die mich an ihn erinnern, in eine Kiste gepackt. Geweint. Traurige Musik gehört. Sport gemacht, um die Wut loszuwerden. Mich abgelenkt - ich habe einen großen Freundeskreis und einige Hobbys, außerdem viel Arbeit mit dem Studium, sodass es kein großes Problem war, jeden Abend unterwegs zu sein. Und da er ja sowieso in einer weit entfernten Stadt lebt, musste ich ja auch keine Angst haben, ihm zu begegnen.
    Und erst ging es mir tatsächlich etwas besser. Ich habe viel Bestätigung bekommen ("Er hat dich nur ausgenutzt/ Du hast immer alles getan"), aus allen Richtungen. Ich konnte denken, dass das alles gut so war, dass ich jemandem wie ihn nicht brauchen kann, dass man sich mit so jemanden kein Leben aufbauen kann. Ich bin auf Partys gegangen, und auf Dates. Ich hatte überhaupt keine Probleme sofort Männer zu finden, die sich für mich interessieren. Und ich habe auch geflirtet.

    Und dann, ganz plötzlich, in den letzten 3 Wochen, wurde alles ganz schlimm. Meine Bekanntschaften haben mich nur genervt - dauernd schrieb irgendwer eine Nachricht. Dauernd musste ich jemanden abwehren.
    Ich denke, es hat auch damit zu tun, dass mir zwei sehr gute Freunde den Hof gemacht haben. Beide sind selbst genauso lange wie wir in Beziehungen und waren immer unsere "Pärchen-Freunde", mit denen man die typischen Pärchen-Sachen gemacht hat. Jetzt haben beide mir den Hof gemacht, mehr oder weniger heftig, während sie noch in ihrer Beziehung waren. Ich hab das natürlich sofort abgewehrt - auf sowas lasse ich mich nicht ein. Aber es hat mich so getroffen. Beide haben mir hinter dem Rücken ihrer langjährigen Freundin "Gefühle" gestanden... Unfassbar.
    Aber auch "neutrale" Männer, sehr nette, kluge, freundliche Männer nervten mich, ich fühlte mich von ihnen belästigt, obwohl sie nichts gemacht haben - sie wollten mich eben einfach nur kennenlernen. Ich habe dann alle Kontakte abgebrochen, weil ich einfach mehr für mich sein wollte.

    Und jetzt sitze ich hier und tippe euch diesen Roman. Jeden Morgen wache ich auf und denke an ihn. Jeden Abend schlafe ich ein und denke an ihn. Ich grübele in jeder freien Minute des Tages. Vermisse ihn so. Jeder Platz in der Stadt bietet einen Anlass, an ihn zu denken. Jedes Mal, wenn ich nach Hause komme, hoffe ich, dass er da steht und auf mich wartet. Ich kann einfach nicht fassen, was ich alles verloren habe... Heute vor einem Jahr hatte ich alles, mein Leben war in Bahnen. Jetzt habe ich das Gefühl, dass es nie wieder gut wird. Ich bin innerlich wie wund, unausgeglichen, mal tieftraurig, dann wütend. Habe keinen Spaß mehr an Aktivitäten, obwohl ich sie weiter mache. Bei Treffen mit Freunden bin ich wie fixiert auf den Gedanken, dass der-/diejenige in einer Beziehung ist, bin neidisch und missgünstig. Meine Abschlussprüfung steht an, und ich kann nichts lernen. Meine Abschlussarbeit müsste fertiggestellt werden - ich habe keine Lust, kann mich nicht konzentrieren. Versteht mich nicht falsch, von außen betrachtet geht es mir gut - ich gehe abends weg, gehe zum Sport, zur Arbeit, lache viel. Aber innerlich habe ich das Gefühl, dass ich dauernd schreie. Manchmal fühle ich mich auf der Grenze zum Wahnsinn.

    Und dann überlege ich, ihn anzurufen, ihm zu schreiben, einfach zu ihm zu fahren. Ich kann mich kaum beherrschen. Nur der Gedanke: "Er will Dich nicht. Er will Dich einfach nicht." hält mich davon ab. Noch. Aber vielleicht brauche ich noch eine 2. Abfuhr, um wieder klarzukommen.

    Ich habe so auf die Zeit gehofft, angeblich das beste Mittel gegen Liebeskummer. Die Zeit macht es immer schlimmer. Was kann ich nur tun?

  2. User Info Menu

    AW: Es wird nicht besser...

    nach 9 Wochen bist Du auf gar keinen Fall mit Liebeskummer durch, so etwas dauert Monate und Jahre.

    Auch eine 2. Abfuhr macht es nicht leichter. Weil das sehr demütigend ist. Und ich denke, die Demütigung ist eigentlich schlimmer als der Verlust.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  3. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Es wird nicht besser...

    Als ich Deinen Text gelesen habe, dachte ich, okay, Du passt nicht mehr in sein Lebenskonzept und wurdest von ihm aus seinem Leben gekickt. Eure Katze hat so lange in Dein Leben gepasst, wie Dein Freund da war. Als der sich neu orientiert hat, war es für Dich ganz klar, dass die Katze weg muss. Das finde ich alles andere als sympathisch. Tiere sind ebenso wie Menschen keine Gegenstände, die man nach belieben herausholt oder wegschliesst.

    Deine Auf und Abs sind normal. Das Du jetzt ständig gut gelaunt durchs Leben tanzt, ist wohl weniger realistisch. Deine Tiefs gehören dazu. Auch dass Du nicht gleich was mit anderen Männern anfangen kannst (ich rede jetzt von den externen, nicht von den beiden, die in einer Beziehung sind) ist irgendwie klar. Es ist nett, wenn jemand Interesse hast, aber nach einer Weile ist der Wille grösser, die Aktivitäten mit dem Ex zu machen. Du vergleichst dann auch extrem viel und natürlich kommen sie zu Anfang auch total schlecht dabei weg. Weil Du eben noch nicht bereit bist.

    Was Du machen kannst? Zur Zeit versuchen, Dich auf Dein Studium zu konzentrieren. Mit aller Macht für die Prüfungen zu lernen und Deine Abschlussarbeit vorzubereiten. Dazu noch die Sachen, die Dir gut tun. Also zu versuchen, Dich weiter mit Sport abzulenken, auszugehen und Dich mit Freunden zu treffen.

    Dein Freund will in die grosse weite Welt. Für ihn ist der 1. Job nicht nur beruflich ein neuer Schritt, sondern auch privat. Ich denke, das war ihm vielleicht auch schon früher klar, dass er mit Dir nicht keine Familie gründen wird. Aber es war ihm da noch egal, weil er ja auch noch in der Kleinstadt gewohnt hat und sein Studentenleben lebte. Und 6 Jahre ist ja auch ne lange Zeit, um da einfach so etwas zu beenden. Da wartet man, bis man den Kopf frei hat, um sich definitiv zu entscheiden.

    Ich würde mich an Deiner Stelle nicht bei Deinem Freund melden. Wenn er mit Dir Kontakt haben wollte, würde er sich melden. Du solltest jetzt erst mal versuchen abzuschliessen. Es war ja Deiner Einschätzung nach eh ein grosses Ungleichgewicht in der Beziehung (Du hast mehr gegeben, eher hat mehr genommen). Das ist nie eine gute Basis.

    Viel Glück und Kopf hoch!!!

  4. User Info Menu

    AW: Es wird nicht besser...

    Danke für eure Antworten.

    Erstmal: Das mit der Katze ist ganz, ganz falsch rübergekommen. Ganz falsch. Es war genau andersrum. Ihm war klar, dass das Tier "weg muss". Ich habe monatelang eine Wohnung gesucht, in die ich sie mitnehmen kann. Aus finanziellen Gründen war das leider nicht möglich, und 15 qm wollt ich ihr dann wirklich nicht antun. Sie lebt jetzt bei Freunden von mir, in Gesellschaft, mit Auslauf. Ihr geht´s sehr gut, und ich besuche sie oft. Nur so am Rande. ;) Ich sehe das genauso wie du, Mathilde, ich konnte wochenlang deswegen nicht schlafen.

    Natürlich ist man nach 9 Wochen noch nicht durch mit dem Kummer. Aber es sollte doch einen Schritt nach vorne gehen, statt zurück? Ich hab das Gefühl, als wäre mein Leben zu Ende. Und wenn nicht mein Leben, dann die Liebe. Ich glaube irgendwie an "Liebe meines Lebens", und ich glaube, das war sie. Und ich kanns einfach nicht fassen.

    Ich würde einfach gerne irgendwas tun, dass es mir besser geht. Ich versuche alle "Regeln" zu beachten, aber es wird nur schlimmer. Das ist das Problem.

  5. Inaktiver User

    AW: Es wird nicht besser...

    Hallo,
    lass dich erstmal drücken!
    ich kann deine Not sehr gut verstehen! Schön, dass du das mit der Katze gleich erklärt hast...

    Ich möchte dir sagen, dein Schmerz ist ganz normal, auch deine Reaktionen in sozialen Situationen und in Bezug auf andere Männer. So schnell geht das nicht, den Liebeskummer hinter sich zu lassen. Diese Beziehung hat dein Leben sechs Jahre lang geprägt, er war deine erste große Liebe, denke ich mal, aber es gab immer schon eine emotionale Schieflage, die dich geschmerzt hat und dich verunsichert hat. Und nun ist das passiert, was du am meisten gefürchtet hast. Du hast so viel investiert, gemacht und getan, und nun hat es doch nicht "genügt" (so empfindet man das), alles war umsonst, die Zukunftspläne zerstört...

    Du fühlst dich nicht nur zurückgewiesen, du hast auch große Lebensveränderungen in Kauf genommen, weil er in eine andere Stadt gehen wollte (auch wenn es aus seiner Sicht verständlich ist), die Katze mußte weg, und zum Schluss wollte er dich (auch - oder trotz allem) nicht mehr. Das zieht einem ja zusätzlich den Boden unter den Füßen weg, das muss man erst mal sacken lassen, begreifen, durchgrübeln, heulen, die Sache vielleicht auch immer wieder mit vertrauten Personen durchkauen. Und irgendwann kann man sich auch mal wieder auf andere Sachen konzentrieren und an anderen Dingen Freude haben. Aber wie gesagt, das dauert. Wir leben in einer Zeit, wo alles immer zack-zack geht, alles soll schnell gehen, wir haben uns daran gewöhnt. Aber das funktioniert nur in der Technik, seelische Prozesse kann man nicht forcieren. Versuche, deinen Schmerz zu akzeptieren, es wird besser werden.

    Wichtig finde ich, dass du dir erlaubst zu trauern. Du musst jetzt nicht sofort wieder "happy" sein, das ist doch Quatsch. Dennoch, dein Leben geht weiter, du mußt deine Prüfungen wuppen, dein Studium abschließen, du hast dich ja bewußt dafür entschieden und hast dir ein Ziel gesetzt. Wenn du jetzt "abkackst", ist keinem gedient.
    Dein Leben ist nicht zu Ende, auch wenn du Dich JETZT beschissen fühlst, JETZT keine Freude empfinden kannst und dir vor allem nicht vorstellen kannst, jemals wieder glücklich zu sein, einen anderen Mann zu lieben. Aber glaub mir, ich bin mehr als zwanzig Jahre älter als du und habe einiges hinter mir (auch so etwas, was du jetzt erlebst): du kannst, und du wirst da durch kommen!

    Es ist gut, wenn du dich ablenkst, dich nicht vergräbst, aber der Schmerz will durchlitten sein, nicht beiseite geschoben. Da wo´s weh tut, und da wo die Angst ist, da geht´s lang. Da du noch sehr jung bist, fehlt dir da vielleicht auch einfach die Erfahrung, dass du da durch kommst. Glaub mir, Liebeskummer und Zurückweisung tun immer gleich weh, egal ob mit sechsundzwanzig oder sechsundsechzig! Aber wenn man mehr Lebenserfahrung hat, weiß man halt, dass man das überleben wird. Man hat vielleicht schon Strategien entwickelt, mit solchen Niederlagen fertig zu werden und sogar gestärkt daraus hervor zu gehen.

    Ich möchte dir auch noch zu bedenken geben: wenn in einer Liebesbeziehung immer der eine mehr liebt als der andere, mehr gibt und investiert, das ist anstrengend und unbefriedigend. Vielleicht wirst du eines Tages sehen können, dass es gar nicht so erstrebenswert ist, wenn der Partner einen nicht gleich stark liebt. Man hat nur den Eindruck, der andere sei begehrenswerter, weil er die Macht hat, einen zurück zu weisen. Verstehst du, was ich meine? Du hast dich abgestrampelt, aber du hattest immer weniger Kontrolle und hast letztendlich doch "verloren".
    Später wirst du vielleicht erkennen, dass du das gar nicht gewollt hättest. Dies ist jetzt auch die Chance, dein Leben neu zu gestalten. Du verdienst einen Partner, der dich in gleichem Maße liebt und sich um die Beziehung bemüht.
    Es kann sogar sein, das dein Ex wieder ankommt, vermutlich zu einem Zeitpunkt, wenn du schon fast drüber weg bist, weil ohne dich alles doch nicht so viel toffer ist. Aber ich würde mich nicht darauf einlassen. Du brauchst das nicht! Und du wüßtest nie, wann er dich das nächste Mal fallen lässt...

    Du bist jung, du stehst noch am Anfang deines Lebens, du hast Freunde, eine berufliche Perspektive, offenbar bist du auch kein Mauerblümchen, und es gibt noch jede Menge ungebundene Männer in deiner Altersklasse (jetzt noch kein Thema für dich, aber irgendwann wieder). Durchlebe deinen Kummer, umgib dich mit den richtigen Leuten an, die dir gut tun und denen du vertrauen kannst. Tu in deiner Freizeit, wonach dir wirklich der Sinn steht, du musst nicht auf Parties gehen, die dich anöden oder wo dich der Anblick knutschender Pärchen quält. Konzentriere dich auf deinen Studienabschluss. Du schaffst das!
    Geändert von Inaktiver User (01.06.2013 um 20:33 Uhr)

  6. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Es wird nicht besser...

    Zitat Zitat von BrokenHeartSyndrome Beitrag anzeigen
    Danke für eure Antworten.

    Erstmal: Das mit der Katze ist ganz, ganz falsch rübergekommen. Ganz falsch. Es war genau andersrum. Ihm war klar, dass das Tier "weg muss". Ich habe monatelang eine Wohnung gesucht, in die ich sie mitnehmen kann. Aus finanziellen Gründen war das leider nicht möglich, und 15 qm wollt ich ihr dann wirklich nicht antun. Sie lebt jetzt bei Freunden von mir, in Gesellschaft, mit Auslauf. Ihr geht´s sehr gut, und ich besuche sie oft. Nur so am Rande. ;) Ich sehe das genauso wie du, Mathilde, ich konnte wochenlang deswegen nicht schlafen.

    Natürlich ist man nach 9 Wochen noch nicht durch mit dem Kummer. Aber es sollte doch einen Schritt nach vorne gehen, statt zurück? Ich hab das Gefühl, als wäre mein Leben zu Ende. Und wenn nicht mein Leben, dann die Liebe. Ich glaube irgendwie an "Liebe meines Lebens", und ich glaube, das war sie. Und ich kanns einfach nicht fassen.

    Ich würde einfach gerne irgendwas tun, dass es mir besser geht. Ich versuche alle "Regeln" zu beachten, aber es wird nur schlimmer. Das ist das Problem.
    Das freut mich, dass ich mich sozusagen verlesen habe...

    Also, ich kenne das noch von meiner letzten Trennung, dass diese Aufs und Abs total normal waren. Da habe ich so viel geweint und war zu nichts zu gebrauchen. Ich dachte auch, dass ich nie wieder glücklich werde und mir eine sehr schöne Zukunft mit einem Traummann verbaut hatte (hatte Probleme mit seinen Kindern). Zuerst einmal kommt die totale Schockphase, wo Du gar nicht wahrhaben kannst/willst, dass es wirklich vorbei ist. Wo Du die Trauer fast körperlich spürst und auch Deinen Ex-Partner noch hin und wieder körperlich wahrnimmst. Dann kommt die totale Gefühlsphase zwischen Enttäuschung, Wut, Verletztheit, grosser Trauer, Zuversicht, Hoffnung. Und in dieser Phase steckst Du gerade. Bei mir kam noch das Schuldgefühl hinzu, dass bei mir extrem stark ausgeprägt war. Bei mir gabs dazu auch einen Grund. Ich habe mich total runterziehen lassen deswegen. Und mein Ex hat dieses Gefühl auch noch verstärkt. Bei Dir gibts keinen. Das wird die Schuldgefühle in Massen halten.

    Ich glaube, wir Frauen sind sowieso eher so gestrickt, dass wir eher die Schuld auf uns nehmen am Scheitern einer Beziehung. Wobei es ja im Allgemeinen immer an beiden Seiten liegt, dass es auseinandergeht. Es sei denn, dass man mit extrem unterschiedlichem Liebeslevel gelebt hat. Das hatte ich auch schon mal. Einer meiner Ex wollte im Grunde eine Andere und nicht mich. Also vom Charakter her, vom Erfolg im Beruf und vom Ergeiz in der Freizeit, eine, die keine Höhenangst hat z.B. oder auch schwarze Pisten runterfährt. Klingt alles blöd, aber er hatte an diesen Dingen zuerst mal etwas auszusetzen, bis ich ihm klar gemacht habe, dass ich halt so bin und er sich dann eine Andere suchen muss, wenn ich ihm nicht passe. Da habe ich auch mehr investiert als er. Aber nach 1 Jahr wars dann vorbei. Das war nicht gut für mich, seine Zweifel und dieses On-Off.

    9 Wochen ist wirklich nicht sehr lange. Und Du hast ihn ja total geliebt. Zudem kam es für Dich ja sehr überraschend. Über den Verlust zu trauern, das ist vollkommen normal. Daher solltest Du Dich nicht unter Druck setzen oder ärgerlich sein, wenn Du mal wieder ein totales Down hast. Dafür umso mehr die bessere Zeit geniessen. Was ich versuchen würde, ist aber, mit Freunden etwas zu unternehmen und nicht zu "vereinsamen", weil Du so traurig bist. Wenn Du die Möglichkeit hast, rauszugehen, mach es!!!

  7. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Es wird nicht besser...

    Gib dir Zeit. Es dauert, sich von deinem Traum zu verabschieden.

    Nach einer Weile wirst du merken, dass eure Sichtweise auf das Leben unterschiedlich gewesen sind. Dann kannst du auch leichter loslassen.

  8. User Info Menu

    AW: Es wird nicht besser...

    Hallo,

    ich möchte mich hier erstmal für eure Antworten bedanken! Auch wenn ich mich nicht mehr gemeldet habe, hat es mir sehr geholfen, was ihr geschrieben habt. Vor allem MilleGrazie.

    Es ist wieder etwas Zeit ins Land gegangen. Ich bin jetzt in der Prüfungsphase und lerne jeden Tag mehrere Stunden. Anfangs war es fast eine Erleichterung - nicht nachdenken müssen, höchstens noch beim aufwachen und einschlafen. Ich bin auch gut vorangekommen in dieser Zeit, vor allem mit dem Prüfungsstoff.

    So langsam schleichen sich die Gedanken aber dazwischen - manchmal kann ich einfach nicht weitermachen. Ich bin emotional total instabil und eigentlich immer traurig und kurz vor dem weinen, wenn ich alleine bin. Weiterhin unternehme ich viel, bin abends unterwegs. Aber auch da ist es so: Irgendeine Situation, ein Lied, ein Gesprächsthema, ein Bild... und die Tränen steigen mir in die Augen. Und dieses Gefühl, dass nichts einen Sinn hat, schon garnicht die Lernerei. Ich habe tolle Freunde, aber selbst die sind in solchen Phasen total bedeutungslos für mich. Ich wünsche so sehr, dass das aufhört. Manchmal wünsche ich mir, dass ich einen Unfall habe und einfach ein paar Wochen "raus" bin.

    Ein befreundetes Paar, dass sich ebenfalls getrennt hat, und zwischen denen ein paar Wochen absolut kein Kontakt herrschte, nähert sich jetzt wieder an. Und so sehr ich mich für meine Freunde freue, desto mehr leide ich darunter. Immer wieder habe ich den Gedanken, dass ich hätte mehr kämpfen müssen. Und dass es meine große Liebe war, die jetzt weg ist. Ich bin so verzweifelt.

    Mir kam der Gedanke, dass diese Kontaktsperre vielleicht nicht für alle Menschen das Richtige ist. Ich meine natürlich hat man bei Kontakt immer die Hoffnung, dass sich nochmal was ergibt. Aber vielleicht würde es einem auch mehr vor Augen führen, worin das Problem gelegen hat? Und vielleicht würde es nicht so furchtbar weh tun, wenn man ab und zu mit dem Ex-Partner sprechen könnte? In meinem Fall war es wirklich auch mein bester Freund. Ich vermisse unsere Gespräche so.

    Ok, ich ertrag mein Gejammer auch kaum. Liest sich furchtbar. Trotzdem... ich halt mich kaum mehr aus.

    Danke fürs lesen.

  9. User Info Menu

    AW: Es wird nicht besser...

    Mir kam der Gedanke, dass diese Kontaktsperre vielleicht nicht für alle Menschen das Richtige ist. Ich meine natürlich hat man bei Kontakt immer die Hoffnung, dass sich nochmal was ergibt. Aber vielleicht würde es einem auch mehr vor Augen führen, worin das Problem gelegen hat? Und vielleicht würde es nicht so furchtbar weh tun, wenn man ab und zu mit dem Ex-Partner sprechen könnte? In meinem Fall war es wirklich auch mein bester Freund. Ich vermisse unsere Gespräche so.
    Mit jedem Kontakt zu einer einseitig beendeten Beziehung verschlimmert sich das Leiden, so etwas kann frau ohne Problem Jahre ihres Lebens kosten.
    Und verstehen wirst Du die Entscheidung Deines Expartners sowieso nie. Du willst ihn zurück, er Dich aber nicht.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  10. User Info Menu

    AW: Es wird nicht besser...

    Gut, aber wie soll ich denn so weitermachen? Ich halte es nicht mehr aus.

Antworten
Seite 1 von 5 123 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •