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  1. Inaktiver User

    Zurück bleibt das Gefühl des Versagens

    Hallo liebe Community - ich bin's mal wieder. Ich weiß gerade (wieder) einmal nicht weiter...

    Gestern hat er die Beziehung beendet. Die Gedanken dazu hatte ich die letzten Wochen auch, denn ich fühlte mich einfach wie ein Boot auf stürmischer See, hin- und hergeworfen - und ich wollte endlich wieder innere Ruhe. Jetzt ist er, sind wir, den Schritt gegangen, auch weil es für ihn zu anstrengend war. Gestern war ich noch recht gesammelt, habe Pläne am Nachmittag realisiert, bin dann zu ihm, um noch einmal zu sprechen; auch gestern abend ging es mir - für mich überraschend - gut. Aber jetzt bricht der Gedankensturm los. Und ganz vornweg der Gedanke: ich habe wieder versagt. Habe wieder einem Menschen wehgetan, habe ihm das Leben schwer gemacht und seine Illusion vom Anfang zerstört.

    Das Ganze ging "nur" ein dreiviertel Jahr, aber vor allem der Start war sehr intensiv und zum ersten Mal in meinem Leben konnte ich mir z. B. Kinder vorstellen. Wir wollten zusammenziehen - als ich dann irgendwann anfing, wieder meine alten Ängste und Muster mit einzubringen, und ab da war der Wurm drin. Ich hatte quasi die Konsequenz meines Handelns vor Augen, tagtäglich, wusste, wenn ich so weitermache, wird er eines Tages die Nase von mir voll haben - aber trotzdem war die Energie in mir so stark, dass ich, wenn ich nur einen Moment nicht aufgepasst habe, mich nicht unter Kontrolle hatte, nur noch neben mir stehen konnte und zugesehen habe, wie ich selbst die Beziehung kaputtmache... Mit der Zeit wurde es zum Teufelskreis - und die letzten Wochen waren wirklich anstrengend, sowohl für ihn als auch für mich. Vielleicht war die Trennung der logische Schluss, aber ich verfluche mich im Moment fast schon, dass ich die bin, die ich bin und jeden Beziehungsversuch in den Satz setze...

    Ich denke, dass ich viel gelernt habe über die letzten Jahre, in vielen Situation reagiere ich schon deutlich anders und reflektierter, als noch vor z. B. fünf Jahren, aber in anderen kann ich Wut, oder Enttäuschung so gar nicht unter Kontrolle kriegen, und das kleine, verletzte Kind boxt sich den Weg nach außen. Und ich, wenn ich wieder die Kontrolle habe, schäme mich für mich selbst... so wie jetzt. Kennt das Gefühl jemand? Wie damit umgehen? Hilflose Grüße

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    AW: Zurück bleibt das Gefühl des Versagens

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    .... mal wieder. Ich weiß gerade (wieder) einmal nicht weiter...

    .... ich habe wieder versagt. Habe wieder einem Menschen wehgetan, habe ihm das Leben schwer gemacht und seine Illusion vom Anfang zerstört.

    .... als ich dann irgendwann anfing, wieder meine alten Ängste und Muster mit einzubringen, ....

    ...... tagtäglich, wusste, wenn ich so weitermache, wird er eines Tages die Nase von mir voll haben - aber trotzdem war die Energie in mir so stark, dass ich, wenn ich nur einen Moment nicht aufgepasst habe, mich nicht unter Kontrolle hatte, nur noch neben mir stehen konnte und zugesehen habe, wie ich selbst die Beziehung kaputtmache...
    Liebe Panamissy,

    Ich weiß ja nun so gar nicht, warum "mal wieder" aber offensichtlich gehst Du sehenden Auges Beziehungen ein, die Du gerne zerstören möchtest.

    Hast Du schon mal darüber nachgedacht, Deine Motivationen ans Tageslicht zu zerren?

    Vielleicht willst Du im Grunde Deiner selbst gar keine Beziehung und gehst nur eine ein, um konform zu sein?

    Oder ... oder ... oder ... es gibt so viele mögliche Gründe!

    Guck mal, ob Du sie nicht findest!

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    AW: Zurück bleibt das Gefühl des Versagens

    Vielleicht gehst Du Beziehungen ein die das Schlimmste in Dir vor bringen?
    Los lassen ist einer der besten Geschenke die man sich geben kann.

    Mckenzie

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    AW: Zurück bleibt das Gefühl des Versagens

    Hallo Panamissy,

    - als ich dann irgendwann anfing, wieder meine alten Ängste und Muster mit einzubringen, und ab da war der Wurm drin.
    Was bitte sind denn 'alten Ängste und Muster'?

    Sei so nett und kläre mich auf. Danke.

    FG von Helga

    „Nehmen sie die Menschen wie sie sind, denn andere gibt es nicht“
    Konrad Adenauer

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    AW: Zurück bleibt das Gefühl des Versagens

    Ja, ich kenne das Gefühl.

    Aus vielen Situationen in Beziehungen. Das letzte Mal bei meinem Ex erlebt Ist drei Jahre her, geholfen hat mir sehr (und schon vorab sorry, aber so war es halt) meine Therapie, in der ich auch bei der Trennung noch steckte. Meine Thera hatte sich das ganz Schauspiel schon etwa 1,5 Jahre mit angeguckt und war froh über die Trennung - aber danach kam erst der große Klotz an Verarbeitung von ganz frühen Kindheitserlebnissen. Denn mein Vaterthema kam hoch, das, was ich bisher immer an den Männern ausagierte. Es dauerte gut ein Jahr, und das Gröbste war durch - der Liebeskummer weniger, Vaterthema durch. Witzigerweise meldete sich mein "Dad" (so nenne ich ihn gedanklich schon lange, vielleicht sogar schon immer) bei mir, ich lernte ihn zum zweiten Mal kennen und konnte danach abschließen. Meine Illusion war weg. Und seitdem ist auch die Männer-Illusion weg. Lustig, oder?

    Ich glaube, jeder, der starke destruktive Gefühle in einer Beziehung hat, hat irgendwo noch ein wichtiges Thema (an dem auch noch ganz viele kleinere Themen dran hängen... aber das merkt man dann), durch das er erst einmal durch muss. Ich glaube auch, dass dafür nicht immer ne Therapie nötig ist, viele haben das Rüstzeug, es selbst zu schaffen. Aber bei ganz frühen und/oder ganz starken Verletzungen ist professioneller Beistand welcher Art auch immer (aber professionell!) äußerst hilfreich.

    Das Fühlen der Verletzungen und die damit einhergehenden Schmerzen meiner "Kleinen" hat mich bei durch den Prozess begleitet. Seit dieser Zeit brauche ich dieses Fühlen, das In-mich-rein-Fühlens auch sehr. Ohne dem fühle ich mich nicht ganz, nicht "ich". Es ist auch egal, was ich dann fühle - Freude, Froh-Sein, oder aber Zweifel, Angst, manchmal immer noch Verzweiflung - aber ich brauche das. Und dafür brauche ich Zeit, die ich mir künftig auch in einer Beziehung nehmen werde (ich muss es einfach, für mich, für meine Seele und mein Herz).

    Vielleicht wäre das Hinfühlen bei Deinem Thema auch ein Weg für Dich? Es rein gedanklich zu erfassen reicht m. M. nach nicht aus. Das merkst Du ja bei Dir: Sobald Du einen Moment nicht aufpasst, bahnt sich die Gefühlsenergie Deiner Kleinen den Weg nach oben. Das Unbewusste will raus, raus an's Licht. Und oft tut es das dann auch.

    Ich habe meinen Ex zufälligerweise die letzten Tag wieder gesehen. Das war schön. Es herrscht Frieden zwischen uns, und auf irgendeine Art lieben wir uns wohl noch immer. Zumindest ist immer noch eine große Sympathie zwischen uns. Er hat mir gesagt, dass ich es war für ihn. Es dann aber so anstrengend mit mir wurde (und ich war es in der Tat, Gefühlsausbrüche halt ). Bei Frauen hatte ich dieses Problem nie so extrem. Auf der anderen Seite hatte ich vieles mitgemacht mit ihm, besonders am Anfang, was mir nicht gut tat. Über wichtige Basis-Sachen, die schief liefen, hinweg gesehen usw.

    Ich hoffe, dass mir das nicht mehr passiert, dass ich besser auf mich achte, aber ich weiß es natürlich nicht. Den Praxis-Test mache ich gerade. Mit jemanden, den ich sehr mag. Mich besonders DA abzugrenzen (wenn Liebesgefühle wachsen könnten) fällt (fiel?) mir wahnsinnig schwer. Nein zu sagen und so... Ich übe das jetzt, und es ist wahnsinnig anstrengend (wahrscheinlich so anstrengend, wie ich es vorher war ) Es kann gut ausgehen (Beziehung) oder wieder Trennung. Aber selbst wenn, dann habe ich mein Bestes gegeben. Ich habe mir dann nix vorzuwerfen, weil ich wirklich versuche, bewusster und gereifter da ranzugehen. Mehr kann ich zurzeit nicht, das ist mein Stand. Vielleicht kannst Du Deine Trennung von diesem Blickwinkel anschauen, der Dein Gefühls- und Gedankenkarussell ein wenig mildert. Vor fünf Jahren warst Du noch nicht so reflektiert wie jetzt. Man braucht Zeit. Nicht nur nach einer Trennung, sondern auch schon in einer Beziehung. Ich glaube, oft will man (frau?) zu schnell zu viel. Und dann sind alle überfordert. Männer wollen vllt auf andere Art auch zu schnell zu viel. Ich glaube, wir wollen so oft "vollkommen" sein, der beste Partner sein, ja nix falsch machen usw. Dabei reicht bloße Authentizität doch alleine aus - da trennt sich dann schon recht früh die Spreu vom Weizen. Habe ich vor kurzem auch erlebt Es passt dann einfach nicht. Und dieses Erlebnis hat mir noch einmal gezeigt, dass das Wahrnehmen meiner Gefühle und das darauf folgende, nachgedachte Handeln ein richtiger Schatz in der Wegführung meines Lebens sind. Wenn ich authentisch bin, kommen nur die Sachen zu mir, die auch zu mir passen


    Sorry, das war jetzt etwas komplex und vielleicht auch am Thema vorbei. Aber besser wusste ich es nicht zu erklären, was ich zu Deinem Text sagen wollte...

    Alles Gute für Dich
    Geändert von happy_fly (24.03.2013 um 22:56 Uhr)
    „Hoffnung ist die Fähigkeit, die Musik der Zukunft zu hören.
    Glaube ist der Mut, in der Gegenwart danach zu tanzen.“


    (Peter Kuznic, kroatischer Theologe)

  6. Inaktiver User

    AW: Zurück bleibt das Gefühl des Versagens

    Zitat Zitat von Gustave Beitrag anzeigen
    Liebe Panamissy,

    Ich weiß ja nun so gar nicht, warum "mal wieder" aber offensichtlich gehst Du sehenden Auges Beziehungen ein, die Du gerne zerstören möchtest.
    Hallo Gustave,

    mal wieder - heißt, dass ich es aus der Vergangenheit auch kenne. Dass ich anstrengend bin oder vielmehr werde, sich nach und nach Knoten einschleichen, die irgendwann irgendwie nicht mehr zu lösen scheinen. Aber ich glaube nicht, dass ich das sehenden Auges tue, denn würde ich mir dann nicht viel Kummer, Anstrengung und Erschöpfung ersparen? Und meine Absicht ist es beileibe auch nicht, einem anderen Menschen wehzutun.

    Vielmehr ist es ein unbewusster Mechanismus, der irgendwann zutage tritt und der mich so abgleiten lässt. Bzw. ich lasse mich abgleiten, aber ich habe noch keinen Hebel entdeckt, wie ich das Ganze stoppen könnte...

    Zitat Zitat von Gustave Beitrag anzeigen
    Hast Du schon mal darüber nachgedacht, Deine Motivationen ans Tageslicht zu zerren?
    Ja, habe ich. Seit x Jahren bin ich in Therapie, aber scheinbar ohne greifbare Erfolge, wenn ich mir das Ergebnis immer wieder ansehe...

    Zitat Zitat von Gustave Beitrag anzeigen
    Vielleicht willst Du im Grunde Deiner selbst gar keine Beziehung und gehst nur eine ein, um konform zu sein?

    Oder ... oder ... oder ... es gibt so viele mögliche Gründe!

    Guck mal, ob Du sie nicht findest!
    Ich habe mir eine Beziehung gewünscht, bis zuletzt. Und wie gesagt, die ersten Monate konnte ich mir mit diesem Mann alles vorstellen, Zusammenziehen, sogar Kinder, was ich bisher noch nie gefühlt habe! Es hat sich einfach richtig angefühlt mit ihm... und das macht mich jetzt so traurig, auch wenn ich weiß, dass dieser Zustand nicht noch länger hätte andauern können, dieses Krampfige, Komplizierte. Ja, irgendwann wurde es zunehmend schwerer, ich fühlte mich missverstanden, nicht gesehen, zurückgestellt und dann habe ich wohl angefangen, ihm das Leben schwer zu machen, zu analysieren, zu sondieren, was ist los, und nach und nach hat sich der ganze Klumpen verfestigt und war zum Schluss nur noch eine elende Masse, und er hatte darauf keine Lust mehr. Was ich verstehen kann.

  7. Inaktiver User

    AW: Zurück bleibt das Gefühl des Versagens

    Zitat Zitat von KHelga Beitrag anzeigen
    Hallo Panamissy,

    Was bitte sind denn 'alten Ängste und Muster'?

    Sei so nett und kläre mich auf. Danke.
    Hallo KHelga,
    das versuche ich gerne. Meine alten Ängste sind - Verlassenwerde und Vereinnahmtwerden. Beides konträre Ängste, aber sie können durchaus im Minutentakt abwechseln auftauchen... Das Vereinnahmtwerden war am Anfang ganz stark, er wollte mich 24/7 um sich haben, ich brauchte Abstand und wollte auch mal einen Abend ohne ihn. Er hat mich mit Geschenken verwöhnt, hat mir Zettelchen hinterlassen - er hat mir immer das Gefühl gegeben, ich bin das Höchste für ihn. Als ich ihm sagte, dass ich auch einmal Zeit für mich bräuchte, es nicht an ihm läge, aber ich einfach ein Mensch bin, der gerne einen Abend Rückzug hat (wir hatten trotzdem Kontakt) - hat er sich seinerseits zurückgezogen.

    Tja, und dann kam meine Angst vor dem Verlassenwerden. Bin - bildlich gesprochen - nachgerückt, vor allem, als er mir sagte, dass körperliche Nähe essentiell für ihn sei, um das Gefühl aufrechtzuerhalten, dachte ich, scheiße, das haste jetzt davon. Und versucht, mich mehr auf ihn einzulassen und versucht, ihm noch mehr das Gefühl zu geben, dass er mir wichtig ist. Aber das war wohl der Beginn des Teufelkreises...

    Und damit einhergehend die Muster, dieses entziehen in Momenten (oder Grenzen wahren?) einerseits, andererseits dann das aufrücken, wenn ich das Gefühl hatte, er entzieht sich mir. Und das hatte ich in der letzten Zeit oft, und desto nörgerliger wurde ich dann irgendwie... Ich glaube nicht einmal, dass er sich mir entzogen hat, aber meine alten Verletzungen und ERfahrungen haben es mir wohl suggeriert, und schon bin ich ihm auf den Keks gegangen, mit meinem Reden-wollen, hast mich noch lieb, was können wir tun... etc. und dass das nervig und anstrengend ist, für jemanden, der sich so gar nix dabei denkt, wenn er sich mal net so meldet, wie ich es scheinbar gerne hätte, kann ich verstehen. Im Nachhinein noch viel besser...

  8. Inaktiver User

    AW: Zurück bleibt das Gefühl des Versagens

    Zitat Zitat von happy_fly Beitrag anzeigen
    Ja, ich kenne das Gefühl.

    Aus vielen Situationen in Beziehungen. Das letzte Mal bei meinem Ex erlebt Ist drei Jahre her, geholfen hat mir sehr (und schon vorab sorry, aber so war es halt) meine Therapie, in der ich auch bei der Trennung noch steckte. Meine Thera hatte sich das ganz Schauspiel schon etwa 1,5 Jahre mit angeguckt und war froh über die Trennung - aber danach kam erst der große Klotz an Verarbeitung von ganz frühen Kindheitserlebnissen. Denn mein Vaterthema kam hoch, das, was ich bisher immer an den Männern ausagierte. Es dauerte gut ein Jahr, und das Gröbste war durch - der Liebeskummer weniger, Vaterthema durch. Witzigerweise meldete sich mein "Dad" (so nenne ich ihn gedanklich schon lange, vielleicht sogar schon immer) bei mir, ich lernte ihn zum zweiten Mal kennen und konnte danach abschließen. Meine Illusion war weg. Und seitdem ist auch die Männer-Illusion weg. Lustig, oder?
    Hallo Happy-fly,

    vielen Dank für Deinen langen Post! Lustig, naja ;-) Hattest Du denn während der Beziehung schon versucht, bestimmte Themen zu ver-/bearbeiten? Oftmals ist ja schon hilfreich, wenn man sein Verhalten direkt vor Augen hat, und daraus dann etwaige Muster aus der Vergangenheit ableiten kann? Ich dachte auch, ich hätte schon viel gelöst, aber das scheint wohl ein Irrtum gewesen zu sein. Ich habe auch in meiner Therapie permanent Situationen besprochen, Verbindungen zur Vergangenheit hergestellt - aber in der nächsten Situation hat mir das leider nicht viel genutzt, ich bin trotz geistigem Stopschild und erhobenen Finger in meine Spirale verfallen und saß hinterher heulend und erschrocken da, was ich nun wieder angestellt habe...

    Ich hatte auch das Gefühl, wenn ich gelernt hatte, mit einem Thema umzugehen (z. B. seinen spontanen Planungen), dann poppte ein neues an anderer Stelle auf, was mir wieder den Boden unter den Füßen weggerissen hatte. Oder ich habe ein Thema aufgemacht, das mir in dem Moment sowas von dringlich erschien und essentiell, die Beziehung zu retten... ganz schräg.

    Zitat Zitat von happy_fly Beitrag anzeigen
    Das Fühlen der Verletzungen und die damit einhergehenden Schmerzen meiner "Kleinen" hat mich bei durch den Prozess begleitet. Seit dieser Zeit brauche ich dieses Fühlen, das In-mich-rein-Fühlens auch sehr. Ohne dem fühle ich mich nicht ganz, nicht "ich". Es ist auch egal, was ich dann fühle - Freude, Froh-Sein, oder aber Zweifel, Angst, manchmal immer noch Verzweiflung - aber ich brauche das. Und dafür brauche ich Zeit, die ich mir künftig auch in einer Beziehung nehmen werde (ich muss es einfach, für mich, für meine Seele und mein Herz).

    Vielleicht wäre das Hinfühlen bei Deinem Thema auch ein Weg für Dich? Es rein gedanklich zu erfassen reicht m. M. nach nicht aus. Das merkst Du ja bei Dir: Sobald Du einen Moment nicht aufpasst, bahnt sich die Gefühlsenergie Deiner Kleinen den Weg nach oben. Das Unbewusste will raus, raus an's Licht. Und oft tut es das dann auch.
    Wie hast Du Zugang gefunden zu deiner "Kleinen" happy fly in Dir? Das scheint mir manchmal so abstrakt, ich kann es nicht richtig greifen. Ich weiß, jetzt brodelt es wieder in mir, mein Bauch fängt an, wehzutun, ich krieg Beklemmungen in der Brust und dann platzt es raus... Wie hast Du das geschafft, bzw. wie schaffst Du das? Wenn es bei mir rausplatzt, fang ich auch meistens gleich das Heulen an, und selbst dafür habe ich mich zum Schluss geschämt...

    Zitat Zitat von happy_fly Beitrag anzeigen
    Ich hoffe, dass mir das nicht mehr passiert, dass ich besser auf mich achte, aber ich weiß es natürlich nicht. Den Praxis-Test mache ich gerade. Mit jemanden, den ich sehr mag. Mich besonders DA abzugrenzen (wenn Liebesgefühle wachsen könnten) fällt (fiel?) mir wahnsinnig schwer. Nein zu sagen und so... Ich übe das jetzt, und es ist wahnsinnig anstrengend (wahrscheinlich so anstrengend, wie ich es vorher war ) Es kann gut ausgehen (Beziehung) oder wieder Trennung. Aber selbst wenn, dann habe ich mein Bestes gegeben. Ich habe mir dann nix vorzuwerfen, weil ich wirklich versuche, bewusster und gereifter da ranzugehen. Mehr kann ich zurzeit nicht, das ist mein Stand. Vielleicht kannst Du Deine Trennung von diesem Blickwinkel anschauen, der Dein Gefühls- und Gedankenkarussell ein wenig mildert. Vor fünf Jahren warst Du noch nicht so reflektiert wie jetzt. Man braucht Zeit. Nicht nur nach einer Trennung, sondern auch schon in einer Beziehung. Ich glaube, oft will man (frau?) zu schnell zu viel. Und dann sind alle überfordert. Männer wollen vllt auf andere Art auch zu schnell zu viel. Ich glaube, wir wollen so oft "vollkommen" sein, der beste Partner sein, ja nix falsch machen usw. Dabei reicht bloße Authentizität doch alleine aus - da trennt sich dann schon recht früh die Spreu vom Weizen. Habe ich vor kurzem auch erlebt Es passt dann einfach nicht. Und dieses Erlebnis hat mir noch einmal gezeigt, dass das Wahrnehmen meiner Gefühle und das darauf folgende, nachgedachte Handeln ein richtiger Schatz in der Wegführung meines Lebens sind. Wenn ich authentisch bin, kommen nur die Sachen zu mir, die auch zu mir passen
    Denkst Du, dass Du mehr in der Beziehung oder jetzt in der Zeit danach gelernt hast? Jedenfalls hörst Du dich im Moment sehr reflektiert an, und sehr "auf dem Boden", das ist schön! Ich war am Anfang auch so, angefangen hat mein Karussell glaube ich erst, als ich merkte, er zieht sich selbst zurück, und er mir das auch so sagte. Da waren mir meine Bedürfnisse vielleicht nicht mehr so wichtig, aber ich habe auch oft gedacht, es wäre ein Kompromiss, den man in einer Beziehung einfach eingeht. Und habe es dann gemacht.

    Ja, der perfekte Partner wollen wir sein... und am Anfang glaube ich, habe ich ein ganz anderes Bild vermittelt. DAs ist auch jedes Mal gleich, wenn sich eine neue Beziehung anbahnt. Ich bin im Grunde eine lustige, angenehme Person. Komme selbstbewusst rüber. Aber kaum bin ich emotional involviert, wandelt sich das total und ich scheine dann eher klammerig und unselbständig zu werden, und meine ganze Souveränität ist dann dahin, bin nur noch ein hilflos winselndes Ding, das um ein bisschen Aufmerksamkeit und Liebe bettelt... puh.

    Liebe happy fly, ich danke Dir für Deine Ideen und wünsche Dir weiterhin ein starkes bei-dir-bleiben, auch wenn die Verliebtheit einsetzt

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    AW: Zurück bleibt das Gefühl des Versagens

    Zitat Zitat von mckenzie Beitrag anzeigen
    Vielleicht gehst Du Beziehungen ein die das Schlimmste in Dir vor bringen?
    Hast Du darüber mal nachgedacht, Panamissy?

    Bei aller notwendigen Selbstreflexion - aber vielleicht gibt es auch einfach Gründe "im außen", die die Beziehung haben scheitern lassen? Ein Partner, der nur oberflächlich, aber letztlich doch nicht wirklich passte?

    Beispiel: Wie, meinst Du, hättest Du Dich gefühlt, wenn Dein Partner auf Deinen Wunsch nach "Allein-Zeiten" ganz gelassen eingegangen wäre ohne sich selbst innerlich zurückzuziehen? Meinst Du, dass auch dann Dein Pendel in die entgegen gesetzte Richtung (Verlustangst) ausgeschlagen wäre? Oder hätte es Dich eher in Deine Mitte zwischen Nähe und Distanz gebracht?

    Du grübelst sehr. Man kann sich beim Analysieren auch sezieren. Das bringt Dir dann gar nichts.
    Mache das sichtbar, was ohne dich vielleicht nie gesehen werden würde.

    - Robert Bresson -

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    AW: Zurück bleibt das Gefühl des Versagens

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hallo Gustave,

    mal wieder - heißt, dass ich es aus der Vergangenheit auch kenne. Dass ich anstrengend bin oder vielmehr werde, sich nach und nach Knoten einschleichen, die irgendwann irgendwie nicht mehr zu lösen scheinen. Aber ich glaube nicht, dass ich das sehenden Auges tue, denn würde ich mir dann nicht viel Kummer, Anstrengung und Erschöpfung ersparen? Und meine Absicht ist es beileibe auch nicht, einem anderen Menschen wehzutun.
    Ich habe schon öfter beobachtet, wie bizzare Mutwilligkeit ... vielleicht eine Art Masochismus... zu Gange war. Deshalb meine Frage.

    Vielmehr ist es ein unbewusster Mechanismus, der irgendwann zutage tritt und der mich so abgleiten lässt. Bzw. ich lasse mich abgleiten, aber ich habe noch keinen Hebel entdeckt, wie ich das Ganze stoppen könnte...
    Den Hebel trägst Du in Dir. Da bin ich mir sicher.
    Warum Du ihn noch nicht ausbuddeln konntest, zumal mit therapeutischer Hilfe, ist ein Rätsel.

    Irgendwas scheint Dir dieses Kaputtmachen ja zu geben.
    Was ist es?
    Schützt es Dich? Hast Du Bammel, wenn es konkret werden könnte?

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