Liebe Leute,
die Ehe mit meinen Mann funktioniert überhaupt nicht und wir müssen uns trennen. Ich befürchte aber dass ich dann in einem Ghetto mit meinen zwei Söhnen (3 und 4) lande und daher mache ich es nicht obwohl es sehr belastend ist.
Mein Mann verdient 2200 netto. Bei einer Scheidung hätte er 900 selbstbehalt und ich 1100. Arbeiten bei mir ist problematisch, wegen Gesundheitliche Probleme, d.h. könnte wenn überhaupt halbtags arbeiten. Bei meiner letzten Arbeit, bei der ich 40 St. gearbeitet habe, bekam ich lediglich 1200 brutto, d.h. ich muss mich damit als meinen Marktwert zufriedengeben und alles würde für die Betreung draufgehen. Wir leben in Hamburg amn Stadtrand in einem kleinen Reihenhaus zur Miete für 900 Eur Warm. Ich kann nicht damit rechnen, dass er die Kinder betreut, weil er oft sehr lang arbeiten muss.
Ich befürchte dass wenn wir uns trennnen und ich zusätzlich Geld vom Staat beantragen würde mich das Amt zu einem Umzug in einen Ghettoviertel zwingt.
Ist diese Angst berechtigt?
Vorab vielen lieben Dank für Eure Hinweise
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 29
Thema: Arm bei Scheidung
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15.11.2012, 00:17
Arm bei Scheidung
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15.11.2012, 00:30
AW: Arm bei Scheidung
Was ist für dich ein Ghettoviertel? Grundsätzlich zwingt dich niemand, irgendwo hinzuziehen. Nur ist es natürlich so, dass du, wenn du dir eine Wohnung auf dem freien Wohnungsmarkt nicht leisten kannst, entweder Zuschüsse zur Miete bekommst (da gibt es Regeln, was Wohnungsgröße und Miethöhe betrifft) oder eben die Berechtigung hast, eine sog. Sozialwohnung zu beziehen. Meist zwingt die wirtschaftliche Not bzw. die drohende Wohnungslosigkeit, das zu nehmen, was angeboten wird, ohne dass eine Auswahl besteht. Je höher das Mietniveau ist, je angespannter der allgemeine Mietmarkt in der Gegend ist, desto mehr.
Ich frage mich aber auch, was du dir denn so vorstellst. Grundsätzlich ist es in meinen Augen ein priviligiertes Wohnen, wenn man ein Reihenhaus bewohnt. Das kannst du dir nicht mehr leisten, wenn ihr euch trennt. Ihr verdient beide zu wenig. Da bleibt es nicht aus, dass man auch Abstriche in Bezug auf die Wohnqualität machen muss.
Was habt ihr denn versucht, um vielleicht doch noch einen gemeinsamen Weg zu finden? Scheidung kann doch nur die ultima ratio sein.Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
Christian MorgensternIn einer Stunde ruhigen Sitzens verbrennt man 73 Kilokalorien.
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15.11.2012, 07:31
AW: Arm bei Scheidung
Abrutschen in Armut hat in Deutschland 3 Hauptursachen: mangelnde Sprachkenntnisse, Verlust des Arbeitsplatzes, Scheidung.
Willkommen ihr 4 in der Armutsgemeinschaft!
Mit der großen Liebe des Lebens, dem weißen Prinzen, zusammen zu leben ist eine tolle Sache. Aber für diesen Traum in die Armut abrutschen? Warum, wenn schon nicht als tolles Liebespaar zusammen leben, dann wenigstens als vernünftige, funktionierende Wirtschaftsgemeinschaft, in deinem Fall obendrein mit glücklichen Kindern?
Falls es ohne Scheidung nicht geht, dann verschiebe sie doch auf einen Zeitpunkt, wo du einen vernünftigen Job gefunden hast bzw. einen neuen Mann.
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15.11.2012, 08:59Inaktiver User
AW: Arm bei Scheidung
Zunächst wird das Einkommen deines Mannes nach Abzug des Selbstbehaltes für den Unterhalt der Kinder heran gezogen, der Rest käme als Trennungsunterhalt in Frage.
Im Rahmen des Scheidungsverfahrens werden die Voraussetzungen zum nachehelichen Unterhalt geprüft.
Du kannst/musst, Arbeitsfähigkeit vorausgesetzt, arbeiten gehen - Kita-Plätze werden vom Sozialbürgerbüro bezuschusst bzw. sogar in manchen Fällen komplett incl. Essengeld übernommen.
Und was den Umzug anbelangt, es gibt geförderte Wohnungen und die haben nichts mit Glasscherbenviertel zu tun.
Natürlich stehen dir mit den Kindern erst einmal nur 2 Zimmer, Küche, Bad zu - doch so kannst du stadtnah deinen eigenen Lebensunterhalt verdienen.
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15.11.2012, 11:33
AW: Arm bei Scheidung
Liebe Leute,
Danke für Eure Antworten.
@Skibifax
Das ist für mich ein Ghetto (aus Spiegel online)
ist
arbeitslos. Armut, Kriminalität,
Alkohol und Drogen sind die
augenscheinlichen Probleme.
Mangelnde Bildung, zerrüttete
Elternhäuser und fehlende
Alltagsstrukturen sind die Defizite,
die die Kinder dieses Viertels auf
die schiefe Bahn bringen. Die
wenigen, die es bis zum
Schulabschluss schaffen,
bekommen laut Statistik auch eine
Lehrstelle, doch die meisten
schmeißen wieder hin.
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15.11.2012, 11:42Inaktiver User
AW: Arm bei Scheidung
Francesca,
dass der Staat priviligiertes Wohnen (also für dich und eine Kinder das Reihenhaus) nicht unterstützt, finde ich richtig. Ihr müsstet euch in Gottes Namen verkleinern.
Fördermöglichkeiten gibt es etliche, auch für die Kinder, wie Sariana schreibt. Lass dich beraten.
Wie sieht denn dein Mann die Lage ? Wäre es für euch eine Option, dass ihr erstmal als Wohngemeinschaft weiter zusammenlebt ?
Stadtnäheres Wohnen bringt sicher Vorteile: für deine Arbeitsmöglichkeiten, aber auch was die Betreuung der Kinder angeht.
Gruß, Elli
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15.11.2012, 12:53
AW: Arm bei Scheidung
Und? Sieht es in Hamburg so aus? Wie in jeder Stadt gibt es priviligiertere und weniger priviligierte. Doch diese Missstände kannst du überall in der Gesellschaft finden. Letztlich liegt es auch an einem selbst. Zu sagen "die Kinder des Viertels bringen meine auf die schiefe Bahn" ist etwas zu einfach. Bestes Beispiel ist Bernd Teewag, der sicher mit einem goldenen Löffel im Mund geboren worden ist und dennoch ständig mit dem Gesetz in Konflikt kommt.
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15.11.2012, 13:04Inaktiver User
AW: Arm bei Scheidung
Da unterschreibe ich jedes Wort.
Seht zu, ob ihr euch nicht als WG zusammenraufen könnt, wenigstens für die kommenden Jahre. Eine Scheidung wie in eurem Falle bedeutet auf jeden Fall ein Abrutschen in Hartz IV, ein Umzug in ein mieses Wohnviertel, Armut - für alle Beteiligten.
Ich würde das nicht wollen.
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15.11.2012, 13:43
AW: Arm bei Scheidung
Ist das euer Ernst?
Die Strangeröffnerin hat jetzt zwar die Probleme in ihrer Ehe und die Beweggründe für eine Trennung nicht näher erläutert. Dennoch ist ihre Absicht ja eindeutig. Ich bin wirklich ein großer Fan davon, Beziehungen zu erhalten - vor allem, wenn Kinder involviert sind. Vor einer Trennung sollte man wirklich alle Möglichkeiten ausschöpfen, um die Beziehung als solche zu retten. Aber never ever würde ich selbst eine Beziehung einzig aus finanziellen Erwägungen aufrecht halten. Und dazu würde ich auch niemand anderem raten.
Ein Mann mit einem normalen Einkommen, zwei kleine, gesunde Kinder, eine Mutter im erwerbsfähigen Alter - wo ist denn das Problem? Ich hoffe nicht, dass es das tolle gemietete Reihenhaus ist ...
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15.11.2012, 14:04Inaktiver User
AW: Arm bei Scheidung
naja, sie schrieb, dass sie aus gesundheitlichen gründen nicht oder maximal halbtags arbeitsfähig sei... ist also schon knapp mit dem geld.
ich finde die vorstellung auch gruselig, wegen des geldes noch jahrelang in einer kaputten ehe zu verharren, aber dass die trennung und die finanzen schwierig sind, kann ich verstehen.


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