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  1. User Info Menu

    Frage totale Persönlichkeitsveränderung nach Burnout

    Hallo,

    ich habe eine Geschichte hinter mir, die mich immer noch fassungslos und traurig macht. Mein Mann, der mein liebevollster Partner und Freund war, hat sich unter grossen Belastungen, beruflich und auch privat, durch schwere Krankheiten von Angehörigen, relativ schnell von "Dr. Jekyll zu Mr. Hyde" verwandelt. Er hat eine riesige Mauer um sich herum aufgebaut, mich nicht mehr an sich heran gelassen, mich ignoriert, wurde bei jedem normalen Gesprächsversuch ganz schnell aggressiv und konnte seine Gefühle überhaupt nicht mehr zeigen, bzw. fühlen. Er hat seinen Job gekündigt, sich auch danach extrem in Aktivitäten gestürzt, mich immer mehr weg gemobbt und sich schließlich der Spiritualität zugewandt. Ich habe alles versucht, wieder an ihn heran zu kommen, aber alles war in seinen Augen falsch ... Seit ein paar Monaten bin ich jetzt ausgezogen und er will die Scheidung. Ich kann nur los lassen, aber es fällt mir immer noch unendlich schwer, die ganze Geschichte zu verstehen. Er tut so, als wenn es ihm ohne mich sehr gut geht. Ich denke aber immer noch, daß er sich etwas vor macht und vor seinen wahren Problemen davon rennt. Plötzlich, innerhalb von ein paar Monaten, relativ kurz nach unserer Hochzeit, die ihn noch so glücklich gemacht hat, wurde ich zum Feind und Sündenbock.
    Er sieht das aber ganz anders und meint, daß die Eheprobleme, die vor seinem Burnout ja noch keine waren ..., zur Trennung geführt hätten. Er sagt, er wäre jetzt nun mal ein anderer Mensch und wir würden uns nur noch verletzen ...
    ja, er hat mich permanent verletzt ... Jede Zuwendung von mir, über die er davor überglücklich gewesen wäre, war für ihn auf einmal eine Verletzung. Ich fühlte mich in dieser Situation völlig ohnmächtig und habe die Welt nicht mehr verstanden.
    Hat jemand von euch etwas Ähnliches mit seinem Partner erlebt? Ich kann einfach immer noch nicht verstehen, wie Gefühle und eine ganze Persönlichkeit, die man über 10 Jahre so gut gekannt hat, sich so plötzlich total und offensichtlich dauerhaft verändern kann ...
    Wer nicht genießt ist ungenießbar

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    AW: totale Persönlichkeitsveränderung nach Burnout

    Ja, das habe ich mit meiner Frau erlebt. Sie erkrankte an Depression (Burnout ist eine Depression).

    Die Zurückweisung des nicht erkrankten Partners scheint völlig normal zu sein. Einige Patienten verstummen, andere reagieren zeitweilig hoch aggressiv.

    Das, was Dir hilft damit umzugehen, dass Du Dir eine Gesprächsgruppe betroffener Angehöriger suchst. Ich habs gemacht und konnte und kann mit den Problemen einigermaßen umgehen.


    Da Dein Mann erkrankt ist, kannst Du nicht mehr erwarten, dass er sich benimmt, wie Du es bisher gewohnt warst.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

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    AW: totale Persönlichkeitsveränderung nach Burnout

    Danke für deine Reaktion! Konnte deine Frau ihr Verhalten später einsehen? Mein Mann sieht überhaupt nicht ein, dass er krank ist. Er schiebt die Trennung auf unsere Beziehungsprobleme und auf mein (...!) schreckliches Verhalten ... Ich hätte ihm das Leben zum Albtraum gemacht ... ein paar Monate vorher hat er mir noch jeden Tag gezeigt, wie glücklich er über unsere Hochzeit ist ... Ja, da braucht man glaube ich wirklich eine Gesprächsgruppe Angehöriger. Das ist eine gute Idee. Wie bist du an die Adresse gekommen?
    Wer nicht genießt ist ungenießbar

  4. Inaktiver User

    AW: totale Persönlichkeitsveränderung nach Burnout

    Liebe Ebora,
    Dein Strang nennt sich: "totale Persönlichkeitsveränderung nach Burnout"

    Ich denke, damit geht einher, dass kein Einsehen nötig ist.

    Ist es wichtig für Dich, dass er die SCHULD auf sich nimmt? Gibt es tatsächlich eine Schuld zu verteilen?

    Der Mann ist krank, Ebora!

  5. Inaktiver User

    AW: totale Persönlichkeitsveränderung nach Burnout

    Hallo Ebora,

    auch mein Mann hat sich von meinem allerbesten Freund in eine Person verwandelt, die ich kaum noch kenne.
    Wir waren 17 Jahre zusammen, haben zwei Kinder und ein Haus. Unsere Trennung ist nun fast 2,5 Jahre her, die Scheidung steht vor der Tür.
    Gelegentlich bin ich immer noch sehr traurig darüber.
    Die Lücke schließt sich nicht so leicht.

    Ich würde mich keiner "Angehörigen-Gruppe" anschließen, denn egal, was du tust, du kannst ihn nicht ändern. Besser ist es, du kümmerst dich um dich und dein Leben. Ich habe mir auch zig Gedanken gemacht und ihm alles mögliche vorgeschlagen, im Grunde immer in der Hoffnung auf eine Rückkehr. Die Persönlichkeitsveränderung ist nicht aufzuhalten.

    Du kannst mir auch gern eine PN schreiben.

    Liebe Grüße
    Birke

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    AW: totale Persönlichkeitsveränderung nach Burnout

    Zitat Zitat von Ebora Beitrag anzeigen
    Danke für deine Reaktion! Konnte deine Frau ihr Verhalten später einsehen? Mein Mann sieht überhaupt nicht ein, dass er krank ist. Er schiebt die Trennung auf unsere Beziehungsprobleme und auf mein (...!) schreckliches Verhalten ... Ich hätte ihm das Leben zum Albtraum gemacht ... ein paar Monate vorher hat er mir noch jeden Tag gezeigt, wie glücklich er über unsere Hochzeit ist ... Ja, da braucht man glaube ich wirklich eine Gesprächsgruppe Angehöriger. Das ist eine gute Idee. Wie bist du an die Adresse gekommen?
    Nein, nicht wirklich. Sie war in der Zeit ihrer akuten Erkrankung wie in einem geschlossenen Käfig. Sie hat sich mit Händen und Füssen gegen die behandlung durch eine Psychiaterin gewehrt: "Ich bin doch nicht bekloppt!"
    Ich habe ihr immer wieder angeboten, wir gehen da zusammen hin. Es dauerte ein halbes Jahr, bis sie soweit war. Die Psychiaterin hat ihr sofort einen Platz in der gemeindenahen Psychatrie besorgt. Davor hatte sie natürlich eine Höllenangst. Aber durch den sehr strikten Tagesablauf und eine medikamentöse Behandlung hat sie wieder Boden unter den Füssen gewonnen.

    Bei den allabendlichen Besuchen (das war immer auf eine halbe Stunde begrenzt) fand ich einen Anschlag der Organisation "Das Dach", die wöchentlich eine Angehörigengruppe anbot. Das fand nicht weit von der Gemeindepsychatrie statt. Es hat mir geholfen, weil ich dabei lernte mit meinen Schuldgefühlen klar zukommen. Natürlich habe ich mich über ein halbes Jahr lang gefragt, was ich wohl für Fehler gemacht haben könnte. Und das macht komplett handlungsunfähig. Ich habe von den anderen gelernt, wie ich mich vor den aggressiven Schüben meiner Frau schützen kann, wie ich mit Eifersuchtsattacken umgehen kann und eine Menge mehr.

    Sie ist inzwischen medikamentös gut eingestellt, kann wieder arbeiten und ich finde das unser Eheleben einigermaßen gut wieder funktioniert. Aber sie ist weiter krank und ich muss sie manchmal bremsen, wenn mit ihrem starken Berdürfnis nach Feierei übertreibt. Wenn es ihr gut geht und das geht ihr fast immer gut, möchte sie auch gerne wieder Alkohol trinken - und das bekommt ihr garnicht.

    Allerdings scheinen psychische Erkrankungen ansteckend zu sein wie eine Erkältungskrankheit, ich habe mich inzwischen auch verändert, meine Fröhlichkeit verloren und bin auch nicht mehr sonderlich belastungsfähig.

    ich habe in dem Strang mehr darüber geschrieben:
    Verlust des Partners wegen eigener Depressionen?
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

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    AW: totale Persönlichkeitsveränderung nach Burnout

    Liebe debora,

    schreib doch mal ein wenig mehr, wie solche Szenen zwischen Euch ausgesehen haben und WAS ihn dann immer so gestört oder aggressiv gemacht hat.

    Außerdem sind mir 2 Dinge aufgefallen:

    1. Hab ich Dich richtig verstanden und es ging bald nach Eurer HOCHZEIT los? Und Ihr wart vorher schon lange ohne Trauschein zusammen?

    Von diesem Phänomen habe ich schon oft gehört, insbesondere weil es mir mit meinem NochMann genauso gegangen ist. Manche Männer werden ja rechte Machos, sobald sie erstmal verheiratet sind, aber das geht an Eurem Problem vielleicht sogar eher vorbei, denn dann würde er sich jetzt wohl nicht trennen wollen.

    Aber manche Männer, wie damals auch meiner, streben nach einer langen Partnerschaft, aus der AUS IHRER SICHT die Luft raus ist, doch noch eine Heirat an oder willigen gerne ein, in der Hoffnung, das könnte die verfahrene Kiste rausreißen. Und was verfahren ist, darüber können erstaunlicherweise bei beiden Seiten die Meinungen total auseinandergehen. Was der eine noch gut findet, kann für den anderen schon lange Horror sein. Wenn sich dann durch die Heirat nichts ändert - und durch eine Heirat nach vielen Partnerschaftsjahren ändert sich fast nie etwas - sehen sie nur noch die Flucht. Könnte aber auch die Frau sein, der es so geht. Angeblich sollen ja auch die Scheidungsraten bei Ehen extrem hoch sein, die erst nach langer Partnerschaft geschlossen wurden.

    2. Du erzähltest, daß sich Dein Mann der Spiritualität zugewandt hat. Was ist das denn genau? Und wie hast Du darauf reagiert?

    Bin gespannt auf Deine Antwort.

  8. User Info Menu

    AW: totale Persönlichkeitsveränderung nach Burnout

    Hallo, was ich hier lese kommt mir auch bekannt vor, mache es grad durch, mein Mann hat sich innerhalb von acht Wochen in einen anderen Menschen verwandelt und festgestellt, dass er mich nicht mehr liebt, bin total am Ende und weiß auch nicht mit der Situation umzugehen

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    AW: totale Persönlichkeitsveränderung nach Burnout

    Hallo zusammen,

    Auch wenn der Thread hier ein wenig verstaubt ist, wollte ich auch mal die andere Seite aufzeigen.
    Ich befinde mich derzeit noch auf dem weg zurück ins leben und kenne was hier beschrieben wurde nur zu gut.
    Wir sind auch schon 10 Jahre zusammen, haben zwei Kinder und eigentlich könnten wir glücklich sein...
    Jedoch zoffen wir uns derzeit ständig wegen jeder lapalie, ich fühle mich meist missverstanden und aus gebremst, und höre oft dass ich mich so verändert hätte, empfinde dies aber meist nicht so. Ich möchte die Beziehung nicht kaputt machen, verstehe aber auf der anderen Seite nicht was ich falsch mache. Es kommt zumindest mir so vor als ob ich nichts richtig machen würde.
    Von Lösung des Problems sind wir noch meilenweit entfernt, und es ist bei Gott nicht einfach sein leben komplett umzukrempeln wie es einem von allen Ärzten und Therapeuten angeraten wird, vor allem wenn man nicht weiß wie es nachher aussehen soll so dass man wieder alles unter einen Hut bekommt. Man könnte sagen man fühlt sich durch die Bank hilf und ratlos...

    Lg

    Sebastian

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    AW: totale Persönlichkeitsveränderung nach Burnout

    Guten Abend,
    ich habe noch nie etwas im Internet geschrieben, dies ist mein erstes Mal.
    Ich weiß auch nicht ob es jemand lesen wird, aber es ist mir ein Bedürfnis!
    Mein Mann hat mir nach 15 gemeinsamen Jahren und kurz vor unserem 4ten Hochzeitstag eröffnet, dass er nicht weiß ob er mich noch liebt. Wir haben letzten Sommer unser zweites Kind bekommen, ein Wunschkind!
    Bis kurz vor seiner "Ansage" war ich die Liebe seines Lebens, seine Familie, alles was er braucht, ich werde ihn nie mehr los....
    Er hat dies auch nach außen so gelebt! Für jeden zu sehen und zu erleben!
    Er hat vor fast 2 Jahren den Arbeitgeber gewechselt und wurde von seinem Chef massiv angegriffen und gemobbt. Er sagt selber er war am Rande eines burnout, hätte sich aber selber rausgeholt! Es war geplant die Arbeitsstelle zu wechseln, aber davon will er nichts mehr wissen, er laufe doch nicht weg.
    Es begann ganz schleichend: zuerst Heilfasten um den Kopf frei zu bekommen, dann eine Aufstellung durch eine Arbeitskollegin, die jetzt seine Seelenverwandte ist, vielleicht auch mehr.
    Dann hat er mir mitgeteilt, er mache jetzt lauter Dinge die er möchte und die gut für ihn sind!
    Ernährungsumstellung, kein Kaffee mehr, nur noch grünen Tee. Keine Milch mehr, vorher war er auf 2 Liter am Tag. Eine Zeit lang vegetarische Ernährung, dann vegan. Exzessiv laufen, exzessiv yoga! Nur noch 1500 Kalorien am Tag, damit er nicht zunimmt. Dann nochmal Heilfasten, wieder um den Kopf klar zu kriegen. Er trägt jetzt Vollbart. Dies über einen Zeitraum von 3 Monaten.
    Vor ein paar Wochen hat er mir nun gesagt er liebt mich nicht mehr, er habe sich weiterentwickelt und ich mich nicht.....
    Ich gehe zu einem Therapeuten, ich habe ihn gebeten mich zu begleiten, er will nicht. Erst wenn wir getrennt sind bzw. am Ende meiner Therapie, aber er wird meinem Therapeuten einen Brief schreiben.
    Ich liebe meinen Mann, oder das was er einmal war!

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