Im Thread *Neues Unterhaltsrecht: Rechtliche Grundlagen* entwickelt sich gerade eine Diskussion über das Thema Gerechtigkeit für die geschiedene Ehefrau.
Da der oben genannte Thread der reinen Information vorbehalten bleiben soll, habe ich hier einen eigenen Diskussionsstrag zu dem Thema Gerechtigkeit eröffnet und die bisherigen Beiträge hierher verschoben.
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 1670
-
04.09.2011, 15:23
Frau nach Scheidung, Kinder großgezogen, halbtags gearbeitet: jetzt HartzIV
Geändert von Lukulla (04.09.2011 um 20:20 Uhr)
Körperlich Distanz
Sozial zusammen
You'd have to be here
I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
It's northerly facing and close to an open fjord
The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
Calling so slowly from summer's before
Kari Bremnes
-
04.09.2011, 18:27
Frau nach Scheidung, Kinder großgezogen, halbtags gearbeitet: jetzt HartzV
Ich habe hier mitgelesen, bin auch betroffen, und ich bekomme eine Riesenwut. Es kann doch nicht sein, dass eine Ehefrau, die die Kinder großgezogen, halbtags mitgearbeitet und den ganzen Haushalt alleine erledigt hat, im Rentenalter um ihre Versorgung geprellt wird.
Wenn man dann von Hartz IV leben muss, wird der Ex entlastet, und bezahlen muss der Steuerzahler - das darf doch nicht wahr sein.
-
04.09.2011, 20:00
AW: Neues Unterhaltsrecht: Rechtliche Grundlagen
arc-en-ciel die Riesenwut nützt uns halt leider nichts. Ich gehöre auch zu den Betroffenen. 20 1/2 Jahre Ehe, zwei Kinder großgezogen, die nun beide Schulabschlüsse und Ausb ildungen haben - aber mein Ex selbständig, armgerechnet, er braucht auch keinen Job suchen, obwohl Akademiker - muss nicht einmal für die Kinder jetzt mehr zahlen. Ich hatte einen Schlaganfall, bin 50 und nicht mehr voll belastbar, aber inzwischen HartzIV. Meine Kinder müssen mich jetzt fast vollständig mit ihrer Azubivergütung miternähren, was sie mich auch oft genug spüren lassen. Man hat mich jetzt in eine dieser unsäglichen Arge-Maßnahmen gesteckt, die die EU finanziert.
Ich kann nur noch auf ein Wunder hoffen, einen Job von dem ich mit Aufstockung wenigstens leben kann oder einen Lottogewinn.
Übrigens hatte ich bis vor vier Jahren auch ein Leben, Haus gemietet, dreimal im Jahr in schöne Urlaube gefahren und gut gelebt. Tja und jetzt stehe ich da als Bodensatz der Gesellschaft. Jetzt stehe ich da ohne Zugewinn und mit einem zwei(!!)stelligen Rentenanteil von ihm. Er hat nämlich kaum einbezahlt, weil die meiste Zeit selbständig als Finanzdienstleister.
Trotz allem muß ich froh sein und ich bin es auch, dass ich meine schwere Erkrankung überhaupt überlebt habe und vor allen Dingen auch, dass ich wieder ohne Rollstuhl und ohne Rollator auskomme. Das war nicht immer so.
Außerdem bin ich auch sehr sehr froh, dass meine Kinder erwachsen sind, denn wenn ich die neuesten Urteile so lese dann haben die Männer ja nun nur noch Rechte und man kann einfach nichts dagegen machen.
Mein Anwalt sagte auch immer "einem Nackten kann man halt nicht in die Tasche greifen", worauf ich entgegnete "einer Nackten offensichtlich schon?!" Er blickte mich dann nur mit leeren Augen an, zuckte mit den Schultern und meinte, er hätte die Gesetze ja nicht gemacht.
In dem Sinne allen "Mitbetroffenen" Kopf hoch, vor allem wenn man bis zum Hals in der xxxxxx steckt.Hinfallen ist keine Schande - liegenbleiben schon
Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen
Der eine Tag, der alles im Leben verändern kann beginnt jeden Morgen neu
-
-
04.09.2011, 20:18
AW: Frau nach Scheidung, Kinder großgezogen, halbtags gearbeitet: jetzt HartzV
Liebe Linda,
ich weiss auch nicht, wie wir uns gegen dieses neue Gesetz wehren können, aber irgendwie sollte man jede Möglichkeit nutzen, sich öffentlich bemerkbar zu machen.
Nach 20 Jahren Ehe mit Mitarbeit in der Praxis meines Ehemanns zu einem niedrigen Gehalt - versteht sich - "so nebenher" Führen des Haushalts mit drei Kindern wurde ich im Alter von 50 Jahren einfach so abserviert, wie ein altes Möbelstück.
Mal abgesehen von dem seelischen Schock - einfach so, aus dem Nichts heraus - stand ich plötzlich vor dem persönlichen Abgrund. Das hat mir mir erst einmal den Boden unter den Füssen weggezogen. Er, der "Ex" hat gesagt, er rede nicht mehr mit mir??? Er hatte eine Affaire, und nachdem ich 20 Jahre gearbeitet hatte, ohne die Möglichkeit, für mein Alter vorzusorgen, stand da, wie eine dumme Gans.
Ich hatte ihm vertraut, er hatte mir versichert, dass ich im Alter gut versorgt sei.
Heute würde ich ohne Ehevertrag nicht mehr heiraten und jeder Frau raten, sich sehr gut zu überlegen, ob sie bei dieser Gesetzgebung Kinder bekommen möchte.Geändert von Lukulla (05.09.2011 um 02:53 Uhr) Grund: Titel geändert
-
04.09.2011, 23:39Inaktiver User
AW: Frau nach Scheidung, Kinder großgezogen, halbtags gearbeitet: jetzt HartzV

Das sehe ich genau so -es sei denn, die Frau nimmt keinerlei Abstriche in ihrem Beruf hin und lässt das Kind/ die Kinder "fremd" betreuen!
Ich persönlich hätte unter dieser Prämisse allerdings nie Kinder bekommen -ich hätte mich gefragt, wofür!
Für mich war das Schönste und Wichtigste, die Kinder beim Aufwachsen begleiten zu dürfen -das bezahle ich jetzt mit einem Gehalt, welches mich nicht über Wasser halten kann.
Meine kürzlich erhaltene Chance auf Weiterbildung und einen besser bezahlten Job werde ich nutzen und bin dankbar dafür.
Dieses Glück hat aber nicht jede Frau...Geändert von Lukulla (05.09.2011 um 02:53 Uhr) Grund: Titel geändert
-
05.09.2011, 00:05Inaktiver User
AW: Frau nach Scheidung, Kinder großgezogen, halbtags gearbeitet: jetzt HartzV
Warum erschreckt es Dich so? Kinder wurden doch von je her irgendwie fremd-betreut, wenn die Mutter arbeitete.
In meinem Land gibt es gar keine Alternative dazu. Ich kenne keine Frau, die es sich erlauben könnte und wollte, nicht zu arbeiten. In Skandinavien ist es genau so.
Was genau ist das Problem? Ist es die Abgabe über die Kontrolle rund um die Uhr? Frag ich mal ganz naiv!Geändert von Lukulla (05.09.2011 um 02:55 Uhr) Grund: Titel geändert
-
05.09.2011, 00:38Inaktiver User
AW: Frau nach Scheidung, Kinder großgezogen, halbtags gearbeitet: jetzt HartzV
Liebe ras-le-bol!

Ich schätze deine Beiträge sehr.
Meist kann ich sie auch unterschreiben.
Hier allerdings -habe ich den Eindruck- verstehst du mich völlig anders, als ich es meine.
Als ich meine (drei) Kinder zur Welt brachte, habe ich das als Wunder empfunden.
Und die Entwicklung der drei ebenso. Habe es genossen, alles mitzuerleben -und dennoch ihre Zeit im Kindergarten und bei Freunden unterstützt -um sie Schritt für Schritt los zu lassen.
ICH PERSÖNLICH hätte mich gefragt, warum ich Kinder zur Welt bringe, um sie dann überwiegend von anderen betreuen zu lassen. Und das darf ich mich ja fragen, woll nicht?
Sofern du dich irgendwie angegriffen fühlst und mir schon mal Kontrolle andichten möchtest, ist das dein Problem.
Geändert von Lukulla (05.09.2011 um 02:56 Uhr) Grund: Titel geändert
-
05.09.2011, 09:13
AW: Frau nach Scheidung, Kinder großgezogen, halbtags gearbeitet: jetzt HartzV
Das ist ganz meine Meinung und nicht ganztags um seine Kinder zu kreisen ist sogar besser für die Kinder, denn sie lernen sich in ein Gruppe anderer Kinder einzuordnen bzw. nicht der Nabel zu sein, um den das Universum kreist.
Die größte Rolle spielt sicher bei vielen Frauen, dass sie sich noch immer den klassischen Versorger als Mann nehmen, es genießen, sich versorgt zu wissen, nicht arbeiten gehen zu müssen oder nur ein bisschen dem Mann zuzuarbeiten. Sie geben gerne die Verantwortung für sich selbst an den Mann ab. Um anschließend zu klagen, wenn er sich dieser Verantwortung entzieht.
Ich finde es naiv, nur Hausfrau zu sein und noch naiver, nicht für sich selbst vorzusorgen, parallel zur Ehe z.B. durch eigene, vertraglich geregelte Ersparnisse. Jeder weiß, wie schnell eine Ehe zuende sein kann. Viele Frauen halten dann selbst wenn sie nicht wertgeschätzt und betrogen werden an diesen Ehen fest, um wenigstens wirtschaftlich ganz gut dazustehen. Das ist tragisch.
Verlassen werden und von Hartz 4 leben zu müssen ist natürlich noch schlimmer.
Es bleibt nur, die eigenen Töchter zu lehren, wirtschaftlich nicht die Augen während der Ehe zu verschließen, sondern für sich vorzusorgen, für den Fall der Fälle. Das ist meist sogar besser für die Ehe, wenn die Frau nicht vom Mann abhängig ist, weil Abhängigkeit ein Gefälle entstehen lässt und solche Frauen schneller für einen Mann uninteressant werden. Ganz besonders wenn die Kinder aus dem Gröbsten raus sind und der Mutterfaktor nicht mehr notwendig ist, sondern die Abhängigkeit (Bedürftigkeit) der Frau vom Mann eher als störend empfunden wird.Geändert von Paulinara (05.09.2011 um 09:25 Uhr)
Die Frau sei dem Manne untertan...
(Bibel, Epheserbrief, 5. Kapitel)
-
05.09.2011, 09:36Inaktiver User
AW: Frau nach Scheidung, Kinder großgezogen, halbtags gearbeitet: jetzt HartzV
........
Geändert von Inaktiver User (13.09.2011 um 09:25 Uhr)
-
05.09.2011, 09:49
AW: Frau nach Scheidung, Kinder großgezogen, halbtags gearbeitet: jetzt HartzV
In dem Moment, als diese Frauen sich bereit erklärten, Hausfrau zu sein, waren sie abgesichert. Nachträglich ist die Rechtslage rückwirkend geändert worden. Naivität möchte ich unter diesen Umständen das Verhalten der Frauen nicht nennen.
Natürlich kann man nur jeder Frau, die noch nach diesem Modell lebt empfehlen, einen Ehevertrag zu schließen. Das kann man ja auch während der Ehe noch machen. Nur habe ich bei einer Freundin erlebt, dass die Bereitschaft der Männer (auch bei intakter Ehe) eher mäßig ist. Bei ihr war es ein Geschäft: Entweder Ehevertrag oder ich gehe wieder Vollzeit arbeiten. Wer aber gar nicht arbeitet oder sich nur ehrenamtlich engagiert, hat häufig keine Alternative.
Das ganze ist im Grunde ein einziges Dilemma. Viele gleichberechtigte Wünsche konkurrieren miteinander: eigene Selbständigkeit, Erziehung und Sorge um die Kinder, Unterstützung des Partners, ein gemütliches Heim. Da einige Frauen es bis heute nicht gelernt haben, ihre ureigensten Interessen nicht hinter den anderer anstehen zu lassen, wird sich dieses Problem auch nicht ändern. So bleibt Armut eben weiblich.Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
Christian MorgensternIn einer Stunde ruhigen Sitzens verbrennt man 73 Kilokalorien.
- Ich habe meinen Sport gefunden.
Sommer 2021 - mehr als nur nasse Füße... reinklicken und mithelfen!
Moderatorin für:
Was bringt Sie aus der Fassung?Beziehung im AlltagTrennung und ScheidungÜber das KennenlernenForum für AlleinerziehendeReine Familiensache


Zitieren

