Mein Mann hat mir ja im Februar eröffnet, dass er sich trennen will.
Nach 10 Jahren war unsere Ehe eingefahren und dass er eine Jugendliebe bei Facebook wiedergetroffen hat, hat seinen Teil zur Trennung beigetragen.
Bis Anfang Juni wohnten wir unter einem Dach, seit 4 Wochen lebe ich in einer anderen Stadt, 150 km entfernt.
Neben den ganzen organisatorischen Dingen, die mich verzweifeln lassen (kein Auto in der Renovierungsphase, muss alles liefern lassen, das geht aber manchmal nicht, für jedes Bohrloch muss ich jemanden kommen lassen ... usw.)
komme ich mit der Trennung kaum klar.
Er hat damals still vor sich hinüberlegt und mich dann vor vollendete Tatsachen gestellt.
Kein Reden, kein überlegen, was man ändern könnte, keine Chance - nichts.
Diese Endgültigkeit hat mich hart getroffen.
Weiter hardere ich auch mit mir und meinem Teil der Schuld am scheitern unserer Ehe.
Jetzt sehe ich alles so klar, was schiefgelaufen ist, wie man es ändern könnte.
Jetzt bin ich sozusagen die Frau, die er sich gewünscht hat, wir könnten jetzt eine gute Ehe führen - alles liegt so klar vor mir.
Aber es gibt keine Chance, ihm das zu zeigen. Das nagt so an mir.
Ihm ist die Trennung nicht leichtgefallen, das mailt er mir oft. Immer fragt er nach meinem Befinden, ob ich klarkomme, ob er mir was helfen kann.
Er sagt, er hat Flugzeuge im Bauch, die Trennung nimmt ihn sehr mit, er denkt so oft an mich, unsere Urlaube, unsere schönen Zeiten.
Aber gleichzeitig hat der diese "Long-Distance-und-sich-ganz-selten-mal-sehen-Beziehung" mit der Facebook-Jugendliebe. Er schreibt auch, es gibt Hoffnung auf ein dauerhaftes Glück (mit ihr?)
Ich bin im Moment nur am heulen und wünsche mir ihn und alles zurück.
Die Heulphase war doch schon vorbei, schliesslich ist die Trennung 5 Monate her.
Natürlich trägt der Umzug von einem Haus in eine 1-Zi.-Whg. auch mit dazu bei.
Und dass ich jetzt vier Wochen komplett ohne ihn bin - so lange war ich in den letzten 10 Jahren nie ohne ihn.
Wie lässt man los? Wann hört das heulen auf?
Wann hört das hardern auf?
So geht das doch nicht mehr, ich bin ja vollkommen fertig!
Achja, und ich glaube nicht daran, jemand anderen kennenzulernen.
Warum sollte ich?
Meinen Mann lernte ich mit 35 Jahren kennen, davor hatte ich 2 x 2 kurze Beziehungen (Wochenendbeziehungen ohne Zukunft).
Keine Flirts, keine Affären, keine ONS, kein anbaggern, keine Dates - Nichts.
Jetzt bin ich 10 Jahre älter, kränker, dicker und noch schrulliger als vorher.
Da sehe ich schwarz für eine neue Beziehung.
Ausserdem muss ich ja ziemlich Sche*** sein, wenn er (und auch die Männer vor ihm) mich eintauschen gegen eine, die nicht mal jünger, besser aussehend oder so ist!![]()
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 17
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02.07.2010, 11:21
Ich hardere mit mir und komme mit der Trennung nicht klar
Nicht jene, die streiten, sind zu fürchten,
sondern jene, die ausweichen.
Marie von Ebner-Eschenbach
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02.07.2010, 12:35
AW: Ich hardere mit mir und komme mit der Trennung nicht klar
Ausserdem muss ich ja ziemlich Sche*** sein, wenn er (und auch die Männer vor ihm) mich eintauschen gegen eine, die nicht mal jünger, besser aussehend oder so ist!
Nee, du bist nicht scheisse und du warst es auch nie...mit IHM ist etwas passiert, ER hat sich verändert...ich weiß, es ist nur ein sehr schwacher Trost!!!Oh Cherie, du machst misch Haut von die Gans...
Einem Hörigen die Freiheit erklären zu wollen, ist wie die Quadratur des Kreises!
...das Geheimnis liegt in der Sauce...
Ich bin immer auf der Höhe, Herr Inspector!
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02.07.2010, 12:38
AW: Ich hardere mit mir und komme mit der Trennung nicht klar
Es braucht Zeit und Geduld. Er hatte sich zwar vorher von dir getrennt, aber erst jetzt erlebst du die Trennung hautnah. Du musst dich erst in die neue Situation einfinden, deinen Alltag neu organisieren und strukturieren. Und du musst dich damit abfinden, dass ein Traum - das Leben mit ihm - zerplatzt ist.
Trauern dauert seine Zeit. Niemand kann dir sagen, wie lange das sein wird. Um nicht in Depressionen zu verfallen, solltest du aber für dich sorgen. Igle dich nicht in deiner Wohnung ein. Suche Kontakt zu deinen Mitmenschen. Du bist neu in dieser Stadt. Arbeitest du? Hier ist es natürlich am leichtesten, Kontakte zu knüpfen. Aber über Sportvereine, Nachbarschaftshilfen, Volkshochschule etc. kann man Gleichgesinnte finden.
Und die Sache mit der neuen Partnerschaft. Ich sähe es nicht so pessemistisch wie du. Du machst dich unnötig schlecht. Das hast du nicht nötig!
Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
Christian MorgensternIn einer Stunde ruhigen Sitzens verbrennt man 73 Kilokalorien.
- Ich habe meinen Sport gefunden.
Sommer 2021 - mehr als nur nasse Füße... reinklicken und mithelfen!
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03.07.2010, 02:15
AW: Ich hardere mit mir und komme mit der Trennung nicht klar
Liebe Schnuefflerin,
lass Dich erst einmal in den Arm nehmen. Ich erlebe gerade die gleiche Geschichte wie Du, er hat im vorigen Sommer eine alte Liebe auf einem Schulfest wieder gefunden. Nur meine Ehe hat 17 Jahre gedauert, ich bin noch 10 Jahre älter als Du und wir leben noch immer unter einem Dach im Einfamilienhaus. Aber ich habe mich endlich durchgerungen, mir eine Wohnung zu suchen, weil die Affäre, wenn auch mit gebremstem Schaum, immer weitergeht, trotz seiner gegenteiligen Behauptung. Sie haben beide beschlossen, bei ihren Familien zu bleiben, aber das heißt nicht, dass sie nicht weiter regelmäßig Sex haben, das musste ich nun erkennen. Meine Enttäuschung ist grenzenlos. Und dass ich bezahlen muss für sein Sch...verhalten, weil er gar nicht daran denkt, unser Haus zu verlassen und ich so aber nicht leben kann (ich habe 7 kg abgenommen und sehe so abgehärmt aus, dass mir Angst und Bange wird), finde ich ungerecht. Was hat er nicht alles geschwafelt von Neuanfang und so, alles Lügen. Wegen seiner vielen Lügen bin ich regelrecht zum Kontrollfreak geworden, denn ich wollte die Wahrheit wissen und leider finde ich immer wieder die verräterischen Spuren. Jetzt habe ich mich endlich zu einer Wohnung durchgerungen und nun lese ich, wie es Dir geht. Davor habe ich auch Angst. Es hat auch bis hierher alles schon weh genug getan (ihm nicht, aber mir). Was wird, wenn ich damit auch nicht klarkomme? Andererseits sage ich mir, wenn ich weg bin, dann sehe ich das alles nicht mehr. Und wenn er mich ohnehin nicht mehr will (selbst, wenn er es unglaubwürdig immer mal wieder behauptet), habe ich ja auch gar keine Chance. Gefühle kann man nicht erzwingen. Er sagt, ich solle doch einfach mal warten und nichts tun, die Zeit würde zeigen, ob noch was geht. Aber auf was soll ich denn warten ? Wenn ich ihn nur mal berühren will, nur ein wenig Zärtlichkeit, dann fühlt er sich sofort von mir unter Druck gesetzt und es geht gar nichts. Ich will mein Leben auch nicht vergeuden mit einem, der eine Partnerschaft mit mir nicht schätzt, sondern nur noch eine Bedarfsgemeinschaft will. Insofern ist eine klare Ansage, wie sie Dein Mann gemacht hat, schon besser, wenn auch mindestens genauso schmerzhaft. Aber warum solltest Du niemanden mehr kennen lernen ? Klar - im Moment kannst Du es Dir nicht vorstellen, das geht mir auch so. Aber ich habe schon einmal im Leben eine solche Geschichte erlebt und ich habe mich doch wieder verliebt. Da war ich auch schon über 40. Denke jetzt zuerst an Dich. Lass die Wunden langsam heilen. Treibe Sport, ernähre Dich gesund, das läßt Dich auch wieder gut aussehen. Du bist bestimmt eine starke Frau, die schon viel im Leben geschafft hat. Und wenn es unerträglich wird - mir hilft es immer, wenn ich es aufschreibe. Ich habe so eine Art Tagebuch, da schreibe ich mir die Dinge von der Seele. Ich wünsche Dir viel Kraft.
Gute Nacht.
GineeLaufe nie jemandem hinterher. Finde lieber jemanden, der ohne Dich nicht leben kann.
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03.07.2010, 03:06
AW: Ich hardere mit mir und komme mit der Trennung nicht klar
Liebe Schnüfflerin,
lass Dich erst einmal ganz fest drücken
und Dir sagen, dass Du viel Geduld brauchst.
Selbst als ich mit qualmenden Socken von zu Hause ausgezogen bin, war das erst einmal eine Umstellung. Dauert ein bißchen, bis Du Dich dran gewöhnt hast.
Klar fühlt frau sich erst einmal nicht liebenswert, wenn sie ausgetauscht ist. Ist aber Unfug.
Und klar haben beide ihren Anteil dran. Zumindest fast immer.
Aber: er hat sich halt geändert. Schau auf Dich und nicht auf vergangene Träume.
Und trauern.... das dauert in der Regel. 5 Monate bzw. 4 Wochen sind da noch gar nichts.
Ganz großer Unfug ist aber, wenn Du glaubst, dass Du unbemannt durchs Leben gehen musst.
Ich hab viel zu viele Frauen gesehen, warmherzig und mit Ausstrahlung, die auch im Rentenalter wieder den Lebenspartner gefunden haben. Schön ist frau immer, wenn sie liebt, auch mit XXL-Figur.
Meiner Meinung liegt es nur daran, ob Frau tatsächlich will. Mit dem Herzen. Und nicht nur mit dem Kopf.
Also, erst mal schauen, dass Du die Trennung hinbekommst. Erst nach dem los lassen klappt es mit einer neuen Beziehung.
Und es hilft gar nichts... durch die Trauer musst Du durch. Erst dann bist Du wieder fähig für "Neues".
Viel Kraft
angie
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04.07.2010, 08:55
AW: Ich hardere mit mir und komme mit der Trennung nicht klar
Aber was ist mit den ganzen anderen Männern dieser Welt?
Ich bin so gut wie unsichtbar, noch NIE hat mich jemand angesprochen, achwas, angeschaut, zugezwinkert. Ich werde noch nicht mal nach dem Weg oder nach der Uhrzeit gefragt.
@Ginee
Mit so einem Verhalten, wie es Dein Mann zeigt, würde ich auch nicht klarkommen. Da hätte ich nicht die Kraft, auszuziehen, ich würde mir immer noch Hoffnung machen und tatsächlich abwarten. Das wäre aber ziemlich würdelos und ich würde mich zum Opfer machen. Da ist eine klare Ansage tatsächlich besser, auch wenns furchtbar schmerzt.
Hast Du denn schon eine Wohnung? Ich dachte auch, es wird besser, wenn ich ih nicht mehr sehe - aber jetzt ist es erstmal schlimmer geworden, genau weil ich ihn nicht mehr sehe.
Kontakt haben wir trotzdem, per Mail, es gibt noch immer was zu klären, Steuern, Hausrat, Auto usw.
Es stehen auch immer persönliche Sachen in den Mails, das er mich vermisst, aber das es keinen Weg zurück gibt.
@angie2
Oje, 5 Monate trauern? Da wir schon 5 Monate getrennt sind (aber unter einem Dach) dachte ich, ich wäre damit durch. Jetzt geht es offensichtlich von vorne los.
Das loslassen, wie geht das? Kommt das mit der Zeit ganz von alleine?
Im Moment kann ich mich noch nicht mal beherrschen, immer im Netz auf seinen Seiten zu schauen, was er so macht.
@skirbifax
Danke auch für Deine Worte.Nicht jene, die streiten, sind zu fürchten,
sondern jene, die ausweichen.
Marie von Ebner-Eschenbach
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04.07.2010, 09:45
AW: Ich hardere mit mir und komme mit der Trennung nicht klar
Hallo Schnuefflerin,
Lass dich erst mal drücken
Ich befinde mich auch in dem Prozess des loslassens und es fällt mir nicht leicht. Jeder muss sich die Zeit nehmen die er dafür braucht. Gefühle lassen sich nicht einfach nach belieben abschalten.
Wie sieht es den bei dir mit profesioneller Hilfe aus. Ich habe gerade eine Therapie bei einer sehr netten Psychologin begonnen. Ich für meinen Teil nehme jede Hilfe an die ich bekommen kann.
Ich lese viel in diesen Strängen und es gibt viele Frauen die es geschafft haben und das macht Hoffnung.
Schau erst einmal auf dich und lerne dich selbst zu Lieben, bevor du an eine neue Beziehung denkst. Frau ist nicht weniger Wert ohne Partner.Achja, und ich glaube nicht daran, jemand anderen kennenzulernen.
wünsche dir einen schönen rest Sonntag
rainy
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04.07.2010, 12:05
AW: Ich hardere mit mir und komme mit der Trennung nicht klar
Liebe Schnüfflerin,
sei nicht verzweifelt, es kommen bessere Zeiten! ich hab schon viele Frauen in dieser Situation kennengelernt, die sich dann erstmal selbst entdeckt haben oder auch einen tollen Mann kennengelernt haben.
Alles zu seiner Zeit.
Mein persönliches Fiasko ist 4 Jahre her, 3 Jahre bin ich nun getrennt, seit 1 Jahr geschieden.
ich lebe jetzt ein Leben mit vielen Freundinnen, wir machen tolle Sachen und ich kümmere mich um meine Familie.
- ich hatte immer ein dickes soziales "Netz", das mich meistens gut aufgefangen hat. - etwas was Du vielleicht wieder aufbauen musst?
Meine Erkenntnis: das Leben geht weiter auch mit einer dicken blutenden Wunde im Herzen.
Vor 4 Jahren dachte ich - ich muß sterben
Ich habe mich mit Aktionen gerettet, Wände streichen usw. - tagelang Heulen bringt nix. Die Trauer kann nicht abgekürzt werden....
und sich selbst nicht zu wichtig nehmen, den Tag genießen, das Gute kommt von überall!
LG BountyGeändert von bounty56 (04.07.2010 um 12:06 Uhr) Grund: fehler
Fest und stark ist nur der Baum, der unablässig Windstössen ausgesetzt war, denn im Kampf festigen und verstärken sich seine Wurzeln
(Seneca)
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04.07.2010, 22:53
AW: Ich hardere mit mir und komme mit der Trennung nicht klar
Hallo Schnuefflerin,
eine gute Freundin sagte mal, man knabbere in etwa in Monaten an einer Trennung, wie die Beziehung in Jahren gedauert hat. Nach dieser Rechnung also 10 Monate fuer 10 Jahre.
Bei mir hat es immer laenger gedauert. Eine Liebe, die 2 1/2 Jahre dauerte hatte ich erst nach einem Jahr verwunden und meine jetzige Trennung, das fuehle ich, wird mich auch noch das ganze Jahr beschaeftigen.
Allerdings gibt es unterschiedliche Stadien des Trauerns. Die krasse Verzweiflung dauert nicht lange. Jetzt, nach dem Umzug hast Du das schlimmste ueberstanden. Das Gehirn und der Koerper sorgen dafuer, dass Du nicht zu lange in einem Ausnahmezustand sein wirst. Was lange dauert ist die Traurigkeit und das Nachdenken, aber das wird immer weniger intensiv werden. Bis Du eines Tages aufwachst und feststellst, dass Du die ganze letzte Woche NICHT an ihn gedacht hast.
Ich wuensche Dir viel Kraft fuer die kommende Zeit
Schritt fuer Schritt
ini
Non siamo soli
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04.07.2010, 23:15
AW: Ich hardere mit mir und komme mit der Trennung nicht klar
Hallo Schnuefflerin,
genau das solltest du nicht tun. Nicht, dass ich dich nicht verstehen könnte, aber du streust damit Salz in deine Wunden.Das loslassen, wie geht das? Kommt das mit der Zeit ganz von alleine?
Im Moment kann ich mich noch nicht mal beherrschen, immer im Netz auf seinen Seiten zu schauen, was er so macht.
Nach der ersten schlimmern Trauer, der Ohnmacht, dem Schmerz, der Enttäuschung, kommt die Akzeptanz.
Und durch sie lenkst du deinen Fokus weg von ihm. Bitte deinen Mann doch darum, diese Bemerkungen zu lassen und den Kontakt auf das Notwendigste zu beschränken.
Jede Mail, jede SMS ruft ihn und die Erinnerungen in deine Gedanken. Das quält dich nur noch mehr.
Kümmere dich um dich, lenke dich ab und vergrabe dich nicht in dem Gewesenen. Die Antworten die du suchst, wirst du nicht finden. Es wird auch die Zeit kommen, wo sie für dich nicht mehr wichtig sind.
Deine wichtigste Aufgabe bist jetzt du selbst.
Bei mir wird es jetzt ein Jahr. Natürlich zwickt es immer wieder mal, aber ich habe akzeptiert und verstanden, dass es kein zurück mehr geben wird. Und das ist auch gut sol
Ich schicke dir mal ein großes Kraftpaket und eine Sonderration Zuversicht!
Keren
"Leid ist Schmerz, an dem wir festhalten.
Deepak Chopra, Das Buch der Geheimnisse"


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