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Thema: Hilferuf

  1. User Info Menu

    Hilferuf

    Hallo,

    eigentlich wollte ich mich heute bei Euch vorstellen und ein wenig um Hilfe bitten.

    Doch aufgrund einer aktuellen Situation habe ich mich nun stattdessen an zwei öffentliche Einrichtungen gewandt. Ich kopiere mal die Mail, wenn das so okay ist. Und mehr kann ich im Moment nicht!!!

    "Hallo,

    ich brauche ganz, ganz dringend Hilfe!!!

    Seit Ende März 2009 bin ich krank: Ruptur eines Hirnaneurysmas, die ich zum Glück mit Hilfe eines Coilings gut überstanden habe. Jedoch fand man damals noch ein zweites Aneurysma, welches nun endlich am 15. April mittels einer offenen Hirn-OP (Clipping) behandelt wurde. Auch diesen schweren Eingriff habe ich gut überstanden. (Kaum zu glauben, zweimal solches Glück zu haben!) So wurde ich bereits am 22. April aus dem Krankenhaus entlassen. Allerdings bin ich noch immer bettlägerig.

    Seit der Entlassung, die ich selbst organisieren musste, stehe ich unter enormen Druck, da mein Mann und ich in keiner Weise mehr miteinander auskommen. Meine Version unterscheidet sich natürlich von der meines Ehemannes: Seitdem ich zu Hause bin, verhält er sich mir gegenüber emotional absolut distanziert und überhäuft mich mit Vorwürfen. (Seine Version: Ich bin schon lange unerträglich und daher kann er nicht anders mit mir umgehen.) Am Donnerstag hat er nun die Karten auf den Tisch gelegt: Er will die Scheidung, aber erst wenn ich wieder auf den Beinen bin. Er verweigert jedes Gespräch. Außerdem fühle ich mich schlecht behandelt. ICH KANN NICHT MEHR!

    Natürlich war unsere Ehe schon seit langem von großen Schwierigkeiten geprägt. Aber ich glaubte, es sei besser geworden und wir könnten zukünftig noch daran arbeiten.

    Das Schlimmste in dieser Situation: Unser Sohn ist erst knapp drei Jahre alt. Ich denke, schon allein meine Krankheit ist für ihn eine große Belastung. Und nun das! Also habe ich mir heute ein Herz gefasst und versucht meinem Mann zu sagen, dass wir dringend jemand benötigen, der uns hilft, zu kommunizieren. Er hält das für völlig unnötig. Er könne derzeit unseren Sohn besser einschätzen. Ich hingegen sehe diese beiden großen Belastungen, die wir wenigstens als Eltern zufriedenstellend regeln sollten. Mein Mann wäre lediglich bereit, in Anwesenheit unseres Kindes z. B. "Guten Morgen" zu wünschen oder bei Tisch ein paar Späßchen zu machen. Jedoch kann auch ich ihm nicht mehr in die Augen sehen etc. Dazu er: Das gehe ihm schon seit zwei Jahren so. Von daher wird erst geredet, wenn ich wieder gesund bin. Körperlich bedroht er mich nicht, aber verbal stößt er mich ständig zurück und verweigert sich.

    Bitte, helfen Sie mir!

    MfG
    ...

    P.S. Die Mail sende ich zusätzlich an den Sozialpsychiatrischen Dienst (bzw. Frauenberatungsstelle)"

  2. Inaktiver User

    AW: Hilferuf

    guten morgen cofu..

    fühl dich erst einmal in den Arm genommen und gedrückt..

    eine Scheixx -Situation ist das , in der du dich gerade befindest..

    Lebst du mit deinem NM , deinem Sohn alleine ?
    Bekommt ihr pfleger. Unterstützung mit der du evtl auch mal sprechen kannst?

    Wie geht es dir zzt genau..du schreibst du bist bettlägerig...
    Wie geht es dir ?

    Es wäre schön, du könntest dich evtl. aufraffen doch noch etwas von dir zuerzählen..

    lg sannis

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    AW: Hilferuf

    Zitat Zitat von cofu Beitrag anzeigen
    So wurde ich bereits am 22. April aus dem Krankenhaus entlassen.

    Allerdings bin ich noch immer bettlägerig.
    ... puh, da hast Du ja Einiges hinter Dir ...


    P.S. Die Mail sende ich zusätzlich an den Sozialpsychiatrischen Dienst (bzw. Frauenberatungsstelle)"
    ... es kann sein, dass dort - bei beiden Stellen - erst am Montag die mails gelesen werden ...



    ... ich schreib Dir mal die Telefonnummern der Telefonseelsorge auf, wo zu jeder Tages- und Nachtzeit jemand für ein Gespräch erreichbar sein sollte:

    0800 - 1 11 01 11 (evangelisch)
    0800 - 1 11 02 22 (katholisch) -> beide gebührenfrei, und eine evtl. Konfession ist dort unwichtig ...






    ... viel Kraft zu Dir ...

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    AW: Hilferuf

    hallo cofu,

    auch von mir...

    wie geht es dir denn gesundheitlich? was sagen die ärzte? wirst du nach dem gensungsprozess wieder ganz hergestellt sein?

    wie dein mann sich grade aufstellt finde ich....wo ist der kotzsmiley?!
    aber daran kannst du nichts ändern. er grenzt sich ab und je mehr du ihn zum reden drängst, umso mehr wird er sich zurückziehen. also schau du jetzt erstmal nach dir.

    du schreibst nichts davon, ob du diese ehe noch willst. ob du deinen mann noch liebst.

    vllt schaffst du es doch, noch ein bisschen mehr zu erzählen.
    hier im forum ist immer jemand der dir zuhört und sich mit dir austauscht.

    alles gute für dich

    hr
    Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.

    Antoine de Saint-Exupéry

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    AW: Hilferuf

    Hallo,

    ich werde versuchen, in Etappen mehr zu erzählen.

    Zuerst zu meiner Erkrankung: Meine Aussichten wieder hergestellt zu werden, sind aufgrund des bisherigen Verlaufs relativ gut. Allerdings kann zukünftig auch vieles (wie z. B. Belastbarkeit) eingeschränkt sein bzw. könnten sich psychische Probleme ausbreiten. Ich hoffe und vertraue darauf, dass sich nicht noch weitere Störungen (wie Hirnwasser, Epilepsie o. ä.) entwickeln. Ich finde, dass ich im vergangenen Jahr mit der Belastung bzw. Gefahr sehr gut umgegangen bin. Allerdings habe ich mir auch sehr schnell psychische Unterstützung gesucht. Besonders vor dem letzten Krankhausaufenthalt war ich mit dieser Hilfe ein ganzes Stück weitergekommen.
    Im Moment stellt sich die Situation so dar, dass ich eine riesige Narbe etc. am Kopf habe. Natürlich gibt es hierbei Wundschmerzen. Hinzu kommen Schwellungen und einiges -mal mehr und mal weniger- an Kopfschmerzen. Körperlich bin ich durch den Eingriff geschwächt. Aber alles im normalen Bereich. Die Ärzte gehen laut Bericht von drei bis vier Wochen Schonung aus. Am 7. Juni habe ich eine Nachuntersuchungstermin. Man geht davon aus, dass ein Mensch diesen Zeitraum braucht, um die Folgen der OP abzubauen.
    Vermutlich durch den Stress habe ich in letzter Zeit richtig schlimme Panikattacken. Zum Glück weiß ich mittlerweile, wie sich so etwas anfühlt und fürchte nicht, halbseitig doch noch gelähmt zu werden oder einen Herzinfarkt zu bekommen.

    Da ich privat und per Beihilfe krankenversichert bin, habe ich aufgrund der Sparpolitik keinen Anspruch auf eine häusliche Pflegeperson. (Völlig abstruse Rechtslage.) Von daher hatten meine Ehemann und ich vereinbart, dass er -sobald ich entlassen werde- für ca. ein bis zwei Wochen Urlaub nimmt. (Mehr wollte vor allem ich nicht da ich dieses Jahr gern mal Urlaub/Freizeit ohne Belastung mit ihm verbringen wollte. Ein wenig offen war es allerdings, da wir ja vorher nicht wussten, in welchem Zustand ich sein werde.) Zusätzlich habe ich im Vorfeld ab Krankenhauseinweisung bis Ende Mai ein Kinderbetreuungssystem entwickelt: Unser Sohn ist seit meiner Erkrankung in der Krippe, die hier bis mindestens 15.00 Uhr zu buchen ist. Nun habe ich organisiert, dass er von bestimmten Personen mitgenommen bzw. abgeholt wird, so dass mein Mann erst am Abend für ihn da sein muss.

    Während meines Krankenhausaufenthaltes lief es zwischen uns -zu-nächst (? bin unsicher, ob nicht im nachhinein schon ein Kippen zu bemerken war)- ziemlich gut. Im Vergleich zu meiner Gehirnblutung im vergangenen Jahr sogar genial gut! Damals sind wirklich Dinge passiert, die man nicht wirklich glauben kann.

    Was soll ich jetzt zuerst erzählen? Damals? Heute?

    Und eigentlich ... Mein Schmerz ist so unendlich groß. Mein Verstand sagt: Du müsstest jubilieren und glücklich sein. Aber ich leide, mache mich klein und möchte eine kleine heile Welt. Absurd? Schizophren?

    LG
    cofu

    P.S. Wir sind erst knapp fünf Jahre ein Paar. Und haben trotz reifen Alters (über 40) vor knapp drei Jahren ein wunderbares Kind bekommen. Kurz zuvor haben wir zudem ein Haus gekauft.

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    AW: Hilferuf

    Zitat Zitat von Honey_Ryder Beitrag anzeigen
    hallo cofu,

    aber daran kannst du nichts ändern. er grenzt sich ab und je mehr du ihn zum reden drängst, umso mehr wird er sich zurückziehen. also schau du jetzt erstmal nach dir.


    hr
    Das "Nach-mir-Schauen" wünsche ich mir so sehr! Positive Gedanken/Vorstellungen von der Zukunft und keine Ursachenforschung (Tipp meiner Psychologin) - ICH SCHAFFE ES NICHT!!!!

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    AW: Hilferuf

    So Ihr Lieben,

    dann mal weiter.

    Bei diesem Krankenhausaufenthalt war mein Mann das erste Mal bei einem Arztgespräch dabei. So wusste er auch, dass von Anfang an bei gutem Ausgang der OP der Freitag als Entlassungstag angedacht war. Aufgrund meines Zustands (und meiner Wünsche - bin kein Krankenhaustyp) wurde sehr frühzeitig sogar von Donnerstag gesprochen.

    Allerdings musste mein Mann nun doch arbeiten: sowohl Donnerstag (sogar lang) und Freitag bis Mittag. (Dieser Freitag und ein weiterer im Mai waren die einzigen, für die ich keine Kinderbetreuung gefunden hatte.) Daher musste ich mich allein darum kümmern, wer meine Sachen zusammenpacken, mich abholen und betreuen kann. Zudem brauchte ich auch noch Medikamente und eine Krankmeldung meiner Hausärztin. Das alles war aufgrund meines zwar guten aber sehr geschwächten Zustandes recht schwierig.

    Bereits am Donnerstagabend kam es zu der ersten -für uns ganz typischen- Auseinandersetzung: In meinem Arbeitszimmer habe ich mir im Vorfeld durch ein neues Bett eine Art Krankenzimmer eingerichtet. (Damit ich dieses Mal nicht wieder durch die Familienbett-Situation und meine Schlafstörungen überfordert werde.) Was mir in meinem Zimmer fehlte, war ein Fernseher. Das haben wir schon vor Wochen besprochen. Tatsächlich haben wir einen samt Receiver und sogar DVD-Player, den wir zu mir stellen können. Ich habe es nicht selbst getan, da ich seit meiner Erkrankung nicht schwer heben soll. (Natürlich trage ich z. B. meinen Sohn trotzdem. Allerdings versuche ich, manches zu vermeiden. Warum habe ich im Vorfeld niemanden anderen darum gebeten????) Als ich meinen Mann am Abend darum bat, dieses fix zu erledigen, fand er es unmöglich, dass ich mal wieder nicht erkenne und würdige, wie überfordert er sei. Warum könne ich nicht mindestens 24 Stunden warten? Die Zeit könne ich mir auch anders vertreiben. Ich fühlte mich ebenso unverstanden, da ich ja vieles noch gar nicht konnte/kann und Angst vor der Nacht und dem folgenden Tag hatte. Auf beiden Seiten keinerlei Verständnis!

    Am kommenden Tag war ich dann erst einmal allein und kam Gott sei Dank wenigstens auf die Toilette. Gegen zwei kam mein Mann kurz, um mir zu sagen, dass er zunächst noch Berichte schreiben müsse, dann unser Kind abhole und sich kümmern müsse. Nachmittags hat er allerdings kurz meine Schwester hierher bestellt. Als er am Abend kochte, musste ich im Bett unser Kind betreuen. (Wie sehr hatte ich vorher darum gebeten, dass es nicht wieder zu solchen Situationen kommt, die mich bereits nach der Blutung völlig überfordert haben.) Als ich die Treppe mit großer Mühe nach unten kam, maulte ich ein wenig am Essen. War natürlich total unnötig und völlig bescheuert! Von daher stellte ich klar, dass es wohl an der Überforderung meinerseits liege.

    Irgendwie wurde in der Folgezeit nur noch "Müll über mir ausgeschüttet": Mein Mann könne mir emotional nicht beistehen, da ich bereits in der Vergangenheit mit meinem Verhalten dafür gesorgt habe, dass er derartiges nicht mehr leisten könne. Er habe im Gegensatz zu mir den Haushalt völlig im Griff. (Sehe ich, im übrigen auch meine Haushaltshilfe, völlig anders.) Usw. Usw. Usw.

    Am Sonntag war ich nicht mehr nur körperlich sondern auch psychisch ein Wrack. Ich smste einige Freunde an, mit der Frage, ob sie mich und meinen Sohn bei sich aufnehmen könnten. Laut einer Freundin hat das meinen Mann so verletzt, dass er nun nur noch die Scheidung will.

    Sorry, schon so lang und doch längst noch nicht alles ...

    LG
    cofu

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    AW: Hilferuf

    Hallo Cofu,

    eigentlich brauchst du garnicht weiter schreiben - eure Ehe ist kaputt. Da gibt es auch keine Rettung mehr.

    Was du jetzt machen kannst und auch solltest ist dir Unterstützung und Hilfe zu holen. Ggf über die krankenkasse oder auch über die Caritas. Die sind für solche Sachen auch gerüstet und können dir zum beispiel eine Haushaltshilfe besorgen - die du dringend benötigst.
    Von psychologischer Hilfe mal abgesehen.

    Kann dein Mann nicht ggf woanders hinziehen? Er soll gucken wie er sich die Zeit für das Kind einteilt.

    Alles gute für die kommende Zeit

    fred

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    AW: Hilferuf

    Zitat Zitat von leben74 Beitrag anzeigen

    eigentlich brauchst du garnicht weiter schreiben


    ... das sehe ich ganz anders ...





    ... cofu, Du weißt sicherlich, dass Du Dich hier nicht zurückhalten musst, wenn es auf Deiner Seele drückt ...






    - eure Ehe ist kaputt. Da gibt es auch keine Rettung mehr.


    ... das muss nicht unbedingt so sein ...










    ... es gibt spezielle Situationen im Leben - zu denen auch Krankheit gehört, in denen auch Angehörige einfach überfordert sein können ... -> das gesteht sich evtl. nicht jeder ein und es wär gut, wenn es (sollte es so sein) mit professioneller Unterstützung von Aussen "aufgefangen" werden könnte ...

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    AW: Hilferuf

    cofu, auch ich sehe es anders....schreib hier weiter...bitte.

    ich kann mich nur wiederholen....dein mann verhält sich unter aller sau!!! sorry...aber der kerl is das allerletzte!

    versteh mich nicht falsch...ich bin keine, die sich vorschnell schlüsse erlaubt. aber DAS geht gar nicht.

    wo bist du? wo ist dein selbstwert? sowas musst du dir nicht geben...
    du bist noch geschwächt durch die op.
    die prognosen sind gut.
    lass dir etwas zeit zum gesund werden und dann nimm die beine in die hand...

    ich schick dir viel kraft, genesungswünsche und eine nacht voll erholsamen schlaf.
    Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.

    Antoine de Saint-Exupéry

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