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    verwirrt Eine Trennung überlebe ich nicht

    Vor eineinhalb Wochen hat sich mein Mann von mir getrennt.
    Wir wohnen noch unter einem Dach, ich im Gästezimmer.
    Es ist sein Haus, ich muss ausziehen.
    Ich will nicht, ich liebe ihn doch noch, ich bin vollkommen verzweifelt.

    Mein Mann hat mich 10 Jahre geliebt ohne sich zu stören, dass ich nicht arbeiten kann (ich bekomme Erwerbsunfähigkeitsrente), es hat ihm nichts gemacht, dass ich finanziell nichts zum Haushalt beitragen konnte, er hat mich geliebt.

    Meine Krankheit hat ihn nicht gestört (Angstzustände), Aussehen, körperliche Gebrechen, Äusserlichkeiten - alles hat er akzeptiert und mich sogar geliebt.

    Das war für mich ein Wunder, denn ich hatte erst mit 20 einen Freund, und das auch nur zwei Jahre, danach war ich lange, lange Jahre Single, was ich nicht verstanden habe.
    Ich war doch jung und gutaussehen, hatte Job, bin Ausgegangen - aber kein Mann hat mich angesprochen. Nie. Als ob ich Luft wäre.
    Ich hatte niemanden, keinen ONS, keine Affäre, keinen Flirt - NICHTS.

    Und dann kommt mein Mann und im fortgeschrittenen Alter von 34 hatte ich endlich jemanden, der mich mit allen Mängeln und Macken liebt - und ich habe ihn geliebt, wir haben so gut zusammen gepasst.

    Leider ging es mir in den letzten Jahren schlechter, ich bin zu Ärzten gerannt, aber die haben nur gesagt, das wären meine Angstzustände, obwohl ich der festen Überzeugung bin, ich habe was.
    Mein Mann hat das alles mitgemacht, ich konnte immer seltener mit ihm weggehen, er hat sogar Urlaub alleine gemacht (z.B. Fahrradurlaub/Motorradurlaub konnte ich nicht mehr machen) Einen Urlaub im Jahr haben wir aber gemeinsam verbracht.

    Er hat das alles hingenommen und ich habe mich hängenlassen. War mir seiner zu sicher. Habe seine Liebe für selbstverständlich genommen.

    Erst Ende letzten Jahres, als wir einen Urlaub abbrechen mussten, weil es mir so schlecht ging, habe ich nach Therapeuten gesucht und bin seit Ende Januar in Behandlung.

    Zu spät. Ungefähr zur selben Zeit hat mein Mann über Facebook eine Bekannte "getroffen" und schreibt sich mit ihr.
    Sie ist Dänin, wohnt auch in Dänemark und er war mit ihr in den 80gern einen Sommer zusammen.
    Jetzt schreiben die beiden sich und sie haben soooo viel gemeinsam und mein Mann merkt, wie leer das Leben mit mir ist.

    Schon seit längerem scheint ihn das wohl zu stören, dass ich nichts mitmachen kann, mit irgendwelchen Zuständen mich hinlegen muss usw. Wenn dann noch von Aussen so ein Impuls kommt, wie die Dänin .....

    Für mich kommt das so unvermittelt. Wir hatten schon öfters Krisen und haben auch darüber gesprochen, dass es so nicht weitergeht, aber wir haben uns immer wieder berappelt.
    Jetzt geht gar nichts mehr, kein Fünkchen Hoffnung, Ring abgesetzt und die totale Mauer hochgezogen. Ich merke, er will nicht mehr.

    Ich bin am Boden zerstört. Ich kann nicht mehr schlafen, essen, denken. MIr ist schlecht und schwindelig, ich habe immer Kopfschmerzen.

    Ein Leben ohne meinen Mann kann ich mir nicht vorstellen.
    Sozial wäre das für mich ein Abstieg sondergleichen.
    Ich weiß, materielle Absicherung ist nicht alles. Aber ich kann mir kaum vorstellen, nicht mehr in einem Haus mit Garten zu wohnen, kein Auto mehr zu haben oder nicht mehr mit dem Wohnwagen nach Dänemark zu fahren.

    Und ich kann mir nicht vorstellen, dass ich nochmal jemanden kennenlerne.
    Warum, wie, wo? In der Blüte meines Lebens hat sich kein Mann für mich interessiert.
    Wo sollte jetzt einer herkommen, wegen der Angst gehe ich kaum raus, bin eingeschränkt und je älter man wird desto mehr Gewohnheiten und Macken entwickelt man.

    Ich kann Menschen verstehen, die lieber tot sind, als ohne den geliebten Menschen zu sein.
    Ich werde an dieser Trennung zu Grunde gehen, ich wollte doch mit meinem Mann alt werden, ich liebe ihn doch noch so sehr.

    Die Therapeutin ist überhaupt keine Hilfe, ich zwar seit der Trennung schon 2 x bei ihr, die sagt überhaupt nichts, lässt mich reden und motzt nur rum, dass ich mich nicht öffne, das ich verharre (das ist erst gut eine Woche her) usw. usw.
    Deswegen poste ich hier, ihr habt immer so gute Ratschläge.
    Nicht jene, die streiten, sind zu fürchten,
    sondern jene, die ausweichen.


    Marie von Ebner-Eschenbach

  2. Inaktiver User

    AW: Eine Trennung überlebe ich nicht

    puh - okay liebe Schnuefflerin

    wir denken wir überleben das nicht. Aber wir schaffen so einiges. Du auch!

    Von hier aus ist es schwer dir zu helfen - wenn du so gar nicht weiter weißt, hast du Freunde? Familie?

    Bitte sprich mit jemandem - und sei es mit jemandem bei der Telefonseelsorge.

    Wechsel den Therapeuten - wenn du dich nicht gut aufgehoben fühlst.

    Mir tut es sehr leid was du da gerade durchmachst und ich ahne wie schlecht es dir geht.

    Aber bitte - mach keine Dummkeiten! DAS ist es nicht wert!!!!

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    AW: Eine Trennung überlebe ich nicht

    hallo schnuefflerin (wie kommt man denn eigentlich auf so einen nickname?)

    mal kurz was zu deinen angst-attacken: ich hatte und habe die auch. ich gehe gelegentlich mal zu einem neurologen und goenn mir zu ausgewaehlten themen ein stuendchen mit ihm. also immer zu nem konkreten thema.

    beispiel:
    ich habe vor 2 jahren angefangen zu reiten und hatte immer wieder angst, dass das pferd mit mir abhaut (angst vor kontrollverlust). wir haben das in einem stuendchen mal auseinanderklamuesert. er hat mir das strukturiert und hausaufgaben aufgegeben.
    so habe ICH (!) schrittweise meine angst abgebaut.

    zurueck zu dir:
    du willst irgendwie keine verantwortung fuer dich uebernehmen. ein haus gibts nun mal nicht zum nulltarif.

    warum bekommst du rente? du bist gerade mal 44. bist du denn mobil? bist du irgendwie/irgendwo engagiert oder sitzt du vor lauter angst nur daheim?

    ich kann dich troesten, ich bin auch schon aus dem ikea raus wegen platzangst . . aber da hilft nur konfrontation!

    maedel, fang an eigenverantwortlich zu leben!

    alles liebe
    luciernago
    LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH

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    AW: Eine Trennung überlebe ich nicht

    liebe schnüfflerin,

    du bist ganz schön offen, mit dem, was du hier schreibst.
    das ist schon mal gut.
    und ich kann mir echt vorstellen, was du durchmachst.
    ich kenne meinen ex, seitdem ich 12jahre bin, und nach 34jahren, verläßt er mich und die kinder.
    insofern kann ich verstehen, dass es unheimlich angst macht, allein sein zu müssen, nicht auf seine liebe und vor allem unterstützung bauen zu können.
    bei uns stagnierte die ehe zum schluß auch.
    mein ex wollte in eine andere richtung als ich, wohin ich nicht folgen wollte/konnte.

    aber jetzt bist du gefragt: agieren ist besser als reagieren.
    wechsel den thera, wenn du meinst, es passt nicht.
    guck dich um, was geht im leben.
    was du nebenbei tun kannst, arbeitsmäßig. wenn du nicht voll arbeiten kannst, vielleicht mini-job, ehrenamt, irgendwas, wobei du dir nützlich vorkommst.
    und die angst, nie nie nie wieder einen mann zu bekommen, die haben viele.
    (öhöm...manchmal hab ich auch so eine anwandlung:-) )
    aber das ist nicht als erster schritt wichtig.

    mach einen schritt vor den anderen. such dir eine neue bleibe, richte dich ein.
    alle haben mir am anfang hier gesagt: es wird besser. man kann es nicht glauben, aber es ist wahr.

    ich wünsch dir eine gehörige portion mut und kraft
    arwen
    omnia mea mecum porto (alles meinige trage ich in mir)

  5. User Info Menu

    AW: Eine Trennung überlebe ich nicht

    arwen,

    super beitrag!!!


    luciernago
    LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH

  6. User Info Menu

    AW: Eine Trennung überlebe ich nicht

    uuupss glühwürmchen und "couchbringerin":-)

    ich knickse und danke.

    arwen
    omnia mea mecum porto (alles meinige trage ich in mir)

  7. Inaktiver User

    AW: Eine Trennung überlebe ich nicht

    Hallo Schnüfflerin,

    eine Trennung ist immer furchtbar, egal ob man krank oder gesund ist. Man stürzt erstmal in ein Loch und kann sich gar nicht vorstellen, wie man da wieder rauskommen und glücklich werden soll.

    Aber es geht. Es wird mit der Zeit besser und tut nicht mehr so weh. Man muss in kleinen Schritten denken.

    Bevor ich zu deiner Situation etwas schreibe, habe ich noch einige Fragen an dich:

    Zitat Zitat von Schnuefflerin Beitrag anzeigen

    Und dann kommt mein Mann und im fortgeschrittenen Alter von 34 hatte ich endlich jemanden, der mich mit allen Mängeln und Macken liebt - und ich habe ihn geliebt, wir haben so gut zusammen gepasst.
    Inwiefern habt ihr gut zusammengepasst? Welche Gemeinsamkeiten hattet ihr damals? Wie war eure Zukunftsvorstellung?

    Zitat Zitat von Schnuefflerin Beitrag anzeigen

    Zu spät. Ungefähr zur selben Zeit hat mein Mann über Facebook eine Bekannte "getroffen" und schreibt sich mit ihr.
    Sie ist Dänin, wohnt auch in Dänemark und er war mit ihr in den 80gern einen Sommer zusammen.
    Jetzt schreiben die beiden sich und sie haben soooo viel gemeinsam und mein Mann merkt, wie leer das Leben mit mir ist.
    Wer sagt, dass dein Leben "leer" ist? Hat das dein Mann so formuliert oder glaubst du, dass er das empfindet? Empfindest du selbst eine Leere in deinem Leben?

    Zitat Zitat von Schnuefflerin Beitrag anzeigen
    Schon seit längerem scheint ihn das wohl zu stören, dass ich nichts mitmachen kann, mit irgendwelchen Zuständen mich hinlegen muss usw. Wenn dann noch von Aussen so ein Impuls kommt, wie die Dänin .....
    Du schreibst, ihn scheint es zu stören. Das eher klingt, als ob du das so interpretierst. Was sagt denn dein Mann, warum er die Beziehung beendet hat?

    Zitat Zitat von Schnuefflerin Beitrag anzeigen
    Für mich kommt das so unvermittelt. Wir hatten schon öfters Krisen und haben auch darüber gesprochen, dass es so nicht weitergeht, aber wir haben uns immer wieder berappelt.
    Jetzt geht gar nichts mehr, kein Fünkchen Hoffnung, Ring abgesetzt und die totale Mauer hochgezogen. Ich merke, er will nicht mehr.
    Du schreibst, ihr hattet schon öfters Krisen. War der Grund der Krisen der gleiche, warum dein Mann jetzt Schluss gemacht hat? War der Grund der Krisen deine Eingeschränktheit aufgrund deines Gesundheitszustands oder ging es um andere Dinge (musst du hier nicht erzählen)?

    Worum es mir geht: Du beziehst sehr viele Aspekte der Trennung auf deinen Gesundheitszustand, dem du dich ausgeliefert fühlst. So wie du dein Posting formulierst, sind das aber eher deine Interpretationen als wirklich die Aussagen deines Mannes. Wenn es so wäre, ist das ein Ansatzpunkt für deine weitere Entwicklung.

  8. User Info Menu

    AW: Eine Trennung überlebe ich nicht

    Vielen Dank für Eure Antworten.

    Ich weiß, in der ersten Phase der Trennung tut alles so weh, man kann sich keine Zukunft vorstellen.
    Dazu kommen noch die Schuldgefühle, nicht genug getan zu haben und seine Liebe leichtfertig verspielt zu haben.

    Mein sowieso schon angeschlagener psychischer und physischer Zustand kann eigentlich keinen Trouble gebrauchen - und dann sowas!

    Therapeutenwechsel dauert. Das ist ja nicht wie Arztwechsel. Ehe man da mal überhaupt einen Termin für ein Vorgespräch kriegt ....


    @marlien

    Über ehemalige Gemeinsamkeiten oder Zukunftsvorstellungen brauche ich nichts zu schreiben - das ist Vergangenheit, das kommt nie wieder.

    Mein Mann hat wortwörtlich gesagt, er ist unglücklich.
    Das Wort "scheint" ist falsch, es stört ihn definitv, dass wir so wenig bis gar nichts zusammen machen können und das es mir immer schlecht geht.
    Das hat er besonders jetzt beim schreiben mit seiner Dänin gemerkt und genau das ist auch der Trennungsgrund. Und leicht fällt es ihm auch, wenn man jemand anderen hat. (obwohl er sie noch nicht getroffen hat, eine Internetbeziehung mit Aussicht auf Treffen zählt auch schon als "neue Beziehung haben".)
    Nicht jene, die streiten, sind zu fürchten,
    sondern jene, die ausweichen.


    Marie von Ebner-Eschenbach

  9. Inaktiver User

    AW: Eine Trennung überlebe ich nicht

    Zitat Zitat von Schnuefflerin Beitrag anzeigen

    Mein Mann hat wortwörtlich gesagt, er ist unglücklich.
    Das Wort "scheint" ist falsch, es stört ihn definitv, dass wir so wenig bis gar nichts zusammen machen können und das es mir immer schlecht geht.
    Und dích, stört dich das nicht? Kannst du das nachvollziehen, wie dein Mann sich fühlt??

    Bis jetzt kommt bei mir an, dass du sehr um dich und deine Befindlichkeit kreist.

  10. Inaktiver User

    AW: Eine Trennung überlebe ich nicht

    Zitat Zitat von Schnuefflerin Beitrag anzeigen

    @marlien

    Über ehemalige Gemeinsamkeiten oder Zukunftsvorstellungen brauche ich nichts zu schreiben - das ist Vergangenheit, das kommt nie wieder.

    Mein Mann hat wortwörtlich gesagt, er ist unglücklich.
    Das Wort "scheint" ist falsch, es stört ihn definitv, dass wir so wenig bis gar nichts zusammen machen können und das es mir immer schlecht geht.
    Das hat er besonders jetzt beim schreiben mit seiner Dänin gemerkt und genau das ist auch der Trennungsgrund. Und leicht fällt es ihm auch, wenn man jemand anderen hat. (obwohl er sie noch nicht getroffen hat, eine Internetbeziehung mit Aussicht auf Treffen zählt auch schon als "neue Beziehung haben".)
    Ich hatte nach den Gemeinsamkeiten gefragt, da du ja schon vor der Beziehung krank warst. Aber das ist ein Punkt, den sich anzuschauen jetzt wohl viel zu früh wäre, deine Trennung ist ja ganz frisch, da sind jetzt andere Aspekte wichtig.

    Mir fällt auf, dass du dich sehr über deine Erkrankung definierst, dich sehr den Einschränkungen ausgeliefert fühlst. Ich kann das nachvollziehen, weiß aber auch, dass eine Erkrankung immer nur einen Teil von einem ausmacht, man ist viel mehr als nur krank, auch wenn die Krankheit einen stark einschränkt.

    Ich drücke dir die Daumen, dass du innerhalb deiner Möglichkeiten Gestaltungsspielräume für dein Leben entdeckst und die Leere ausfüllen kannst. Damit wird das Leben auch ohne Partner lebenswert und man wird als Mensch auch wieder interessant für andere.

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