Hallo zusammen,
sehr gern hätte ich von Euch Anregungen und Tipps...
Nach 16-jähriger Beziehung und 14 Jahren Ehe ist bei mir die Liebe zu meinem Mann erloschen. Ein anderer Partner ist nicht der Grund.
Wir haben 2 Kinder ( 10 & 13 Jahre alt) und tatsächlich vieles in diesen gemeinsamen Jahren "geschafft": diverse Umzüge, zeitweilige Arbeitslosigkeit, eine schwere Erkrankung von mir überstanden, sowie eine langwierige Krankheit des 10-jährigen Kindes begleitet und nun auch nach fast 3 Jahren bewältigt, dazu noch ein Haus gebaut.
Wir sind beide in Vollzeit beschäftigt...bei allem gemeinsamen "Überstehen" und "Schaffen" ist die Liebe auf der Strecke geblieben.
Eine Paarberatung haben wir begonnen, aber auch das hilft mir/uns nicht mehr. So habe ich vor 2 Wochen die "emotionale" Trennung ausgesprochen. Anfänglich hat das sehr viel Spannung genommen und wir konnten freundschaftlich miteinander umgehen, obwohl mein (Noch)Mann sehr verletzt schien.
Mittlerweile wirkt er sehr verbittert und möchte wenigstens das noch belastete Haus so lange wie möglich halten und zwar gemeinsam als Wohngemeinschaft, bis sich der Immobilienmarkt erholt hat (?) und wir das Haus +/- 0 verkaufen können. In 1 -3 Jahren???
Einer allein von uns kann das Haus nicht halten.
Die Paarberatung führen wir weiter, sozusagen als "Trennungsbegleiter"; am Wochenende wollen wir den Kindern sagen, dass wir kein Liebespaar mehr sind und deshalb innerhalb des Hauses auseinander ziehen.
Mehr denn je bin ich skeptisch, ob das klappen kann. Denn die Streitereien nehmen kein Ende und so erwartet mich regelmäßig am Wochenede ein "POG" = ProblemOrientiertesGespräch.
Rein rational kann ich den Wunsch meines (Noch)Mannes verstehen, sehe allerdings Schwierigkeiten in der Umsetzung...ich verhalte mich absolut distanziert, was immer wieder zu zermürbenden Diskussionen führt...auch wenn mein (Noch)Mann immer wieder betont, dass auch er mit der Beziehung "durch" ist.
Gibt es hier in diesem Forum irgendeine(n), die/der es geschafft hat über längeren Zeitraum trotz Trennung in friedlicher Co-Existenz im gemeinsamen Haus zu leben? Eine Rückkkehr zu Partnerschaft & Ehe ist für mich völlig ausgeschlossen!
Für den Fall der Fälle: wie verkauft man überhaupt ein noch mit Krediten belastetes Haus?
Für Eure Antworten & Beiträge sage ich jetzt schon DANKE !
struppi
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02.02.2010, 20:15Inaktiver User
Trennung...aber leben unter einem Dach???
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03.02.2010, 15:22
AW: Trennung...aber leben unter einem Dach???
Bei uns war es so, dass wir noch 5 Monate gemeinsam im Haus gelebt haben, bevor er ausgezogen ist. Es ging, aber nur, weil ich wußte, dass der Auszug nahe bevorsteht. Wir haben, eher ich habe, ständig das Internet nach freien Wohnungen durchforstet und dann auch bald eine geeignete Wohnung gefunden.
Auch unser Haus ist noch hoch belastet, trotzdem versuche ich es allein zu wuppen. Manchmal glaube ich, dass es nicht gehen wird.
Wenn Ihr Euch einig seid, dann kann er doch ne einigermaßen billige Wohnung nehmen und Ihr tragt die finanzielle Belastung gemeinsam.
Bei uns ging das nicht, weil ich "die Schuld" und mein Exmann nicht so viel Geld hatte, um Haus, Wohnung und Kindesunterhalt zu wuppen.
Gruß von Meergbay
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03.02.2010, 16:25Inaktiver User
AW: Trennung...aber leben unter einem Dach???
Hallo Meergbay,
Danke für Deine Antwort
ich befürchte auch, dass das nicht lange gut gehen wird. Möglicherweise könnte ich es auch allein "wuppen", aber das wäre schon arg knapp. Allerdings ist da noch Einsparpotential.
Schöne Idee, dass er das Haus dann mitfinanziert...auf die Idee käme er sicher nie, denn ich bin ja auch die "Schuldige" in seinen Augen, habe ich doch das bequeme und sichere Leben aufgekündigt... warum es dazu kam wurde bis jetzt nicht hinterfragt...
Wie habt´Ihr denn die 5 Monate geschafft? Auch ich gucke nämlich regelmäßig nach freien Wohnungen. Wahrscheinlich warst Du mehr als erleichtert, als auch die räumliche Trennung vollzogen war?
Ach, das ist alles ein M...! Nicht, dass ich mir das einfach vorgestellt habe...allerdings denke ich, dass es weitaus aufreibendere Trennungen gibt...
Heute wollen wir schon mal alles Finanzielle besprechen und auch in dem Bereich eine strikte Trennung einleiten. Und darüber reden, wie wir es den Kindern sagen...
VG,
struppi
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03.02.2010, 16:37
AW: Trennung...aber leben unter einem Dach???
Hallo,
ich kann dir nur ganz dringend davon abraten! Ich habe es getan und aus ähnlichen Gründen wie du versucht. Ich bin sogar in eine sep. ELW gezogen, ausgehalten hab ich es 5 Monate, es war Psychoterror pur. Eine räumliche
Trennung ist das beste was du tun kannst, um auch mal wieder einen klaren Gedanken zu fassen. Ich könnte dir Geschichten erzählen, die glaubt einem niemand..und mein Mann war sicher hochgebildet, Akademiker und sehr angesehen!
Unser Haus konnte / wollte ich dann nicht mehr halten, es ist verkauft und das ist auch gut so. Im Leben gibt es wichtigeres als ein Haus...auch das musste ich lernen. Mittlerweile wohnen wir in einem Haus zur Miete und ganz ehrlich...es gefällt mir viel besser als mein früheres Haus
...
Vielleicht haben andere bessere Erfahrungen gemacht, aber ich kann dir nur empfehlen...geh oder lass ihn gehen.
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03.02.2010, 20:23
AW: Trennung...aber leben unter einem Dach???
Hi struppi- ich überlege schon seit Tagen ob ich einen Strang, mit ziemlich genau dem Thema eröffnen soll. Jetzt hast du mir die Entscheidung ja abgenommen.

Er hat mir vor 4 Monaten verkündet, dass er unsere Paarbeziehung für beendet hält. Tia und wir leben eben weiterhin in unserem Haus. Ich mein wir sind auch eigentlich erst eingezogen, na gut, das wäre jetzt ne andere Geschichte... gibt es den niemanden bei dem es geklappt hat?
Wir sind beide keine Typen die Streiten oder irgendwie ausfällig werden oder so. Eigentlich ist alles wie vorher. Nur das er im Hobbyraum schläft.
Er ist nett und freundlich, trägt seinen Teil zum Haushalt bei, kümmert sich weiterhin um die Kinder und scheint sehr zufrieden zu sein.
Ich weiß nicht, kann man von Beziehung auf WG umschwenken?
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03.02.2010, 21:19
AW: Trennung...aber leben unter einem Dach???
Hallo struppi,
wir haben es ein Jahr "geschafft", nachdem ich die "emotionale" Trennung ausgesprochen habe. Am Anfang ging es gut, aber mit der Zeit wurde es immer schwieriger bis zur Eskalation, aber da wusste ich, jetzt bleibt mir nichts mehr übrig als auszuziehen. Zwei der Kinder sind dort geblieben und die Jüngste habe ich mitnehmen können.
Ich denke, du wirst merken, wann es soweit ist. Und dann ist so ein finanzielles Problem wie euer Haus kein wirklicher Grund mehr sich nicht räumlich zu trennen, weil irgendwer sonst zu Grunde gehen würde. So habe ich es empfunden.
Für die Kinder ist es vielleicht sogar "besser", wenn beide in einer anderen Umgebung wohnen. Vielleicht gilt das auch nur in meinem Fall,
weil ja die Geschwister getrennt sind. Weiß ich nicht.
Liebe Grüße
solina
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04.02.2010, 22:12Inaktiver User
AW: Trennung...aber leben unter einem Dach???
Danke für Eure Antworten..ich hatte schon gedacht, dass ich allein mit dieser Thematik bin
@ ehmeral...
Es wird in der Tat wohl so sein, dass ich den richtigen Zeitpunkt zum Ausziehen sicher erkennen werde.
Momentan streiten wir nicht. Das liegt sicher daran, dass mein (Noch)Mann sehr an diesem Haus hängt. Ich hingegen mache mein Glück ganz gewiss nicht von dem Hausbesitz abhängig und kann mir viel besser vorstellen, mit den Kindern hier auszuziehen.
Zudem bin ich mir ziemlich sicher, dass ich dem derzeitigen"Frieden" nicht trauen kann.
Nächste Woche werden wir schon mal die Finanzen strikt trennen, wir haben bis jetzt nämlich gemeinsame Konten, was ich mehr als belastend finde.
@Ehmeral: wie alt sind Deine Kinder, wissen sie über Eure veränderte Beziehung zueinander Bescheid?
Die Kinder sind auch ein Grund, warum ich denke, dass das auf Dauer nicht klappen kann mit der vermeintlichen WG. Denn ich möchte meinen Kindern nicht diese Art von Ehe(?)/Partnerschaft(?) als Vorbild mit auf ihren Lebensweg geben....
Zumindest werden wir morgen mit unseren Kindern reden.
VG,
struppi
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04.02.2010, 22:56Inaktiver User
AW: Trennung...aber leben unter einem Dach???
Hallo Struppi,
ich kann mir nicht vorstellen daß das auf Dauer gut geht. Ich fand damals bei meinem Ex-Mann die 2 Monate schon purer Horror. Auch wenn das bei uns andere gründe hatte, nämlich daß er eine Neue hatte. Da halfen auch keine POG´s mehr.
Also wenn dann einer von Euch irgendwann mal jemanden anderes kennenlernen würde - und das ist nicht auszuschließen, auch wenn ihr das jetzt anfänglich noch anders sehen mögt - dann wird es spätestens dann zum Problem.
Ich kann euch nur raten, wirklich getrennte Wege zu gehen. Mein EX-Mann und ich hatten auch ein Haus gebaut, in unserem Fall wars dann aber so, daß ich aufs Haus verzichtet habe (und somit auf alle weiteren anfallenden Kosten) und er es alleine behielt (Zahlen war dann kein Problem mehr, denn seine Neue zog ja gleich mit ein und somit war wieder genug Geld vorhanden zum abzahlen)
Und für die Kinder ist es denke ich auch klarer, wenn man nicht noch zusammen wohnt. Vor allem wenn man sich immer wieder streitet.
Die Phasen sind im übrigen normal, das es erst freundschaftlich läuft, dann einer anfängt blöd zu werden (mach ich auch gerade wieder mal mit
) und es dann zu Wut überschwenkt, um es dann irgendwann zu verarbeiten und evtl. dann doch noch alles "normal" wird.
Den Weg NICHT wieder zurück zu gehen, kann ich gut nachvollziehen !
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05.02.2010, 21:55
AW: Trennung...aber leben unter einem Dach???
@ struppi
Mein Großer ist 9 und die Kleine ist 3. Mein Großer ist aber nicht von ihm.
Mein Ex hatte schon öfter im Keller geschlafen oder ich bei meinem Sohn, weil mein Ex manchmal so schnarcht.
Deswegen sagte die Kleine auch zu ihm, zu mir und zur Oma, das sie uns auch mag wenn wir schnarchen und alle gerne in ihrem Zimmer schlafen dürfen.
Sie umreißt die Situation noch nicht.
Meinem Großen sagte ich, dass mein Ex nicht mehr mit mir als Freundin zusammen sein möchte. Er hat dann natürlich gefragt ob er auszieht und ob er ihn dann noch sieht usw. (eine große Sorge war, ob er dann das Wii und die PS2 mitnimmt
)
Ein großes Thema bei uns war halt immer der Haushalt (er Teilzeit ich Vollzeit). Und das ist jetzt irgendwie weg. Er macht seinen Teil (ich finde natürlich es könnte mehr sein, aber mehr hat er nie gemacht, im Gegenteil). Das Thema Sex ist weg, da ich ja keine Erwartungen mehr haben darf und der Rest läuft so normal, dass ich manchmal glaube ich bin im falschen Film.
Er bringt mir sogar manchmal den Kaffee ans Bett.
Mein großes Thema sind die Finanzen. Ich habe versucht mit ihm zu reden, aber er sieht da kein Problem.
Ich schon! Ich zahle den Großteil der Kredite ab, ich zahle mehr auf das Gemeinschaftskonto, unterhalte und zahle die Familienkutsche ab und ich finanziere die Kleidung etc. für die Kinder.
In einer Partnerschaft ist das ja auch total ok, aber in einer WG?
Warum? Ich seh da keinen Grund mehr.
Ich denke ich werde mich von einem Anwalt wegen der finanziellen Seite beraten lassen müssen und ihm einen Vorschlag unterbreiten wie es finanziell weitergehen kann.
Dazu müsste ich prinzipiell in Erwägung ziehen, dass das Haus, falls er sich weigert, verkauft wird. Soweit bin ich aber noch nicht.
Ich fühle mich auch noch sehr von seiner Unterstützung abhängig, weil ich beruflich stark eingebunden bin und dann ständig auf einen Babysitter angewiesen wäre, was ja auch noch mal Geld kostet und viel Orga mit sich bringt.
Die Vorbildfunktion was eine Partnerschaft betrifft ist in Bezug auf meine Kinder eh schon dahin.
Ich habe erst neulich gelesen, dass Kinder aus Patchworkfamilien sich in späteren Partnerschaften noch schneller trennen als Kinder die mit nur einem Elternteil aufwachsen (ausgenommen Halbweisen, die sind scheinbar beziehungsfähiger).
Wobei Kinder von alleinerziehnden ja absolute Durchschnittskanditaten sind, was alle Bereiche betrifft, sobald die finanziellen Voraussetzungen stimmen, weil dann halt auch die sozialen meist genau so gut oder schlecht sind, wie in anderen Famililen mit gesicherten finanziellen Verhältnissen auch.
Wie halt so oft im Leben spielt Geld eben doch eine Rolle.
Ich persönlich glaube, dass es Kindern dann gut geht, wenn es ihren Eltern gut geht. Und das kann für den einen heißen ich lebe lieber allein und lasse die Kinder dort, für den nächsten ein Kind hier und eines dort und für wieder andere ich lebe mit den Kindern alleine.
Ich möcht einfach nur wissen, ob es eine Option ist zu sagen, wir leben als WG. Und wenn wir es schaffen respektvoll miteinander umgehen, dann werden das die Kinder auch lernen.
Ich weiß nicht ob ich das schaffe. Oder er. Oder eben wir. Und ich weiß natürlich auch nicht für welchen Zeitraum. Ich denke das wird sich alles finden, oder?
Ich glaube ich brauche einfach noch Zeit. Ich hab mir mal bis zu den Sommerferien gegeben. Bis dahin will ich mich und das ganze Chaos geordnet haben.
Wie war denn euer Gespräch? Bin interessiert daran, wie ihr die Finanzen auseinanderklamüsert.
Wär schön noch mal von dir zu lesen.
@ alle anderen
Hat es denn bei niemanden geklappt?
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06.02.2010, 12:16
AW: Trennung...aber leben unter einem Dach???
Nö, ich kenne niemand bei dem es geklappt hat, sorry! Und nur wegen der angeblichen Bequemlichkeit schon garnicht. Man muss sein Leben neu organisieren und in die Hand nehmen, und es wird sehr viel anstrengender und meistens auch teurer, aber man hat den Vorteil, es selbst bestimmen zu können.
Was willst du denn machen, wenn neue Partner ins Spiel kommen..und das wird geschehen! Dich zurückziehen, damit die anderen sich nicht belästigt fühlen? Das gibt Stress ohne Ende und eskaliert dann auch sehr gerne sehr schnell.
Ich kann jedem nur einen Schnitt empfehlen, meistens weiß die Umgebung ohnehin schon Bescheid:-)) auch wenn man das zu vermeiden versucht.
Kinder sollten lernen, dass es Probleme geben kann und auch Partnerschaften und Ehen zerbrechen, wenn man damit sehr offen umgeht (allerdings geht die Kinder natürlich nicht alles etwas an) ist das durchaus machbar.
Vielleicht nicht was du hören willst, aber mehr kann ich dir nicht raten..
lg


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