hallo alle,
ich habe den tipp für dieses forum bekommen und ein bisschen gelesen. da es mir auch gerade schlecht geht (welch wunder), möchte ich hier meine geschichte erzählen. es tut mir leid, dass die vorgeschichte lang werden wird.
im jahr 2006 erlebte ich die schlimmste trennung meines lebens (es war der mann, mit dem ich ganz konkret kinder wollte, weil ich mit 30 den wunsch nicht mehr nur abstrakt hatte, aber er, aus kaputter familie, konnte ich dazu nicht durchringen bzw. es gab 1,5 jahre krise mit hin und herüberlegen und debattieren, bis wir beide am ende unserer kraft waren).
eine freundin von mir trennte sich fast zeitgleich von ihrem freund. diese beiden und ich sind bzw. waren damals in derselben clique, alles ehemalige arbeitskollegen und teilweise deren partner aus der ersten firma, in der die freundin und ich uns kennengelernt hatten.
für ihren ex war das ebenfalls ganz schlimm, da es für ihn, obwohl er selbst schon 33 war, die erste trennung war (er ist ein extremer spätzünder und wurde über die jahre vom verschrobenen - aber sehr gut aussehenden - klischee-informatiker zu einem wirklich umgänglichen menschen). ich zog, nachdem ich mit meinem damaligen ex noch 2 monate in einer whg. wohnen musste (konnten uns aber gut aus dem weg gehen) zurück in meine heimatstadt.
dort taten sich der freund und ich als trennungswracks zusammen und heulten uns gegenseitig aus, intensive wochen lang, tags und nachts.
es kam wie es kommen musste: es war sommer, man erholte sich etwas, und plötzlich verliebten wir uns ineinander. wir wehrten uns erst dagegen, in der gleichen freundesclique, aber dann ließen wir uns einfach treiben.
da wir beide noch sehr belastet waren mit altlasten und trauer, lief es bei uns leider nie richtig gut, obwohl wir einander heimat waren, beste freunde, eine tolle nähe da war und wir auch in sexueller hinsicht hervorragend zusammenpassten. er ist auch intelligent, (im grunde) warmherzig, einfühlsam in gewissen dingen (s. u., nicht immer), vielseitig interessiert, humorvoll, und und und.
wir kamen aber von unseren altlasten nicht weg, auch über das gesamte jahr 2007 hinweg nicht. nach einigen halbherzigen versuchen, uns zu trennen oder auszeiten zu haben, zog ich im dezember 07 die trennung konsequent durch, wir sollten lieber wieder "freunde" sein statt "zwischenstufe", wie wir das immer nannten.
zwischenzeitlich hatte er eine neue clique gefunden, aus arbeitskollegen und ein paar anderen leuten im dunstkreis (ich kenne alle wenig bis gar nicht). da war eine frau schon monatelang interessiert an ihm. silvester 07 wagte sie den vorstoß. erst sträubte er sich, erzählte es mir, sagte, er habe bemerkt, wieviel ich ihm noch bedeute, und hatte da auch tränen in den augen. ich kapierte nichts und ermutigte ihn erst noch. er ließ sich dann von ihr ablenken, wir hatten noch kontakt, und plötzlich geriet ich in heftigen liebeskummer. ich reise beruflich 4 tage die woche und hing abends völlig fertig in den hotelzimmern. ich brauchte 1,5 monate, um sicher zu sein, dass ich ihn zurück will, und dieses mal richtig. das sagte ich ihm anfang märz 08 in einem persönlichen treffen.
der kontakt riss derweil nie ganz ab, ich sagte ihm aber, ich könne keinen mehr halten, wenn da noch die andere wäre. dann gab es noch 3,5 monate hin und her, weil er nicht wusste, was er will. er sagte aber nie definitiv, das war es. ich meldete mich nicht mehr von mir aus bei ihm. dann gab es einige zeichen, z. b. nach einer feier mit gemeinsamen freunden bei mir eine sehr innige umarmung von ihm an meiner tür. im juni 08 geschah dann das unglaubliche: er kam zu mir zurück. aber leider nur mehr als "physisch anwesend".
seitdem spürte ich immer eine distanzmauer, und wenn ich die einreißen wollte, schob er die zwischenrau als puffer zwischen uns, indem er von ihr erzählte - ein todsicheres mittel, wenn das alte vertrauen noch nicht wieder gewachsen ist. sie war ja schließlich noch in seiner clique, ich konnte es ssogar ertragen, dass sie einander noch sahen, regelmäßig auch nur zu dritt (er und sie und eine ihrer freundinnen zum brettspieleabend), und anfangs nahm er auch eine ganz ungewöhnliche rücksicht auf sie. er wusste wohl erst nicht, wie er alles am besten über die bühne bringen soll, zumal völlig unerfahren in sowas, auch wenn wir frauen keinen kontakt zueinander hatten. das alles verletzte mich ziemlich stark, und ich ging im okt. 08 in eine therapie, weil ich nicht zur ruhe kam, ich spürte immer, dass da was nicht ok ist, dass er nicht ganz bei mir ist.
diese therapeutin erkannte auch ein ungleichgewicht zwischen ihm und mir. er sei noch gar nicht so weit wie ich. ich wusste es, dachte aber, es macht nichts, da er ja zurückgekommen war, und hoffte, wir würden es schaffen. aber auch 6 wochen australien über den jahreswechsel brachten nichts. es gab einen rieseneklat gleich zu beginn, weil er wieder die andere erwähnte und ihr, die zur gleichen zeit nach neuseeland flog, eine "lustige" sms schicken wollte - sogar in diesem urlaub verletzte er mich so! ich dachte, das sei es vielleicht gewesen, und alles explodierte in mir. er bereute sofort zutiefst. der urlaub war ziemlich belastet, auch wenn wir uns beide bemühten.
es war seit juni 08 immer so: erst, wenn die bude total brannte, wenn ich scon auf distanz war, kam er heraus und zeigte viel gefühl, weinte z. t. auch (z. b. in australien morgens nach dem eklat, als er dachte, das könnte es gewesen sein: "du bist das wichtigste, was ich habe", dann eine sehr feste umarmung, bei der er zitterte; in der nacht davor, als ich tobte, kamen "ich liebe dich" und "ich will dich" - aber nur dann!).
ende februar, nachdem er wieder einige zeichen der missachtung gesetzt hatte, wieder ein gespräch, an dessen ende er - offenbar hatte er die erkenntnis in diesem gespräch erlangt - lautlos zu weinen begann und mit erstickter stimme sagte: "es geht nicht!" er sagte mir auch, vorher oder nachher, dass er die angst vorm scheitern immer, mal stärker, mal schwächer, im hinterkopf gehabt habe. (ganz anders ich, ich öffnete mich, ich freute mich, dass er wieder da war und wollte, dass wir all das schöne, das wir schon mal hatten, jetzt unbelastet genießen können. ich habe vollkommen an uns geglaubt, als er zurückkam!) er schneuzte sich in meinem bad, kam mit jacke zurück, ich ging mit ihm an meine tür (wir wohnen auch noch in der gleichen straße, ca. 150 m voneinander entfernt! 2006 fand ich eine whg. in der straße meiner freunde, die damals noch wenige wochen zusammen waren - er hatte sogar meine wohnung mit besichtigt), er kraulte mich ganz kurz wie entschuldigend am bauch, eine alte geste, dann ging er.
ich war noch mal bei ihm zum sachen holen, und ein beiderseitiges tonloses tschüs (ich war den gesamten abend total gefasst, das war das einzig gute!) war das letzte, was wir sprachen. eine freundin holte noch mein mtb bei ihm ab, das in seinem arbeitszimmer stand. ormalerweise hole ich meine sachen selber, aber da schon einige tage vergangen waren und man mir davon abriet, bat ich sie.
das gespräch war am 21. februar (samstagabend). seitdem weiß ich nichts mehr von ihm. hinter mir liegen schreckliche sonntage, teilweise mit fast unaushaltbarem schmerz und fürchterlichen entfremdungsgefühlen.
er konnte sich im zweiten anlauf, als es "ernst" war, nicht mehr öffnen. und dieses muster hat er auch bei meiner freundin, mit der er ja damals lange zusammen war, auch gehabt, ich habe sie gefragt. ich glaube, dass er bindungsangst hat, dazu kommt, dass er sich in seiner persönlichkeit gerade erst entwickelt, weil er seine verpasste jugend nachholt. mit fast 36.
trotzdem gab es so viel, das uns verbindet. es gibt tage, da kann ich nicht glauben, dass wir es nicht geschafft haben, obwohl ich 8 monate dabei war und sehr oft gelitten habe unter der distanz und seinem "pufferverhalten". aber ich liebe diesen menschen eben!
und ich habe an uns geglaubt und für uns gekämpft, weil ich lautersachen gesehen habe, für die es sich zu kämpgfen lohnte. leider weiß ich gar nicht mehr, ob er inzwischen überhaupt noch so ist, wie er "damals" war. seit seiner rückkehr konnte er sich ja nicht mehr öffnen und richtig einlassen, beim "commitment". hätte er es nicht gewollt, wäre er nicht zurückgekomen, glaube ich. er sagte mir zweimal, einmal noch an diesem samatag, dass er wusste, dass zurückkommen die richtige entscheidung gewesen sei, und es sei eine emotionale entscheidung gewesen.
hätte die gefühlsbasis im 2. anlauf gestimmt, hätte ich viel getan, damit wir es schaffen. die enttäuschung ist umso größer, weil ich mich so gefreut habe, dass das möglich war. er kam freiwillig zurück, als ich für mich noch nicht über ihn hinweg war und ihn noch zurück wollte. genau einen abend war ich sehr glücklich - und da konnte nicht alles laufen, weil er komischerweise der anderen, die natürlich auch noch nicht mit ihm abgeschlossen hatte, versprochen hatte, ihr es zu sagen, BEVOR wieder was mit jemand anderem oder mir läuft. am nächsten morgen schon das erste kleine flash auf seiner seite, warum auch immer, aber ich sah es.
zwischendrin immer wieder hoffnungsschimmer, weswegen jeder wohl dachte, es geht doch aufwärts und wir packen es. immer wieder solche inseln, schöne zeiten. aber es ging nicht. weil er nicht genügend getan hat, in meinen augen. seine eigenen verletzungen aus der kindheit, die auch eine ziemliche rolle spielen, will er nicht sehen, das ist ihm zu schmerzhaft, und er hat auch gar keinen richtigen kontakt zu dem, was in ihm vorgeht. trotzdem habe ich so tolle seiten an ihm kennengelernt, und er ist kein schlechter mensch, überhaupt nicht, und deswegen kann ich die hoffnung noch nicht fahren lassen, dass wir uns noch einmal annähern könnten, wenn ich komplett durch diese ablösephase gegangen bin (wobei es dann egal ist, das ist meinem kopf auch klar). s geht nicht, obwohl mein kopf weiß, wie unwahrscheinlich das ist.
ich will mindestens 3, am besten 4 monate nichts von mir hören lassen und versuchen, mit der hilfe der therapeutin an meinen eigenen kindheitsschacken zu arbeiten, denn die haben mich in seine arme getrieben. aber der verlust dieses menschen ist sehr groß, und alle paar tage reißt es mich total runter. ich weiß nie, wie die stimmung am tag sein wird, und es geht dauernd hin und her, es schlaucht auch körperlich ziemlich.
bitte sagt mir was sinnvolles, das mich überzeugt, dass es alles sinnlos ist. sagt mir von außen, wie bescheuert sich das alles anhört: dass er nichts sagt, wenn man konflikte besprechen will, weil er nicht weiß, was in ihm vorgeht, dass er auf manche sms und mails nicht reagiert, dass er nicht streiten kann und konflikte lieber aussitzt, dass er sich nicht mehr öffnen kann, sobald es wirklich ernst wird, dass er gerade erst in einer art spätpubertären phase ist (er gibt zu, dass er definitiv etwas nachholt, was er bisher verpasst hat - eigenständig sein, eigene clique, auf festivals gehen, plötzlich ein facebook-profil anlegen und sich darin mit allem möglichen, musik, büchern, statusmeldungen etc. wie ein jugendlicher feiern), dass er mir keinen emotionalen rückhalt mehr geben konnte, keine sicherheit... unsere gemeinsamen freunde hat er auch völlig vernachlässigt, die neue clique ist ja toller. dabei sind die auch ganz normal. aber eben was eigenes.
es tut einfach nur weh, auch wenn ich schon gute (halbe) tage habe, an denen mein inneres entspannt. mein herz flüstert meinem kopf dauernd ein, dass sich jetzt jeder weiterentwickeln kann - ich brauche als abschluss dieser phase einen komplett verarbeiteten kummer auch dringend (unglaublicherweise premiere in meinem leben) - und dass man sich dann vielleicht noch mal über den weg läuft... blablabla
sorry, dass das so aus mir herausgequollen ist!!!
andere sichtweisen und blickwinkel helfen mir sicher sehr!
ein schlichtes "vergiss den typ" allein wird nicht reichen, das kennt wohl jede/r. ich kenne seine zwei "auftritte", und im ersten kam alles, was ich mir für den zweiten gewünscht hätte, es ist also prinzipiell drin.
liebe grüße,
sportsfrau.
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 283
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29.03.2009, 22:08
Trennungsschmerz nach schwieriger Beziehung
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30.03.2009, 14:05
AW: Trennungsschmerz nach schwieriger Beziehung
Hallo Sportsfrau,
mit großem Interesse habe ich Deinen Beitrag gelesen, weil es mir fast genauso geht wie Dir.
Diese Löcher, die immer wieder kommen und in die man abtaucht sind wirklich sehr schlimm.
Auf der anderen Seite denke ich, alleine kämpfen kann keiner, und wenn einer nicht mitzieht (aus welchen Gründen auch immer) dann hat es einfach keinen Sinn.
Schaue erst einmal nur auf Dich (wie Du das ja auch vorhast, finde ich total gut) unternehme etwas, trauere, lasse einfach alle Gefühle zu.
Vielleicht willst Du ja nach einer gewissen Zeit gar nicht mehr Deinen "EX" als Freund zurück.
Ich wünsche Dir ganz viel Kraft, und wenn Du willst, können wir uns gerne hier austauschen und uns gegenseitig aufrichten... :-))
LG Gratwanderin
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30.03.2009, 23:51Inaktiver User
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31.03.2009, 00:27
AW: Trennungsschmerz nach schwieriger Beziehung
hallo gratwanderin,Hallo Sportsfrau,
mit großem Interesse habe ich Deinen Beitrag gelesen, weil es mir fast genauso geht wie Dir.
Diese Löcher, die immer wieder kommen und in die man abtaucht sind wirklich sehr schlimm.
schön, dass du dich gemeldet hast. es ist schön zu erfahren, dass sozusagen zeitgleich andere auch kämpfen und man nicht ganz allein ist mit diesen schlimmen gefühlen. (weiß man zwar abstrakt, aber man kann sich ja dadurch noch nicht austauschen....)
magst du mal eben deine geschichte erzählen? oder hast du vielleicht schon einen eigenen thread eröffnet? und wie lange ist es bei dir denn her?
das ist wohl wahr, aber, wenn man wegen der überzeugung gekämpft hat - und es sogar schon mal wieder nach neuanfang aussah, was mir wirklich noch nie passiert ist (wenn man über den anderen noch nicht hinweg ist, sieht das ja aus wie die erfüllung aller träume, weihnachten und ostern zugleich) - und dann "scheitert", ist es irgendwie noch bitterer, als wenn z. b. alles "im sande verlaufen2 wäre.Auf der anderen Seite denke ich, alleine kämpfen kann keiner, und wenn einer nicht mitzieht (aus welchen Gründen auch immer) dann hat es einfach keinen Sinn.
das ist eine der hoffnungen, die ich habe. heute ging es mir gut, ich habe eben zum wiederholten male ein endlostelefonat mit einer neuen bekannten (aus einem anderen forum) geführt, die ich bald erst zum ersten mal besuchen werde, und ich habe häufig mal wieder richtig lachen können! ich bin so froh darüber. ich will nicht immer nur weinen. ich habe heute insgesamt einen guten tag gehabt, und abends habe ich meinen kummer zwar noch im kopf gehabt (ich weiß, dass er eigentlich da ist), aber mal nicht im herzen.Vielleicht willst Du ja nach einer gewissen Zeit gar nicht mehr Deinen "EX" als Freund zurück.
auf jeden fall, liebe gratwanderin! geteltes leid ist halbes leid, es würde mich freuen. bin gespannt auf deine antwort.Ich wünsche Dir ganz viel Kraft, und wenn Du willst, können wir uns gerne hier austauschen und uns gegenseitig aufrichten... :-))
@hillary: du hast insofern recht, als es im zweiten anlauf auch im alltag nicht mehr geklappt hat. es war aber in meinen augen kein problem des alltags (das gefühl, das bei mir ankam, stimmte ja insgesamt nicht mehr richtig), sondern ein innerpersönlicher konflikt, in meinen augen z. t. sein eigener unabgearbeiteter berg. ich tue nämlich etwas gegen meine schacken, mit professioneller hilfe von außen, ich habe da auch einen "stachel" sitzen, der raus muss - aber er, der noch mehr abbekommen hat, wie sich zeigte, macht gar nichts außer wegschieben.
zum anderen muss er sich gerade weiterentwickeln, ich bezeichne es als "menschwerdung" und meine das nicht mal böse, es ist ein sehr verspäteter entwicklungsschub, der für ihn sicher ungemein wichtig ist. ich hatte da aber irgendwie keinen platz mehr, bin auch schon viel weiter, und ich habe auch eindeutig gefordert, dass die gefühlsbasis stimmen muss und ihm gezeigt, dass ich seine distanzmauer spüre. das hat wohl einen zu großen druck auf ihn ausgeübt, weil er dann gemerkt haben musste, dass er das alles so nicht (mehr) bieten konnte.
vielleicht will ich auch nicht wahr haben, dass er sich bisher immer nur dann wirklich öffnen konnte, wenn er kein "commitment" abgeben musste bzw. das gefühl haben konnte, dass es so ganz ernst noch nicht ist. gefühl war sicherlich da, sponst wäre er nicht zurückgekommen (und er wusste ja genau, was er sich "einhandelt", wir hatten alles schon in epischer breite besprochen, da das thema kinder meine beziehung davor zum scheitern gebracht hatte; er wusste, dass ich da keine kompromisse eingehen werde und was ich mir als "lebensplan" vorstelle), und trotzdem ist ei teil seiner persönlichkeit gerade erst dabei, sich in erwachsene richtung zu entwickeln und sich auszuprobieren. dass ich diese pubertäre phase nicht toll fand, hat er sicher auch gespürt, wenn ich nichts dazu sagte. und ich nehme an, dass ihn auch das gebremst hat, sich mir zu öffnen: jemand, der erst eine nachholphase durchlebt, will sich wahrscheinlich mit diesem teil der persönlichkeit noch auf keinen fall so festlegen müssen, auch wenn es der erwachsene teil vielleicht will...
ich wollte auch nicht, dass ihr mir sagt, dass wir bestimmt wieder zusammenkommen werden, ich will ja mich bemühen, schon groß zu sein. ich dachte, vielleicht hat jemand einen gedanken, der mir hilft, besser mit dem schmerz umzugehen, wenn er so akut über einen hereinbricht...
liebe grüße und euch allen danke für die antworten.
sportsfrau.Geändert von sportsfrau74 (31.03.2009 um 00:33 Uhr)
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31.03.2009, 00:43
AW: Trennungsschmerz nach schwieriger Beziehung
Liebe Sportsfrau
Du hast ja geschrieben, dass du eigentlich nicht hören willst, dass du ihn abhaken sollst. Aber als erster und oberster Rat fällt mir zunächst nicht viel anderes dazu ein. Ich verstehe deine Worte vom ersten und zweiten Auftritt anders als hillary, nämlich so, als hätte er zwei Seiten und dass dir die eine soviel wert ist, dass du dich der anderen stellen willst. Ich kenne das sehr gut mit den zwei Seiten, der einen, die so wunderbar ist, dass man glaubt, für diese andere eine ganze Menge in Kauf nehmen zu können. Ich habe mich zuletzt gegen das Kämpfen entschieden und zwar deshalb, weil er diese zweite Seite gar nicht an sich selbst gesehen und auch nicht daran rühren wollte. Ich bin überzeugt, dass man unter solchen Voraussetzungen niemanden aus Strukturen herauslösen kann, auch wenn man glaubt, dass es für den anderen besser wäre. Es klingt ein wenig, als wolltest du deinen Freund retten, aber das kannst du nicht, du kannst ihm nur zur Seite stehen und selbst das würde ich mir gut überlegen. Ich würde auch von meinem Ex schreiben, dass er keinen richtigen Kontakt zu sich selbst und seinen Gefühlen hat, dass er morgens sprichwörtlich in seine Schuhe fällt und je nachdem empfindet. Wie willst du mit so jemandem Verlässlichkeit schaffen, wie kannst du vertrauen? Das weißt du sicher alles. Und genau deshalb würde ich mich fragen, wie es kommt, dass dein Herz und dein Rhythmus dir nicht nachkommt, was in deiner Geschichte dahinter steckt, dass du nicht von ihm loskommst. Du hast geschrieben, dass du vor ihm eine schwierige Trennung erlebt hast. Wie stehen diese beiden Beziehungen in Verbindung, kann es sein, dass du noch etwas aus der alten Trennung in die neue mitbringst? Vielleicht kannst du da mal suchen. Oder an welche andere Beziehung, welche Melodie dich dieser Mann erinnert.andere sichtweisen und blickwinkel helfen mir sicher sehr!
ein schlichtes "vergiss den typ" allein wird nicht reichen, das kennt wohl jede/r. ich kenne seine zwei "auftritte", und im ersten kam alles, was ich mir für den zweiten gewünscht hätte, es ist also prinzipiell drin.
Ich glaube, zu verstehen, dass es dir wie ein wahnwitziger Verlust vorkommt. Und das ist es auch, es ist der Verlust einer Möglichkeit, sein Leben zu verbringen. Weine, schreie, heule: trauere um diese Chance! Manchmal hat mir geholfen, mir vorzustellen, wie wir wirklich dieses Leben verbringen würden, unter den gegebenen Vorzeichen. Ich habe mich nicht glücklich gesehen, gar nicht. Wie siehst du dich mit ihm, in ein paar Jahren? Und was könntest du dazu beitragen, dass sich dies positiv darstellt? Wenn es nur Dinge gibt, die er tun könnte und die außerhalb deines Einfluss liegen, könntest du das aushalten und hättest du soviel Geduld und Hoffnung, das euch das beide für eine für dich unabsehbare Zeit trägt? Und möchtest du dich auf ein solches Leben einstellen? Du klingst ziemlich aktiv, beruflich gut situiert, dein Nick nach jemandem, der gerne selbst was tut.
Was mir noch geholfen hat, klarer zu sehen: mir bewusst zu werden, was er macht, was an ihm ist, was mir so einzigartig vorkommt, das ich glaube, niemand sonst könne es mir geben. Als ich es rausgefunden hatte, konnte ich abwägen, ob dieses Gefühl all die negativen Komponenten aufwiegt.
Das wars von mir, viel Glück in dieser Zeit
MirageSehnsucht............... Weltschmerz...............Eleganz
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31.03.2009, 12:44Inaktiver User
AW: Trennungsschmerz nach schwieriger Beziehung
Mirage,
das hast du wunderschön beschrieben.
Man kann nicht in den Schuhen des anderen gehen.
Wir treffen im Leben immer wieder auf Menschen, die mit uns ein Stück gehen und irgendwann stimmt das Tempo, das Ziel nicht mehr.
Was dann? Warten, anderes Ziel? Sich für den anderen ändern?
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31.03.2009, 13:51
AW: Trennungsschmerz nach schwieriger Beziehung
Hallo Sportsfrau,
hier kurz meine Geschichte, will ja nicht Deinen Tread sprengen
Ich war mit meinem Partner 5 Jahre zusammen. Am Anfang war alles wunderbar, aber nach ungefähr zwei Jahren, wurde sein Verhalten immer eigenartiger.
Vorletztes Jahr im September trennte er sich dann von mir. Horror. Ich habe alles, wirklich alles getan um ihn zurückzugewinnen. Und tatsächlich, am nachfolgenden Fasching, kam er zu mir nach Hause und meinte, wir sollten es noch einmal miteinander probieren.
Genauso, wie Du es in Deinem Eingangspost geschrieben hattest: Wir waren zwar wieder zusammen, aber er war irgendwie immer abwesend.
Auf Der einen Seite hat er mich seiner Mutter vorgestellt, mir immer wieder beteuert, wie sehr er mich liebt, mit mir sehr viel mehr als früher unternommen, aber auf der anderen Seite war mein Bauchgefühl, dass mir gesagt hat: Irgendetwas stimmt nicht.
Tatsächlich, nach einem gemeinsamen Urlaub dann das erst Mal wieder Rückzug (angemeldet, ein paar Tage). Trotzdem versuchten wir es weiter.
Tja, aber diese Rückzüge steigerten sich dann immer mehr. Da ich noch an ihm hing, und eigentlich keine Frau bin, die sich davon verunsichern lässt, wenn der Partner mal ein paar Tage Freiraum braucht, war dies zwar kein großes Problem, aber es fing doch mehr und mehr an mich zu verunsichern.
Mein Fehler bestimmt in dieser Situation, durch meine Unsicherheit fragte ich öfter z.B. liebst Du mich noch, was ist denn los etc. was ihn immer ziemlich wütend machte.
Tja, der letzte Rückzug von ihm dauerte zwei Wochen, und da war bei mir einfach rum.
Ich konnte und wollte das nicht mehr mitmachen.
Jetzt schwanke ich ziemlich hin und her (die wohl gewöhnlichen "Achterbahnfahrten in einer Trennungssituation) manchmal wirklich von Himmelhochjauchzend, dass das alles ein Ende hat bis zu Tode betrübt (vielleicht wäre doch noch was gegangen etc).
So, das war meine Geschichte, und ich hoffe, sie bleibt es auch, weil sich mein Ex-Freund nach wie vor bei mir meldet und es wirklich schwierig ist, konsequent zu bleiben.
Aber wie geht es Dir denn inzwischen? Ich finde du wirkst schon sehr überlegt.
Den Beitrag von Mirage fand ich sehr gut, habe mir daraus einige Erkenntnisse ziehen können.
Freue mich schon, von Dir zu hören
Grüße
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01.04.2009, 09:00
AW: Trennungsschmerz nach schwieriger Beziehung
Hallo zusammen!
Ich hätte nie gedacht, daß ich irgendwann in diesem Forum posten würde. Aber weil der Thread hier auch auf mich passt, tue ich es.
Mein Freund hat gestern abend aus heiterem Himmel nach knapp einem Jahr Beziehung mit mir Schluss gemacht. Er war zuvor sechs Wochen in einer psychosomatischen Kur. Diese hat er aufgrund von Burn Out und seiner Trennung bzw Scheidung von seiner Frau, die noch läuft, gemacht. Er kam direkt aus der Klinik zu mir und hat mir seinen Entschluss mitgeteilt. Ich erkenne ihn nicht mehr wieder. Das ist nicht der Mann, der vor sechs Wochen geweint hat, weil er mich nun so lange nicht sieht und der mich nochmals beteuert hat, wie glücklich er ist, daß er eine Frau wie mich an seiner Seite hat.
Die Begründung für die Trennung von seiner Seite ist, daß er mich nicht lieben würde. Und das sagt mir der Mann, der mir mindestens einmal am Tag "Ich liebe dich" gesagt und es viel mehr noch gezeigt hat. Ich habe meinem Freund letztes Jahr über seine Trennungsphase hinweg geholfen, ich habe ihn immer unterstützt bei allem und versucht, stark zu sein für uns beide. Nun geht es mir aktuell sehr schlecht, da ich meinen Job verloren habe. Dieser Kündigung ging monatelanges Mobben voraus. Mein Freund weiss das auch. Ich war die letzte Woche so voller Wut und Hass und habe mich auch mehrmals telefonisch bei ihm ausgeheult.
Er hat mir dann gestern ein paar Beispiele genannt, wo ich ihn, seiner Meinung nach, nicht fair behandelt habe. Wobei ich ihn zu Beginn und in unserer Beziehung immer wieder gebeten habe, bitte zu sagen, wenn etwas los ist oder ihn etwas bedrückt. Dies hat er einfach nicht getan oder zu wenig. Nun zieht er wohl die Notbremse, weil er mich nicht unterstützen kann und will.
Ich habe ihm gestern gesagt, daß ich als erste Frau nach seiner Ehe sowieso, meiner Meinung nach, keine Chance hatte. Die Frau nach mir hat bessere Karten. Und daß ich mir von ihm ausgenutzt vorkomme, weil ich immer für ihn da war in schwierigen Zeiten. Dies hat er vehement bestritten, er hätte mich nicht ausgenutzt. Aber was soll ich dann denken, wenn ich diesem Mann wieder Kraft und Stärke gegeben habe, sein Leben in den Griff zu bekommen und er tut dies nicht für mich? Ist er einfach zu schwach für mich oder stösst ihn meine jetzige schwache Phase ab?
Ich weiss es einfach nicht. Aktuell ist der Schmerz über den Verlust einfach zu gross. Wir hatten viele schöne Zeiten, Urlaube, Feste, Gespräche.... Ich weiss nicht, wie es weiter gehen soll, zumal ich aktuell nicht mal einen Job habe, der mich ablenkt.
Vielleicht hat ja einer von Euch einen Rat für mich.
Traurige Grüße
SternenfrauKeine Zukunft kann wieder gutmachen, was man in der Gegenwart versäumt.
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01.04.2009, 09:24
AW: Trennungsschmerz nach schwieriger Beziehung
toll, dass ich her schon so schnell antworten erhalte - vielen dank an alle!
@mirage: ich habe mich wahrscheinlich missverständlich ausgedrückt: ich weiß ja schon für mich, dass ich durch den trennungsschmerz gehen muss, ich wollte nur ausdrücken, dass ein einfacher satz wie "vergiss den typ" mir auf diesem weg keine erleichterung oder einsichten bringt.
du hast vollkommen recht, dass der zeitpunkt damals ungeeignet war, und es stimmt auch, dass es aus meiner kindheit eine melodie gibt, die mich zu diesen männern gebracht hat. ich arbeite das momentan mit hilfe von außen auf, weil ich einfach keine lust mehr auf weitere bauchlandungen habe.
leider bin ich momentan behindert durch den liebeskummer, aber auch das braucht ja seine zeit. seit vorgestern geht es mir schon ganz gut, bin in einer guten phase. ich habe nicht einmal geweint, vorgestern abend sogar mit einer (mir noch persönlich unbekannten bekannten) am telefon richtig lachen können, und gestern ging auch ganz gut, obwohl ich in der nacht wieder von ihm geträumt hatte. allerdings war der traum schon realistischer als die davor, und es kam auch meine wut auf ihn darin vor.
@hillary:
nein, ich würde mich nicht für den anderen ändern wollen. aber an gratwanderins beitrag sehe ich, dass es manchmal menschen gibt, die dann, wenn es ernst werden soll, plötzlich kalte füße kriegen, weil sie selbst so viel ramsch mit sich herumschleppen. man kann das nur ganz schwer schlucken, weil man sie ja mal anders kennengelernt hat, und man will dann dieses andere die ganze zeit zurück haben.
@gratwanderin:
schöne ka... , klingt tatsächlich ein bisschen ähnlich wie meine geschichte. dieses plötzlich "abwesende" verhalten. es ist schrecklich, weil man den anderen anders kennt, ich weiß das genau. nur das lässt einen dann erst mal weitermachen, weil man hofft, dass man wieder so zueinanderfindet wie vorher.
wobei meiner und ich ja nie richtig unbelastet zusammen waren. ich habe den fehler geacht, in einem alten tagebuch zu lesen, neulich, da stand ganz offen drin, dass ich ihn 2007 trotz viel gefühls nicht für denjenigen hielt. ich dachte echt total oft, wenn die altlasten wieder brummten, es kommt irgendwann ein anderer daher. erst im moment des drohenden verlustes gab es bei mir einen reset, und ich wusste nach zwei monaten inneren kampfes, dass ich ihn doch liebe und dass ich es richtig mit ihm versuchen will. und dann brauchte ja er noch 3,5 weitere monate.
und in dem tagebuch stand es blau auf weiß, zu wieviel nähe er in der lage war - als er nicht denken musste, ich würde ganz ernst machen und würde diese tiefe und nähe wirklich erwarten oder "einfordern". er kam immer besonders dann an, so wie auch später, wenn ich mich auf einen gewisen abstand von ihm begeben hatte. also auch noch beziehungsangst!
ich habe immer nur mit rückzug reagiert und mit dem versuch, mein eigenes leben weiterzuleben. ich glaube, das hat er gespürt, und er hatte wohl dann doch angst, mich zu verlieren. seine entscheidung, das bestätigte er mir zweimal, sei eine emotionale gewesen, und er habe auch gewusst, dass es die richtige gewesen sei. trotzdem war er gleich von anfang an "abwesend". darauf angesprochen (von mir, in der urlaubswoche im juli08, zum "zusammenfinden"), bestätigte er ja auch, dass er irgendeine bremse im kopf habe, die ihn hindere, sich zu öffnen, es würde ihn selbst nerven, aber er könne es nicht abstellen. vielleicht war das damals schon nicht mehr seine ex, was er erst wieder vermutete, sondern bindungsangst, angst, nochmal zu scheitern, angst, von mir noch mal durch trennung verletzt zu werden. ich habe das alles gar nicht so gesehen, wusste nicht, was los ist.Ich habe alles, wirklich alles getan um ihn zurückzugewinnen.
furchtbar. damit kann ich nicht leben. ich brauche niemanden, der mir sagt, dass er mich liebt, ich muss es auf diese art, dass er sich mir öffnet, spüren können. deswegen drehte ich nach kurzer zeit schon total am rad, war ja auch eh ziemlich entkräftet von der zeit davor. da hatte ich schon angefangen, mich für mich mit altem kram zu befassen, aber nicht strukturiert eben, und nur für mich.Genauso, wie Du es in Deinem Eingangspost geschrieben hattest: Wir waren zwar wieder zusammen, aber er war irgendwie immer abwesend.
haargenau so war's auch bei mir! eine bekannte sagte es mit fast denselben worten zu mir: "etwas lässt dich nicht zur ruhe kommen." es war die ganze zeit mein bauch, der funkte und morste. das zermürbt schrecklich! aber es ist interessant, dass du das auch ganz genauso hattest, trotz "physischer rückkehr" deines partners.... aber auf der anderen Seite war mein Bauchgefühl, dass mir gesagt hat: Irgendetwas stimmt nicht.
mensch, auch das kenne ich.Tja, aber diese Rückzüge steigerten sich dann immer mehr. Da ich noch an ihm hing, und eigentlich keine Frau bin, die sich davon verunsichern lässt, wenn der Partner mal ein paar Tage Freiraum braucht, war dies zwar kein großes Problem, aber es fing doch mehr und mehr an mich zu verunsichern.
ich brauche nur diese sicherheit, wenn ich die habe, kann ich den anderen auch mal gut ziehen lassen. ich habe ihn sich sogar weiterhin mit seiner zwischenfrau treffen lassen, weil ich - auch von ihm selbst, der mir das mal erklärte - wusste, dass sie für ihn wichtig ist (erste person, die er nicht "geerbt", sondern selbst aktiv zur so-freundin gemacht hatte) und dass es für ihn vorbei sei, sie aber noch als gute freundin in der clique war. und er ist wirklich niemand, der das nur erzählt, um weiter mit der anderen herumzumachen, auch das wusste ich.
für die frage, ob mich jemand noch liebt, war ich schon immer zu stolz. die habe ich noch niemandem gestellt, bis heute nicht. aber ich wies ihn immer wieder darauf hin, dass etwas nicht stimmte und ich das spürte. ich sagte ihm, dass ich mich von ihm im stich gelassen fühle, wenn er wieder nicht reagierte, dass er zunehmend eine "böse" rolle bei mir einnehme, weil es jetzt um die gefühle zwischen uns ginge und er mich da so oft allein lasse. ich stocherte auch, dass ich einfach nicht an ihn herankäme, und ich sagte ihm direkt auf den kopf zu, dass ich seine distanzmauer spürte. er konnte sich also vor mir nicht verstecken. er hat allerdings weniger mit wu als vielmehr mit "aussitzen" und "wegschieben" reagiert. der wusste überhaupt nicht, was er machen sollte, das denke ich heute.Mein Fehler bestimmt in dieser Situation, durch meine Unsicherheit fragte ich öfter z.B. liebst Du mich noch, was ist denn los etc. was ihn immer ziemlich wütend machte.
du machst jetzt deinem nick alle ehre.Jetzt schwanke ich ziemlich hin und her (die wohl gewöhnlichen "Achterbahnfahrten in einer Trennungssituation) manchmal wirklich von Himmelhochjauchzend, dass das alles ein Ende hat bis zu Tode betrübt (vielleicht wäre doch noch was gegangen etc).

bis vor wenigen tagen hatte ich das auch noch, gratwanderin. es ist jetzt bei mir das erste mal, dass ich tage am stück vergleichsweise gut drauf bin und nicht geweint habe! man kann ja auch mal kurz weinen, weil es "aufwallt", das war bisher die letzten wochen eigentlich so gut wie jeden tag so.
um gottes willen, das würde ich an deiner stelle unterbinden! das ist nur eine droge, die wir junkies nicht ablehnen. aber ich weiß für mich, dass es mir nichts bringen würde. meiner meldet sich eh nicht. er war auch derjenige, der die worte aussprach. er weiß, denke ich, dass er mich jetzt eh nicht belämmern kann, und meine therapeutin meint, dass er momentan sicher eh keine ambitionen habe, sich mit mir auseinanderzusetzen. der wird eher durchatmen, dass er nicht mehr im "kreuzfeuer" steht, dem ich ihn ausgesetzt habe. er hat sich vollkommen verhoben und hat gemerkt, dass er sich weder vor mir verstecken noch das bieten kann, was ich mir wünsche.So, das war meine Geschichte, und ich hoffe, sie bleibt es auch, weil sich mein Ex-Freund nach wie vor bei mir meldet und es wirklich schwierig ist, konsequent zu bleiben.
heute ist es, glaube ich, tag 41 ohne kontakt. und ich werde weiter durchhalten, es muss sein, und es wird auch schon besser.
an deiner stelle würde ich deinen ex wirklich eindringlich bitten, für eine bestimmte vereinbarte zeit absolute funkstille zu halten. am besten im monatsbereich, 2 monate oder so, vielleicht mehr. das wird erst furchtbar weh tun, aber ich merke gerade selber, dass es auch beim heilen hilft. wenn er sich dauernd meldet, ist er immer wieder unerreichbar präsent, und das reißt deine wunde jedes mal von neuem wieder frisch auf. es ist nicht gesagt, dass es nie mehr kontat gibt, das sage ich mir momentan selbst. aber jetzt ist noch nicht der zeitpunkt dafür. ich muss erst durch das hier alleine durchgehen. und ich glaube, ehrlich gesagt, das solltest du auch.
es ist dein ex, du musst dich daran gewöhnen, und so frisch nach einer trennung hat er in deinem leben einfach nichts zu suchen. er hat dich verletzt, er hat euch ja quasi auch "aufgegeben" (so schrieb es mir gestern eine bekannte), sonst wärt ihr ja noch zusammen.
diese physische anwesenheit und diese rückzüge sind schließlich das mangelhafte verhalten. es ging jeweils von deinem und meinem ex aus, warum es grundlegend nicht mehr klappte.
bin ich inzwischen auch. aber das kann sich morgen schon wieder ändern. nein, ehrlich gesagt, ist die grundstimmung schon so, dass ich mich selbst nicht verliere, und ich habe eh den fehler, immer alles totzuhirnen und zu analysieren. dieses mal mache ich das aber nicht, denn ich habe schon während der "beziehung" zu viel nachgedacht und gelitten. jetzt mag ich nicht, habe auch erkannt, dass es mir nichts mehr bringt, und jetzt, wo die gefühle etwas weniger akut sind, brauche ich auch die 1000 erkläreungen nicht mehr.Aber wie geht es Dir denn inzwischen? Ich finde du wirkst schon sehr überlegt.
von meinen ersten wochenenden nach der trennung brauche ich dir wohl nichts zu erzählen... es waren existenzielle ängste und ein fast unaushaltbarer verlustschmerz, die mich gequält haben. wenigstens hatte ich mir vorgenommen, da durchzugehen wie durch eine krankheit (ich stelle mir immer magen-darm-grippe vor, bei der es einem saudreckig geht und bei der man null tun kann), die ich erdulden und durch die ich hindurch muss, ohne etwas beschleunigen zu können.
das ist jetzt wohl unsere oberste aufgabe: alles einfach aushalten und abwarten, bis der verlustschmerz nachlässt. bei mir hat es schon ein bisschen angefangen, glaube ich.
alles liebe, ich hoffe, auch du gerätst bald in etwas ruhigeres fahrwasser, gratwanderin.
bis bald, ich freue mich auch schon auf deine antwort!
liebe grüße,
sportsfrau.
p.s.: tippfehler raus
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01.04.2009, 19:13
AW: Trennungsschmerz nach schwieriger Beziehung
hallo sternenfrau,
leider habe ich deinen beitrag heute morgen komplett übersehen, war wohl noch nicht wach - sorry!!! dein bild gefällt mir, hat auch was von sesamstraße oder muppets (ich erkenne das teil nicht, kenne mich auch nicht wirklich gut aus)
ach je, mensch. komm mal herMein Freund hat gestern abend aus heiterem Himmel nach knapp einem Jahr Beziehung mit mir Schluss gemacht. Er war zuvor sechs Wochen in einer psychosomatischen Kur. Diese hat er aufgrund von Burn Out und seiner Trennung bzw Scheidung von seiner Frau, die noch läuft, gemacht. Er kam direkt aus der Klinik zu mir und hat mir seinen Entschluss mitgeteilt. Ich erkenne ihn nicht mehr wieder. Das ist nicht der Mann, der vor sechs Wochen geweint hat, weil er mich nun so lange nicht sieht und der mich nochmals beteuert hat, wie glücklich er ist, daß er eine Frau wie mich an seiner Seite hat.
bei mir ist es ja auch grad erst ende februar gewesen, ich weiß, glaube ich, in etwa, in welcher phase zu grad bist, wahrscheinlich noch halb betäubt...
es liest sich tatsächlich, als hätte sich bei ihm irgendwas durch diese kur geändert. und es erscheint mir auch, dass er für die beziehung mit dir noch gar nicht frei war (ist immer dreck, hatte ich selbst auch seit 2006, mit dem menschen, wegen dem ich hier gepostet habe).
das ist hart. aber es muss nicht mal stimmen. möglicherweise ist da liebe, aber sie reicht nicht, um ihn die beziehung mit dir weiterführen zu lassen. vielleicht schleppt er ja auch noch einen eigenen berg mit sich herum. diese absage ist natürlich die wirksamste, wenn man es selbst nicht weiß. ist aber nur spekulation, vielleicht hat er es tatsächlich jetzt erst gemerkt. finde ich dann aber komisch, dass er dir seine liebe auch zeigen konnte, dass also auf der gefühlsebene genau das bei dir ankam. wir frauen sind ja meist nicht so stumpf *übereinenkammscher*Die Begründung für die Trennung von seiner Seite ist, daß er mich nicht lieben würde. Und das sagt mir der Mann, der mir mindestens einmal am Tag "Ich liebe dich" gesagt und es viel mehr noch gezeigt hat.
fest steht, es geht dir auch hier wie mir: du wirst es vermutlich nicht ergründen, was in ihm wirklich vorgeht. wir müssen jetzt erst einmal mit der jeweiligen uassage des anderen, dass die beziehung nicht weitergeht, klarkommen. bei mir war es ja auch keine so große überraschung...
dazu fällt mir nur ein: so sind se. kommt mir total bekannt vor! bei mehreren...Er hat mir dann gestern ein paar Beispiele genannt, wo ich ihn, seiner Meinung nach, nicht fair behandelt habe. Wobei ich ihn zu Beginn und in unserer Beziehung immer wieder gebeten habe, bitte zu sagen, wenn etwas los ist oder ihn etwas bedrückt. Dies hat er einfach nicht getan oder zu wenig.
ohne es zu wissen, glaube ich das auch nicht. wenn bei dir so viel ankam, dann war da auch was. ich dneke, er wollte es auch, er wollte auch, dass die beziehung funktioniert. vielleicht ist ihm jetzt, mit dem abstand von dir, zum ersten mal klar geworden, dass es nicht klappt? ...Und daß ich mir von ihm ausgenutzt vorkomme, weil ich immer für ihn da war in schwierigen Zeiten. Dies hat er vehement bestritten, er hätte mich nicht ausgenutzt.
da war ich ganzu neulich auch noch! das ist schrecklich. ich lasse den schmerz immer dosiert heraus, habe dann aber fast immer schon folgetermine oder telefonattermine parat, um aus dem loch wieder "gerettet" zu werden. ich habe den tipp bekommen, mir manches nicht immer so genau vorzustellen, z. b. die schönen sachen. nicht jetzt. schieb sie erst mal weg, so gut es geht, mit aller kraft!Aktuell ist der Schmerz über den Verlust einfach zu gross. Wir hatten viele schöne Zeiten, Urlaube, Feste, Gespräche....
ich muss das auch lernen, weil ich das gegenteil eines verdrängers bin, ich bin "der analysierer" und "nicht-ausweicher".
vielleicht tröstet es dich, wenn ich dir sage, dass momentan nichts als der kalte entzug hilft. er hilft tatsächlich! der andere wird einem fremd, und allmählich lässt der schmerz auch nach. es ist wie ein gefühl unter einer hauchdünnen schicht, das nicht mehr zu einem durchdringt, wenn es eine der besseren phasen ist. und man stellt nach einiger zeit fest, dass das leben weitergeht - auch ohne den anderen.
such dir was, das dich raus bringt, tu was, das du zuvor nicht getan hast.
ich treffe mich gleich mit einer noch fremden, über ein freizeitportal (new-in-town :log in to go out | Einfach neue Freunde in Deiner Stadt finden) aufgetan. neue leute kennenlernen, ggf. auch solche, die in gleicher lage sind, tut ugemein gut, ehrlich!
muss los, alles liebe,
sportsfrau.


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