liebe arwen,
zum jahreende und auch durch deine fragen ausgelöst habe ich einen alten strang durchgelesen (er hatte 1500 seiten!!!).
vor etwa einem jahr, einige monate nach meinem zusammenbruch, habe ich dort aufgeschrieben, was mit mir abgelaufen war:
und jetzt, ein jahr später, denke ich, dass ich ein ganzes stück weiter gekommen bin mit meiner erdung.das loslassen der vorstellung, das alles vom kopf aus geregelt werden kann, halte ich für mich für sehr wichtig, die balance meiner "zustandsformen", meiner erdung, meines nähe-distanz-vehaltens,meiner kommunikation, ist ja auch in meinem körper wichtig.
ich habe meine leben lang "nach außen" gelebt und dabei die stabilität in mir verloren.
äußerlich bin ich geerdet, meine familie ist stabil, mein arbeitsplatz, mein umfeld, nur in mir selbst, meinem körper...da ist großes durcheinander.
ich habe immer nach einer männlichen ergänzung gesucht, um das auszugleichen, mein konzept war der gegenseitige halt.
ich finde das konzept nach wie vor sehr schön, aber es ist eben nicht so. deshalb bin ich "ausgerutscht", ich war in schieflage ohne eine zweite person, die halt gibt.
vielleicht lerne ich nun ein stück weit, wieder gerade zu stehen und die erdung zu behalten.
eines allerdings musste ich lernen: schnell geht das alles nicht, abkürzug gab es keine.
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so weit dazu. und jetzt wieder zu dir: wie geht es dir heute?
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26.12.2008, 17:53Inaktiver User
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26.12.2008, 18:17Inaktiver User
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26.12.2008, 18:49Inaktiver User
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dobby, darüber hinaus, und das nehmen wir frauen in dieser situation so spät wahr, geht es hier um das loslassen eines lebenskonzeptes, nämlich der heilen familie, die aus vater, mutter und kindern besteht.Und es kann gar nicht schnell gehen, gerade wenn einem ein Mensch ans Herz gewachsen ist.
den menschen loszulassen fiel mir sogar weniger schwer als dieses "einzig-mögliche-heile-welt-konzept".
schon komisch.
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26.12.2008, 18:59Inaktiver User
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So komisch finde ich das eigentlich nicht.
Ich nenne es "Projektion", d.h. der Mensch ist eigentlich gar nicht so wichtig (oft wurden wir schon betrogen, verarscht, verlassen, übelst psychisch misshandelt uvw.), verharren aber trotzdem in der Situation und kommen da nicht raus.
Dass der Mensch uns nicht (mehr) gut tun, wissen (!) wir.
Wir trauern daher - wie du schon sagst - der Situation nach, dass da jemand ..... (heile Welt Beziehungs Kiste), und zwar nur mit diesem uns schlecht behandelnden Menschen.
Dabei gibt es noch ganz andere Möglichkeiten, Perspektiven, der Mensch, der uns schlecht behandelt hat, ist nicht für unser Seelenheil zuständig. Frauen, die genau in dieser Rolle drinhängen, schreiben dann hier häufig auch so etwas ("Der hat mein Leben zerstört", "Ich kann nicht mehr weiterleben ohne ihn"). Natürlich spielt da ganz viel Angst auch noch mit, Angst vor allem Neuen, aber ich denke, das müssen wir im Leben aushalten können, schon seit wir geboren wurden sind: Es gibt keine Sicherheit, Stagnation bis zum Lebensende. Leben ist Bewegung, Veränderung, Weiterentwicklung......
Ich glaube, dass der Weg des Loslassens beginnen kann, wenn wir unser dieser feinen Unterschiede (Mensch vs. Position/Situation/Projektion) bewusst werden.
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26.12.2008, 19:04Inaktiver User
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genau.Ich nenne es "Projektion", d.h. der Mensch ist eigentlich gar nicht so wichtig (oft wurden wir schon betrogen, verarscht, verlassen, übelst psychisch misshandelt uvw.), verharren aber trotzdem in der Situation.
Dass der Mensch uns nicht (mehr) gut tun, wissen wir.
und darüber hinaus beschönigen wir jeden stress, jede unangenehme situation, die wir mit dem menschen erlebt haben.
ist aber auch klar: schließlich müssen wir unser halbes leben rechtfertigen. und da ist es einfacher, zu sagen: "es war doch alles ok und richtig , warum ist er gegangen?"
ich habe das alles ja auch gemacht, all diese rechtfertigungen.....
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27.12.2008, 01:39
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hey zwischenrose und hey dobby (heute ohne hüpfenden weihnachtsmann),
meine güte, wo fang ich an, ihr habt so einen riesen berg interessanter und wahrer sachen geschrieben.
genau, diese heile-welt-familien-idee ist auch in meinem kopf.
ihr habt ja schon so einiges durchgemacht, ich lese und möchte lernen....
sich von diesem kozept zu trennen, ist so fies innen drin. loslassen fällt mir sowieso echt schwer, da werd ich sentimental.
wenn man mal ehrlich ist, sind solche formulierungen wie : er hat mich unglücklich gemacht, er hat mir das gefühl gegeben, das...usw. falsch. die gefühle macht man sich selber, nicht der andere, aber je mehr ich hier überall lese, desto mehr komme ich zu der erkenntnis, das dinge zeit brauchen, damit sie reifen und zum verstehen.
und eigentlich finde ich das bitter, hätte ich doch gern alles möglichst gestern geklärt.
ich dachte immer, ich kenne meinen ex in und auswendig. er war immer kompromisbereit, kam immer wieder an, damit wir über dinge sprechen konnten, aber wenn ich recht bedenke und mich zurück entsinne, war da auch ein haufen unehrliches zeug. z.b. hatten wir schulden, von denen ich nichts wußte, war eine zeitlang nicht krankenversichert als ich in unserer firma mitgearbeitet habe...
er sagt entweder, ich hätte zu sehr gemeckert, wenn ich es gewußt hätte oder er wollte mich nicht aufregen.
hätte man damals schon genauer hingucken müssen, wie`s läuft?
aber ich dachte trotzdem, alles kommt klar, denn er hat mich immer zum lachen gebracht, war immer für mich da.
sich davon zu trennen, ist so bitter.
tja, zwischenrose, wie geht er mir heute?
ich hab lange geschlafen (die jungs haben bei ihm übernachtet), die mädchen sind ja 16jahre alt, die muß man irgendwann aus dem bett prügeln:-), er brachte die jungs nachmittags zurück, ist dann noch eine weile geblieben, ich bin zu bekannten auf ein käffchen geflüchtet, und heute abend hatte ich lieben besuch.
eigentlich ein schöner tag, wenn man das kopfkarussell abstellen könnte.
ich wünschte mir nur, ich könnte mal endlich so richtig wütend auf ihn werden, dabei hab ich eher momente, in denen ich vor lauter trauer nicht weiß, wohin mit mir.
denn selbst, wenn man viel vor hat, muß man am ende doch allein durch den schlamassel, auch wenn man hier kraft tanken kann.
wie schön, dass es euch gibt
arwen
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27.12.2008, 02:01Inaktiver User
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liebe arwen,
wenn ich etwas vorschlagen darf?
mir hats geholfen.
ich habe tagebuch geschrieben. und dann liest du eine woche zurück, einen monat und du merkst wie du weiter kommst.
wie oft hatte ich schon das gefühl ich trete auf der stelle. ein blick zurück und ich wusste- hey, du packst das.
schreib auf, was an rechnungen kam, warum du mit dem postboten gezackert hast, alles was dir durch den kopf geht.
ich habe mir über internet ein tagebuch eingerichtet. und schreibe daran seit langem. hat den vorteil ich kann auch nachträglich noch einfügen.
mir hilfts.
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27.12.2008, 02:56
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hey brighid,
du bist ja hier auch zu so "unchristlichen zeiten" unterwegs. :-) hast du gearbeitet?
weißt du, es kommt immer auf den ratschlag an, auf das "warum gibt mir jemand einen, wer gibt mir einen".
ist es sowas wie "ich weiß-alles-besser" oder "ich-bin-besser".
aber ich habe den eindruck, ich kann deine ratschläge für mich nehmen. sie sind ernst gemeint und versuchen, hilfreich zu sein.
und stell dir vor, ich habe gestern von meiner schwägerin -und das glaubt kein mensch- ein tagebuch geschenkt bekommen. ich war mir nur unschlüssig, ob ich da reinschreiben soll.
aber ich glaub, ich versuch`s.
danke.
wie ist es denn dir ergangen die letzten stunden/tage? denkst du noch viel an ihn? über deine geschichte weiß ich gar nicht so viel, ich muß das mal nachlesen.
schlaf gut, liebe brighid
arwen
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27.12.2008, 03:22Inaktiver User
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och menno, jetzt hatte ich eine so schönen text zusammen. und jetzt isser weg. mist.
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27.12.2008, 03:24Inaktiver User
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meine geschichte in kurzform:
mit 18 kennengelernt. mit 23 und 28 kamen die kinder. mit anfang dreissig gesundheitliche probleme und die erkenntnis, dass er sich nur um sich selbst dreht.
mit 38 die erkenntnis, was mir in meiner ehe fehlt.
mit 46 bin ich gegangen.
nach seiner ansicht: wechseljahre, nachtschicht, hormone, vollmond.
ausser ihm hat es niemanden überrascht, dass ich ging.


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