... hatte ich eine Arbeit, ein Zuhause, eine Aussicht auf ein Kind und einen Partner. Jetzt hab ich nur noch eine Arbeit.
Bis zuletzt hatten wir vereinbart, dass ich an Weihnachten die Pille absetze. Vor drei Wochen noch hat er einer Bekannten erzählt, dass wir nächstes Jahr ein Kind möchten. Dieses Wochenende wären wir eigentlich auf Kurzurlaub in Barcelona gewesen.
Jetzt hat er mich abgesägt und seit zwei Wochen nicht einmal gefragt, wie es mir geht. Ich hatte bei ihm gewohnt, wir hatten gemeinsam alles eingerichtet. Jetzt bin ich provisorisch in einem Zimmer mit Bett bei einer Bekannten im Haus untergekommen. Und ich finde noch nicht einmal eine WG (alleine leben kriege ich jetzt beim besten Willen nicht hin).
Es wurde ihm alles zuviel, ich habe ihn ausgesaugt und zu etwas gemacht, was er nicht sein wollte. Er hat sich meinetwegen negativ verändert und ist nach zwei Jahren aus einem "Bösen Traum" aufgewacht. Soweit seine Seite.
Jetzt bin ich allein, heimatlos, depressiv, fast 30, mit der Angst vor der Kinderlosigkeit und der Frage was bloß so furchtbar schiefgegangen ist... Ich weiß nicht mehr, wozu am Leben bleiben... Und er fehlt mir so sehr....
Bitte helft mir ein bisschen.....
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Ergebnis 1 bis 10 von 57
Thema: Vor zwei Wochen noch...
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10.11.2008, 11:20
Vor zwei Wochen noch...
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10.11.2008, 11:27
AW: Vor zwei Wochen noch...
Hey, lass Dich ein bißchen drücken
Gibt es Freunde, Bekannte, Eltern, Geschwister, die Dich auffangen können. Wo Du weinen und trauern kannst?
Sonst sind wir hier,hören zu und trockenen Tränen und haben Verständnis.
Glaub an Dich und allein bist DU hier nicht.
LG
KyaraLG Kyara
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"Ich würde lieber stehend sterben, als auf den Knien zu leben!"
Stéphane Charbonnier - "Charb"
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10.11.2008, 11:52
AW: Vor zwei Wochen noch...
Danke Kyara!
Ja, meine Freunde und meine Mama und meine Schwester sind schon telefonisch da. Aber eben auch nicht immer, und auf die Dauer nervt es die ja auch. Und was können die schon tun? Reden ändert ja auch nichts.
"Kopf hoch und nach vorne gucken" heißt es immer nur. Und "irgendwann muss das doch mal gegessen sein". Haha.... Die sind alle glücklich verpartnert und haben meist auch noch Kinder. Und ich nicht mal nen Grund, morgens aufzustehen.
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10.11.2008, 12:08
AW: Vor zwei Wochen noch...
Meinst Du wirklich, dass es Deine Familie nervt, wenn Du ihnen von Deinem Gefühlschaos erzählst? Oder hast Du ehr Angst, ihnen zur Last zu fallen?
Reden ändert schon was, zumindest ist das meine Erfahrung.
Mir hat damals (Trennung vor 10J.) geholfen, alle Gedanken und Gefühle laut auszusprechen und somit mein Gedankenchaos zu entknoten.
Es hat irgendwie Raum geschaffen, um neue Denkansätze überhaupt zuzulassen. Vorher war das ehr wie in einer Hamsterrolle. Alle Gedanken und Gefühle drehen sich immer nur im Kreis.
Hat er keine Gründe genannt, warum er erst jetzt aus dem "bösen Traum" aufgewacht ist?
Ich meine, er verkündet, dass ihr ein Kind haben werdet, dass ihr Euer Leben gemeinsam verbringen wollt ... und dann dieses Erwachen?
Ist doch merkwürdig. So ohne vorherige Anzeichen. Hast Du keine Veränderungen an ihm bemerkt?
KyaraLG Kyara
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"Ich würde lieber stehend sterben, als auf den Knien zu leben!"
Stéphane Charbonnier - "Charb"
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10.11.2008, 12:22
AW: Vor zwei Wochen noch...
Nein, ich denke schon, dass sie kein Problem damit haben, für mich dazusein. Aber ich komme trotzdem nicht weiter und drehe alles dreißigmal im Kopf herum, selbst wenn ich mit jemandem geredet habe. Und wer will schon dreißigmal dasselbe hören, und immer nur das eine Thema? Ich komm da einfach nicht raus...
Wir hatten schon seit einigen Wochen Schwierigkeiten. Ich leide unter zeitweisen depressiven Verstimmungsphasen und starken Verlustängsten. Das hat ihn sicherlich überfordert. Das sehe ich auch ein. Ich habe eine Therapie angefangen.
Manchmal ging es auch ihm nicht gut. Aber ich dachte, er möchte trotzdem mit mir zusammenhalten, weil es immer wieder Bestärkungen gab. Und ich ihm auch immer wieder viel Liebe gegeben habe, ich war nicht vollkommen zu oder apathisch oder so.
Und daher kam es jetzt schon plötzlich. Er hat einfach seine Entscheidung getroffen und hatte sich zu dem Zeitpunkt, wo er mir das mitgeteilt hat, auch innerlich schon komplett abgenabelt. Aber ohne Vorwarnung. Sein Verhalten direkt vorher war wie immer.
Wir haben nicht mehr geredet. Ich habe nicht einmal eine richtige Chance bekommen, Veränderungen anzugehen und in die Beziehung zu übertragen. Es gab einen so rigorosen Schnitt, der wahnsinnig weh tut. Es gibt kein Zurück mehr, das ist mir klar. Aber warum muss etwas so Schönes so bitter enden?
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10.11.2008, 12:38
AW: Vor zwei Wochen noch...
Okayy, er hat für sich die Entscheidung schon eine ganze Weile getroffen und sich abgenabelt und als er dann da durch war, hat er Dich vor vollendete Tatsachen gesetzt.
Ist nicht die feine englische Art (ums mal gesittet auszudrücken).
Kann es sein, dass Deine Depressionen ein Grund dafür gewesen sind? Wie schlimm sind die denn? Ich frage, weil meine Depressionen anfangs nicht so merkbar waren für mein Umfeld. Erst, als ich mich aus dem Alltag quasi verabschiedet hatte, hat meine Familie Alarm geschlagen und mich quasi in die Therapie getragen.
Konnte er mit den Stimmungsschwankungen nicht umgehen oder hat es zumindest mal erwähnt, dass er nicht weiß, wie er mit Dir "umgehen" soll?
Ich weiß, dass diese Schwankungen für meine Mitmenschen nur schwer zu ertragen waren.LG Kyara
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"Ich würde lieber stehend sterben, als auf den Knien zu leben!"
Stéphane Charbonnier - "Charb"
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10.11.2008, 13:03Inaktiver User
AW: Vor zwei Wochen noch...
Hallo lasrim…………und ich nicht mal nen Grund, morgens aufzustehen.
du selbst bist grund genug um aufzustehen !
Es ist noch zu kurz um über alles hinweg sehen zu können. Zwei wochen sind nichts.
Du idealisierst noch, stellst ihn auf ein viel zu hohes podest.
Doch glaub mir, du wirst da raus finden. So viele hier sind da durch oder sind dabei.
Und du musst erst DICH annehmen. Den schmerz kann dir niemand wegnehmen. Doch je mehr du lernst dich um dich selbst zu kümmern, gut für dich zu sorgen, desto leichter wird alles.
Dann merkst du auch schneller, wann was schief läuft und kannst gegen steuern.
alles gute...............lirin
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10.11.2008, 13:12
AW: Vor zwei Wochen noch...
Würde das eine Frau mit ihrem Mann tun, dann solltest du mal schauen, wie man hier auf sie eindrögeln würde.
Zitat von lasrim
Sogar Frauen, die sich schon alle Mühe mit ihrem Männe gegeben hatten, wurden nochmals und nochmals ermahnt, mit ihm Geduld zu haben und mit ihm zu reden und ihm eine Chance zu geben.
Anscheinend weiss er selbst nicht, was los ist. Es ist nicht bloss eine Frage des guten Benehmens, wenn man seiner Lebensgefährtin mitteilt, dass die Beziehung schwierig wird. Eine Frau ist doch kein Putzlumpen, den man nach Gebrauch weglegt.Wir haben nicht mehr geredet. Ich habe nicht einmal eine richtige Chance bekommen, Veränderungen anzugehen und in die Beziehung zu übertragen. Es gab einen so rigorosen Schnitt, der wahnsinnig weh tut. Es gibt kein Zurück mehr, das ist mir klar. Aber warum muss etwas so Schönes so bitter enden?
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10.11.2008, 13:12
AW: Vor zwei Wochen noch...
Ja, er hat das schon immer gesagt. Jede emotionale Kommunikation stresst ihn, und alles, was er nicht rational verstehen kann, stresst ihn auch. Und das ist natürlich Gift bei Depressionen... Ihn hat so hilflos gemacht, dass ich nicht oder nur gereizt auf ein "Lach doch mal!" reagiert habe. Für ihn musste es einfach sein: Traurig sein - lach doch mal - fröhlich sein.
Und er hat sich immer beschwert, dass ich anderen gegenüber ein anderes Gesicht zeige als ihm. Da habe ich mich wohl weniger vom Verlust bedroht gefühlt. Aber natürlich ist man zu seinem Partner immer noch ein bisschen offener und vielleicht auch schonungsloser als zu anderen. Und man möchte doch auch daran glauben, dass Liebe vieles trägt, und sich nicht verstellen. Unsere Liebe hat das aber offensichtlich nicht tragen können. Ich zermartere mich nur gerade mit dem Gedanken, dass es dann vielleicht gar niemand mit mir aushalten kann... Und ich möchte nicht immer alleine sein...
Was für eine Therapie hast du gemacht? Hast du für dich Erfolg gehabt? Wie lange hast du dafür gebraucht? Kannst du inzwischen ohne Hilfe zurechtkommen?
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10.11.2008, 13:18
AW: Vor zwei Wochen noch...
Hi, vielen Dank für deine Antwort!
Zitat von schnarchstop
Nein, das weiß er nicht. Er hat bloß beschlossen, dass er nicht mehr will. Und was er beschließt, daran hält er sich. Er hat sich einmal dazu hinreißen lassen, nachdem er seine Entscheidung verkündet hatte, zuzugeben, "sein Herz kämpft gegen sein Hirn". Aber sein Hirn ist stärker. Leider. Das weiß jeder, der ihn kennt, und ich besonders.


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