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    Frage Totenbesserung

    Hallo zusammen,

    mein Vater leidet seit einigen Jahren an Alzheimer, seit kurzem kommt Gelbsucht und bösartiger Tumor an der Bauchspeicheldrüse hinzu. Lebenserwartung gemäss Arzt zwischen 4 Wochen und 6 Monaten. Seit Monaten ist er kaum ansprechbar, isst und trinkt kaum, schläft fast nur noch.

    Am Samstag der Anruf aus dem Heim, er habe kaum mehr Puls und Atemaussetzer. Wir sofort zu ihm... und welch eine Überraschung; er spazierte auf dem Korridor hin und her, über Stunden, mit mir und meiner Schwester im Schlepptau, plauderte und plauderte, wurde zeitweise sogar sehr energisch und etwas agressiv. Verstand uns sogar und antwortete teilweise auf seine Art. So haben wir ihn seit über zwei Jahren nicht mehr erlebt.

    Wir wissen nicht ob dies ein gutes oder schlechtes Zeichen ist... Mir kam es vor als ob er eine Art Lebensrückblick durchlebt. Man spricht auch von einer Totenbesserung, der Kranke erlebt Aufschwung, es scheint ihm besser zu gehen, bevor er dann in die andere Welt gehen wird.

    Wer hat davon schon gehört und sowas auch erlebt? Wir sind in einem Zwiespalt der Gefühle, zum einen Trauer vor dem was bevorsteht, zum anderen ein Hoffnungsschimmer.

    Ich freue mich auf Antworten.

    Liebe Grüsse,
    Tris
    Kalorien sind kleine Tierchen, die über Nacht die Kleider enger nähen... ;o)

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    AW: Totenbesserung

    dies kann natürlich keine verallgemeinernde Stellungnahme sein, aber ich kenne dieses Phänomen aus der Altenpflege. Nach einer kontinuierlichen Verschlechterung kommt da plötzlich ein Hoch daher. Klarheit, etwas Besserung, Appetit und dann - rapide Verschlechterung.
    Kann sein, muß nicht sein. Besser ist´s, jetzt so mit ihm zu leben, als wäre jeder Tag möglicherweise sein letzter. Mut und viel Kraft

  3. User Info Menu

    AW: Totenbesserung

    Ich habe dieses Phänomen bei meiner Oma erlebt.
    Ihr ging es sehr schlecht, war zum Schluss acht Wochen im Krankenhaus (genaueres schreibe ich evtl. zu einem späteren Zeitpunkt, kann ich im Moment nicht.... ), ein Arzt sagte uns, dass es schnell gehen kann, dass wir damit rechnen müssen, dass sie einschläft und einfach nicht mehr aufwacht... Wir konnten das zu dem Zeitpunkt einfach nicht glauben, weil es ihr plötzlich wieder "so gut" ging. Sie hatte Appetit, machte ihre üblichen Scherze, die wir alle so mochten, interessierte sich für alle daheim, für den Kater, alles wollte sie wissen und freute sich so auf daheim. Am Valentinstag bekam sie noch ein Lebkuchenherz, das verspeiste sie mit einem Appetit, war richtig schön anzusehen (ich war leider nicht mehr dabei... ), und am nächsten Morgen war sie tot.... Sie ist wirklich friedlich eingeschlafen und einfach nicht mehr aufgewacht.....
    meine Binomette ist kussi

    Seit dem 20.11.2011 ist unser kleiner Sonnenschein da!!!

  4. Inaktiver User

    AW: Totenbesserung

    Ich kenne dieses Phänomen leider auch als "das letzte Aufbäumen". Mein Schwiegervater (in spe) lag total abgemagert mit Lungenkrebs im Krankenhaus und plötzlich - nach Monaten! - hatte er wieder Appetit, machte seine gewohnten Späße und schmiedete Pläne für die Zeit nach dem Krankenhaus. Dabei hatte er schon vorher jeglichen Lebenswillen verloren. Es hat nur wenige Tage gedauert, bis er schließlich von seinem Leiden erlöst war.

  5. Inaktiver User

    AW: Totenbesserung

    Ohje.

    Erinnert mich an einen Bekannten. Das Krankenhaus rief abends seine Frau an, um ihr mitzuteilen, dass es bald zu Ende geht, ob sie evtl. kommen möchte.
    Sie fuhr hin und er "turnte" auf dem Flur rum. Die Schwestern konnten sich dies nicht erklären. Sie waren vorher davon überzeugt, dass er keine zwei Stunden mehr habe.
    Zumal er sich seit zwei JAHREN schon so gut wie gar nicht mehr bewegen konnte.
    Frau fuhr also nach eienr Weile wieder anch Hause. Es dauerte noch anderthalb Wochen, dann starb er.

  6. Inaktiver User

    AW: Totenbesserung

    Mein Vater hatte Krebs im Endstadium, lag im Koma. War kaum ansprechbar und eines Nachts sass er plötzlich und wollte aus dem Bett. Am Morgen danach redete er verständig mit mir und setzte sich auf,wollte in den Stuhl neben dem Bett und sass tatsächlich auf der Bettkante.

    Einen Tag später verstarb er. Das letzte Aufbäumen wurde uns auch vorher schon so o.ä. beschrieben.

  7. Inaktiver User

    AW: Totenbesserung

    Liebe Tristesse,

    Zitat Zitat von Tristesse
    Wir wissen nicht ob dies ein gutes oder schlechtes Zeichen ist...
    Ich denke, man kann die Dinge immer nur so nehmen, wie sie sind. Möglicherweise ist es so etwas wie ein Lebensrückblick, wie du schreibst. Falls es dies ist, finde ich das auf eine Art eine schöne Vorstellung, noch einmal Kraft zu bekommen, noch einmal herumrennen zu können und womöglich noch einmal Pläne zu schmieden. Für euch Angehörige kann auch dies ja eine Möglichkeit sein, noch einmal seine Vitalität erleben zu dürfen.

    Und falls es eine wirkliche Besserung ist, ist ja sowieso alles gut.

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