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    Es holt mich immer wieder ein

    Hallo ihr Lieben!
    Vor fast 3 Jahren ist mein Opa gestorben. Er war/ ist für mich einer der wichtigsten Menschen in meinem leben. Er war mein Ratgeber, mein Vertrauter, mein Halt und meine Zuversicht. Er hat mich unterstützt woimmer es ging, hat mich verstanden wie kein zweiter. Wir sind - wie er immer wieder gesagt hat (und heute, nachdem er Tod ist, verstehe ich es endlich) - seelenverwandt. Niemand kann sich so in mich hineinfühlen, denkt so sehr wie ich, versteht so was ich tue...! Und dann: ist er einfach gegangen!

    Damals habe ich nach Halt gesucht in meiner Trauer und bin hier im Forum gelandet. Ich habe viel gelesen von dem was ihr so geschrieben habt und vor allem haben mir die Gedichte manches mal geholfen.

    Ja, so einige Male war ich schon hier und habe gelesen und heute habe ich mich endlich registriert, weil ich euch auch mal um Rat fragen wollte.

    Seit 3 Jahren nun holt mich die schwere Trauer immer wieder ein. Ich muss immer wieder- mitten aus dem Alltag gerissen- an meinen Opa denken und anfangen zu weinen- viel zu weinen. Er fehlt mir einfach so, dass es mir das Herz zerreißt. Ich weiß nciht wohin ohne ihn. Es ist eine so große Lücke in mein Leben getreten, die nicht gefüllt werden kann.
    Heute ist auch so ein Tag. Ich sitze hier, lese im Forum und fange an zu weinen. Ich vermisse ihn so sehr.

    Dazu kommt, dass ich kurz nachdem mein Opa gestorben ist, von zu Hause ausgezogen bin und in eine andere Stadt. Immer wenn ich jetzt wieder zu Besuch bei meinen Eltern bin holt es mich ein.
    Das Telefon klingelt- und ich denke im ersten Moment ER ist es. Dann erst realisiere ich, dass er nicht mehr da ist. (So passiert es auch in vielen anderne Momenten in denen ich erst im zweiten Moment realisiere, dass ER es nicht sein kann). Diese Momente sind furchtbar. Ich möchte dann nur noch weinen und allein sein.

    Auch schaffe ich es nicht mit meinen Eltern an sein Grab zu gehen. Zwar waren wir auch schon ein paar Mal da, aber jedesmal wenn ich dort stehe schnrt sich mein Hals zu- ich bin kurz davor Heulkrämpfe zu bekommen und muss dann schnell weg gehen und an was anderes denken. Ich möchte nicht das meine Eltern das mitbekommen, weil es sie dann auch traurig werden.
    Schlimm daran ist nur, dass meine Mutter es nciht begreifen kann warum ich nicht zum Grab gehe- schließlich sei er mir ja so wichtig gewesen. Wie soll ich ihr das erklären?

    Ich weiß das ist alles ein bisschen viel auf einmal, was ich da geschrieben habe. Aber es hat schon mal gut getan, sich das
    alles von der Seele zu schreiben.
    Viele liebe Grüße
    Sternschnuppe23

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    AW: Es holt mich immer wieder ein

    Liebe Sternschnuppe,

    ich habe letztes Jahr meine Oma verloren. Nach einem langen Leidensweg, Alzheimer. Meine Oma, dieser wunderbare einmalige Mensch, meine Oma eben, war schon lange nicht mehr da. Trotzdem, trotz der langen "Vorbereitungsphase", und der Hoffnung dass sie es bald geschafft hat, hat es mich einfach nur umgehauen. Ein großes schwarzes Loch. Totale Leere. Ich habe vor guten 8 Jahren meine andere Oma verloren, aber das fiel mir leichter- kurze Krankheit, und ich war an ihrem Bett als sie sich entschloß zu gehen. Da fiel das gehen lassen leichter, ich war dabei, habe ihre Hand gehalten, mit meinem Papa und Bruder zusammen.
    Aber diesmal- es zerreißt mein Herz, ich denke an sie und muss auch heute noch immer wieder weinen. Meinem Bruder geht es genauso, wir waren beide sehr eng mit unseren Großmüttern. Auf der Beerdigung haben wir uns aneinander festgehalten und uns Kraft gegeben.
    Bzgl Besuche am Grab- mir geht es genauso. Ich hab es erst zwei mal geschafft. Ich denke aber auch, sie würde das verstehen. Da liegt nur ihre Hülle. Meine Oma ist jetzt endlich wieder glücklich, keine Schmerzen mehr, und sie hat bestimmt meinen Opa wieder an ihrer Seite. Manchmal kann ich auch schon lachen wenn ich an sie denke, wenn ich nach ihren Rezepten koche oder wenn ich daran denke wie sehr es ihr gefallen hätte dass ich meine große Liebe gefunden habe. Aber manchmal bin ich einfach nur furchtbar traurig. Ich vermisse sie so sehr. Ihr Haus steht leer, ist mittlerweile auch ausgeräumt, es wird wohl verkauft werden. Mein Bruder und ich waren vor ein paar Wochen dort, Abschied nehmen. Standen einfach im Wohnzimmer, haben geweint. Es war nicht mehr ihr Haus.

    Sternschnuppe23, ich glaube das wichtigste ist dass wir unsere Großeltern in Erinnerung haben. Dass wir mit Freude an sie denken. Trauer ist normal, das dauert. Aber alles hat und braucht seine Zei. Und irgendwann wird das Lächeln überwiegen. :-) Für mich ist es auch ein sehr schöner Gedanke, dass ich meine Tochter- so ich denn eine haben werde- nach meinen Omas benennen werde. Da hat mein Freund null Mitspracherecht ;-b

    Liebe Grüße,

    Andrea

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    AW: Es holt mich immer wieder ein

    Liebe Megzi,
    Zuerst einmal danke für deine Antwort. Es ist gut zu wissen, dass man nicht alleine dasteht mit dieser Leere in sich. Zwar spürt jeder diese Einsamkeit/Verlorenheit anders, aber auf Grund des gleichen Ereignisses: wir haben einen lieben, wunderbaren Menschen "verloren", der nicht mehr direkt hier bei uns ist.
    Zuerst- vor 10 Jahren habe ich auch meine andere Oma verloren. Auch sie war mir wichtig und ich habe sie fast jeden Tag besucht. Ich kann mich noch daran erinnern, als sie gestorben war: ich fühlte mich so leer, wollte die Zeit anhalten und zurück drehen, habe viel geweint- auch bei meinen Eltern, habe mitgeholfen die Wohnung auszuräumen ... aber es war anders als vor 3 Jahren als mein allterbester Opa gegangen ist. Es zerreißt mir heute noch das Herz wenn ich daran denke, ich will schreien und weinen und wegrennen und die Zeit anhalten und alles ungeschehen machen. Ich wünschte ich könnte ihn noch mal sprechen, seine Hand noch mal halten, ihn noch einmal umarmen, ihm wenigstens "Tschüß" sagen, noch einmal alles klären. (Zur Erläuterung: Mein Opa war ein paar Wochen im Krankenhaus und hat auf Grund seiner Krebserkrankung starke Medikamente bekommen, die seine Wahrnehmung getrübt haben. Er dachte er sei im Altenheim- wo er niemals hingegangen wäre- und war wohl enttäuscht von uns. Das hätte ich aber niemals zugelassen. Lieber wäre ich zu ihm gezogen und hätte mich um ihn gekümmert!)
    Es macht mich auch fertig, dass die Ärzte ihm so starke Medikamente gegeben haben- schließlich war mein Opa immer stark- er hat alles ausgehalten und wollte immer selber bestimmen was er tut und was nciht. Es muss schlimm gewesen sein und es war schlimm zu erleben.

    Ich hoffe genauso wie du, dass unsere Großeltern nun ihre Partner und Freunde wiedergetroffen haben (und uns von dort aus beobachten und wissen wie sehr sie uns am Herzen liegen und das wir nie vergessen werden wie sie unser Leben zu dem gemacht haben was es jetzt ist.)

    Schön zu hören, dass du schon manchmal wieder lachen kannst, wenn du an sie denkst ! Ich hoffe, dass ich auch eines Tages so weit sein werde und mit Liebe und Zuversicht und voller Freude so einen Opa gehabt zu haben an ihn denken kann. Aber im Moment sieht es nciht danach aus. Ich bin dankbar, dass er mein Leben begleitet hat und mich zu dem Menschen erzogen hat der ich heute bin und ich bin dankbar, dass ich in ihm ein tolles Vorbild habe, aber ich bin einfach unendlich traurig, dass er gegangen ist, zerissen für immer.

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    AW: Es holt mich immer wieder ein

    liebe sternenschnuppe,

    mein grossvater, der mein leben wesentlich beeinflusst hat und der mich sehr geliebt hat, ist nun 31 jahre tot. es vergeht kein tag, an dem ich nicht an ihn denke. alles ist immer noch so lebendig, die zeit mit ihm. ich habe vor ein paar tagen angefangen, papiere zu ordnen, wegzuschmeißen ... und ich fand in ei nem alten ordner briefe von meinem grossvater. ich habe 3 briefe gelesen und nur noch geheult ... es hat mich sehr betroffen gemacht ... und zugleich glücklich, dass ich bei einem solchen menschen aufgewachsen bin ...

    lieben gruß
    mx
    brichst du mir das herz, breche ich dir die beine.

    tue nichts gutes, dann geschieht dir nichts böses :-)

    das netteste an mir ist der hund :-)

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    AW: Es holt mich immer wieder ein

    liebe sternschnuppe,

    ich kann deine gefühle gegenüber deinem großvater sehr gut nachvollziehen. bevor ich jetzt meinen partner verloren habe, habe ich immer furchtbare angst gehabt meine großeltern könnten von mir gehen...diese angst habe ich noch immer.
    ich stecke mitten in meiner trauer deswegen kann ich dir so wenig ratschlag geben.
    Da dein Großvater schon relativ "lange" von dir gegangen ist, habe ich das gefühl, dass du dich vielleicht zu wenig mit der situation auseinandergesetzt hast..durch deinen Umzug, etc.
    Vielleicht wäre eine professionelle Unterstützung eine Aufarbeitung deiner trauer von grund auf etwas für dich?

    Ich umarme dich sanft und wünsche dir viel Kraft für alle schweren Stunden!
    Du bist da
    Ich sehe Dich nicht.
    Dein Körper wurde mit Erde zugedeckt.
    Ich höre Dich nicht,
    Deine Stimme rückt ferner von Tag zu Tag. Meine Hände fassen nach Dir
    Und greifen ins Leere.
    Aus Deinen Kleidern verfliegt mir der letzte Duft. Und doch Bist DU da - in mir.

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