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  1. Registriert seit
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    AW: Ist das Leben fair?

    Es fühlt sich so an, als steige ich in Abgründe ...Gefühlsabgründe!

    Bis vor kurzem bin ich gefallen, abgestürzt, ohne Seil, ohne Halt ...
    und bin nicht versunken.

    JETZT gehe ich freiwillig in diese LEERE, die mich nicht umbringt ...
    gut, nicht ganz "freiwillig" ...es bleibt mir nichts anderes übrig ...
    ich trauere, doch ICH WILL leben!
    Ohne bestimmte oder genaue Aussicht darauf, WIE, WAS und WANN ...
    allein meine Entscheidung, meine innere Änderung, mein Wunsch dazu,
    tragen mich genau dorthin, wo ICH jetzt hinwill ...
    zurück ins Leben.
    Ich möchte leben, ICH will!

    Das kann ich mir nur selbst geben, dieses Leben JETZT!

    Ob es mir Spass und Freude bringt, das weiss ich nicht.
    Ob ich wieder die totale Lebensfreude empfinde ...
    ich erlaube mir, daran zu zweifeln ....
    bis ich vielleicht irgendwann nicht mehr daran "zweifele"!?
    Wer weiss das schon?

    Ich lese hier so viele wunderbare "Überbrückungen".
    Solange diese stattfinden, ist "Leben" in JEDEM!
    Auch in mir ...
    ich hab es vorher nur nicht so klar wahrgenommen.

    Was, wann und wie auf mich zukommt ..die Zeit wird es zeigen ...
    ich wage den Sprung zurück ins Leben ...
    mit meinem schweren Herzen voller Trauer ...
    Woher ich grad diese KRAFT habe,
    mich FÜR das Leben zu entscheiden,
    weiss ich auch nicht so genau?
    Im Moment fühle ich sie ...
    möge sie andauern so lange wie möglich, solange wie nötig ...!
    DAS wünsch ich mir.

    Ihr alle macht mir MUT dazu durch euer Dasein ...


    Lyanna


  2. Registriert seit
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    AW: Ist das Leben fair?

    Ich möchte euch allen danken
    dass ich hier an all den Prozessen teilhaben darf,
    die die Trauer mit sich bringt ...beinhaltet ...
    ich finde mich in ALLEM wieder ...

    Es "tröstet" mich auf eine ganz besondere Weise,
    dass ich nicht allein bin mit dem, was ist!

    JEDER trauert auf seine Weise ...mal so, mal so ...
    mal überrollen der Kummer, die Verzeiflung und manchmal,
    manchmal auch schon früher, sind da Menschen,
    die sich nach einem langen Prozess mit dem "Tod" versöhnen ...versöhnt haben.

    Daran teilhaben zu dürfen ist für mich ein "Geschenk"!

    Gestern habe ich mich an ein Buch erinnert,
    dass ich vor ein paar Jahren "verschlungen" habe ...
    es hat mich unterstützt und begleitet bei meiner Versöhnung mit dem Leben,
    welches ich bis dahin auch nicht annehmen konnte, wollte,
    wie auch immer ...
    zu "schrecklich" fand ich mein Leben bis dahin ...

    Es heisst:
    "Verzeihen ist die grösste Heilung" von Gerald Jampolsky

    Es ist kein Trauerbuch ...
    obwohl darin die Geschichte einer Mutter steht,
    die ihrem Sohn nicht "verzeihen" konnte,
    dass er sie "verlassen" hatte, gestorben war!
    Sie gab sich die Schuld und unbewusst auch ihm und kam aus diesem "Teufelskreis" nicht raus ..
    sie wurde sehr schwer krank, schwermütig ...
    Als sie lernte, sich selbst, ihrem Sohn und anderen zu verzeihen ...
    mit Hilfe ...
    konnte SIE heilen, sich mit sich und dem Leben versöhnen.
    Sie "lernte" neu, zu leben!

    Es hat mir geholfen,
    mich mit dem Leben zu versöhnen und mit mir und allem,
    was war, ist und kommen kann.
    Und irgendwas kommt immer ...

    Natürlich habe ich in der ersten Trauer überhaupt nicht daran gedacht,
    dieses "Wissen" auch für mich in der Trauer anzuwenden ...
    da war mir alles zuviel, ich wollte nichts mehr annehmen,
    nichts hören, ich war gar nicht aufnahmefähig ...
    doch etwas davon ist "hängengeblieben"!

    JETZT unterstützt es mich dabei,
    mir selbst zu verzeihen und dem,(denen)
    der mich einfach so "verlassen" hat!!!
    (Ich meinte ja, es gäbe nichts zu verzeihen ...da hab ich mich geirrt ... )

    Da ist Tommy, dessen plötzlicher Tod mich vollkommen aus dem Gleichgewicht gebracht hat,
    seelisch und körperlich ...
    da sind aber noch viele andere, deren Tod mich zwar erschütterte,
    mich aber nicht so "berührte" wie gerade Tommys Tod.
    Sie sind im Laufe meiner Lebenszeit gestorben ...unwiderbringlich!

    Ich fühle ja, da ist nichts, was mich meiner Trauer enthebt oder entbindet ...
    sie IST da, mal heftiger, mal erträglich ...ich lebe mit ihr!
    Wie sollte es auch anders sein?
    DAS tun wir alle, die wir hier schreiben!

    In der ersten Zeit wäre ich für all diese Dinge nicht zugänglich gewesen ...
    da bewegte ich mich im "Ausnahmezustand"!
    Und das war gut so, denn es half mir, zu "überleben".

    JETZT will ICH leben ...
    und dafür tue ich auf meine Art so wie ich es kann ...
    Licht am Horizont ...hin und wieder spüre ich es schon ...

    Und wenn ich hier nur sitze und schreibe, was mich bewegt ...
    DAS ist für mich auch Teilnahme am Leben!
    Nur etwas anders, als ich es kannte.

    Neue Wege tun sich auf ...
    es liegt an mir, ob ich mich wage, sie zu beschreiten oder nicht.

    An meiner Liebe zu Tommy und meiner Sehnsucht nach ihm ändert sich dadurch nichts ...
    ich lebe m i t ihm.
    Er hat einen unangefochtenen Platz in meinem Herzen.

    Das sind meine Gedanken zum Wochenanfang ...
    danke, dass ich sie hier aufschreiben darf.

    Allen viel Kraft und Lebensmut für diesen einen Tag und für mich auch


    Lyanna
    Geändert von Lyanna (07.04.2008 um 14:07 Uhr)

  3. Avatar von Haferflocke
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    AW: Ist das Leben fair?

    Liebe Lyanna,

    Dir auch viel Kraft und Lebensmut für heute und die folgenden Tage.
    Heute morgen war ich mal wieder ganz unten und habe so schrecklich gelitten, steckte ganz tief in der Unsicherheit, wie ich dieses Leben leben soll. Und dann habe ich gedacht: Nein, weitermachen. Er will mich weitermachen sehen. Irgendwie. Er will mich lachen sehen und wenn ich versuche zu leben, dann macht ihn das glücklich....Und seitdem geht der Tag. Weiß nicht wie lange. Aber mein Freund war so positiv, lebenslustig und lebenshungrig. Und irgendwie dachte ich heute morgen, das soll mir ein Vermächtnis sein.
    Ich weiß nicht, ob das morgen auch wieder klappt. Aber heute klappt es, bis jetzt...

    Liebe Grüße,
    Haferflocke
    Wenn Mensch und Berg sich begegnen,
    ereignen sich große Dinge,
    die sich im Gedränge der Straßen
    nicht verwirklichen lassen

    William Blake


  4. Registriert seit
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    AW: Ist das Leben fair?

    O liebes Haferflöckchen wie schön ...

    Tommy war auch so lebensfroh, nichts konnte ihn erschüttern,
    er war immer zuversichtlich, voller Humor ...
    eben ein Sonnenschein!

    Er will mich auch weiterleben sehen ...das nehme ich als sein Vermächtnis!
    Er hat mir doch was hiergelassen ...das soll nicht vergebens sein ...
    die Liebe in mir, die er war, die wir zusammen waren,
    die leb ich weiter, wenn auch oft unter Tränen und mit schwerem Herzen ...

    Ich will ihn und mich auch "glücklich" machen,
    in dem ich das weiterlebe, was wir für uns erkannt haben!
    Und das war eine ganze Menge ...
    vielleicht nicht alles, aber alles, was ging!
    Mehr ging nicht ...!

    Am Samstag besuchte ich eine Freundin, die hatte Volksmusik im Fernsehen an.
    Dann war da plötzlich Roger Whittacker und sang:
    "Abschied ist ein scharfes Schwert ..."

    Ich konnte seine Worte körperlich fühlen ...
    und die Tränen schossen mir aus den Äugelein ...unaufhaltsam ...
    ich spürte den Schnitt des "Abschiedschwertes" ...
    spüre ihn noch ...

    Ich selbst fand es in dem Moment abstrus,
    dass die Menge mitgröhlte und mitklatschte ...
    doch das befremdliche Gefühl verflog ..
    die Melodie ist ja auch bekannt und eingängig ...

    Ja, ich konnte den Liedtext körperlich spüren, weil es so ist!
    Auf so etwas hab ich doch früher gar nicht geachtet,
    ich hab auch keine Volksmusiksendung im Fernsehen an ...
    für mich war ES Zufall ...und wohl auch wieder nicht?

    Bestimmt steckt in einigen Liedern so viel Schmerz und Wehmut,
    und die Sänger oder Textschreiber verarbeiten auf d i e s e Weise ihren Schmerz um etwas Verlorenes?

    JEDER tut es so, wie er es grad kann!

    Wie auch immer, ich bin aufmerksamer für viele Dinge,
    die ICH vorher gar nicht so beachtet habe ...
    und ich öffne mich für mich selbst ...JETZT:

    Mir gehts wie dir, Haferflöckchen ..
    was morgen ist, das weiss ich nicht ...ich kann nur im JETZT sein.
    Deshalb plane ich ja auch nichts Wesentliches,
    nur was unbedingt gemacht werden muss
    und davon auch nur die Hälfte ...

    Ich möchte raus aus der Spirale, mich andauernd selbst zu ent-täuschen.
    irgendwann ist es vielleicht wieder anders ...JETZT ist es SO!

    Ich freu mich für uns, wenns weiter "klappt" mit dem LEBEN!
    Und wenns n u r für den heutigen Tag ist, das ist doch was!!!


    Lyanna


  5. Registriert seit
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    AW: Ist das Leben fair?

    "Ist das Leben fair" war meine Eingangsfrage ...

    Es ist das, was IST!

    Ob "fair" oder "unfair" ist m e i n e eigene Interpretation!

    Ich habe etwas von "Gerechtigkeit" anerlernt bekommen ...
    so und so hat es zu sein ...
    wenn nicht, dann ist es eben "ungerecht" ...nicht "fair"!

    Durch Tommys Tod beschäftige ich mich sehr viel mit meinen Gefühlen,
    eigentlich auch schon zu seinen Lebzeiten ...doch JETZT eben noch mehr!
    Ich m u s s (will) die Trauer leben, den Verlust anerkennen ...
    ich habe für mich erkannt ...
    ich kann nichts unter den Tisch kehren ...
    irgendwann quillt es unter dem Tisch hervor oder unter dem Teppich,
    unter den ich es geschoben habe.

    Und dann liegt der ganze Haufen vor mir ...unüberwindbar ...
    wie der Mount Everest.

    So mach ich mich JETZT an die "Arbeit" ...
    es bleibt mir gar nichts anderes übrig,
    wenn ich halbwegs ein lebenswertes Leben führen möchte ...
    wobei ich allein entscheide, was für mich "lebenswert" ist und was nicht.
    DAS tut Jeder für sich selbst!

    Ich ahnte es sofort, ich fühlte es,
    dass genau Tommys Tod mich in ungeahnte Tiefen führen würde,
    weil ich erst JETZT bereit bin, da hinein zu gehen.

    Einfach ist es nicht ...
    ich mosere auch innerlich rum, wieso ich, wieso jetzt, das ist mir alles viel zu beschwerlich ...

    Doch ich wage es ...ich möchte nicht in dieser tiefen Lebensunlust hängenbleiben ...
    wie ungeahnte Ängste, Panikattacken, Depressionen und Suizidgedanken ...
    alles war da seit Tommys Tod, alles hat mich gequält, ich habe mich selbst gequält,
    und ich meinte,war fast überzeugt davon, nichts und niemand könne mir helfen.
    Das kann auch keiner, er kann mich nur unterstützen ...
    tun und wollen muss ich alleine!!!

    Und wenn es sein soll, falle ich auch wieder in diese unerträglichen Gefühle zurück,
    das weiss ich, habs ja so erfahren!
    Ich komm auch wieder raus ...irgendwie ...mal früher, mal später ...

    Inzwischen nutze ich die Möglichkeit für mich,
    in etwas stabileren Phasen etwas über mich zu erfahren ...
    mein Leben "neu" zu lernen.

    Eins hab ich "gewusst", aber nie für mich selbst angenommen ..

    Der Tod gehört zum Leben vom ersten Atemzug an!
    So ist es und daran ändert sich nichts ...

    Er kommt zu JEDEM, obs nun passt oder nicht.
    Und er kommt bei vielen unverhofft, von JETZT auf gleich,
    ohne Vorahnung, ohne Gedanken daran, dass es so sein könnte.
    Und selbst, wenn jemand es "ahnt", schafft der Mensch es meist dennoch,
    die Ahnung erfolgreich zu verdrängen ...aus gutem Grund!

    Und wenn der Tod das holt, was m i r am allerliebsten ist,
    bricht ALLES zusammen,
    was bisher mein Leben ausgemacht hat.

    Es ist nicht nur der geliebte Mensch nicht mehr da ...
    auch mein Leben, von dem ich annahm und mir so sicher war,
    dass es bis in alle Ewigkeit so weitergehen würde,
    ist nicht mehr da ...
    es ist in Millionen Einzelteile zersplittert, zersprungen wie Glas ...
    nicht mehr zu reparieren!

    Alle Wünsche, Träume, Pläne, Vorstellungen sind mit dem Tod des geliebten Verstorbenen gegangen ...
    Eine Erschütterung, eine "Verletzung" hat stattgefunden,
    die kaum zu heilen scheint ...

    ICH hätte es mir NICHT vorstellen können, als es geschah und auch lange Zeit danach wollte ich einfach nichts ändern ...
    Ich wollte es so haben, wie es war!
    Und es sollte weiter so weh tun, wie es weh tat ...
    warum, wieso, weshalb?
    Ich empfand es für mich als angemessen.
    Ich "bestrafte" mich selbst ..für was, warum ...das zu klären, dabei brauchte ich Hilfe, die ich irgendwann dankbar anehmen konnte

    JETZT geh ich einen Schritt weiter ...
    ich will raus aus dem Leiden,
    ich will raus aus dem Schmerz ...irgendwie wird es gelingen.
    Viele andere sind diesen Weg vor mir gegangen, viele andere folgen nach ...
    immer, jeden Tag, jede Stunde, jede Minute ...

    Meine Einstellung zum Tod ändert sich gerade ...
    der Tod ist ein anderes Leben ...so habe ich es von Tommy erfahren ...
    ich vertraue mir, ich vertraue dem, was ich erfahren habe.

    Er fehlt mir so unendlich hier an meiner Seite, mit mir zusammen,
    ich vermisse ihn, ich weine um ihn und um mich ...
    was soll mich daran hindern?
    Das ist Trauer ...sie gehört denn auch zum Leben dazu ...
    so erfahre ich es jetzt.

    Ich habe keine Macht, den Tod abzuwehren, zu verhindern ...
    wenn er kommt, ist er da ...egal auf welche Weise!

    Damit setze ich mich auseinander ...
    und ich fühle mich ein wenig "freier"in mir ...
    mir hilft es irgendwie ...

    Ich kann nichts anderes tun, als zu akzeptieren,
    dass es so ist und nicht anders!!!

    JETZT ist es SO ...
    nachher versinke ich vielleicht wieder im Tränental ...
    und schluchze und jammere ...und finde das Leben grad nicht fair!

    Dann ist es so!

    Alles ist angemessen!

    Danke, dass ich meinen Gefühlen und Gedanken freien Lauf lassen darf ...


    Lyanna

  6. Avatar von Haferflocke
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    AW: Ist das Leben fair?

    Liebe Lyanna,

    Du mußt Dich doch nicht bedanken, dass Du hier schreiben darfst. Das ist doch klar, dafür ist das Forum ja da...
    ....und es ist schön, von Dir zu lesen.
    Es ist erstaunlich hier immer wieder zu lesen, wie alle hier jeden Tag mit ihren Gefühlen und ihrem Leben kämpfen, versuchen es an zu nehmen, wie es ist, das beste draus zu machen.
    Es ist beruhigend zu sehen, dass es allen genauso geht. Mal gelingt es nicht und man bewegt sich im Dunkeln und dann gelingt es mal wieder an einem Tag und das macht dann Mut zu lesen.
    Schreib nur immer weiter...

    Liebe Grüße,
    Haferflocke
    Wenn Mensch und Berg sich begegnen,
    ereignen sich große Dinge,
    die sich im Gedränge der Straßen
    nicht verwirklichen lassen

    William Blake


  7. Registriert seit
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    AW: Ist das Leben fair?

    Hallo Haferflöckchen hallo ihr Lieben

    Jaaaa, ich schreibe weiter und bin trotzdem dankbar,
    dass ich es hier darf ...
    dass hier ein Platz ist, wo ich meine Gedanken und Gefühle "sortieren" kann.

    JETZT, in diesem Moment, ist die Trauer ein wenig in den Hintergrund getreten ...
    sie ist nicht weg ...nur nicht so massiv ...
    irgendwie ist da "Licht am Ende des Tunnels".
    Warum?
    Weil ich es so möchte ...weil ICH mich "für das Leben" entscheide.

    Seit ich mich intensiv mit dem Tod beschäftige,
    rückt m i r das Leben immer näher ...
    es ist ein Geschenk, welches ich für mich nutzen möchte.

    Jeden Tag, jede Minute kann der Tod auch bei mir anklopfen ...
    darüber bin ich mir JETZT bewusst.
    Ich möchte nicht "gehen" aus Verzweiflung, aus Lebensunlust,
    aus dem Wunsch, Tommy nachzufolgen ...nicht mehr!

    Es fühlt sich für mich an, als brächte Tommy mir meine Lebensenergien zurück.
    Er begleitet mich durch das tiefe Tal der Tränen und Trauer zurück ins Leben.
    ICH fühle das so, weil ICH mich dafür entscheide ...JETZT!
    Und immer wieder neu ...

    "Lebe du für uns beide, mein Liebes ...du schaffst es!"
    DAS macht mir MUT und gibt mir grad Kraft zum Leben!!

    Alles Liebe und weiterhin Kraft für uns alle


    Lyanna

  8. Avatar von Haferflocke
    Registriert seit
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    AW: Ist das Leben fair?

    Zitat Zitat von Lyanna
    "Lebe du für uns beide, mein Liebes ...du schaffst es!"
    DAS macht mir MUT und gibt mir grad Kraft zum Leben!!
    Wie schön, Lyanna.
    Ich werde den Gedanken, für ihn mit zu leben, mit in den Tag nehmen.

    Liebe Grüße,
    Haferflocke
    Wenn Mensch und Berg sich begegnen,
    ereignen sich große Dinge,
    die sich im Gedränge der Straßen
    nicht verwirklichen lassen

    William Blake


  9. Registriert seit
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    AW: Ist das Leben fair?

    Haferflöckchen

    Hallo Ihr Lieben

    "Irgendwann" stand ich vor der schwersten Entscheidung meines Leben ...
    mich FÜR MICH zu entscheiden oder gegen mich!

    Ich zog die Notbremse, in dem ich HILFE annahm,
    mich traute, mich zu öffnen, obwohl ich ahnte,
    dass ich mich damit verletzbar machen könnte ...
    (WOMIT sollte mich denn noch jemand verletzen?)

    Keiner hat mich verletzt, ICH selbst war doch schon verletzt!
    Und die Hilfe war, zu erkennen, womit und wodurch diese Verletzungen entstanden sind!

    NIE, nie hat mich jemand mich "Absicht" verletzen wollen,
    selbst wenn ich es so empfunden habe.

    Tommys Tod hat das Ganze noch mal aufgewühlt,
    ich fühlte mich bestraft, verletzt und wusste nicht, wofür!!!!

    Ich verletzte mich selbst, in dem ich mich anklagte ...
    immer und immer wieder ...
    bis ich Hilfe annahm, bereit war, sie annehmen zu können.

    ICH entscheide m i c h für mich ...nicht gegen jemanden.
    DAS kann ich nur selbst tun, das kann kein anderer für mich tun!

    DAS ist JETZT eine meiner Lebenshilfen:
    FÜR MICH ...n i c h t gegen JEMANDEN!
    Und wenn ich sie vergesse, erinnern mich meine Kinder daran ...

    So entschied ich mich auch nach allertiefsten, unendlichen Quälgefühlen,
    aus diesem selbstzerstörerischen Sumpf auszusteigen ...
    als ich erkennen konnte, dass keiner mich zerstört ...
    wenn, dann ICH mich selbst.

    Was für eine Erkenntnis ...darauf wäre ich von allein nie gekommen!
    Was für ein Segen, dass es Begleitung bei diesen Erkenntnissen gibt!
    Eine Erkenntnis kommt zur nächsten, und es macht SINN,
    dass ICH noch da bin!

    ICH bin der wichtigste Mensch in m e i n e m Leben!
    Wo sollte ich auch hin, dass es "anders" würde?
    Meine Gefühle nehme ich mit, meine Sorgen sind schon da,
    bevor ich an dem jeweiligen anderen Ort angekommen bin.
    Ich nehme m i c h überall selbst hin mit!
    Ich kann vor mir nicht davonlaufen.

    Und somit sehe ich für mich eine AUFGABE in dieser "schrecklichen" Erfahrung ...
    ich lerne, mir selbst etwas wert zu sein,
    mich selbst zu erkennen, wie und was ich bin!
    DAS ist eine riesige Vielfalt, die ganze Palette rauf und runter ...
    DAS alles BIN ICH!

    Allein, nur auf mich gestellt, wäre ich nicht darauf gekommen ...
    ich brauchte andere Denkansätze und -anstösse,
    um damit umgehen, "arbeiten" zu können.

    Ich bin auch ein Zweifler, ein Skeptiker ...
    ich tu mich schwer damit, von anderen "Ratschläge" anzunehmen, deshalb mag ich auch keine geben ...und tu's doch manchmal
    Im Rat-schlag ist das Wort Schlag enthalten ...
    und Ratschläge können wie SCHLÄGE, wie Peitschenhiebe sein.

    Sicher, dahinter steht:
    Ich hab es doch nur gut gemeint!
    Doch wer weiss schon, was für den anderen "gut" ist?
    KEINER!

    Ich weiss es nicht ...doch dahin musste ich erstmal kommen ...
    es erkennen...
    und vergesse es doch von Zeit zu Zeit

    So bin ich mit mir beschäftigt, für mich das "Leben" wieder neu zu entdecken ...
    nicht die "heile Welt" ...
    die gibt es für mich nicht ...
    das Leben, so wie es ist, mit allem, was ich mir vorstellen kann und auch manchmal nicht ...

    Ja, und dann ist es da, das Unvorstellbare ...
    und ich fang wieder von vorne an!
    Immer wieder, immer wieder neu ...

    Ist das Leben fair?
    Es ist so fair, wie ich es "annehmen" kann ...
    mal kann ich, mal kann ich nicht ...es dauert ..
    dann dauert es eben!


    Lyanna
    Geändert von Lyanna (10.04.2008 um 13:50 Uhr)


  10. Registriert seit
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    AW: Ist das Leben fair?

    Gedanken, die aus vorangegangen "Informationen" resultieren ...

    Der TOD braucht einen Schuldigen ...oder mehrere ...
    Schuldzuweisungen werden hin und hergewälzt und andere dafür verantwortlich gemacht ...
    noch besser ...
    ich mache mich selbst dafür verantwortlich!

    Der Tod braucht keinen Schuldigen, wenn er da ist, ist er da!
    Egal, wann, weshalb, wodurch, etc.

    Die Zurückbleibenden brauchen einen Schuldigen,
    um den Schmerz nicht allein tragen zu müssen ...obwohl ...
    meist klagen wir uns selber an:
    Was hab ich verkehrt gemacht?
    Was hätte ich anders machen können?

    Ich habe lange gehadert, ob nicht doch irgendetwas "versäumt" wurde?
    Vielleicht hätte es "anders" laufen müssen?
    Warum ist es nicht SO gelaufen?

    Und schon war/bin ich in der "SCHULD-falle"!

    Hätte, könnte, sollte, wollte, müsste aber ...wenn ... dann ...

    Tommy sagte bei sowas immer:
    "Hättich ist in Lüchow!"
    Das ist ein kleines Kaufhaus in Lüchow- Dannenberg,
    wir waren mal dort!

    Wenn die Seele fertig ist, geht sie, der "Tod" holt sie ab.
    In der Zwischenzeit hat sie all die Erfahrungen gemacht,
    die sie machen w o l l t e!
    Da spielt es keine Rolle, ob so oder so!
    Nicht für den, der geht, jedoch für den Zurückbleibenden!

    Warum hab ich ihn fahren lassen?
    Warum gerade dieser Flieger?
    Warum hab ich ihm den Urlaub nicht ausgeredet?
    Hätte der Arzt es nicht erkennen müssen?
    Arztfehler!
    Hätte er nicht ein anderes Medikament geben müssen?
    Warum auf diese Art?
    Warum so?
    Warum JETZT?
    Hätte ich mich mehr kümmern müssen?
    Hätte ich etwas verhindern können?
    DU hättest das verhindern können!
    Warum hab ich nicht gesagt?
    Weshalb bin ich nicht darauf eingegangen?
    Warum hab ich nicht aufmerksamer zugehört?
    Hätte ich doch, ach, hätte ich doch!

    All diese Fragen und Anklagen sind die Hölle,
    durch die ich getaumelt bin, wie so viele hier von uns!
    Ich hab mir meine eigene Hölle erschaffen und mich selbst "krank" gemacht!

    Ich weine, während ich das schreibe, denn es berührt mich noch immer sehr tief.
    Ich weiss, das Nichts aber auch gar nichts verhindert werden konnte ...
    aber ich hätte es so doch gerne ...

    "Es ist alles in Ordnung, es ist genau so richtig wie es ist!"
    hör ich von Tommy, sein Standardspruch ...
    und ich sehe,
    wie er seinen rechten Arm mit waagerechter Handbewegung
    von Hüfthöhe nach aussen bewegt ...wie immer.

    Einbildung, Wahrheit?
    Meine Wahrheit ist es!
    Es zeigt mir, wie sehr er in mir weiterlebt und ich mit ihm.

    Und ein zaghaftes Lächeln will sich durchsetzen

    DEM gebe ich jetzt nach ...mal schauen, wielange es anhält.


    Lyanna

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