Hallo,
ich möchte alle die ermutigen, die mit Trauernden Umgang haben, auf diese zuzugehen und Hilfe und Unterstützung anzubieten- das kann durch Besuche, Briefe ,Anrufe ,gemeinsame Unternehmungen und ganz praktische Hilfe sein.Ob der/diejenige es dann annimmt,muss er/sie entscheiden, aber es ist ganz wichtig, zu wissen:Andere sind für mich da,denn so ist es leichter, den Verlust eines geliebten Menschen auszuhalten.Meine Schwester ruft mich z.B.jeden Morgen an, denn morgens ist es am schlimmsten, wenn man allein am Frühstückstisch sitzt.
Ich habe Anfang Novemver meinen Mann nach 1 1/2 Jahren
schwerer Krebserkrankung verloren.Wir wußten von Anfang an, dass die Behandlung palliativ war, haben aber die Zeit ganz intensiv genutzt,soviel unternommen,wie möglich war(trotz der vielen Untersuchungen und Chemos)und und waren uns sehr nahe - so war es trotz des Schmerzes eine kostbare Zeit, Auch durfte mein Mann zu Hause bei mir und den Kindern sterben, was für uns sehr wichtig war..
Ich erfahre jetzt eine Welle von Zuneigung und Hilfsbereitschaft, und das ist ein sehr gutes Gefühl.32 Jahre, fast mein halbes Leben, haben wir miteinander verbracht- da ist der Verlust besonders groß und ich muss das Allein-Leben wieder ganz neu lernen. Es gibt Tage, da mag ich niemanden sehen, aber dann ist es immer wieder schön, einen Anruf oder Besuch zu bekommen oder Hilfe in praktischen Dingen. Zum Glück habe ich die Gabe, auch selbst auf andere zuzugehen.
Ich habe in diesen 1 1/2 Jahren schon sehr viel geweint, weil ich ja wusste, dass mein Mann an dieser Krankheit sterben würde, sodass ich nach dem Tod meines Mannes kaum noch Tränen hatte.Das kommt jetzt erst langsam wieder, es braucht seine Zeit, bis man es richtig begreift. Ich habe auch ab und zu ein Beratungsgespräch bei einer Frau, die Erfahrung mit Krebskranken und deren Familien hat.Das tut gut und ist sehr hilfreich.
Durch die Begleitung meines Mannes während seiner Krankheit, habe ich ja ganz auf ihn bezogen gelebt- was ich gern getan habe-denn ich wollte ja helfen, so gut ich es konnte. Das hat natürlich viel Kraft gekostet und jetzt bin ich sehr erschöpft. Das muss ich nun auch lernen- aktiv sein und ausruhen - je nachdem, was jetzt dran ist, auf den Körper und vor allem auf die Seele achten,und dabei auch mal ganz"egoistisch" sein.
Ich habe meinen Vater verloren als ich 19 Jahre alt war, das war auch sehr schwer und ich habe sehr getrauert. Aber den Partner, den man sich selbst gewählt hat, zu verlieren , ist noch viel schmerzhafter. Ich bin glücklich, dass ich erwachsene Kinder habe ,die zwar nicht vor Ort sind , aber mich stützen und mir helfen, wo sie können. Hamuschete
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Ergebnis 1 bis 10 von 13
Thema: Umgang mit Trauernden
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13.01.2008, 23:06
Umgang mit Trauernden
Geändert von Hamuschete (14.01.2008 um 16:40 Uhr) Grund: Mein Beitrag soll besser zu lesen sein
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13.01.2008, 23:46
AW: Umgang mit Trauernden
Liebe Hamuschete,
da sagst Du etwas Gutes, Wichtiges, finde ich.
Nur allzu oft ziehen Menschen sich zurück von Trauernden, weil sie unsicher sind, ob sie z.B. die richtigen Worte finden, das Richtige tun...Dabei braucht ein Mensch doch gerade in diesen schwersten Zeiten seines Lebens Zuwendung und Hilfe und das Wissen, daß da Menschen sind, auf er sich verlassen kann.
Ich kann sicher nur leise erahnen, mit welcher Wucht einen solch ein schlimmes Schicksal wie Ihr es hattet, trifft.
Und ich bewundere sehr, wie und was Du schreibst. Gottes Segen für Dich und die Kinder, es ist wirklich grausam, was man als Trauernder teilweise durchmacht.
Meinen Vater und einige andere mir nahe stehende liebe Menschen habe ich leider auch schon recht früh beerdigen müssen, und Trauer läßt auch mich lange nicht los. Viele Menschen haben mich in den schlimmsten Zeiten einfach nicht kontaktet, aus Unsicherheit heraus. Eine meinte sogar "Nö, du bist so negativ in letzter Zeit, ich habe das recht, mich jetzt zurück zu ziehen". Besten Dank...*grrr*
Dafür waren andere (die ich gar nicht dafür gehalten hätte) plötzlich Freunde für mich, auf die ich mich aufstützen konnte.
Es ist gar nicht so schwer, jemanden zu ermutigen, der in Trauer ist. Einfaches Dasein ist oft schon ganz, ganz viel! Wie Du ja auch sagst! Man muß nicht dauernd "darüber" reden, einfach helfen, einigermaßen "normal" weiter zu leben. Mal ins Kino gehen oder einkaufen, ein Strickmuster zusammen hintüfteln oder denjenigen zum Essen einladen sonntags. Sonntage sind grausamst, wenn man alleine ist, und da ist jeder Trauernde besonders alleine, das ist meine Erfahrung. Alle Welt ist in Familie, und derjenige - ist allein.
Hamuschete, vielleicht lesen Menschen Dein Posting eher, wenn Du da mal ein paar Absätze einbaust. Es liest sich recht mühsam so im augenblicklichen Stand der Dinge...Nix für ungut.
Ganz liebe Grüße
KarlaThe original Karla
est. 2006











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14.01.2008, 21:18
AW: Umgang mit Trauernden
Das kann ich genau so unterschreiben. Als mein Mann starb (ich 31, er 33) war mein Familie da und eine (!) Freundin. Als ich es erfuhr, das mein Mann gestorben ist, war ich bei dieser Freundin und ein anderer Freund war ebenfalls da. Ich wunderte mich, wieso er nicht mal anruft, obwohl er doch dabei war, als die Nachricht kam. Ich rief ihn an und hab ihn einfach gefragt. Er war mir unendlich dankbar, dass ich angerufen habe, er hätte es einfach nicht gekonnt. Daher kann ich ihm auch gar nicht böse sein. Es ist schwer, mit dem Tod und der Trauer umzugehen.
Zitat von Hamuschete
Nicht verstehen kann ich jene, die einen auf der Straße nicht mehr grüßen, als hätte man plötzlich eine ansteckende Krankheit. Nachbarn, die mich von Kindheit an kannten, mit mir im gleichen Haus wohnten, haben mich nicht mehr angesehen. Andererseits, ein Nachbar, den ich von Herzen nicht leiden konnte, kam als einziger auf mich zu und hat mich umarmt. Unglaublich! Die Feindschaft war von dem Tag an zwar nicht begraben, aber einen gegenseitigen Achtung gewichen.
Eine andere Nachbarin, mit deren Tochter ich von klein an gespielt hatte, hat mich auch nicht wieder angesehen oder gegrüßt. Im Gegenteil, sie hat sich erdreistet, mich anzurufen, weil ich nach einem 3/4 Jahr noch keinen Grabstein auf dem Grab hatte, sondern eben nur ein Kreuz.
Man hat schon genug damit zu tun, dass alles zu begreifen, über die Runden zu kommen ohne ständig loszuschreien. Wenn dich dann noch dein Umfeld schneidet, macht das die Sache nicht eben einfacher.Je weniger Verstand einer hat, umso weniger bemerkt er den Mangel.
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14.01.2008, 23:02
AW: Umgang mit Trauernden
Meine Güte, das klingt ja fürchterlich. Sie schneiden Dich? Wieso denn bloß?
Könnte es sein, daß sie denken, da Du ja eine hübsche junge Frau bist, jetzt wirst Du ihren Ehemännern bald "gefährlich", oder was für seltsame Gedanken hegen diese Figuren??
Ich fand damals am besten die Neugierige, die genauestens erfahren wollte, was wann wo wie passiert war, und sich dann abseilte, wegen meiner negativen Schwingungen. Die Dame könnte heute glaube ich tot neben mir umfallen, ich bin nicht sicher, ob ich mich bücken würde :-)) Sorry, aber da steckt einfach Wut in mir über soviel Dreistigkeit und Unfähigkeit, Menschlichkeit zu leben. Aber eigentlich, so im tiefsten Inneren, können einem solche Menschen doch von Herzen leid tun. Die merken ja gar nichts, ist ja erschreckend! Wie unausgeglichen mit sich selbst, wie unzufrieden und unsicher müssen solche Menschen sein, die anderen noch obendrein wehtun...das spricht eigentlich Bände, wenn jemand sich so verhält.
Wohnst Du auf einem Dorf, oder in einer kleinen Stadt?
Der Freund, gibt es den noch? Ich kann verstehen, daß man mit Anfang 30 vielleicht noch überfordert ist mit so einer Situation. Sicher ist man, wenn man älter wird, gefaßter und erfahrener.
LG KarlaThe original Karla
est. 2006











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15.01.2008, 00:07
AW: Umgang mit Trauernden
Genau das scheinen die blöden Nachbarweiber gedacht zu haben. Jetzt hab ich keinen Mann mehr, aber zwei kleine Kinder, also bin ich zwangsläufig auf der Suche nach einem neuen Mann. Was liegt
näher, als der Mann der Nachbarin. Man hat ja schließlich auch sonst nichts weiter zu tun.
Genauso wie dir mit der neugierigen Nachbarin geht es mir mit der dreisten Nachbarin, die könnte halbtot überm Zaun hängen, wäre mir sowas von egal.
Den Freund gibt es noch und wir haben immer noch ein supergutes Verhältnis. Ich denke, dass du recht hast, in dem Alter rechnet man ganz einfach nicht mit dem Tod und wenn er so urplötzlich und so nah an dir vorbeigeht, ist man ganz sicher überfordert.Je weniger Verstand einer hat, umso weniger bemerkt er den Mangel.
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15.01.2008, 09:07
AW: Umgang mit Trauernden
Ich war gestern auf der Beerdigung meines Stief-Schwiegervaters. Ich kann nur bestätigen, dass man den Trauernden in den ersten Monaten viel Kraft alleine schon durch einen Anruf oder eine Umarmung geben kann.
Ja, ich trauere auch um meinen Stief-Schwiegervater, aber dadurch, dass er weit weg gewohnt hat und wir uns nur selten gesehen haben, ist die Trauer bei mir nicht so unmittelbar. Daher habe ich gestern all meine Kraft dafür hergegeben, meiner Schwiegermutter und meinem kleinen Schwager (er hat ihn gefunden) und meiner Schwägerin all meine Kraft zu geben. Ich habe getröstet, in den Arm genommen oder einfach nur banal zur richtigen Zeit ein Taschentuch parat gehabt. Das reicht schon.
Wichtig ist aber vor allem, dass es mit dem Dasein bei der Beerdigung nicht getan ist. Ich habe mir vorgenommen, allen Groll, den ich je gegen meine Schwiegermutter hatte, fallen zu lassen. Statt einmal in 3 Jahren werden wir jetzt eher alle drei Monate einmal dorthin fahren und zusehen, dass die Familie wieder zusammenwächst.
Ich kann ja nachvollziehen, dass für "Außenstehende" wie Nachbarn oder Freunde schwer zu kapieren ist, dass Trauer eben nicht nur eine kurze Zeit dauert, sondern Jahre weitergeht. Dass man sich deshalb vom Trauernden abwendet, dafür habe ich aber kein Verständnis.
Für alle Trauernden hiermit
So long and take care,
Bine
Wer nicht geniesst, wird ungeniessbar
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15.01.2008, 13:07
AW: Umgang mit Trauernden
Hallo Tiria!
Da hast du ja wirklich ganz schlimme Erfahrungen gemacht, zumal es sicher ganz schlimm war, so jung schon den Mann zu verlieren.Ganz ungeheurlich finde ich die Bemerkung mit dem Grabstein- man fragt sich manchmal , was in den Köpfen der Leute vorgeht.
Während der schweren Krankheit meines Mannes habe ich es auch erlebt, dass Freundinnen sich nicht mehr gemeldet haben - sie "trauten" sich nicht, uns anzurufen, als sei mein Mann aussätzig oder etwas ähnliches. Ich habe dann aber offen gesagt, dass es auf einen Versuch ankomme und dass er schließlich noch am Leben sei.
Manche haben sich das zu Herzen genommen, andere konnten damit einfach nicht umgehen.
Ich denke, das ist heute auch ein gesellschaftliches Problem.Schwere Krankheit und Tod werden ausgegrenzt und tabuisiert,dabei kann es doch jeden täglich treffen.
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15.01.2008, 13:24
AW: Umgang mit Trauernden
Liebe Tirina, alle allein stehenden Frauen sind eine Gefahr für die Umwelt, die verheiratete
Ich war lange genug Single und kenne diese Blicke. Insbesondere gern gemocht wird man, wenn der Ehemann der Nachbarin einem mal hilft (was Schweres in den Keller schleppt z.B.). Da steht die Ehe dann schon mit einem Bein vorm Scheidungsrichter
Aber immer schön sonntags in die Kirche rennen und ach soooo wohltätig sein
Es wäre witzig, wäre es nicht so traurig.
Zum Glück gibt es auch viele "normale" Menschen. Wir lassen uns das Singen nicht verbie-hie-ten!! :-))The original Karla
est. 2006











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15.01.2008, 15:13
AW: Umgang mit Trauernden
Ich finde der Umgang mit Trauernden ist eine nicht einfache Angelegenheit, und man kann auch vieles falsch machen, wenn man sich "kümmert".
Ohne jemanden wirklich gut zu kennen, würde ich mich auch an das Thema nicht ranwagen.
Immerhin trauert jeder anders, und man weiß auch nie, in welcher Phase man den Trauernden vorfindet.
Mich zum Beispiel haben viele Leute schlicht genervt, nachdem ich jemanden verloren habe.
Zum Beispiel will ich ins Kino gehen mit ein paar Freunden, um mich abzulenken und mal wieder rauszukommen und mich NICHT mit Grübeleien abzugeben, und dann trifft man schon an der Kasse einen alten Bekannten.
"Ach, das ist ja schön, dich wieder mal zu sehen, schön habt ihr das Grab gemacht, der XXX hätte sich bestimmt darüber gefreut, das ist ganz in seinem Sinne. Ich kann mich noch so gut erinnern, wie ihr letztes Jahr beim Grillen bei uns wart...."
BÄM BÄM BÄM steht man mitten in der Öffentlichkeit und Bilder aus vergangenen Zeiten steigen auf, jetzt nur nicht heulen denkt man, und den Kinoabend, den kann man nun vergessen.
Sämtliche Feiern werden zum Spiessrutenlauf, weil man sich den ganzen Abend von Leuten, deren grösster bisheriger Verlust der Totalschaden ihres Autos war, gesagt bekommt wie man Trauern soll....und wie das war als der Hansi (Dackel) vom Nachbarn gestorben ist.
Anderseits (ich weiß das klingt jetzt böse und sehr egoistisch) bin ich auch schon vor Leuten geflohen, die mir bestimmt schon zum hundertsten Mal erzählt haben, dass sie immer noch nachdenken, wie das 1991 war, als ihr Partner gegen den Baum gefahren ist, und sie sich immer noch täglich mehrmals Vorwürfe machen, dass sie kein Frühstück damals gemacht haben, weil dann wäre er später aus dem Haus gegangen und würde heute noch leben....
Ich kann da nicht aufrichtig und ernst zuhören, weil ich sie dann am liebsten packen und schütteln würde, und sie fragen, ob es die letzten 17 Jahre keinen weiteren Entwicklungen bei ihnen gegeben hat, ausser Vorwürfe wegen zwei Spiegeleiern und einem Toast?
Ich würde das nie so wie andere Leute machen, einfach auf einer Veranstaltung mal einem Trauernden kurz in seinen Wunden stochern und sich dann zum nächsten umdrehen, und über das Wetter reden, sorry, für mich ist der Abend dann ruiniert.
Ich behandele Trauernde so, wie sie es wollen, und das erkennt man schon ziemlich schnell.
Eine einfache Frage: "Wie geht es dir?"
Wenn dann kommt, "ach ja, in der Arbeit ist es stressig, aber der Umzug ist geschafft, und Urlaub habe ich auch bald" ist das eine völlig andere Antwort wie:" ach du weißt ja, es gibt gute und schlechte Tage, ich wünschte nur, die guten Tage überwiegen irgendwann einmal", und man erkennt sofort, ob derjenige über das Thema reden will oder nicht.
Dass es Leute gibt, die sich nicht mit Tod und Krankheit auseinander setzen können oder wollen, und sich dann nie wieder melden, ist auch so eine komische Sache.
Ist mir auch schon passiert, aber bei den wichtigen Freunden habe ich auch nachgefragt, warum sie sich abwenden, und dann erfährt man z.B., dass sie ihre leibliche Mutter im Kleinkindalter verloren haben, und jedesmal wenn es um das Thema geht kommt alles wieder hoch, und deswegen wenden sie sich ab.
Deswegen darf man auch nicht vorschnell urteilen, weil nunmal jeder anders trauert, und wenn jemand gar nicht damit umgehen kann soll man das auch akzeptieren, ohne gleich am ganzen Menschen zu zweifeln!
Ich habe bisher immer Glück gehabt und ganz viele Leute, die mir in schlechten Zeiten zur Seite gestanden sind und das auch in Telefonaten und Briefen angeboten haben und das tut in so einem Trauerfall irsinnig gut, weil man sich dann denkt, zwar ist diese Person jetzt gestorben, aber es gibt ja noch so viele andere liebe Leute!
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15.01.2008, 15:35
AW: Umgang mit Trauernden
Ganz viele waren es bei mir nicht. Zumal ich auch gerade umgezogen war an einen anderen Ort. Ungünstige Situation. Die, die "da" waren waren räumlich weit weg. Leute in der Nähe haben das Ganze schlicht uns Kindern gegenüber nicht weiter erwähnt oder halt so nebenbei beim Einkaufen "Mein Gott Karla, das ist ja entsetzlich...."...
Zitat von Jalaka
Ich mache durchweg die Erfahrung, wenn ich Trauernde ermutige, daß sie sich unglaublich darüber freuen, wenn ein kleines Zeichen kommt, oder auch ein größeres. Oftmals ist es so, daß sie in ihrer schlimmsten Zeit die Erfahrung machen, daß Menschen, die gar nicht sooo nahe stehen, sich kümmern, während die altgedienten kaum auftauchen, wenn erst die manuellen Dinge (wie z.B. ein Umzug, der erforderlich wird beim Tod des Mannes) erledigt sind. Dann geht alle Welt nämlich flott zum Alltag über - sie haben ihre Aufgabe scheinbar erledigt. Dabei fängt die dann erst an. Wenn alles faktische erledigt ist, alles Organisatorische - dann hat Trauer Raum, und dann wollen die meisten Menschen sich nicht mehr kümmern.
Jeden, der Mitgefühl empfindet, kann man nur ermutigen, dieses auch auszudrücken. Man kann sagen "mir fehlen wahrscheinlich die richtigen Worte...". Das kann man immer. Notfalls auch schriftlich. Man kann immer etwas tun. Aber wer solche Erfahrungen selbst noch nicht hatte, der kann schwerlich verstehen und gibt deshalb vielleicht weniger Unterstützung, als er könnte.
Verurteilen möchte und darf ich sowieso niemanden. Das ist nicht meine Aufgabe. Aber ich schaue schon hin, wem ich Hilfe geben möchte und wem nicht. Und da ich nur zwei Hände habe, und praktisch pausenlos jemand Hilfe braucht (es gibt ja nicht nur Todesfälle), würde ich immer zuerst meinen Leuten helfen, die auch für mich einmal da waren, gleich nach den völlig hilflosen jedenfalls, und dann am Schluß kommen erst die anderen, die mich vor die Wand laufen ließen. Das ist ja wohl menschlich und auch moralisch in Ordnung. Nicht umsonst heißt es ja: In der Not lernt man seine Freunde kennen. Selber würde ich nichts erwarten von jemandem, dem ich etwa mal übel mitgespielt hätte.
Ein weites Feld, wie man sieht...
LGThe original Karla
est. 2006













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