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  1. User Info Menu

    AW: Ich komm nicht mehr klar

    Zitat Zitat von katelbach Beitrag anzeigen
    Entschuldige, ich les dich ja gern, aber das waren genau die Ratschläge, die mich in derselben Situation vor 19 Jahren fast zum Mörder gemacht und mich einige Freundschaften gekostet haben. Dein Leben ist in Scherben und da kommt jemand mit Wellness und Duftkerzen daher.
    Ich finde, du tust mir unrecht.

    Das waren Beispiele, wie man versuchen!! könnte, sich auch!! was Gutes zu tun.

    Mir ist grad nichts Schlaueres eingefallen. Sollte einfach zu organisieren, günstig und undramatisch sein.

    Nicht um Trauer und Verzweiflung und eigene Todessehnsucht nicht zu spüren

    Sondern um sich bei der Stange zu halten, täglich eine Fristverlängerung zu verfassen und sie auf den Weg zu bringen.

    So nach dem Motto, jetzt mach ich 30 min Fristverlängerung und danach geh ich mit dem Hund in den Wald, nehme einen Kaba in der Thermosflasche mit und ....

    Wenn du nach meinen persönlichen Goodies fragst, ich war mehr der Typ für den Joint als für die Duftkerze.

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    AW: Ich komm nicht mehr klar

    @Yvonne

    Entschuldige, wenn ich so daneben lag.

    Hast du Freunde oder Verwandte, die dir beistehen könnten. Rein organsatorisch?

    Kannst du da was abgeben.

    Hast du einen Hausarzt? Vertraust du dem?

    Du klingst als ob eine auch stationäre Intervention gerade jetzt über diese sch. Feiertage (sorry for my French) eine durchaus gute Idee sein könnten.


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    AW: Ich komm nicht mehr klar

    Liebe Yvonne,

    Ich „kenne“ Dich seit Deiner Anmeldung hier im Forum. Wir haben ein gemeinsames Thema, weshalb ich Deinen Weg mitverfolgt habe. Was Du gerade erlebst, berührt mich sehr und ich möchte Dir mein aufrichtiges Mitgefühl aussprechen. Und ich möchte Dir auch sagen, dass ich Dich für sehr stark halte, denn Du bist eine Überlebende (und ich meine damit nicht, dass Du deinen Mann überlebt hast). Hol Dir alle Hilfe, die Du bekommen kannst. Es ist jetzt schlimm, aber es wird mit jedem Tag ein ganz kleines bisschen besser. Du schaffst das. Ich würde gerne etwas für Dich tun, wenn ich könnte. Fühl Dich wenn ich darf.

    Alles Gute für Dich!

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    AW: Ich komm nicht mehr klar

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    @Yvonne

    Entschuldige, wenn ich so daneben lag.

    Hast du Freunde oder Verwandte, die dir beistehen könnten. Rein organsatorisch?

    Kannst du da was abgeben.

    Hast du einen Hausarzt? Vertraust du dem?

    Du klingst als ob eine auch stationäre Intervention gerade jetzt über diese sch. Feiertage (sorry for my French) eine durchaus gute Idee sein könnten.

    Jedem hilft bei Trauer etwas anderes. Da gibt es kein Richtig oder Falsch.
    Ich hatte in meiner Phantasie als Hilfe mir gedacht: One Way Ticket irgendwohin, gerne auch zum Nordpol und gucken, was passiert.

    Gutes Essen, nur in Gesellschaft! Ja!

    Gespräche, JA!

    Die Lage hat sich entspannt. Die Klinik rief mich an, wegen Corona wird mein Aufnahmetermin auf Anfang Februar verlegt. Große Erleichterung!!!

    Die rechtliche Betreuung ist damit überflüssig. Hatte vorhin noch ein Gespräch mit einer Soz.Päd.....es ginge sowieso nicht so schnell.
    27.7.2020

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    AW: Ich komm nicht mehr klar

    Zitat Zitat von waltraut Beitrag anzeigen
    Liebe Yvonne,

    Ich „kenne“ Dich seit Deiner Anmeldung hier im Forum. Wir haben ein gemeinsames Thema, weshalb ich Deinen Weg mitverfolgt habe. Was Du gerade erlebst, berührt mich sehr und ich möchte Dir mein aufrichtiges Mitgefühl aussprechen. Und ich möchte Dir auch sagen, dass ich Dich für sehr stark halte, denn Du bist eine Überlebende (und ich meine damit nicht, dass Du deinen Mann überlebt hast). Hol Dir alle Hilfe, die Du bekommen kannst. Es ist jetzt schlimm, aber es wird mit jedem Tag ein ganz kleines bisschen besser. Du schaffst das. Ich würde gerne etwas für Dich tun, wenn ich könnte. Fühl Dich wenn ich darf.

    Alles Gute für Dich!
    Danke

    Kann mir denken, welches Thema du meinst. Richtig?
    27.7.2020

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    AW: Ich komm nicht mehr klar

    Liebe Yvonne,

    ich habe Dich schon oft gelesen und schicke Dir eine Umarmung und viel Kraft!

    Mein Beitrag zu Deinem Thema:

    Im EP hast Du geschrieben, dass Du nur punktuell Medikamente nimmst.

    Bitte wende Dich an Deinen Hausarzt, er möge Dir ein Antidepressivum "für Einsteiger" für die nächsten Monate verordnen.

    Es wird 2 bis 3 Wochen dauern, bis die Wirkung einsetzt.

    Das Medikament kann Dir helfen, ein Stück weit eine "Rüstung" gegenüber der Außenwelt aufzubauen.

    Wenn Du magst, kannst Du mich gerne anschreiben.

    Alles Liebe, Emmi
    Ein Leben ohne Katze ist möglich, aber sinnlos.
    (Frei nach Loriot und dem Mops )

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    AW: Ich komm nicht mehr klar

    Zitat Zitat von Ivonne2017 Beitrag anzeigen
    Ich esse seit kurzem tatsächlich ein paar Bissen Lebkuchen....sind gut für den Magen, der ständig verkrampft.
    Liebe Ivonne, gut so! Bei mir stehen - ganz gegen meine Gewohnheit - Fertiggerichte auf meinem Teller, weil das Kochen ohne ihn nicht dasselbe ist. Vielleicht wäre das auch eine Option für Dich, zumindest für die erste Zeit?

    Damit Du mal auch was Warmes im Magen hast?

    Auch wenn es Dir momentan so gar nicht möglich erscheint, es hilft ungemein, wenn man zu sich selbst liebevoll ist und sich quasi selbst "füttert". Du hast jedes erdenkliche Recht dazu, Dich um DICH zu kümmen.

    Krimis, Fernsehen und Musik gehen gar nicht.
    "Unser" Fernseher steht in seinem Zimmer, davor sein Bett, auf dem wir bis zuletzt noch wenigstens etwas kuscheln konnten. Haben uns jeden harmlosen Mist angesehen, er mit seiner Infusion, die 18 Stunden am Tag lief. Hauptsache, wir waren zusammen.
    Ich bin aus dem Schlafzimmer ausgezogen, schlafe seit seinem Tod in einem anderen Zimmer. Ich weiß nicht, ob es Dir hilft, für jeden Menschen passt etwas anderes in dieser Phase, aber ich habe einen Gedenkplatz eingerichtet.

    Auf einer Kommode seine schönsten Bilder aufgestellt, Kerzen dazu und Dinge, die mich an unsere gemeinsame Zeit erinnern.

    Das ist allerdings der einzige Platz. Das mag jetzt brutal klingen, aber anders hätte ich es nicht geschafft. Ich habe innerhalb von wenigen Tagen seine gesamten Sachen weggeräumt, seine Kleidung, seine Spuren, an denen ich täglich vorbeigegangen bin. Denn es brachte mich fast um, ununterbrochen damit konfrontiert zu sein.

    Deswegen habe ich diesen Gedenkplatz, zu dem ich jederzeit gehen kann, ohne dass mich die Erinnerungen fast wahnsinnig machen.

    Ich weiß nicht, wie Du damit umgehst. Fühlst Du Dich wohler, wenn Du diese Erinnerungen um Dich herum siehst oder ziehen sie Dich noch weiter runter?

    Für mich stand der Entschluss, alles wegzuräumen fest, als ich einmal weinend am Ärmel seines Hemdes festgeklammert, das er am Tag seines Todes getragen hatte, zusammengebrochen bin. Da wusste ich, lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

    Ich habe auch seinen Ring, den mir die Klinik nach seinem Tod aushändigte, zusammen mit meinem Ring an eine Silberkette gehängt, die ich mir extra dafür gekauft hatte. Sie sollte die richtige Länge haben, damit beide Ringe vereint genau auf meinem Herzen liegen.
    Ist nur ein Symbol, aber es fühlt sich gut und richtig an, diese Kette zu tragen.

    Ich verschlinge Berichte über den Tod und was man von Nahtoderlebnissen weiß. Mir ist klar, dass das Thema umstritten ist. Bitte lasst mir meinen Glauben.
    Auf jeden Fall! Ich hatte mich früher schon sehr mit diesem Thema befasst, weil ich in jungen Jahren selbst ein NTE gehabt hatte. Mir halfen diese Videos sehr in der Verarbeitung.

    Ich denke überhaupt, es ist egal, was man tut, wenn es hilft, ist es zweitrangig, ob jemand anderer daran glaubt oder nicht.

    Morgen früh ruf ich bei der Caritas an.
    Nimm bitte jede erdenkliche Hilfe an. Wenn Du Dich nicht traust, dann halte Dir vor Augen, dass es nur temporär ist. Nur so lange, bis Du wieder auf Deinen Beinen stehen kannst.

    Ich bin doch nur krank vor Trauer.


    Ich weiß, es hilft nichts bzw. alles nur immer ein bisschen. Aber geh Schritt für Schritt, jeder noch so kleine Schritt bringt Dich weiter.


    @Katelbach: Danke Dir sehr, ich weiß, dass Du Ähnliches auch durchmachen musstest. Das nachzufühlen ist wirklich nur dann möglich, wenn man es selbst gespürt hat, was das bedeutet.

    Liebe Grüße
    Zio

  8. VIP

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    AW: Ich komm nicht mehr klar

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    Ich finde, du tust mir unrecht.

    Das waren Beispiele, wie man versuchen!! könnte, sich auch!! was Gutes zu tun.

    [...]

    So nach dem Motto, jetzt mach ich 30 min Fristverlängerung und danach geh ich mit dem Hund in den Wald, nehme einen Kaba in der Thermosflasche mit und ....

    Wenn du nach meinen persönlichen Goodies fragst, ich war mehr der Typ für den Joint als für die Duftkerze.
    Sorry, ich wollte dich nicht "angehen", Echt nicht.


    Deine Vorschläge finde ich für Prokrastinierer (bin selbst einer) sehr gut.

    Aber sich in so einer Situation und so früh was Gutes tun geht nach meinem Empfinden nicht.

    Überhaupt geht Sich-Gutes-tun nach meiner Erfahrung gar nicht. Ich hab sogar jahrelang die besten und exklusivsten Weine aus unserem Keller aus dem unberührten Glas in den Ausguss gekippt, wenn ich morgens ins Bett gefunden habe.

    Natürlich sind die Menschen unterschiedlich, aber dass sich jemand was Gutes tun möchte und kann in der Situation, das kann ich mir gar nicht vorstellen. Ich hätte mir auch ganz lang für mich keine Goodies vorstellen können - außer vielleicht Sister M.

    Tut mir Leid, dass du doch angegriffen gefühlt hast.
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
    sonst normale Userin

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    AW: Ich komm nicht mehr klar

    Zitat Zitat von zio Beitrag anzeigen


    @Katelbach: Danke Dir sehr, ich weiß, dass Du Ähnliches auch durchmachen musstest. Das nachzufühlen ist wirklich nur dann möglich, wenn man es selbst gespürt hat, was das bedeutet.
    von mir gefettet

    absolut- und deshalb sind "Tipps" ohne diesen Erfahrungshintergrund eher an der Realität vorbei, auch wenn sie gut gemeint sind- doch so ist es eben...

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    AW: Ich komm nicht mehr klar

    Liebe Yvonne,

    ich weiß überhaupt nicht recht, welche Worte ich finden soll, die ausdrücken können, wie sehr ich mich in dich hineinfühlen kann.

    Du schriebst, dass du dich mit dem Tod allgemein und Berichten von Nahtoderfahrungen beschäftigst.

    Mir ging es damals genauso.
    Meiner Meinung nach hat das nichts mit Glauben zu tun, sondern vielmehr damit, dass man das Leben, den Tod und was "danach" kommt, begreifen möchte.

    All dieser bürokratische Kram, den du jetzt erledigen musst...
    Ja, das wächst einem über den Kopf.

    Ich war damals damit aufgrund meines jungen Alters einfach überfordert und war froh, dass meine Schwiegereltern den größten Teil übernommen haben.

    Hätte es damals schon sowas wie Trauerbegleitung etc. gegeben, ich hätte es ohne zu überlegen sofort in "fremde" Hände übergeben. Hauptsache, ich müsste - so wie du sagst - nicht immer und wieder den Namen des Verstorbenen lesen.. Das war richtig schlimm.
    Genauso schlimm war es, dass mein verstorbener Mann immer noch Post bekommen hat...

    Die gemeinsamen Räume... das Schlafzimmer... das Bett... Alles roch nach ihm.

    Es dauerte Wochen, bis ich mich dazu aufraffen konnte, seine getragene Wäsche zu waschen...
    Immer wieder habe ich seine Pullis und T-Shirts eingeatmet.

    Ja... es gab auch bei mir Menschen, die mir Gutes tun wollten.

    Sie haben Suppe und Obst angeschleppt.
    In dem Glauben, dadurch würde es mir besser gehen.
    Gleichzeitig haben sie sich in meinem Wohnzimmer breit gemacht, wollten mit Kaffee und Kuchen bewirtet werden und ihre guten Ratschläge loswerden.

    Damals - ich war 19 als ich Witwe wurde - war ich noch so unerfahren und habe diese Menschen einfach machen lassen. Zudem war ich durch den Tod meines Mannes so dermaßen gelähmt, dass ich mich gar nicht gegen solche Gedankenlosigkeit wehren konnte.
    Heute würde ich ihnen vermutlich das Obst an den Kopf werfen...

    Weihnachten und Geburtstag ohne meinen Mann... Auch das war traumatisch.
    Denn mein Geburtstag war gleichzeitig unser Hochzeitstag. Einen Tag nach Weihnachten an meinem 18. Geburtstag.

    Was die Medis betrifft...
    Zu meiner Zeit gab es noch nicht die modernen Mittel, die es heute gibt.

    Mein Arzt hat mir damals Benzodiazepine verschrieben, die mich direkt in eine Abhängigkeit katapultiert haben, aus der ich erst nach Jahren wieder raus fand. Heute würde ich aber auf jeden Fall eines dieser modernen Mittel einnehmen wollen, sofern es notwendig wäre.

    @Yvonne,
    ich habe nun sehr viel von mir erzählt und dir keinen Rat gegeben.
    Das kann und will ich auch gar nicht, weil ich denke, dass du SO stark bist, dass du instinktiv das Richtige tun wirst. Denn.. wie du sagst... jeder trauert auf seine Weise und jeder geht auch seinen Weg.

    Richtig und gut war ja schon mal, dass du hier überhaupt gesagt hast, wie schlimm und schwer das alles ist. Das hat dich - glaube ich zumindest - schon mal aus deiner Lähmung herausgeholt.

    Die nächsten Schritte schaffst du... da bin ich mir ganz sicher.
    Wenn ich könnte, würde ich jetzt mal ganz fest in den Arm nehmen wollen
    Nach manchem Gespräch mit einem Menschen hat man das Verlangen, einen Hund zu streicheln,
    einem Affen zuzunicken und vor einem Elefanten den Hut zu ziehen.

    (Maxim Gorki)

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