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  1. User Info Menu

    Wenn die Welt über Instagram zuschaut

    Hallo zusammen,

    in Anlehnung an einen anderen Forenbereich hier- es ging dabei um die Fehlgeburt von Megan Markle, die sie nun veröffentlicht hat- und die daraus entstandene Diskussion- möchte ich das hier gerne aufgreifen (dort ist das letztlich off-topic).

    Thema war letztlich, dass es Menschen (Promis) gibt, die Fehlgeburten oder auch wie zuletzt- Totgeburten- beinahe live ins Netz setzen.
    Wie findet ihr das?

    Ich selbst tue mir mit dieser Art von Teilen schwer- für mich wäre es undenkbar, in tiefstem Leid eine Kamera dabei zu haben und der Restwelt zu zeigen, wie ich durch eine Geburt gehe und am Ende ein totes Kind im Arm halte.
    Aber- da gehen die Meinungen doch sehr auseinander und da es in dem Forenbereich eben offtopic ist- kann sich jetzt hier darüber ausgetauscht werden.

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    AW: Wenn die Welt über Instagram zuschaut

    Nebenan wurde das Beispiel Chrissy Teigen genannt oder Hilaria Baldwin. Bei beiden Frauen dachte ich auch, dass mir persönlich diese Art der öffentlichen Darstellung sehr unangenehm ist und mir viel zu viel Intimität preis gegeben wird. Ich tue mich sowieso schwer mit Trauer anderer Menschen und bin damit sehr schnell überfordert. Da empfinde ich es entsprechend für mich sehr befremdlich, dass es beispielsweise den beiden Frauen geholfen haben soll in ihrer Trauer. Aber ich kann es nur bedingt bewerten, da ich bisher solch einen Trauerfall nicht beklagen musste.

    (Generell ist mir fremd, mein komplettes Leben auf Instagram zu teilen. Ich nutze es sehr wohl, aber im dosierten Maß mit privatem Konto).

    Ich sehe jedoch einen deutlichen Unterschied zum Artikel von Meghan Markle, der ja Ursprung der Diskussion war. Sie schreibt Monate später über ihre Fehlgeburt in einem anderen Gesamtkontext. Der Artikel hat mich berührt, aber nicht peinlich bzw. unangenehm wie es bei Chrissy Teigen oder Hilaria Baldwin der Fall war.

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    AW: Wenn die Welt über Instagram zuschaut

    Ich habe erst letztens eine junge Frau über Instagram "kennengelernt" , die zum zweiten Mal einen späte Fehlgeburt hatte (ich glaub 23. Woche, die erste Fehlgeburt in der 19. Woche). Man war quasi über fast zwei Wochen live dabei, sie hat aus dem Krankenhaus berichtet. Das ist mir sehr nahe gegangen, ich hab so gehofft für sie.

    Ich hinterfrage das nicht. Ihr hat der Austausch mit den vielen Menschen geholfen, da kommen ja auch Frauen zusammen die ähnliches erlebt haben, das hilft. Trauer (im weitesten Sinne) ist einfach was total persönliches. Ich finds gut wenn man erkennt und auslebt, wie es einem damit am besten geht.


    Was ich nicht verstehe ist, das Fehlgeburten als Tabuthema gelten soll, ich empfinde es nicht so.
    Wichtig finde ich zu verdeutlichen dass eine erfolgreiche Schwangerschaft keine persönliche Leistung ist und eine missglückte Schwangerschaft nichts ist, wofür sich eine Frau/Familie schämen muss.

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    AW: Wenn die Welt über Instagram zuschaut

    Instagramm, Facebook und Co leben doch von dieser Art des Voyeurismus, genau wie die User der Plattformen.
    Egal um welche Art von Emotionalität es dabei geht.
    Ich persönlich würde nie im Leben etwas mit fremden Leuten per Foto oder Video teilen. Auch im Whatsappstatus
    teile ich so etwas nicht.
    Viele Dinge fallen mir einfach so zu,.......Augen zum Beispiel.

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    AW: Wenn die Welt über Instagram zuschaut

    Zitat Zitat von Kleinfeld Beitrag anzeigen
    Instagramm, Facebook und Co leben doch von dieser Art des Voyeurismus, genau wie die User der Plattformen.
    Egal um welche Art von Emotionalität es dabei geht.
    Ich persönlich würde nie im Leben etwas mit fremden Leuten per Foto oder Video teilen. Auch im Whatsappstatus
    teile ich so etwas nicht.
    genau so ist es.
    vor allem: man muss sich das doch nicht anschauen?

    ich lebe völlig entspannt ohne wa, facebook und co.

    jeder muss selbst wissen, was er da von sich preis gibt. wenn jemand das macht, dann ist das seine entscheidung, da gibt es kein richtig oder falsch. muss jeder selbst wissen.
    Nein, mein Nickname hat nichts mit meinem Geburtsjahr zu tun

    Es gibt immer 4 Versionen beim Zusammentreffen von Mann und Frau:
    Seine, ihre, die Wahrheit, und das, was wirklich passiert ist.


    Schokolade stellt keine blöden Fragen - Schokolade versteht

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    AW: Wenn die Welt über Instagram zuschaut

    Zitat Zitat von Copic Beitrag anzeigen
    Was ich nicht verstehe ist, das Fehlgeburten als Tabuthema gelten soll ...
    Ich sehe hier mitnichten ein Tabu-Thema.
    Nur, weil man kein Mitteilungsbedürfnis hat, wenn einem selbst so etwas widerfährt, ist es noch lange kein Tabu.

    Es käme mir ebenso nie in den Sinn, an Mitgefühl für mich von mir persönlich unbekannten Menschen auf irgend welchen Social Media-Portalen zu appellieren.


    Zitat Zitat von Kleinfeld Beitrag anzeigen
    Instagramm, Facebook und Co leben doch von dieser Art des Voyeurismus ...
    Ja, Voyeurismus trifft es gut.
    Geändert von schafwolle (27.11.2020 um 13:12 Uhr) Grund: verschwurbelten Satz korrigiert

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    AW: Wenn die Welt über Instagram zuschaut

    Ich sagte ja, ich sehe es auch nicht als Tabuthema, es wird aber immer wieder so genannt.

    Ich finde Voyeurismus nicht das passende Wort dafür, irgendwie versteh ich unter dem Begriff nochmal was anderes.
    Ich glaube auch nicht dass man durch eine geteilte, persönliche Geschichte ans Mitgefühl aller appellieren will. Es ist einfach Typsache wie man mit Schicksalschlägen umgeht.

    Hier im Forum passiert es natürlich anonym, aber auch hier werden Geschichten geteilt und offensichtlich interessiert es euch ja auch schon jahrelang, was andere so erleben. Und auch hier ist man manchmal emotional ergriffen. Nennt ihr das auch Voyeurismus?

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    AW: Wenn die Welt über Instagram zuschaut

    Zitat Zitat von kenzia Beitrag anzeigen
    Thema war letztlich, dass es Menschen (Promis) gibt, die Fehlgeburten oder auch wie zuletzt- Totgeburten- beinahe live ins Netz setzen.
    Wie findet ihr das?

    Ich selbst tue mir mit dieser Art von Teilen schwer- für mich wäre es undenkbar, in tiefstem Leid eine Kamera dabei zu haben und der Restwelt zu zeigen, wie ich durch eine Geburt gehe und am Ende ein totes Kind im Arm halte.
    Das haben die Prominenten gemacht, von denen die Rede war?

    Das ganze Glück der Erde liegt in der Immunität der Herde.
    .

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    AW: Wenn die Welt über Instagram zuschaut

    Zitat Zitat von Kleinfeld Beitrag anzeigen
    Instagramm, Facebook und Co leben doch von dieser Art des Voyeurismus, genau wie die User der Plattformen.
    Egal um welche Art von Emotionalität es dabei geht.
    Ich persönlich würde nie im Leben etwas mit fremden Leuten per Foto oder Video teilen. Auch im Whatsappstatus
    teile ich so etwas nicht.

    Genau so *5*
    Um aus dem Rahmen fallen zu dürfen, müsste man erst mal im Bilde sein!!

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    AW: Wenn die Welt über Instagram zuschaut

    Ich nutze Instagram selbst gar nicht (genausowenig wie Twitter und auch Facebook kaum). Ich sehe für mich persönlich nicht die Notwendigkeit, mein Inneres zu öffnen.

    Ich sehe aber durchaus Nutzen darin, intimes öffentlich zu machen - egal ob es Nutzen für einen selbst ist (geteiltes Leid ist halbes Leid - und öffentliche Personen teilen nunmal sowohl Freude als auch Leid) oder ob es Nutzen für andere ist, indem man Dinge öffentlich macht, die sonst - wenn überhaupt - nur hinter vorgehaltener Hand besprochen werden.

    Nichts anderes machen doch seit Jahrtausenden Schriftsteller, Biografen, Filmemacher und Journalisten. Egal, ob sie ein fiktives Geschehen beschreiben oder autobiographisch arbeiten oder Bilder machen, die am Leid und "Elend" ganz nah dran sind.

    Wieviele mit Preisen ausgezeichnete Bilder sind "ganz nah dran" (wer erinnert sich nicht an das Napalm-Mädchen von Vietnam). Wieviel Tabus muß man brechen, darüber sprechen, bevor eine aufgeschlossene Gesellschaft entstehen kann?

    Vieles, was früher nur hinter verschlossener Tür gesagt oder getan wurde, ist heute ganz selbstverständlich offen. Es ist klar, daß der Grat der Öffnung für jeden an anderer Stelle ist.

    Aber oft sind es Mutige, die darüber sprechen, darüber schreiben, dem Unausgesprochenen ein Bild geben, die Änderungen anstoßen. Das kann Sklaverei, Homosexualität, Verhütung betreffen, das Recht auf Abtreibung, Wahlrecht für Frauen, Vergewaltigung innerhalb und außerhalb der Ehe, AIDS....

    Niemand wird gezwungen, einem Instagram Account zu folgen, wenn man den Inhalt nicht mag. Niemand wird gezwungen, einen Film anzusehen, Niemand wird gezwungen, ein Buch zum Thema zu lesen.

    Aber wenn niemand darüber schreibt, spricht, es öffentlich macht, würden heute noch Sklaven in den USA gehalten, dürften Frauen nur mit Zustimmung des Mannes arbeiten, würde man Brustkrebs verschweigen (man spricht nicht über weibliche Geschlechtsmerkmale - "eine Frauensache").

    Das ist nichts, "wo man halt durch muß". Und was immer jemand nutzt, um selbst besser damit klar zu kommen oder anderen eine Stimme zu geben - das ist doch nicht verkehrt.
    Geändert von Antje3 (27.11.2020 um 10:54 Uhr) Grund: Tippfehler korrigiert
    Wer glaubt, daß Abteilungsleiter Abteilungen leiten, glaubt auch, daß Zitronenfalter Zitronen falten..

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