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    Der eigene Tod, das eigene Sterben

    Immer öfter denke ich daran, dass er unausweichlich ist, der Tod. Viele, viele Jahre war das kein Thema für mich, aber in letzter Zeit schon.

    Ich spüre, dass ich Angst davor habe zu sterben, bzw. dass es ein unangenehmer Gedanke ist. Ich weiß wie ich beerdigt sein will und habe sogar Ideen für die Trauerfeier.

    Ich kenne Menschen, bei denen der Tod irgendwie oft ein Thema ist in Gesprächen, bei anderen ist es ein Tabu und die Ehefrau weiß noch nicht mal, ob der Mann verbrannt, oder anders beerdigt werden will.

    Wie geht Ihr mit dem Thema um? Braucht und findet Ihr Trost? Hoffnung? Gelassenheit?
    "Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel." Bertrand Russel, Philosoph (1872-1970)


    Make love - not war!

    Auch Ökostrom tötet!

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    AW: Der eigene Tod, das eigene Sterben

    Sehr besonderes Thema

    Ich denke auch öfter an den Tod und habe Angst vor dem, was davor kommt.

    Angst, ob es mit ewig langem Siechtum einhergeht.

    Angst, dass Menschen über mich entscheiden, sich nicht gut um mich kümmern, wenn ich das nicht mehr kann.

    Ein Tabu jedoch ist das Thema nicht.

    Im Gegenteil, ich hab Probleme im Kontakt mit Menschen, die so tun, als wären sie nicht sterbenskrank und vermeiden darüber zu sprechen.

    Sie haben Gründe, für die Angehörigen zum Teil ganz schwer mit umzugehen.

    So grade im Bekanntenkreis geschehen.

    4 Kinder im jugendlichen Alter und ein Ehemann - es durfte nicht darüber gesprochen werden.

    Ich habe alles "rund um Papiere" geordnet, auch Vollmachten seit Jahren erstellt.

    Ideen für die Trauerfeier hab ich auch, leider garkeine, wie ich unter die Erde möchte
    Es wird Zeit für eine neue Signatur

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    AW: Der eigene Tod, das eigene Sterben

    Ja, wirklich ein sehr besonderes Thema!

    Ich hatte mit 13 Jahren eine Nahtoderfahrung, die mich in meiner Grundeinstellung verändert hat, ohne dass ich damals wusste, was es war.

    Seither habe ich alles, was danach kam, als eine Art Bonusmaterial betrachtet. Es hat mein Bewusstsein für meine eigene Bedeutungslosigkeit geschärft. Und ich empfinde das als eine große Leichtigkeit.

    Angst habe ich lediglich davor, pflegebedürftig zu werden. Deswegen finde ich für mein Seelenheil wichtig, genug Geld für Dignitas auf der hohen Kante zu haben. Nur so für den Ernstfall.
    Der Tod selbst fühlt sich an wie eine übergeordnete bewältigte Aufgabe - die Agonie ist unbeschreibbar anstrengend und der Zustand danach pure Leichtigkeit. Ganz wunderbar.

    Ich möchte gern so preisgünstig wie irgend machbar unter die Erde gebracht werden, das habe ich meinen Kindern so auferlegt. Und ich würde mich freuen, wenn ich die Möglichkeit hätte, meinen eigenen Nachruf zu schreiben.
    Wenn ich mir was wünschen könnte (keine Ahnung, ob meine Hinterbliebenen mutig genug sind dafür), würde ich gern wollen, dass auf meiner Beerdigung "Ding dong, the witch is dead" aus dem Zauberer von Oz gespielt wird. Das entspricht meinem kruden Humor. Aber bestehen würde ich darauf nicht, ich merk's ja nicht mehr.
    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten.

    Oscar Wilde

  4. Inaktiver User

    AW: Der eigene Tod, das eigene Sterben

    Ich habe keine Angst vorm Tod.

    Ich habe mein Leben gelebt und wenn es morgen vorbei ist? Dann ist es so. Traurigkeit empfinde ich nur für die, die ich zurück lasse... Denn sie werden damit weniger gut zurecht kommen.

    Ich habe Briefe für sie hinterlassen. Ich hoffe es ist ihnen ein Trost....

    Die Briefe "aktualisiere" ich alle paar Jahre.
    Im todesfall werden sie diese bekommen.

    Wie ich begraben werden möchte? Das wissen sie. Und für den Fall der Fälle, gibt es auch einen Ordner inkl. Graburkunde. Alles ist für die nächsten 10 Jahre bezahlt. Bestatter meiner Wahl. Zudem das ich keinen Priester, aussegnungshalle, Kränze usw. Möchte.

    Sie sollen eine weiße Rose pro Person auf das Grab legen.... Und keinem Bestatter Geld in den Rachen werfen....

    Wenn sie es anders machen möchten, ist das für mich aber auch ok, weil ich tot bin und es nicht mehr mitkriege.

    Nachdem ich es selbst in kurzer Zeit 2x mitgemacht habe.... Möchte ich das niemanden zumuten.

    Vorsorgevollmacht war mir sehr wichtig und das im Fall der Fälle bitte der Stecker gezogen wird.

    Organe bitte spenden.

  5. User Info Menu

    AW: Der eigene Tod, das eigene Sterben

    @luftistraus: deine Version gefällt mir auch gut!

    Ich habe auch einen Organspendeausweis, seit es diese Dinger gibt.
    Wenn irgendwas von mir noch der Lebensqualität von jemand anderem dienen kann - die Vorstellung freut mich.
    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten.

    Oscar Wilde

  6. Inaktiver User

    AW: Der eigene Tod, das eigene Sterben

    Zitat Zitat von Mitternachtsblau Beitrag anzeigen
    @luftistraus: deine Version gefällt mir auch gut!
    .
    Danke

    Ich habe mir da schon ziemlich früh viele Gedanken drüber gemacht.

    Wir haben zum Glück immer sehr offen drüber reden können.

    Mein Mann hat dazu eine ganz andere Vorstellung.. Nicht verbrennen und keine Organe spenden.

    Selbst mein Sohn weiß wie er beerdigt werden möchte. Organe spenden und verbrennen.

    Und jeder von uns weiß, daß wir den Wünschen nachkommen obwohl sie gegen unsere eigenen Vorstellungen sind.

    Mein Mann möchte zum Beispiel auch eine riesen Veranstaltung zur Beerdigung. Je mehr umso besser..... Mit Musik, Essen usw.

    Ich möchte es dagegen sehr leise, kurz und intim.

    Dieser Punkt ist Junior dagegen völlig egal. Er meinte da nur, daß wir machen sollen wie wir wollen....

    Mein Mann möchte auch den Stecker gezogen bekommen. Junior dagegen möchte, daß wir 12 Wochen warten, ob nicht doch ein Wunder passiert (Koma usw)

    Dadurch das wir beruflich und familiär mit vielen Umständen konfrontiert waren.... Sind solche Gespräche bei uns wahrscheinlich öfter als bei anderen.....

  7. User Info Menu

    AW: Der eigene Tod, das eigene Sterben

    Ich lebe - trotz nicht mehr ganz jugendlichen Alters - noch immer die Illusion der Unsterblichkeit. Ich kann "Tod" nicht auf mich beziehen. Rational natürlich schon - aber ich lasse das noch nicht an mich heran, was mir über den Kopf klar ist.

    Jedenfalls möchte ich beerdigt und nicht verbrannt werden - für alles andere würden die Hinterbliebenen sorgen.

  8. User Info Menu

    AW: Der eigene Tod, das eigene Sterben

    Menschen mit Nahtoderfahrungen erzählen so gut wie alle das Gleiche: Man driftet leicht und froh in ein weißes warmes Licht.
    Ich kenne so einen Zustand vom Meditieren. Einfach schön. Ich habe keine Angst vorm Sterben.

    Ich will nur vorher ein selbstbestimmtes Leben führen und nicht in einem dementen Zustand dumpf oder angstvoll in einem Pflegeheim vor mich hin vegetieren. Ob ich meinem Leben selbst ein Ende setzen werde, wenn es so käme? Weiß ich nicht. So weit ist es ja noch nicht.

    Que sera sera...

  9. User Info Menu

    AW: Der eigene Tod, das eigene Sterben

    Über den eigenen Tod mache ich mir in der letzten Zeit viele Gedanken. Sprechen kann man mit niemanden darüber.
    Ich bin auch dem Tod näher als dem Leben.
    Für Organspenden bin ich schon zu alt. Ich würde auch ungern spenden.. Die Organe können nur aus einem lebenden Körper entnommen werde. Der Spender wird künstlich am Leben gehalten. An seinen Gesichtszügen kann man meistens später erkennen, dass er starke Schmerzen gehabt haben muss.

    Ich habe seit 14 Jahren Parkinson. Ich habe festgestellt, dass der „Parki“ stirbt, wenn gar nichts mehr geht, wenn er austherapiert ist. Meistens ist das noch 15 Jahren. Das wäre für mich in einem Jahr.

    Vor einigen Jahren habe ich mal ein Seminar mitgemacht, das unter dem Thema lief, wie man alte und kranke Menschen begleitet. Damals lebten Mutter und Schwiegermutter noch.. Was mir am Besten hängengeblieben ist: wenn der Kranke meint, er würde bald sterben, wird fast jeder versuchen, ihm das auszureden. Der Kranke fühlt sich nicht verstanden und spricht nie wieder darüber. Wenn man aber fragt: „macht Ihnen das Angst?“ , wird er darüber reden.

  10. User Info Menu

    AW: Der eigene Tod, das eigene Sterben

    Heute habe ich mich mit einer Bekannten unterhalten die seit vielen Jahren Krebs hat, immer mal wieder etwas anderes. Das zieht sich seit über 30 Jahren hin und irgendwie lebt sie damit. Und meistens wirklich gut. Klar, wenn immer mal wieder etwas war, war es wieder eine Belastung.

    Ich danke Euch sehr für das, was Iher geschrieben habt. Ich bin wohl auch eher so, dass ich vorher alles geordnet haben möchte, meine Grabrede selbst schreiben will, meine Trauerfeier organisieren und am liebsten schon das Loch ausheben, aber wenn ich daran denke wird mir ganz schlecht. ein Himmel mehr, keine Natur, nur noch die tiefe Erde.
    Interessant finde ich auch die Berichte derer, die, wie du Mitternachtsblau, ein Nahtoderfahrung hatten. Das ist ein wenig Hoffnung und dann denke ich wieder, man nimmt sich vielleicht zu wichtig, es ist aus und vorbei, wenn es soweit ist.
    Wie schlafen, nur für immer.

    Hattet Ihr schon Momente in denen Ihr dachtet es könnte jetzt soweit sein? Z. B. weil Ihr einen schweren Unfall hattet, oder Herzschmerzen, oder in einer gefährlichen Situation gewesen seid? Ich hatte so etwas schön öfter und bin immer wieder raus gekommen. Twix25 ... ich bin serh froh, dass ich so sicher bin wie ich unter die Erde möchte, auch wenn es wie oben geschrieben, eine schwierige Vorstellung ist. Eine steinerne Gruft mit einem luftdicht abgeschlossenen Sarg wäre mir noch lieber. Im Sommer hatte ich einen toten Vogel gefunden, voller Maden. Das war ekelhaft.

    Luftistraus das mit den Briefen finde ich gut. Ich hatte so etwas auch mal angefangen, aber nie beendet. Ich werde das auch machen. Das ist noch mal ein schöner Abschied und manche Infos, wie Passwörter, Kochrezepte, oder so ... kann man noch "übergeben".
    Marta Agata ich kenne auch so jemanden, der einfach immer sagt, er wird nicht sterben. Natürlich glaubt er das selbst nicht, aber irgendwie macht ihn das, hab ich den Eindruck, gelassener. Er denkt sich das einfach so zurecht und wenn er dann doch stírbt - tja. Pech gehabt aber nicht mehr viel Zeit vermutlich darüber nachzudenken. Das hat auch etwas.

    Und ich habe schon Menschen getroffen die sagten sie würden ihrem Leben ein Ende setzen, wenn es "nicht mehr geht". Keine hat es wirklich getan. Ich glaube, theoretisch ist es eine gute Idee, praktisch aber schwieriger. Und ich denke man muss sein Leben zu Ende bringen, egal wie es kommt, aber das ist nur meine jetzige Meinung. Elfenseeschwalbe, denk drüber nach. :-)

    Rollo1 so eine Krankheit ist einfach Mist, auch weil man ungefähr weiß wie sich das entwickelt. Ich weiß nichts über Parkinson. Ist das so mit den 15 Jahren? Ich kann das auch immer nicht verstehen, wenn jemandem der oder die offensichtlich bald sterben wird, gesagt wird: "Ach hör doch auf. Du stirbst doch nicht. Du überlebst uns noch alle." oder so etwas. Das zeigt mir, dass viele Menschen einfach gar nicht damit umgehen können, nicht ehrlich sein können. Das bringt einem Sterbenden doch gar nichts, man fühlt sich doch überhaupt nicht verstanden. Ich kenne das leider auch aus der Familie.
    "Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel." Bertrand Russel, Philosoph (1872-1970)


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