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    AW: Der eigene Tod, das eigene Sterben

    Liebe zio,
    ich sehe es wie Du. Auch ich möchte nicht etwas "ungelöstes" zurück lassen, möchte solches gleich klären. Das ist meine Stärke und meine Schwäche zugleich, denn ich erlebe manchmal, dass ich meinen Mitmenschen damit auf den Nerv gehe, sie mir lieber ausweichen. Vllt ist es Ihnen leichter zu verdrängen, wie mir. Ich schaffe mir mit dem "gleich klären wollen" eine emotionale Abhängigkeit.
    "Wenn Sie die Art und Weise ändern, wie Sie die Dinge betrachten, ändern sich die Dinge, die Sie betrachten."
    Max Planck - deutscher Physiker und Nobelpreisträger 1858-1947


    Denken und Sein werden vom Widerspruch bestimmt
    Aristoteles - Griechischer Philosoph

    "Es ist nicht wie es ist, sondern so, wie Du denkst, dass es ist. "bifi

  2. Inaktiver User

    AW: Der eigene Tod, das eigene Sterben

    Das mit ungelösten Konflikten hört man sehr oft und vor allem liest man es in fast jedem Buch, das sich mit dem Sterben beschäftigt.

    Ich kann es verstehen.

    Aber ich sehe es anders.
    Sterben ist Leben und im Leben gibt es bekanntlich nicht immer nur Frieden.
    So kann es auch sein, dass man mit Schmerzen im Herzen sterben muss (ich meine seelische Schmerzen). Schmerzen, die auch von ungelösten Konflikten herrühren können. Oder von Ungesagtem, Unerledigtem.

    Sterben kann - neben all den anderen Gründen, die dazu gehören können - auch von großen seelischen Schmerzen begleitet werden.

    Mit seelischem Schmerz zu leben, gehört zum Leben dazu.
    Es ist Leben, diese Schmerzen aushalten zu können.
    Da nehme ich das Sterben nicht davon aus und ich meine damit nicht nur den Schmerz und die Trauer über das endgültige Ende.

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    AW: Der eigene Tod, das eigene Sterben

    Ja, putulu, wahrscheinlich sollte ich aufhören zu beurteilen, bzw. ein leichtes Sterben haben zu wollen. Denn das steht wohl dahinter.
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  4. Inaktiver User

    AW: Der eigene Tod, das eigene Sterben

    Zitat Zitat von bifi Beitrag anzeigen
    Ja, putulu, wahrscheinlich sollte ich aufhören zu beurteilen, bzw. ein leichtes Sterben haben zu wollen. Denn das steht wohl dahinter.

    Ich weiß es nicht.
    Bei diesem Thema (Sterben) sollte man sich sehr zurückhalten, finde ich, wenn es um "Empfehlungen" an andere geht.
    So war mein Beitrag auch nicht an dich oder an irgendjemanden gerichtet, wie "es" laufen soll, sondern ich wollte nur meine eigene Sichtweise schildern.

    Man "darf" sich selbstverständlich ein leichtes Sterben wünschen.
    Das ist eine Angelegenheit, wo kein Mensch auf der Welt einem etwas sagen kann.
    Auch ich würde es mir wünschen. Würde man mich aber fragen, ob ich es für wahrscheinlich halte, wüsste ich keine Antwort.

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    AW: Der eigene Tod, das eigene Sterben

    Zoo und ich halten es für "wahrscheinlicher", wenn alles ungeklärte gelöst wurde. Das Loslassen ist bestimmt die Aufgabe beim Sterben. Manch einer kann es wohl auch alleine. Braucht das "aussprechen" nicht.
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    AW: Der eigene Tod, das eigene Sterben

    Zitat Zitat von bifi Beitrag anzeigen
    Zoo und ich halten es für "wahrscheinlicher", wenn alles ungeklärte gelöst wurde. Das Loslassen ist bestimmt die Aufgabe beim Sterben. Manch einer kann es wohl auch alleine. Braucht das "aussprechen" nicht.
    Da hast du sicher recht. Es ist ja - wie alles - subjektiv.

    Mich hat das Thema damals in der Ausbildung sehr getriggert (und tut es speziell bezogen auf den gerade erlebten Todesfall natürlich auch wieder), weil ich generell nicht gerne ungelöste Knöpfe in meinem Leben habe.

    Natürlich fiel da der Hinweis, dass viele Menschen Probleme beim Sterben haben, wenn sie eben noch ungeklärte Dinge mit sich mitschleppen, auf fruchtbaren Boden.

    Das hat mit mir selbst zu tun, dass mich das ansprach.

    Es wird genauso Menschen geben, die ungelöste Knöpfe gar nicht als solche empfinden, weil sie ihr Leben anders leben als ich.

    Ich sehe ja jetzt beim Trauern auch nur einen Ausschnitt vom Ganzen. Eben die Menschen, denen ich ansehe, wie sie jetzt bereuen, mit dem Verstorbenen das nicht vorher geklärt zu haben.

    Ich nehme an, es wird sicher mehrere Menschen geben, die Dinge nicht mit ihm geklärt hatten, die damit aber kein Problem haben.

    Und ich kanns nur von mir sagen, ich versuche, diese Dinge zeitnah zu lösen, weil man in Wahrheit nie wissen kann, ob man diese Möglichkeit noch bekommt.

    Aber ich sehe das natürlich auch durch die Augen einer Hinterbliebenen in der Trauerphase, die nach wie vor geschockt ist, dass ein Mensch von einem Moment auf den anderen einfach aus dem Leben herausgerissen wurde.

    Und in dieser Phase neigt man möglicherweise auch, das als essentieller zu sehen als es normalerweise empfunden werden würde.

    Liebe Grüße
    Zio

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    AW: Der eigene Tod, das eigene Sterben

    Liebe zio, das hast Du auf den Punkt gebracht.
    "Wenn Sie die Art und Weise ändern, wie Sie die Dinge betrachten, ändern sich die Dinge, die Sie betrachten."
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    AW: Der eigene Tod, das eigene Sterben

    Ich stelle mir das Sterben auch als ein befreiendes Loslassen vor.

    Ich kann ab dem Moment einfach nichts mehr tun, es wird sinnlos, sich um etwas zu bemühen. Die Zeit der Verantwortung endet. Unerledigtes bleibt eben unerledigt oder muss von anderen übernommen werden, sofern sie es wollen. Es ist mir dann aus der Hand genommen.

    Ich habe im letzten Jahr meine Eltern verloren und kann für mich jetzt auch beurteilen, dass ich den Hinterbliebenden zutrauen darf, mit unbeantwortet gebliebenen Fragen, nicht Geklärtem und nicht Aufgeräumtem zurechtzukommen.

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    AW: Der eigene Tod, das eigene Sterben

    Zitat Zitat von Lea1958 Beitrag anzeigen
    dass ich den Hinterbliebenden zutrauen darf, mit unbeantwortet gebliebenen Fragen, nicht Geklärtem und nicht Aufgeräumtem zurechtzukommen.
    Sehr schön formuliert.
    Dazu gehört ja ebenso, dass man sich professionelle Hilfe suchen kann, wenn man mit diesen Themen nicht fertig wird.

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    AW: Der eigene Tod, das eigene Sterben

    Zitat Zitat von Lea1958 Beitrag anzeigen
    Ich stelle mir das Sterben auch als ein befreiendes Loslassen vor.

    Ich habe im letzten Jahr meine Eltern verloren und kann für mich jetzt auch beurteilen, dass ich den Hinterbliebenden zutrauen darf, mit unbeantwortet gebliebenen Fragen, nicht Geklärtem und nicht Aufgeräumtem zurechtzukommen.
    Jetzt habe ich darüber nachgedacht.

    Ich versuche zumindest mit denen, die mir nahestehen, alle Fragen zu klären. Mehr kann ich nicht tun.

    Aber beim Durchlesen Deines Postings kam eine unendliche Traurigkeit in mir auf.

    Ich habe nämlich auch etwas Ungeklärtes mit meinem verstorbenen Lebensgefährten, allerdings nicht das, was man normalerweise darunter versteht.

    Und das ist ein Punkt, mit dem ich so schwer zurecht komme.

    Ich konnte mich, als er im Koma lag, von ihm verabschieden, ihn begleiten beim Sterben. Ich hielt seine Hand, in der Hoffnung, dass er es spürt und in der Hoffnung, dass es ihm seine Angst vor dem Tod nimmt.

    Ich erklärte ihm, dass er nicht mehr zurück kann in seinen Körper, aber ich bei ihm bleibe und meine Liebe ihn begleitet.

    Was mir rückblickend und jetzt so sehr fehlt ist das Erleben, das ER sich von MIR verabschiedet hätte.

    Klingt eigenartig und ich weiß auch gar nicht, wie ich das in Worte fassen soll, dieses Fehlen. Ein Adieu, ein Lebewohl, irgendwas.

    Er wusste Stunden vorher nicht, dass er sterben wird, alles kam so plötzlich. Er wusste auch Sekunden vorher nicht, dass er stirbt, er hätte nie damit gerechnet.

    Es gab keine Gelegenheit mehr für ihn, auch zu mir Lebewohl zu sagen.

    Und so unbegreiflich es klingt, DAS ist für mich ein Problem. Ja, ähnlich wie ein ungeklärter Konflikt, ähnlich wie ein Knopf, der nicht gelöst wurde.

    Dieses "Machs gut", das alles abschließt, auch wenn es für immer ist.

    Und ich weiß, dass mir das niemand geben kann und ich das akzeptieren muss. Manchmal sind die kleinen Dinge, die einen treffen und man versteht selbst nicht, warum.

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