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    AW: Der eigene Tod, das eigene Sterben

    Einfach leben und wenn es Zeit ist, dann springt man eben in die Kiste. Kein großes Gedöns. Meine eigene Beerdigung ist mir persönlich wurscht - ich bin ja tot. Kann gerne so billig wie mögich gemacht werden. Durch ein teures Brimborium wird keiner wieder lebendig.

    @katelbach Ich denke dafür gibt es auch kaum passende Worte. Man will wohl mit "damit muss man leben" wohl ausdrücken , dass man sich nicht runter ziehen lassen soll. Beschäftigen und verarbeiten muss man das Ganze - jedoch auch als entgültig nicht mehr änderbar hinnehmen.

  2. Inaktiver User

    AW: Der eigene Tod, das eigene Sterben

    Zitat Zitat von pushYourself Beitrag anzeigen
    @katelbach Ich denke dafür gibt es auch kaum passende Worte. Man will wohl mit "damit muss man leben" wohl ausdrücken , dass man sich nicht runter ziehen lassen soll. Beschäftigen und verarbeiten muss man das Ganze - jedoch auch als entgültig nicht mehr änderbar hinnehmen.

    Nein, es ist oft auch eine Art Aufforderung, irgendwann das Trauern doch hinter sich zu lassen.

    Ein ehrlich gemeintes Sich-nicht-runterziehen-lassen klingt dann schon so, dass es auch so ankommt, wie es gemeint ist.
    Es ist mitfühlend und hat nicht den Hauch einer Erwartung oder gar Aufforderung, wie etwas zu sein habe.

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    AW: Der eigene Tod, das eigene Sterben

    Ich habe jetzt erst mal mein Tablet aufladen müssen, es hatte keinen Strom mehr.

    Flau, auf deine Frage, ob ich mit meinem Mann darüber reden kann: nein, kann ich nicht.
    Über den Tod kann ich überhaupt nicht mit ihm reden. Verdrängt er total.
    Aber mit meiner Tochter kann ich gut drüber reden.

    Ein Verwandter von uns hat seinen Tod genau geplant. Er hatte Krebs, der nicht mehr zu operieren war. Er hat meinen Mann einen Nachmittag ins Café eingeladen und aus seinem Leben erzählt. Da er seinen Körper der Wissenschaft zur Verfügung stellen wollte, fand keine Beerdigung statt, aber eine Trauerfeier. Bei dieser Trauerfeier hat mein Mann dann aus dem Leben des Verstorbenen erzählt, Dinge, die nicht alle kannten, die dem Verstorbenen sehr wichtig waren.
    Die Frau hat dann später den verbrannten Körper in einer Urne zugestellt bekommen.

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    AW: Der eigene Tod, das eigene Sterben

    Ich persönlich finde diese Reden bei einer bestattung grausam.

    Ich kann mich noch gut dran erinnern als mein Onkel gestorben ist. Seiner frau/Witwe ging es sehr sehr schlecht. Die beiden waren wie siamesische Zwillinge und haben alles miteinander geteilt.

    Als er gestorben ist, ist bei meiner. Tante auch etwas großes gestorben.

    Es waren knapp 100 Menschen auf der Beerdigung und jeder wollte meiner Tante, sein beileid ausdrücken.

    Sie hat alles über sich ergehen lassen, hat still geweint und wollte nur weg....

    Und dann haben Menschen über ihn geredet, die zu Lebzeiten vielleicht 2x jährlich mit ihm gesprochen haben...

    Meine Tante war ein Häufchen elend.

    Nach vielen Monaten später, habe ich sie gefragt, warum sie sich das angetan hat.

    Sie meinte nur, daß man es doch so macht. Zeitungsannoce, Bekannten ein Kärtchen mit Bild schicken und vom Ableben informieren.

    Aber sie bereute es...

    Daraufhin haben sich alle Familienmitglieder für einen stillen Abgang ohne Annonce, Priester, aussegnungshalle usw entschieden.
    When a man tells you A and does B, believe B because A is what hes trying to get you to believe, B is who he is

  5. Inaktiver User

    AW: Der eigene Tod, das eigene Sterben

    Ich denke, es kommt bei solchen Reden und dem Drumherum sehr auf das Umfeld an.
    Ist nicht immer so, wie hier häufig geschildert wird.
    Es geht auch anders.

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    AW: Der eigene Tod, das eigene Sterben

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich denke, es kommt bei solchen Reden und dem Drumherum sehr auf das Umfeld an.
    Ist nicht immer so, wie hier häufig geschildert wird.
    Es geht auch anders.
    Absolut.... Es kann sicher auch anders gehen.

    Im Fall meiner Tante war es eine zusätzliche Belastung für die sie die Kraft nicht hatte.

    Sie hätte sich lieber im stillen und engstem Kreis verabschiedet.

    Deswegen finde ich es sehr wichtig, daß Thema bereits zu Lebzeiten zu besprechen
    When a man tells you A and does B, believe B because A is what hes trying to get you to believe, B is who he is

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    AW: Der eigene Tod, das eigene Sterben

    Ich habe keine Angst vor dem Tod. Ich habe mein Leben immer eher im Augenblick gelebt, nichts so wirklich aufgeschoben, und wenn es zu Ende geht, dann ist es eben so. So ist meine Einstellung schon länger und das Sterben meiner Eltern im letzten Jahr hat mir das bestätigt. Ihr Sterben hatte nichts Erschreckendes. Traurig für uns Lebende, aber einfach für sie selbst. Und es hat mir gezeigt, dass man es ein Stück weit auch ohne aktive Sterbehilfe in der Hand hat, wann man nicht mehr mag und Schluss ist.

    Über die Trauerfeier und die Form der Beerdigung sollen meine Angehörigen entscheiden, halt wie sie es zum Abschiednehmen brauchen. Genauso die Grabstelle. Wenn sie einen Ort brauchen, wohin sie ihre Trauer tragen können, sollen sie eine Grabstelle aussuchen. Sonst sollen sie anonym oder wie auch immer beerdigen. Für mich spielt das dann sowieso keine Rolle mehr.

    Nachdem die Trauerfeier für meinen Vater eher entlang einer Checkliste eines Bestattungsunternehmens ablief, war es für mich z. B. wichtig, einige Monate später für meine Mutter oder vielleicht ein bisschen auch noch einmal für beide Elternteile eine sehr persönliche Trauerfeier zu gestalten. Es war ein zwar liebevolles, aber nicht kritikloses Gedenken, das unsere Familie und die engen Freunde noch einmal sehr nah zueinander gebracht hat. Das hat mir und ich glaube auch einigen anderen geholfen, Frieden auch mit den schwierigeren Seiten der Verstorbenen zu machen. Ich habe die Trauerfeier auf uns Lebende ausgerichtet und nicht an eventuelle Wünsche der Verstorbenen gedacht. So sollen es meine Angehörige auch halten.

    Mein Mann und ich scherzen manchmal, dass unser gemeinsames Grab, wenn es das geben sollte und wir zu entscheiden hätten, zweigeteilt sein müsste. Eine gärtnerisch angelegte und stets gepflegte Seite mit Stein für meinen Mann und eine Seite mit Spontanvegetation im ständigen jahreszeitlichen Wandel ohne Namen für mich. Ist vielleicht besser, wenn wir das nicht selbst in die Hand nehmen.

  8. Moderation

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    AW: Der eigene Tod, das eigene Sterben

    Meine Erfahrungen mit Trauerfeiern sind sehr unterschiedliche.

    Bei meiner Tante, die ich sehr geliebt habe und die einen großen Kreis echter Freunde hatte und die früh gestorben ist nach einem halben Jahr schwerer Krankheit, in dem sie auch noch alle ihr Freunde um sich hatte, wir haben uns da teilweise mit der Betreuung abgewechselt, war die Trauerfeier sehr ergreifen, es haben zwei enge Freunde gesprochen (einer auf Deutsch, eine in ihrer Muttersprache) eine Freundin, die internationale Konzerte gibt hat geflötet und ich habe non stop durchgeheult, aber fühlte mich trotzdem den meisten Menschen dort verbunden und habe aus der gesamten Feier durchaus einen gewissen Trost gezogen. Sie fehlt mir trotzdem bis heute und ich könnte schon wieder Rotz und Wasser heulen.


    Bezogen auf ihre Trauerfeier hatte sie "das Glück" früh zu sterben, denn dadurch lebten noch alle ihr Freunde und konnten gemeinsam um sie trauern.


    Meinen Großeltern mütterlicherseits war das nicht vergönnt, im Gegensatz zu fast allen ihren Freunden hatten sie nur eine Beerdigung im kleinsten Kreis und sicher ganz anders, als sie sich das zwanzig Jahre vorher ausgemalt haben. Sie haben aufgrund von Demenz und Krankheiten die letzten Jahre keinerlei Kontakte mehr gehabt und die meisten ihrer Freunde und Bekannten sind vor ihnen gestorben und sie sind ein halbes Jahr vor ihrem Tod noch 700 km weit weg in unsere Nähe in ein Pflegegheim gekommen. Entsprechend klein war die Trauergesellschaft.

    Da mein Vater in solchen Sachen nicht gut ist - das aber vorher nicht abgesprochen wurde - habe ich spontan in der Kapelle eine kurze Trauerrede gehalten, passende Musik (mein Opa liebte Jazz) hatten wir vorher zu dritt ausgesucht. Meine Großmutter konnte aufgrund ihrer Demenz nicht an der Feier teilnehmen.

    Auch ihre Trauerfeier war dann im ganz kleinen Kreis - in einem der letzten sehr kalten und schneereichen Winter in Berlin.



    Meine andere Großmutter, zu der ich immer ein sehr enges und vertrautes Verhältnis hatte und mit der ich auch offen über Tod, Beerdigung und alles andere sprechen konnte hatte ein schönere Beerdigung, bei ihm kamen ein paar liebe Bekannte und Nachbarn und zwar die, die sie wirklich geschätzt haben (und umgekehrt) und auch da habe ich - allerdings mit entsprechender Vorbereitung - die Trauerrede gehalten und das hat mir sehr gut getan. Es war wie ein letztes Zwiegespräch mit ihr und hat mir bei der Verarbeitung ein kleines Stückchen geholfen.




    Für mich selbst habe ich ein Testament, Patientenverfügung und Vollmachten. Bevollmächtigt ist eine gute Freundin, die ein ähnliches Verhältnis zum Leben und Sterben hat wie ich und bei der ich sicher bin, dass sie in meinem Sinne entscheidet. Ich will meinen Eltern nicht zumuten, bei ihrem einzigen Kind den "Stecker ziehen" zu müssen - und ich gebe zu, ich gehe auch davon aus, dass ich sie überlebe ....


    Und wer mich dann irgendwann wie unter die Erde bringt, wer denn kommt, was über mich gesprochen wird - es ist mir aktuell egal.
    Wenn ich es mache wie meine Tante, dann habe ich nur noch wenige Jahre und vermutlich eine große Trauergemeinde, wenn ich es mache wie eine andere Freundin von mir, dann habe ich noch nicht mal die Hälfte geschafft und es werden vielleicht Menschen an meiner Trauerfeier teilnehmen, die ich jetzt noch nicht mal kenne.



    Ich hoffe irgendwann schnell und schmerzlos zu sterben und gerade weil ich Single bin und für niemanden verantwortlich kann ich mir gut vorstellen, mein Leben irgendwann selbst zu beenden, ob ich das dann wirklich tue - wer weiß, aktuell gibt es keinen Anlass oder Grund dafür, allerdings schon Ideen zur Ausführung.
    Lassen Sie mich niemals in den gewöhnlichen Fehler verfallen, zu meinen, dass ich verfolgt werde, wann immer mir widersprochen wird. Ralph Waldo Emerson

    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

    Profilbild © edwardbgordon
    Moderation:
    "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"

  9. VIP

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    AW: Der eigene Tod, das eigene Sterben

    Zitat Zitat von Mitternachtsblau Beitrag anzeigen

    Und niemand wird wagen, der Welt zu erklären, was ich zeitlebens für eine Gewitterziege war, wenn ich das nicht selbst übernehme!
    Meine - leider gleichaltrigen oder älteren - Freundinnen hätten da keine Scheu.

    Ich musste schon auf sehr viele Beerdigungen/Trauerfeiern gehen, weil ich außer der ganzen Familie auch sehr viele Nahestehende verloren habe.
    Dabei habe ich einen positiven Wandel festgestellt: Weg von bloßen Lobhudeleien hin zu einer Darstellung des echten Menschen. Mit Schattenseiten. Kürzlich wurde in den Reden der Suizid des Freundes thematisiert, wann anders das schwierige Naturell der Gestorbenen. So war es in den letzten Jahren öfter.
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
    sonst normale Userin

  10. VIP

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    AW: Der eigene Tod, das eigene Sterben

    Zitat Zitat von pushYourself Beitrag anzeigen
    @katelbach Ich denke dafür gibt es auch kaum passende Worte. Man will wohl mit "damit muss man leben" wohl ausdrücken , dass man sich nicht runter ziehen lassen soll. Beschäftigen und verarbeiten muss man das Ganze - jedoch auch als entgültig nicht mehr änderbar hinnehmen.
    Ach, der/dem Trauernden nicht die eigenen Vorstellungen wie "unter die Leute gehen und sich ablenken", sondern sie/ihn den eigenen Umgang mit dem Verlust finden lassen wäre auch eine Option. Mich macht das heute noch wütend.
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
    sonst normale Userin

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