Danke Flau, dass du das schreibst. Als junge Witwe habe ich immer gesagt bekommen, dass ich mich ablenken soll. Das Leben geht weiter und lauter so blödes Zeug. Da werde ich heute noch wütend.
Natürlich geht das Leben weiter, aber abders. Und für mich war die Welt über Jahre einfach angehalten.
Immerhin passiert das bei meinem Tod nicht. Wirklich nahe Menschen habe ich nicht (mehr), die sich grämen müssten.
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16.10.2020, 15:49
AW: Der eigene Tod, das eigene Sterben
Thank you for observing all safety precautions.
(aus Dark Star von John Carpenter)
Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
sonst normale Userin
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16.10.2020, 15:57"Wir brauchen Bürokratie, um unsere Probleme zu lösen. Aber wenn wir sie erst haben, hindert sie uns, das zu tun, wofür wir sie brauchen."Ralf Dahrendorf (1929-2009)
"Widme dich der Liebe und dem Kochen mit ganzem Herzen!"Dalai Lama (geb. 1935)in der BriCom als Hillie unterwegs seit 2003
"Warum denn immer gleich so sachlich werden, wenn es doch auch persönlich geht!"
André Heller (geb. 1947)
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16.10.2020, 16:04
AW: Der eigene Tod, das eigene Sterben
Opelius, eine Bestattung und die Grabpflege muß nicht zu einer teuren Angelegenheit werden.
Früher war das anders.
Mittlerweile gibt es so viele Friedhofsgärten, die unterschiedliche Arten der Bestattung zulassen.
Noch dazu mit Grabpflege für 15-20 Jahre
Meine Mutter liegt in einem solchen Garten in einem wirklich tollen Beet.
Das hat inkl der Pflege ca 2.500€ für all die Jahre gekostetEs wird Zeit für eine neue Signatur
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16.10.2020, 16:07
AW: Der eigene Tod, das eigene Sterben
Briefe habe ich auch geschrieben und sie nach Gefühl aktualisiert.
Geld ist zurückgelegt und ev bezahle ich es auch, wenn ich noch sicherer bin, dass ich hier wohnen bleibe
Meine eigene Grabrede zu schreiben finde ich tatsächlich für mich unvorstellbar
Das würde ich derzeit meinen Menschen überlassen wollenEs wird Zeit für eine neue Signatur
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16.10.2020, 16:08
AW: Der eigene Tod, das eigene Sterben
Ich war vor 31 Jahren todkrank. Habe es überlebt. Mit Folgen, ich bin körperlich nicht fit und werde es auch nie mehr werden.
Dem Tod und danach - da vertraue ich auf etwas, was auf energetischem Weg funktioniert. Verbunden mit allem ohne menschliche Begehrlichkeiten. Einfach nur s e i n .
Ich habe ein Testament gemacht.
Ich stelle meinen Körper der nächsten Uni zur Verfügung, die anatomisch daran rumbasteln möchte. Die darf dann auch die Überreste schreddern...
Ich liebe das Meer, wer mir noch nicht gefolgt ist, darf gerne mal ein paar Blümchen im Meer versenken. Sich dran erinnern, wie ich mein Leben gestaltet habe, nämlich immer irgendwie außergewöhnlich.
Und ansonsten wird erst ganz zuletzt gestorben, nicht eine Sekunde vorher. Vorher wird gelebt. So soll es sein, nicht anders.
Ich zitiere hier einmal Schopenhauer:
Daher werden die meisten Menschen, wenn sie am Ende zurückblicken verwundert sein, dass das, was sie so ungeachtet und ungenossen vorübergehen ließen, ihr Leben war.
Eben das war, in dessen Erwartung sie lebten.
Und so ist denn der Lebenslauf des Menschen in der Regel dieser, dass er, von Hoffnung genarrt, dem Tode in die Arme tanzt.
Im Hier und Jetzt leben und genießen, dass ist das, wozu ich mich immer wieder anschubsen will.
Furcht besteht wirklich nur davor, in irgendeinem Heim dahin zu siechen, wie ich es bei meinem Vater erleben musste, der fast blind, fast taub, körperlich ein Wrack, geistig bis 24 Stunden vor dem Tod aber hellwach gewesen ist.
Da war der Tod einfach nur Erlösung.
Mein Traum ist es, im Garten, auf der Bank in der Sonne, einfach den letzten Atemzug machen zu können.Mein Himmel bleibt magisch, wie meine Träume, meine Bilder, mein Leben....
Ich bin die, die ich bin.
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16.10.2020, 16:36Inaktiver User
AW: Der eigene Tod, das eigene Sterben
Ich frage mich, was hinter dem Wunsch steckt, die eigene Trauerrede zu verfassen? Möchtet ihr sozusagen die Deutungshoheit über euer Leben behalten?
Mein Vater ist dieses Jahr gestorben. Ich bin froh, dass ich ihn ein paar Monate vorher gefragt habe, ob er Angst vor dem Sterben hat. Hatte er nicht. Er war überzeugt davon, dass er einfach weg sein würde, und was mit seinem Körper und seiner Beerdigung werden würde, war ihm egal.
Wir wollten es alle schlicht, aber wir wollten ein Grab auf einem bestimmten Friedhof, das schwer zu bekommen war. Das haben wir geschafft. Die Beerdigung wurde dann doch größer, es gab ein paar Lokal-Honoratioren, die Reden halten wollten und das auch durften - ansonsten hätte es gar keine Reden gegeben, nur Musik, weil er keiner Kirche angehörte. Es war alles sehr friedlich.
Ich will auch so sterben: müde und mit mir im Reinen. Das letzte Jahr war nicht mehr gut, es war Zeit für ihn, denke ich. Und ich hoffe, dass diese letzte Lebensphase auch bei mir nicht zu lange dauern wird, dass ich beizeiten loslassen kann.
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16.10.2020, 16:49
AW: Der eigene Tod, das eigene Sterben
Die Frage habe ich auch. Vor allem hatte ich vor 10 Jahren noch einmal ein Seniorentreffen mit den Pensionäre unserer Firma. Das war lustig, aber wir waren alle sehr erstaunt, wie sehr sich die Firma und deren Aufgaben geändert hat. Ich habe mich dann gefragt, würde da noch einmal gerne arbeiten? Nein, ich wäre restlos überfordert. Und ich frage mich, was war denn wichtig in meinem Leben? Und eines ist mir klar, mein Beruf war es nicht. Der diente dem Broterwerb.
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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16.10.2020, 17:27
AW: Der eigene Tod, das eigene Sterben
Mein Vater hatte auch Stichpunkte vermerkt, was auf seiner Trauerfeier gesprochen werden sollte.
Hatte einfach den Hintergrund, dass wir Kinder seinen Lebensweg nie hätten so beschreiben können. Wenn jemand über 90 ist und sich die "Kinder", die längst keine mehr sind, das hätten zusammenstückeln sollen, dann wäre das der Lebenslauf eines anderen Mannes gewesen.
Ganz ehrlich, wir Kinder waren immer mit ganz anderen Themen beschäftigt. Zumal wie selbst über 60 sind und damit zu tun haben, unser eigenes Leben im Rückwärtsgang richtig zu betrachten....
Da ich meine Leiche zu Anatomiezwecken spenden möchte, wäre es aber eine Idee, dies zusammen mit einem Brief zu tun, wo auf einem Blatt ein paar Schwänke aus meinem Leben geschrieben sind, die dann schließlich bei der Beisetzung vorgelesen werden. Dann anzünden und die Asche im Wind treiben lassen.
Wird sicherlich nicht die größte Umweltkatastrophe ausmachen....Mein Himmel bleibt magisch, wie meine Träume, meine Bilder, mein Leben....
Ich bin die, die ich bin.
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16.10.2020, 18:12Inaktiver User
AW: Der eigene Tod, das eigene Sterben
Falls ich länger lebe als mein Mann möchte ich, dass nur meine Kinder an der Beerdigung teilnehmen.
Trauerfeier oder nicht können sie entscheiden. Aber bitte kein emotionaler Kitsch.
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16.10.2020, 19:39
AW: Der eigene Tod, das eigene Sterben
Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten.
Oscar Wilde



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