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    AW: Der eigene Tod, das eigene Sterben

    Sterben müssen wir alle mal.
    Die meisten Menschen verdrängen das total. Sie wollen darüber nicht reden, nicht nachdenken. „Der Tod gehört zum Leben.“, das ist meine Meinung.

    Ich bin nun nicht traurig, nie schlecht gelaunt. Ein Freund von uns, den wir in der Parkinson-Gruppe kennen gelernt haben, sagte mir vor Kurzem: „Man sieht, dass es dir schlechter geht als mir, aber du jammerst nicht. Ich jammere den ganzen Tag.“

    Warum soll ich meinem Mann das Leben noch schwerer machen? Er tut alles für mich. Da könnte ich keinen besseren Partner haben.
    Vor etwa zwei Wochen haben wir Goldene Hochzeit gefeiert. Es war ein sehr schönes Fest mit 25 Pesonen.

    Ich habe hier die Idee mitgenommen, für meine Familie Wichtiges aufzuschreiben.

  2. VIP

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    AW: Der eigene Tod, das eigene Sterben

    Aufgeschrieben habe ich auch einiges: Trauerfeier, wer von meinen Freunden zur Rede befragt werden soll, Musik ...
    Testament (caritativ) steht auch. Und eine Art Vorsorgevollmacht für meinen Hund (oder weitere).

    Aber ich habe keine Vollmachten für mich, auch keine Bankvollmacht - mangels Angehöriger. Meine Freunde sind alle bestenfalls gleichaltrig. Kürzlich habe ich meinen Organspenderausweis neu geschrieben, weil bei "Zu benachrichtigen" noch mein Mann stand, der schon lang nicht mehr lebt.

    Das wird irgendwie schwierig
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
    sonst normale Userin

  3. VIP

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    AW: Der eigene Tod, das eigene Sterben

    Zitat Zitat von Rollo1 Beitrag anzeigen
    An seinen Gesichtszügen kann man meistens später erkennen, dass er starke Schmerzen gehabt haben muss.
    Ich habe nur Tote gesehen, die entspannt aussahen. Als wäre die Last weggefallen. Ganz egal, wie sie gestorben sind.
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
    sonst normale Userin

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    AW: Der eigene Tod, das eigene Sterben

    Hast du sie nach der Organentnahme gesehen?
    Manche Ärzte geben dem Patienten vor der Organentnahme eine Vollnarkose, damit er (der Patient) nichts spürt.

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    AW: Der eigene Tod, das eigene Sterben

    Ich bin auch gegen Organentnahme, auch bei Angehörigen, wenn ich das entscheiden sollte.
    Selbst möchte ich nicht gern verbrannt werden,- aber wenn's billiger ist?....
    Durch meinen Beruf hatte ich viel mit alten Menschen und sterbenden zu tun,- ich möchte auf keinen Fall lebensverlängernde Maßnahmen.
    Ich glaube an ein Leben nach dem Tod und schaue bis jetzt relativ gelassen dem Tod entgegen,- aber das kann sich natürlich noch ändern,- bin nicht krank und hab noch mindestens 20 Jahre.

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    AW: Der eigene Tod, das eigene Sterben

    Nachdem mein Mann einmal lebensbedrohlich krank war und bereits eine schwere OP hinter sich hatte (ich also schon zweimal Witwe sein könnte), beschäftigen wir uns immer wieder mit dem Tod. Wir wollen verbrannt und in einem Friedwald bestattet werden. Betreuungsvollmachten haben wir auch. Wer eine Spende anstelle von Kränzen bekommen soll, ist auch geregelt.
    Natürlich wollen wir noch so lange gemeinsam unser Leben genießen, wenn es nicht mehr im eigenen Haus sein kann, dann eben anders. Das wird sich dann entscheiden.
    "Widme dich der Liebe und dem Kochen mit ganzem Herzen!"
    Dalai Lama (geb. 1935)

    "Warum denn immer gleich so sachlich werden, wenn es doch auch persönlich geht!"

    André Heller (geb. 1947)
    in der BriCom als Hillie unterwegs seit 2003

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    AW: Der eigene Tod, das eigene Sterben

    Meine Frau und ich haben vor Jahren festgelegt, dass wir verbrannt werden. Aus einem einfachen Grund: Keins der Kinder könnte und würde die Grabpflege übernehmen. sie wohnen mit ihren Kindern 100, 300 und 400 km weit entfernt.

    Wir selbst müssen 3 Gräber pflegen.
    Das meiner Mutter, es ist 70 km weit entfernt. Da besteht ein Grabpflegevertrag, aber egal wann man dort hin kommt, schön gepflegt ist was anderes. Es ist das Grab einer Großtante, das etwa 40 km weit weg ist. Wir haben es einfach mit Bodendeckern bepflanzt, da ist nicht sehr viel zu tun.

    Und es ist das Grab meiner Schwiegereltern, die vor ca 30 Jahren verstorben sind. Da der älteste Sohn der Schwiegereltern im Alter erleben musste, dass seine eigene Firma pleite ging, lebte er in Armut. Seine Kinder suchten die billigste Form der Bestattung und baten darum, die Urne im Grab der Eltern bestatten zu können. Das hat nur die Liegedauer allerdings um weitere 30 Jahre verlängert. Wir haben inzwischen den Antrag beim Friedhofsamt gestellt, dass das Grab vorzeitig eingeebnet wird.

    Als man früher noch in einem Dorf lebte und Generationen von Vorfahren dort auch beerdigt wurden, machten Friedhöfe im herkömmlichen Stil noch Sinn. Aber heute bleiben die Kinder nicht im Dorf, sie ziehen dahin, wo es Arbeit gibt. Und dann wird Grabpflege eine Zumutung.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  8. Moderation

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    AW: Der eigene Tod, das eigene Sterben

    Mir geht es wie Marta-Agata - in meinem Empfinden bin ich unsterblich. Rational habe ich viele Dinge geregelt und aufgeschrieben, aber ich kann mir selbst den eigenen Tod nicht gefuehlsmaessig nahebringen. Und dann denke ich, das ist vielleicht auch irgendwie gesund und in Ordnung so. (Bei mir gibt es momentan auch keinen konkreten Anlass dazu.) Rein praktisch moechte ich bestimmte Dinge geregelt haben. Mit meinen Eltern besprechen wir sowas auch sehr offen.
    Wir haben erlebt, wie meine Grosseltern sehr ploetzlich starben, ohne viel schriftliches, ausser einem Standardtestament, zu hinterlassen. Das war jetzt rechtlich nicht riesig problematisch, Gottseidank hat es auch niemals Streit gegeben. Aber es war sowieso schon traumatisch im Sinne von total unerwartet. Niemand konnte sich verabschieden. Und ihre Kinder mussten all diese Entscheidungen treffen, die sie nicht treffen wollten. Uns allen ist voellig klar, was meine Grosseltern sich gedacht haben: "Die werden das schon richtig machen und uns ist es ja sowieso egal und beruehrt uns nicht mehr." Also vertrauensvoll und "freiheitlich" gedacht. Aber es war eine riesige Belastung, denn die Beerdigung bzw. die Trauerfeier ist irgendwie das letzte, was man noch "fuer den Verstorbenen" machen kann und wir haben erfahren, wie wichtig es uns war, das doch irgendwie im Sinne meiner Grosseltern zu gestalten. Es haette uns viel gegeben zu sagen: "Dieses Lied soll gesungen werden, denn es war ihr Wunsch", oder so. Und das ging halt nicht. Das empfindet sicher auch jeder anders, aber fuer uns war es so, und deswegen habe ich viel aufgeschrieben und auch ein bisschen "Pipifax", einfach damit, vor allem falls ich unerwartet gehen muss, einfach eine Handhabe da ist, eine Entscheidung weniger getroffen werden muss, meine Familie das Gefuehl hat, "mir einen letzten Dienst zu erweisen".

    An meinen Mann und meine Kinder habe ich auch Briefe geschrieben, die ab und an aktualisiert werden.

    Allein schon, weil wir weit weg von unseren Familien leben, muessen wir auch etwas fuer die Kinder regeln, sollten wir beide gleichzeitig vor den Bus laufen, insofern ist mir die "praktische Seite" wirklich wichtig. Mein Mann zieht da leider nicht wirklich mit. Rational weiss er es wohl, aber er kann sich des Gefuehls nicht erwehren, dass man es "herbeiredet", wenn man ausfuehrlich ueber den Tod spricht. Das finde ich manchmal schwierig.




    Zitat Zitat von Rollo1 Beitrag anzeigen
    Über den eigenen Tod mache ich mir in der letzten Zeit viele Gedanken. Sprechen kann man mit niemanden darüber.
    Dein Post hat mich sehr beruehrt, und es tut mir sehr Leid. Belastet Dich das denn, dass Du mit niemandem sprechen kannst? Oder machst Du das so mit Dir aus? Darf ich fragen, ob Du auch mit Deinem Mann nicht sprichst, wenigstens ueber "praktische" Sachen, so wie Beerdigung und so? Damit er es im Fall einfach weiss? Oder kann er das auch nicht so...? (Musst Du natuerlich nicht beantworten.)
    Zitat Zitat von Belllatrix Beitrag anzeigen
    Rollo1 so eine Krankheit ist einfach Mist, auch weil man ungefähr weiß wie sich das entwickelt.
    Ja, ist so.



    Mir faellt im allgemeinen Erleben auch auf, dass Trauer keinen Raum mehr hat. Da muss sich eine Witwe oder auch jemand, dessen Eltern verstorben sind, nach 3 Wochen fragen lassen, warum sie "immer noch" Schwarz tragen. "Der Tod gehoert zum Leben dazu", so wie ich Dich lese, Rollo, stimme ich zu. Ich hoere es aber auch oft als ein "Abbuersten", "es gehoert halt dazu", "komm drueber weg", "das Leben geht weiter". Zum Tod und zum Leben gehoert aber auch die Trauer, und die dauert laenger als 10 Tage. Ich denke, das Trauerjahr hat seinen Sinn. Man muss einmal alle Geburtstage, Feiertage, Jahrestage erlebt und ueberlebt haben, wenn jemand sehr nahes stirbt. Ich finde es schade und bedenklich, dass dem oft kein Raum gegeben oder keine Rechnung getragen wird. Das heisst ja nicht, Trauernde nur mit Samthandschuhen anzufassen, aber einfach: sie trauern lassen. Ihre Traurigkeit aushalten, mittragen. Ich glaube, da ginge mehr, so gesamtgesellschaftlich.
    Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne


    [Damals] wurde weniger Geschiss gemacht und insgesamt war alles besser. Was an den Müttern lag. Denen von damals. Wenn sie ihren Kindern doch bloß [...] noch beigebracht hätten, wie man Kinder erzieht.
    Userin Minstrel02 im Forum Erziehung

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    AW: Der eigene Tod, das eigene Sterben

    Noch nie hat eine Generation über sich bestimmt, wie sie beerdigt werden will.
    Eine Dame hat mir mal erzählt, dass Ihr Mann verbrannt worden ist und ihre Kinder damit nicht fertig wurden.
    Ich denke, die Kinder sollen das selber entscheiden.
    Früher wohnten sicher die meisten Kinder am Ort, da war die Grabpflege kein Problem.

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    AW: Der eigene Tod, das eigene Sterben

    Ich finde es schade und bedenklich, dass dem oft kein Raum gegeben oder keine Rechnung getragen wird. Das heisst ja nicht, Trauernde nur mit Samthandschuhen anzufassen, aber einfach: sie trauern lassen. Ihre Traurigkeit aushalten, mittragen. Ich glaube, da ginge mehr, so gesamtgesellschaftlich.
    Das ist der Wunsch von Trauernden, aber Sterben und Tod ist ein Tabuthema. So ziemlich das letzte Tabu, das es gibt, dafür absolut hartnäckig.

    Ich denke, die Kinder sollen das selber entscheiden.
    Ich halte das für einen Fehler. Denn, wer ohne Ahnung eine Beerdigung beauftragt, zahlt viel drauf. Für was?

    Nur die Kinder müssen informiert sein. Selbst wenn einen Landratte, die bestenfalls einmal auf Sylt Urlaub gemacht hat, eine Seebestattung wünscht, so wird er auch das Geld dafür hinterlegen müssen. Beerdigungen sind eine sehr teure Angelegenheit.
    Geändert von Opelius (16.10.2020 um 15:48 Uhr)
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

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