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  1. User Info Menu

    Langsam wird es zu viel

    Meine letzten 2 Familienangehörigen sind nun innerhalb 2 Jahren verstorben.

    Angehörige 1 habe ich bis zum letzten Atemzug begleitet

    Angehörige 2 gepflegt und nun tot in der Wohnung aufgefunden.

    Psychologische Betreuung wurde mit dem rettungsarzt geschickt.

    Habe mich nun abgelenkt und komme langsam wieder in der Realität an.

    Muss mich um alles Kümmern und stelle fest das es mich überfordert.

    Ich kann einfach nicht. Aber ich muss.... Niemand ist mehr da.

    Wohnung räumen.... Alles kündigen.... Papierkram.... Finanzielle Belastung.... Schlechtes Gewissen... Erleichterung...

    Ich hab gerade keinen Überblick mehr....
    When a man tells you A and does B, believe B because A is what hes trying to get you to believe, B is who he is

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    AW: Langsam wird es zu viel

    Das tut mir sehr leid, luftisraus. Und ich kann gut verstehen, dass du dich da erst mal komplett überfordert fühlst.

    Vielleicht kannst du für eine Weile alles sehr kleinschrittig machen und immer nur den nächsten Tag anschauen - nichts, was weiter in die Zukunft reicht.

    Ich wünsche dir viel Kraft. Und Zeit, zum trauern.
    A man is likely to mind his own business when it is worth minding. When it is not, he takes his mind off his own meaningless affairs by minding other people´s business. - Eric Hoffer

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    AW: Langsam wird es zu viel

    Luftistraus

    Sonst kann ich nichts beitragen, leider.
    Demnächst frage ich vorher, welche Meinung ich haben darf. Damit auch alle zufrieden sind.

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    AW: Langsam wird es zu viel

    Was musst du denn alles erledigen?

    Wo benötigst du konkrete Unterstützung?

    Vielleicht können wir dich hier ja ein wenig helfen.

    Allein, dass du schon zwei Leute begleitet hast, finde ich wunderbar von dir. Da hast du schon etwas geleistet.

    Jemanden tot vorzufinden, ist sicher nicht einfach und das muss man ja auch erst einmal verarbeiten. Das tut mir sehr leid für dich, dass du das durchstehen musstest.

    Die administrativen Dinge... wie

    Bestatter beauftragen.
    evtl. Testament. ...
    Versicherungs- und Bankunterlagen. ...
    Ausweise und Urkunden. ...
    Nahe Angehörige benachrichtigen. ...

    Lebensversicherung und Sterbegeldversicherung informieren, wenn eine solche vorhanden war. Wenn du aber alles das nicht allein kannst und es dir zu viel ist...

    Hast du eine Freundin, die das mit dir machen könnte?

  5. Moderation

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    AW: Langsam wird es zu viel

    Hallo luftistraus, auch von mir ganz herzliches Beileid, es tut mir sehr Leid, dass Du nach relativ kurzer Zeit wieder einen Verlust hast.

    Leider kann ich Dir ueberhaupt keine praktischen Tipps geben, ich wollte echt nur Anteilnahme aussprechen.
    Aber gibt es in Deutschland vielleicht irgendwelche Dienstleister, die sowas uebernehmen, oder bestimmte Dinge? Zum Beispiel Wohnungsraeumung? Wobei Du ja dann immer noch durchschauen moechtest, was Du eventuell an Erinnerungen moechtest und so. Den Tipp mit einer Freundin finde ich nicht schlecht.


    Moechtest Du hier ein bisschen was ueber die seelischen Aspekte schreiben? Mir faellt auf, dass Du etwas von "schlechtem Gewissen" schreibst, warum das denn? Weil Du nicht da warst (so wie wohl bei der anderen Verwandten)? Weil Du jetzt auch erleichtert bist? Weil Du nicht "mehr" getan hast? Im Kopf weisst Du bestimmt, dass das alles ueberhaupt keine Gruende fuer schlechtes Gewissen sind. Ich finde auch, Du hast schon sehr viel gegeben, vor allem Deine Teilnahme und Gesellschaft. Und wie Du gerade an Deinen Belastungsgrenzen merkst, gibst Du immer noch. Also das schlechte Gewissen mal ganz schnell von der Liste streichen.

    Dann schreibst Du, es sei Deine letzte Anverwandte gewesen. Macht es das auch noch ein bisschen schwerer, so ein bisschen "Erdung" verloren zu haben?
    Ich will Dich jetzt nicht damit ueberfallen, bitte gehe darauf ueberhaupt nicht ein, wenn Dir das auch gerade zuviel ist! Das meine ich ganz ernst. Aber wenn Du mehr dazu schreiben, teilen, nachdenken moechtest, waere hier ja eine Moeglichkeit.

    Du schreibst auch oft so nette Sachen von Deiner Beziehung, bestimmt ist Dein Mann Dir jetzt auch eine Stuetze?

    Jedenfalls erstmal gute Wuensche!
    Geändert von Flau (06.10.2020 um 13:36 Uhr)
    Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne


    [Damals] wurde weniger Geschiss gemacht und insgesamt war alles besser. Was an den Müttern lag. Denen von damals. Wenn sie ihren Kindern doch bloß [...] noch beigebracht hätten, wie man Kinder erzieht.
    Userin Minstrel02 im Forum Erziehung

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    AW: Langsam wird es zu viel

    Erstmal danke für den Zuspruch /Anteilnahme.

    Ich merke das ich im Verdrängungsmodus bin. Ich lenke mich ab und funktioniere gut.

    Aber sobald ich mich den wichtigen Nachlass Dingen widmen will, überkommt mich eine Lähmung.

    Ich weiß wie es funktioniert aber krieg es gerade nicht auf die Reihe.

    @flau du hast gut erkannt was ich meinte mit schlechtem gewissen und auch die Erleichterung die Verantwortung der Pflege los zu sein.

    Ist gerade emotionales Chaos bei mir.

    Eine gute Freundin war schon mit dabei als ich das erste Mal die Wohnung wieder betreten habe.

    Die arme hat sogar die "Überreste" weg geputzt.

    Ja, auch die Erdung ist ein Thema. Jetzt bin ich wirklich allein....alle aus der blutsverwandschaft sind nun tot oder kenne ich gar nicht.

    Mein Mann ist da und will mir helfen... Aber der fühlt sich gerade echt sehr weit weg an.
    Er kann mir nicht wirklich helfen.

    Er hat eine so große Familie.... Zig geschwister/cousinen/tanten/Onkel... Usw.

    Ich denke nicht, daß er nur ansatzweise nachfühlen kann wie es mir gerade geht.

    Aber das finde ich wieder unfair von mir, weil ich ja eigentlich froh bin das er nie so fühlen muss.

    Ach, es ist zum kotzen (sorry ein anderer Ausdruck passt nicht)

    Jedes Mal wenn ich schlafen gehe, habe ich das Bild vor Augen. Hab seither nicht mehr richtig geschlafen und fühle mich bescheiden.

    Gleichzeitig muss ich Junior trösten. Trotz Teenager Alter ist er doch sehr sensibel.

    Ich habe heute vom krisenteam einen Nachfrage Anruf bekommen und für morgen einen sehr kurzfristige Termin beim Facharzt.

    Keine Ahnung was ich da soll, denn Medikamente lehne ich ab.....
    When a man tells you A and does B, believe B because A is what hes trying to get you to believe, B is who he is

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    AW: Langsam wird es zu viel

    Zitat Zitat von luftistraus Beitrag anzeigen
    Ich kann einfach nicht. Aber ich muss.... Niemand ist mehr da.

    Wohnung räumen.... Alles kündigen.... Papierkram.... Finanzielle Belastung.... Schlechtes Gewissen... Erleichterung...
    Wenn Du in NRW lebst, hätte ich einen Tipp. Wenn Du willst, schreib mir eine PN.
    Be yourself no matter what they say (Sting).

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    AW: Langsam wird es zu viel

    Liebe luftisraus, ich habe in den letzten Jahren Ähnliches erlebte, habe innerhalb von acht Jahren meine gesamte Ursprungsfamilie begraben und musste unglaublich viel leisten. Ich habe funktioniert, bis der Nachlass halbwegs geregelt war, dann kam der Zusammenbruch. Der Funktionsmodus ist was Feines, um die akute Krise bewältigen zu können, auf Dauer muss man aber den Emotionen Raum geben. Ich habe das zu spät gelernt. Kannst Du an andren Stellschrauben drehen, damit Du Dich wenigstens „Nur“ um das aktuell wichtigste kümmern musst, sprich, krankschreiben lassen oÄ? Eine Psychotherapie kann über kurz oder lang sicher auch helfen. Das Neidgefühl auf Andere, die eine gesunde und glückliche Familie haben, kenne ich auch nur zu gut....

  9. VIP

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    AW: Langsam wird es zu viel

    Liebe luftistraus,

    das tut mir sehr Leid.

    Wenn du Gesprächsbedarf (blödes Wort) hast, dann meld dich per PN. Ich habe auch alle meine Nächsten relativ verloren, auch meinen Lebensmenschen, habe insgesamt über Jahrzehnte gepflegt und begleitet und bin seit 14 Jahren komplett ohne Angehörige. In den letzten Jahren kamen auch noch enge Freunde dazu.

    Und ich war immer eine perfekt Funktionierende, Gefasste, auch Zynische ...

    Über ein Jahr nach dem Tod meines Mannes vor bald 20 Jahren habe ich dann doch einer Therapie zugestimmt und später auch Medikamente akzeptiert, die mir den Einstieg und die aktive Teilnahme an der Therapie erst ermöglicht haben.


    Also wenn du magst ...



    Der Gefühlswirrwarr von Verlust, Erleichterung, Schuldgefühlen, Wut etc. gehört zur Auseinandersetzung, denke ich.
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
    sonst normale Userin

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    AW: Langsam wird es zu viel

    Zitat Zitat von luftistraus Beitrag anzeigen
    Meine letzten 2 Familienangehörigen sind nun innerhalb 2 Jahren verstorben.

    Angehörige 1 habe ich bis zum letzten Atemzug begleitet

    Angehörige 2 gepflegt und nun tot in der Wohnung aufgefunden.

    Psychologische Betreuung wurde mit dem rettungsarzt geschickt.

    Habe mich nun abgelenkt und komme langsam wieder in der Realität an.

    Muss mich um alles Kümmern und stelle fest das es mich überfordert.

    Ich kann einfach nicht. Aber ich muss.... Niemand ist mehr da.

    Wohnung räumen.... Alles kündigen.... Papierkram.... Finanzielle Belastung.... Schlechtes Gewissen... Erleichterung...

    Ich hab gerade keinen Überblick mehr....
    Hallo Luftistraus,

    ich kann dich sehr gut verstehen, mir geht es - nicht ganz so heftig - ähnlich.
    Meine Mutter ist Ende letzten Jahres verstorben, und ich befasse mich noch täglich mit allem, was sich daraus ergibt:
    Erbe, Steuererklärungen, Hausverkauf, Haushaltsauflösung, viele weitere Formalitäten.
    Das gelingt auch einigermaßen, aber auch ich habe das Gefühl "Da ist niemand mehr".
    Ich habe zwar noch einen Bruder, der ist aber schwerbehindert und jemand, um den ich mich kümmern muss, niemand, der gefühlt "an meiner Seite steht".
    Mein Vater ist schon länger tot, Geschwister hatte meine Mutter nicht, ich selbst habe keine Kinder, mein Lebensgefährte ist ebenfalls Einzelkind, seine Eltern ebenfalls schon lange tot. Zu weiter entfernter Verwandtschaft besteht kaum Kontakt, die Kinder z.B eines Cousins kenne ich schon gar nicht mehr alle mit Namen.
    Irgendwie wird da die Luft etwas dünn, auch wenn ich nie so viel Wert auf Familie und Verwandtschaft gelegt habe.
    Zudem wird mit dem Verkauf der Immobilien auch der letzte offizielle Draht zu meinem Geburtsort gekappt - auch dort hin habe ich mich nie zurückgesehnt, trotzdem wird es anders sein, wenn ich dort nur noch dann und wann jemanden besuche.

    Ich kann auch sehr gut nachvollziehen, dass dir das Bild der "Auffindesituation" nicht aus dem Kopf geht.
    Meine Mutter habe ich nicht aufgefunden, sondern davon nur berichtet bekommen. Die Bilder der - von mir angeregten - Obduktion habe ich bis heute nicht selbst gesehen, habe meinen Lebensgefährten darum gebeten, sie zu sichten, und er hat mir abgeraten, sie mir anzuschauen.
    Vielleicht mache ich das irgendwann mal in ein paar Jahren.
    Mir hat schon gereicht, dass ich noch Blutreste vor ihrem Bett in der Kurzzeitpflege vorgefunden habe, als ich kam, um ihr Zimmer zu räumen.
    Komisch war auch, die Kleidungsstücke, die sie zuletzt anhatte und die ich noch für sie gepackt hatte, zu den Altkleidern zu geben...

    Was mir hilft:
    Ich erlaube mir, "durchzuhängen" und irrational zu sein.
    Und ich löse mich Stück für Stück von ihren Habseligkeiten und den Dinge aus ihrem Haushalt. Ich freue mich, wenn ich Dinge verschenken kann an Leute, die sie auch gerne beschenkt hätte.
    Ich freue mich auch, wenn skurrile Dinge bei ebay noch einen Liebhaber finden.
    Manches behalte ich natürlich auch und denke mir, dass sie sich darüber freuen würde.

    Dies mal als meine ersten Gedanken dazu.
    "Never take things personally. [...] Always give the benefit of doubt, until evidence to the contrary. Never assume malice. We are all going through things and you never know the inner battles some of us fight, so it‘s best to check your ego at the door.“

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