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    Trauer um langjährig verstorbene Menschen

    Ich lese hier in diesem Forum oft mit und bin mit meinen Gedanken und Gefühlen bei euch Trauernden. Bei mir geht es jetzt um Menschen, die schon länger tot sind und mit deren Verlust ich mal mehr, mal weniger im Laufe der Zeit zu kämpfen habe. Es gibt Zeiten, da überwiegt der Alltag mit seinen Sorgen und Nöten oder auch mit seinen Freuden, es gibt aber auch Zeiten, da trifft mich plötzlich mit Wucht ein Schmerz über einen Verlust über den Tod eines Menschen, der schon länger tot ist (viele Jahre).
    Plötzlich spüre ich wieder, wie sehr mir dieser Mensch fehlt und wie sehr ich diesen Menschen vermisse.
    Ich denke natürlich auch an die schönen Momente, die ich mit diesem Menschen hatte.
    Einige Leute kennen mich hier von den "Losungen", den Bibelversen, ich möchte dazu jedoch auch schreiben:

    Es gab und gibt in meinem Leben auch Zeiten, in denen ich nicht glauben konnte oder der christliche Glaube ganz weit weg schien. Aufgrund späterer persönlicher Erlebnisse kam der Glaube wieder in mein Leben. Jeder Mensch macht seine persönlichen Erfahrungen und hat seine eigenen Erlebnisse.
    Die Menschen, die schon lange gegangen sind, sind in meinem Herzen und leben in den Erinnerungen weiter.
    Ich glaube ohnehin, dass die Verstorbenen nicht in ein "Nichts" entschwinden, sondern ich glaube an ein weiteres Existieren in einer anderen Welt.
    Leonie
    Auch mächtige Wasser können die Liebe nicht löschen;
    auch Ströme schwemmen sie nicht weg.
    Böte einer für die Liebe allen Reichtum seines Hauses,
    nur verachten würde man ihn.
    Das Hohelied


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    AW: Trauer um langjährig verstorbene Menschen

    Liebe Leonie,

    eigentlich habe ich kaum etwas zu diesem Thema beizutragen, ich wollte Dir nur sagen, daß mich auch hin und wieder nach Jahrzehnten noch die Trauer einholt - auch um Menschen, die ich gar nicht persönlich kannte, deren Fehlen mein Leben aber nahezu dramatisch geprägt hat (konkret: Mein fehlender Großvater) - und daß ich außerdem ganz sicher bin, daß es nach dem Tod irgendwo weitergeht, denn zu manchen Verstorbenen kann ich "so etwas ähnliches wie Kontakt aufnehmen" .

    Dir von Herzen alles Gute


    Hases_Frau
    *** Als ich die Hand eines Menschen brauchte, reichte mir jemand seine Pfote ***

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    AW: Trauer um langjährig verstorbene Menschen

    Im Mai 2016 starb mein Vater. Ich fühle mich von der Humanen Universalen Energie getragen, und wenn mein Vater mich manchmal im Hier und Jetzt "anhaucht" (ich kanns im Moment nicht besser ausdrücken) ist dies vllt mit einer leisen Wehmut verbunden, aber die Zeit der Trauer ist vorbei.

    LG bifi
    "Schau lange und genau auf die Dinge, die dich erfreuen - zumindest länger als auf die Dinge, die dich ärgern."
    Sinonie - Gabriele Colette


    Denken und Sein werden vom Widerspruch bestimmt
    Aristoteles - Griechischer Philosoph

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    AW: Trauer um langjährig verstorbene Menschen

    Ich schwinge mich ein auf die liebevolle Verbundenheit, die ich mit diesen Personen hatte. Da ist nicht ein Hauch von Trauer.

    Beispiel jetzt in der Spargelzeit, haben meine Eltern sehr gerne gegessen. Gedanke: ich esse jetzt Spargel, das würde euch jetzt auch schmecken. Das teile ich mit euch.

    Inselstrand: schaut mal, wie schön ich das hier finde. Euch ging es auch immer so. Ist das nicht wunderbar?


    Merkst du, wo der Fokus liegt?

    Dabei empfinde ich eine wirklich (mit-) teilende tiefe Dankbarkeit.
    Mein Himmel bleibt magisch, wie meine Träume, meine Bilder, mein Leben....
    Ich bin die, die ich bin.

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    AW: Trauer um langjährig verstorbene Menschen

    Zitat Zitat von Leonie Beitrag anzeigen
    Es gibt Zeiten, da überwiegt der Alltag mit seinen Sorgen und Nöten oder auch mit seinen Freuden, es gibt aber auch Zeiten, da trifft mich plötzlich mit Wucht ein Schmerz über einen Verlust über den Tod eines Menschen, der schon länger tot ist (viele Jahre).
    Plötzlich spüre ich wieder, wie sehr mir dieser Mensch fehlt und wie sehr ich diesen Menschen vermisse.
    Ich denke natürlich auch an die schönen Momente, die ich mit diesem Menschen hatte.
    Ich weiß genau, was du meinst und empfindest, denn auch ich habe vor vielen, vielen Jahren einen Menschen verloren, dessen Tod ich bis heute nicht überwunden habe.

    Ja, es gibt Zeiten, da ist der Alltag so präsent, dass die Trauer in den Hintergrund rückt.
    Und dann wieder überkommt es mich so dermaßen mit Macht, dass ich glaube, ich muss ersticken vor lauter Trauer.

    Das sind dann Tage, an denen ich nur noch weinen muss und es einfach nicht glauben kann, dass dieser Mensch nicht mehr da ist und auch nie wieder kommt. Es ist dann so, als ob es gestern erst geschehen ist und ich das Unfassbare einfach nicht fassen kann. Der Schmerz ist ganz frisch da... wie gestern... und nicht, wie vor über vierzig Jahren.

    Ich gebe mich dann absichtlich diesem Schmerz hin.
    Ich lese dann die Tagebücher aus dieser Zeit...
    Wie wir und kennen gelernt haben, zusammenkamen... wie schön, toll und wunderbar alles war...
    Unsere Hochzeit... die zu der damaligen Zeit so vollkommen anders war, als unser Umfeld es erwartet hat...
    Die Fotos.... verdammte Kacke.. ich könnte schon wieder nur weinen...

    Zitat Zitat von Leonie Beitrag anzeigen
    Es gab und gibt in meinem Leben auch Zeiten, in denen ich nicht glauben konnte oder der christliche Glaube ganz weit weg schien.
    Das ging bzw. geht mir genauso.
    Ich denke, dass ich damals buchstäblich vom Glauben abgebrochen bin.

    Ich finde das schade und traurig... kann es aber nicht ändern, denn ich habe es nicht so gewollt.

    Ich war schon von frühester Kindheit an Gott sehr zugewandt, und zwar ohne, dass mich jemand dahin gehend beeinflusst hat.

    Ich bin schon als Vorschulkind Sonntags ganz alleine und von mir aus in den Kindergottesdienst gegangen, ohne, dass meine Eltern es gewusst haben, was ich am Sonntagvormittag gemacht habe. Sie dachten, ich würde mit den anderen Kindern spielen... In Wirklichkeit war ich in der Kirche.

    Bis zum Tod meines Mannes war ich bei Gott.
    ER war nicht mehr da...

    Warum hat ER es zugelassen?

    Warum lässt ER all das Leid in dieser Welt zu?
    Und zwar nicht nur mein persönliches Leid...

    Der Tod meines Mannes war so etwas wie mein "persönliches Erwachen".
    Ich sah die Welt und das Elend plötzlich mit ganz anderen Augen.
    Das war auch die Zeit, in der ich Tierschützerin wurde und mich seither für Minderheiten und Randgruppen engagiere.
    Denn wenn wir es nicht tun - wer sonst?

    Ich bin damals wirklich in einen Gewissenskonflikt geraten und habe mich auch mit Geistlichen darüber unterhalten.
    Eine Antwort, die ich bekam, lautete: "Nicht Gott hat sich von dir abgewandt, sondern du hast dich Gott abgewandt"


    Hä...? Wie das?
    Wie, bitte schön, habe ich mich Gott abgewandt?

    ER ist doch angeblich derjenige, der das Geschick in seinen Händen hält.
    Wir legen doch nicht Hand an...

    Ja... ich weiß... Gott hat uns auch etwas gegeben, das einzigartig ist:
    Unseren Willen...
    ...und somit liegt unser Geschick auch wieder in unseren Händen.

    Trotzdem bin ich mit ihm über Kreuz... ich wünschte, es wäre anders...

    Zitat Zitat von Leonie Beitrag anzeigen
    Ich glaube ohnehin, dass die Verstorbenen nicht in ein "Nichts" entschwinden, sondern ich glaube an ein weiteres Existieren in einer anderen Welt.
    Das glaube ich allerdings auch.
    Und ich habe im Laufe der Jahrzehnte immer wieder erlebt und gefühlt, dass es so ist.

    Ohne dass ich es will oder daran denke, spüre ich manchmal, dass mein verstorbener Mann plötzlich da ist.
    Es ist ein Lufthauch, der meinen Arm oder Nacken streicht... eine Bewegung im Zimmer, die gar nicht sein kann...
    Dann weiß ich... "aha... es ist "Besuch" da...

    Die Überzeugung, dass nach dem Tod nicht alles vorbei ist, hat mir auch ein bisschen die Angst vor meinem eigenen Tod genommen.
    Es ist jetzt nicht so, dass ich mich auf meinen Tod freue... und ich sehne mich auch nicht danach, damit ich endlich (!) wieder bei meinem Liebsten bin...

    Aber manchmal... in ganz dunklen Stunden ist da schon sowas wie eine Hoffnung... Sehnsucht (?), dass es doch bitte so sein möge...

    Und ich denke, hoffe und glaube, dass danach noch was kommt.

    Sozusagen als "Belohnung" für das Leben, in das wir ungewollt und ungefragt "gespuckt" wurden.
    Für irgendwas muss das ja alles einen Grund geben.

    Ob es dann so ist, werden wir nie erfahren.
    Aber ich glaube, es ist gut, dass wir es glauben.
    Denn sonst könnte man den Gedanken an den Tod nicht aushalten.

    Hat das alles noch etwas - zumindest in Teilen - noch etwas mit Gott zu tun?
    Ich weiß es nicht.

    Ich weiß und spüre nur, dass trotz aller Nackenschläge, die ich in meinem Leben hinnehmen musste, da eine Kraft und ein Glauben ist, der mich immer hat weitermachen lassen.
    Kann ja sein, dass ER da seine Hände doch im Spiel hat...

    @Leonie,
    was war es, was dir den Glauben zurück gebracht hat?
    Geändert von Magalie_J (16.05.2020 um 15:36 Uhr)
    Nach manchem Gespräch mit einem Menschen hat man das Verlangen, einen Hund zu streicheln,
    einem Affen zuzunicken und vor einem Elefanten den Hut zu ziehen.

    (Maxim Gorki)

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    AW: Trauer um langjährig verstorbene Menschen

    Zitat Zitat von Leonie Beitrag anzeigen
    Ich lese hier in diesem Forum oft mit und bin mit meinen Gedanken und Gefühlen bei euch Trauernden. Bei mir geht es jetzt um Menschen, die schon länger tot sind und mit deren Verlust ich mal mehr, mal weniger im Laufe der Zeit zu kämpfen habe. Es gibt Zeiten, da überwiegt der Alltag mit seinen Sorgen und Nöten oder auch mit seinen Freuden, es gibt aber auch Zeiten, da trifft mich plötzlich mit Wucht ein Schmerz über einen Verlust über den Tod eines Menschen, der schon länger tot ist (viele Jahre).
    Plötzlich spüre ich wieder, wie sehr mir dieser Mensch fehlt und wie sehr ich diesen Menschen vermisse.
    Ich denke natürlich auch an die schönen Momente, die ich mit diesem Menschen hatte.
    Einige Leute kennen mich hier von den "Losungen", den Bibelversen, ich möchte dazu jedoch auch schreiben:

    Es gab und gibt in meinem Leben auch Zeiten, in denen ich nicht glauben konnte oder der christliche Glaube ganz weit weg schien. Aufgrund späterer persönlicher Erlebnisse kam der Glaube wieder in mein Leben. Jeder Mensch macht seine persönlichen Erfahrungen und hat seine eigenen Erlebnisse.
    Die Menschen, die schon lange gegangen sind, sind in meinem Herzen und leben in den Erinnerungen weiter.
    Ich glaube ohnehin, dass die Verstorbenen nicht in ein "Nichts" entschwinden, sondern ich glaube an ein weiteres Existieren in einer anderen Welt.
    Leonie
    Hallo liebe Leoni,

    ich kenne das Gefühl. Mein Vater starb vor 31 Jahren bei einem Autounfall, der Schmerz und das Gefühl des Verlustes, das Fehlen, hat mich auch nach 30 Jahren immer wieder eingeholt. Es wurde zwar im Laufe der Jahre schwächer, aber manchmal , besonders wenn ich meinen Kindern von ihm erzählt habe, kamen mir auch nach 30 Jahren noch die Tränen. Momentan ist das Gefühl nicht da, es wird überlagert von dem Verlust meines großen Sohnes, der im Juli letzten Jahres, plötzlich gestorben ist
    Ich hab die Hoffnung oder den Glauben, dass er von seinem Opa - den er nur aus meinen Erzählungen kannte - in Empfang genommen wurde.
    Manchmal tröstet mich der Gedanke , dann gibt es aber Tage an denen ich sehr zweifle ob das nicht alles nur ein Wunschdenken ist, damit man den Tod der geliebten Menschen aushalten kann.

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    AW: Trauer um langjährig verstorbene Menschen

    Ich danke euch für eure Antworten und ich fühle mich von euch sehr verstanden.
    @Hases_Frau das finde ich schön, dass du in gewisser Weise Kontakt aufnehmen kannst. Ich fühle mich auch oft verbunden und danke der betreffenden Person für die schönen Erlebnisse.

    @bibi auch du verspürst eine gewisse Verbundenheit, das ist wunderbar. Ja, die Trauer lässt nach oder geht vorüber und es bleibt etwas von dem Menschen, der ging.

    @Spadina das, was du schreibst kann ich gut nachvollziehen und erlebe es auch ähnlich. Ich habe auch eine Art "Gespräch" in Verbundenheit geführt, wenn etwas anstand.

    @Magalie_J Der Tod des Ehemannes ist aber auch etwas ganz besonders Schlimmes, wie soll man das verwinden? Ebenso wie der Tod von Kindern usw... Ich kann deine Gedanken um die Sinnlosigkeit sehr gut verstehen. Welchen Sinn soll das haben, Menschen zu lieben, um sie dann zu verlieren? Eine Dame meinte mal ganz pragmatisch zu mir: "Stell dir mal vor, alle Menschen würden ewig weiter leben, dann wäre die Welt übervölkert." Nun ja, dieser Gedanke hat etwas...Menschen machen Platz für nach kommende Menschen...so kann man es auch sehen- kein schöner Gedanke, aber etwas Wahres ist daran.- Ich finde es gut, liebe Magalie, dass du dich der Trauer hingibst an bestimmten Tagen und sie nicht verdrängst.-
    Was mir den Glauben zurück brachte, waren persönliche spirituelle Erlebnisse, meine Gebete und auch Menschen, die ich kennen lernte und die mir Wege aufzeigten zum Glauben.

    @Koriandaa so sehe ich es auch. Vielleicht ist alles ein Wunschdenken, weil der Gedanke an ein "Nichts" unerträglich wäre, aber dann ist es eben so. Dazu noch:

    An euch alle: Habt ihr euch mit dem Thema Sterben, Nahtod, Leben nach dem Tod usw... auch mal beschäftigt? Ich habe einiges dazu gelesen und Berichte im Netz angesehen. Menschen, die über Nahtod-Erlebnisse berichten usw...Menschen, die einen anderen Menschen gehen ließen und spürten, wie die Energie diesen Menschen verließ. usw...
    Es hört sich vielleicht lächerlich an, aber ich habe das bei einem Haustier auch einmal gespürt: Das Tier wurde in meiner Hand "ganz leicht" und ein "Gewicht" verließ das Tier, anders kann ich es nicht beschreiben.
    Als ob etwas- das Leben- aus diesem Tier entschwand.
    Einmal hatte ich allerdings ein schreckliches Erlebnis mit einem Vogel: er flatterte wie wahnsinnig verzweifelt im Käfig herum, als ob "Jemand oder etwas" hinter ihm her wäre, das ging sehr lange. Ich konnte das nicht mit ansehen und verließ den Raum. Auf Zusprache reagierte der Vogel nicht, er war wie besessen. Als ich später den Raum wieder betrat, lag der Vogel tot auf dem Käfigboden.

    Ich schilderte dieses Erlebnis Tierfreunden und mir wurde gesagt, dass das wohl der Todeskampf gewesen sei. Wenn ich mir vorstelle, dass einige Menschen auch so etwas erleben, dann "Gute Nacht"...wie man so schön sagt. Das finde ich schrecklich. Vielleicht sollten sich Menschen dem "Ende" ergeben, dann geht das Sterben wohl leichter. Das sind keine schönen Gedanken.
    Leonie
    Auch mächtige Wasser können die Liebe nicht löschen;
    auch Ströme schwemmen sie nicht weg.
    Böte einer für die Liebe allen Reichtum seines Hauses,
    nur verachten würde man ihn.
    Das Hohelied


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    AW: Trauer um langjährig verstorbene Menschen

    Zitat Zitat von Leonie Beitrag anzeigen
    --- und mir wurde gesagt, dass das wohl der Todeskampf gewesen sei. Wenn ich mir vorstelle, dass einige Menschen auch so etwas erleben, dann "Gute Nacht"...wie man so schön sagt. Das finde ich schrecklich. Vielleicht sollten sich Menschen dem "Ende" ergeben, dann geht das Sterben wohl leichter. Das sind keine schönen Gedanken.
    Leonie
    Ich denke, dass man sterbenden - und jetzt uns lebenden - Menschen nicht sagen kann und sollte, ob und wie man sich dem Sterben hingeben sollte.

    Jeder Tod - sowie auch jede Geburt - ist doch anders.

    Vielleicht hilft es uns, wenn wir uns jetzt schon darüber klar sind, dass wir endlich sind und nicht ewig leben. Es hilft ja nichts: Früher oder später schlägt für jeden Stunde.

    Nur: Wir wissen weder Tag noch Stunde... (Matt. 25:13)

    Vielleicht sollten wir schon im Diesseits akzeptieren, dass es einfach so ist.

    Ich denke, dass der "Todeskampf" etwas ganz Natürliches ist, was zum Sterben dazu gehört.
    Für uns Lebende mag das schrecklich sein, den Sterbenden sich aufbäumend und röchelnd zu erleben.

    Ich habe aber auch mal gelesen, dass das Röcheln kurz vor dem Tod "normal" sei und nur für den, der das miterlebt ganz furchtbar sein soll. Angeblich soll es für den Sterbenden nicht so furchtbar sein.
    Aber wer will und kann das beweisen?

    Wir werden es nie erfahren, ob es wirklich so ist, denn letztendlich ist keiner nie wirklich vom Jenseits je zurückgekommen.

    Ja, ich habe mich sehr ausführlich mit diesem Thema und auch über Nahtoderlebnisse beschäftigt.
    Elisabeth Kübler-Ross hat dazu sehr gute Bücher geschrieben.

    Erst kürzlich hat mir eine Bekannte erzählt, dass sie ca. zwei Jahre nach dem Tod ihres Mannes selber beim Sport zusammengebrochen sei und im Krankenhaus wieder aufgewacht ist. Man sagte ihr, sie sei für kurze Zeit "klinisch tot gewesen"... Sie selber hat das nicht gemerkt, dass sie "tot" war... sprich... sie hatte keine Nahtoderfahrung.

    Sie erzählte das fast bedauernd, da sie sich gerade in dieser Situation eine "Begegnung" mit ihrem verstorbenen Mann gewünscht hätte... War aber nicht so.

    Diese Bekannte wünscht ich nichts sehnlicher, als mit ihren verstorbenen Mann im Jenseits wieder vereint zu sein.
    Sie glaubt aber nicht an ein Leben nach dem Tod.

    Was sagt man diesen Menschen?
    Wie tröstet man diese Menschen?
    Was gibt man ihnen mit, damit sie es nicht so schwer in diesem Leben haben?
    Wie erklärt man diesen Menschen den Kreislauf von Leben und Sterben?

    Man braucht diesen Menschen nicht mit der pragmatischen Seite von wegen "Überbevölkerung" kommen.
    Das erfasst der Verstand auch so, ohne dass man einen geliebten Menschen verlieren muss.
    Nach manchem Gespräch mit einem Menschen hat man das Verlangen, einen Hund zu streicheln,
    einem Affen zuzunicken und vor einem Elefanten den Hut zu ziehen.

    (Maxim Gorki)

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    AW: Trauer um langjährig verstorbene Menschen

    Ich kenne diese Trauerepisoden auch. Und da hilft kein: "das würde euch jetzt schmecken" und "das würde euch auch gefallen".
    Es ist einfach eine Trauer da. Um meine Oma, die schon fast 40 Jahre tot ist. Und wo ich es bedaure, ihren "Wert" mit 20 noch nicht geschätzt zu haben.
    Um meinen Bruder, der nun schon vor 7 Jahren gestorben ist, viel zu jung. Der mir so sehr fehlt, in Momenten, in denen man sagen würde: "weiß Du noch?". Dann zerreißt es mich fast.
    Ich weine manchmal sogar um meinen Onkel, der gestorben ist, nachdem er aus der Kriegsgefangenschaft gekommen ist.
    Ich sehe dann immer meine Söhne, die ihm so ähnlich sind.

    Ich weiß, dass der Tod zum Leben dazu gehört. Ich finde Sterben nicht "widernatürlich", ich habe mir sogar mit 60 schon meine Grabstelle gekauft.

    Ich habe oft das Gefühl, dass mein Bruder im Raum ist. Aber das kann bloßes Wunschdenken sein. Es ist aber angenehm, dann mit ihm zu reden.

    Und dann denke ich auch, dass sie es "verdient" haben, dass um sie getrauert wird. Noch eine Weile unvergessen bleiben, das finde ich schön.

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    AW: Trauer um langjährig verstorbene Menschen

    Im August werden es 6 Jahre, dass meine beste Freundin in der Nacht nach einer Routine-Operation (ein neuer Schand für die Dialyse wurde gesetzt) an einer Embolie verstorben ist. Es war kein leichter Tod, die Ärzte haben noch eine Weile um sie gekämpft. Ich weiß das, denn ich war "dabei". Ich hatte in dieser Nacht einen merkwürdigen Traum. Wir hatten Gäste und alle hatten sich im Wohnzimmer versammelt. Aber immer, wenn ich aus dem dunklen Flur ins helle Wohnzimmer treten wollte, hat mich etwas am Mundwinkel zurückgezogen und ich war wieder im dunklen Flur. Das ging 3-4 Mal so. Ich bin dann irgendwann schweißgebadet aufgewacht und wußte den Traum nicht zu deuten. 2 Stunden später dann der Anruf, dass und wie meine Freundin verstorben ist. Ich vermisse sie an manchen Tagen oder in manchen Momenten immer noch sehr. Hin und wieder sehe ich sie in der Einkaufspassage oder unterhalte mich im Traum mit ihr.
    Leben nach dem Tod bedeutet für mich - so lange noch Jemand sich an mich erinnert, meinen Namen nennt, über mich spricht, so lange bin ich noch nicht endgültig tot.
    Es ist nicht leicht, ich zu sein, aber irgendwer muss den Job ja machen!

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