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  1. Inaktiver User

    AW: Trauer um langjährig verstorbene Menschen

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    Geändert von Inaktiver User (02.11.2021 um 07:54 Uhr)

  2. Moderation

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    AW: Trauer um langjährig verstorbene Menschen

    Wir waren gestern im Allerseelengottesdienst unserer Gemeinde (in England).
    In der Predigt sprach unser Pfarrer über den Tod seiner Mutter, die er als junger Erwachsener verlor, was nun mehr als 20 Jahre zurückliegt. Er beschrieb dabei vieles beinahe genau so wie Leonie in ihrem Einganspost letztes Jahr.
    Dass die Trauer in Wellen kommt, und auch nach langer Zeit manchmal noch überwältigend sein kann. Dass es für ihn auch gar nicht erstrebenswert ist, damit "abzuschließen", denn das würde auch ein Vergessen beinhalten.

    Ich fand es schön, dass es diesen Raum, diese Zeit gab und gibt, sich der Verstorbenen zu erinnern. Natürlich tut man das auch von selbst und im Alltag, oft sogar. Aber ich finde es schön, sich speziell dafür Zeit zu nehmen, auch gemeinsam.
    Die Namen aller Verstorbenen, an sie sich jemand aus der Gemeinde erinnern wollte, wurden vorgelesen, egal ob sie im vergangenen Monat starben oder vor vielen Jahren. Ringsum in der Kirche, auf den Fensterbänken, wurden Teelichter angezündet, und jede:r, der/die wollte, bekam eins um es anzuzünden und dazuzustellen.

    Ich habe noch nie jemand näherstehenden verloren als meine Großeltern. Aber ich finde oft, dass Trauer nicht genug Raum bekommt. Trauernde (nicht ich persönlich, aber ich sehe es manchmal bei wirklich engen Angehörigen wie Witwe:rn oder Geschwistern) sollen dann "auch mal damit abschließen", sollen aufgeheitert werden, oder "das Leben muss weitergehen", bzw. "der Tod gehört zum Leben dazu". Das ist häufig auch, zumindest oberflächlich, tröstend und freundlich gemeint. Aber im Grunde heißt es auch oft: 'Wir wollen/können Deine Trauer nicht aushalten".

    Deswegen finde ich es schön, dass es solche Stränge gibt, und solche Gelegenheiten, wie diesen Gottesdienst. Wie der Pfarrer sagte: "Für alle, die wir immer noch lieben."

    Schöne Allerseelen/Allerheiligen Euch allen!
    Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne


    "Ich hasse es, wenn Fantasy sich einfach nicht an die Realitaet haelt".
    Maxi Gstettenbauer

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    AW: Trauer um langjährig verstorbene Menschen

    Dankeschön für deinen Beitrag Ich finde das, was du geschildert hast von diesem Gottesdienst wirklich ein wunderschönes Ritual! Die Namen derjenigen aufzuzählen, die starben, bzw. in eine andere Welt gegangen sind. Ich hoffe auf ein Wiedersehen- auf einer anderen Ebene- in einer anderen Welt und eher mit einem Geistkörper.
    Leonie
    Auch mächtige Wasser können die Liebe nicht löschen;
    auch Ströme schwemmen sie nicht weg.
    Böte einer für die Liebe allen Reichtum seines Hauses,
    nur verachten würde man ihn.
    Das Hohelied


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    AW: Trauer um langjährig verstorbene Menschen

    Da ich 50+ bin, sind bei mir auch schon einige nahestehende Personen verstorben, auch Freunde und Bekannte. Und manchmal, gerade an einem so grauen Tag wie heute, sehe ich sie wieder vor mir und freue mich, sie eines Tages wieder zu sehen.

    In welcher Weise das dann sein wird, weiß ich nicht, aber ich stelle mir vor, dass ich sie alle wieder wahrnehmen und mit ihnen kommunizieren kann und dass sie sich freuen, mich zu sehen. Das tröstet mich sehr und nimmt mir auch manches Mal die Angst vor dem Tod (der aber gerne noch warten darf).
    Es gibt keinen Weg zum Frieden, der Frieden ist der Weg (Mahatma Gandhi)

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    AW: Trauer um langjährig verstorbene Menschen

    Liebe Fels,

    danke für Deinen Beitrag.

    Zitat Zitat von Fels Beitrag anzeigen
    [.,..]
    In welcher Weise das dann sein wird, weiß ich nicht, aber ich stelle mir vor, dass ich sie alle wieder wahrnehmen und mit ihnen kommunizieren kann und dass sie sich freuen, mich zu sehen. [...].
    Ich habe eine ganz ähnliche Jenseits-Hoffnung. Erweitert auf: Alle mir wichtigen Menschen, die ich im irdischen Leben nicht persönlich kennenlernen konnte.

    Emmi
    Katzen lieben Menschen viel mehr, als sie zugeben wollen,
    aber sie besitzen genug Weisheit, es für sich zu behalten.


    Mary Eleanor Wilkins Freeman (1852 - 1930), US-amerikanische Schriftstellerin

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    AW: Trauer um langjährig verstorbene Menschen

    Liebe Flau,

    vielen Dank für Deinen Beitrag, aus der Antwort ist eine PN geworden.

    LG Emmi
    Katzen lieben Menschen viel mehr, als sie zugeben wollen,
    aber sie besitzen genug Weisheit, es für sich zu behalten.


    Mary Eleanor Wilkins Freeman (1852 - 1930), US-amerikanische Schriftstellerin

  7. Inaktiver User

    AW: Trauer um langjährig verstorbene Menschen

    Liebe Leonie,

    schön von so Gleichgesinnten zu lesen.

    Es scheint ja nicht mehr zeitgemäss zu sein mit seinen Verstorbenen zu leben.
    Ich gehe gerne auf Friedhöfe, schon immer.

    Was mich am Tod speziell eines sehr nahe stehenden Menschen, nämlich meiner Mutter so getroffen hatte war: das Absolute. Da ist jemand richtig weg, selbe wenn man mal keinen Kontakt mehr hatte, es hätte immer die Möglichkeit gegeben zum Hörer zu greifen, vorbei zu gehen. Und zu Lebzeiten existierte da eben der Mensch einfach.

    Auf einmal fand ich - ich oder wir hätten uns noch so viel sagen können.
    Meine Trauer hat mich dann von diesen ungelebten Gefühlen erlöst.

    Und dann komme ich auch zu einem anderen Thema was du so unterschwellig angeschnitten hast.
    Nämlich - wie komme ich zu meinem Glauben.

    An und für sich finde ich das zu persönlich, aber angesichts der Schliessung hier wage ich es doch darüber zu schreiben.

    Ich mag zwar auf den ersten Blick nicht so rüber kommen, aber, tief in meinem Kern bin ich ein Mensch der nur leben will was nützlich und fruchtbar ist.

    Also kam dann die Zeit: wozu glauben, ich merke eigentlich nichts, ganz ehrlich, so schlicht war mein Gedanke.
    Und ehe ich dann austrete oder mich abwende mache ich noch einen Versuch, das war ich dann Gott schuldig - fand ich.

    Ich fing an zu beten, regelmässig, wollte, dass sich Gott zeigt.
    Mir sind keine Wunder passiert, auch keine Engel erschienen.

    Aber, es hatte sich was verändert. Mein Glaube trägt mich seit dem - wieder.
    In meinen Entscheidungen, meiner Art mit Menschen umzugehen, mit dem Leben zurecht zu kommen.

    Seit dem weiß ich aber eines sicher: Glaube braucht auch Nahrung.

    So, das wars, mehr will ich darüber nicht schreiben.

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