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    AW: Wie verhalten, wenn jemand verstorben ist?

    Zitat Zitat von Magalie_J Beitrag anzeigen
    Wenn ich mich hier zu rustikal ausgedrückt habe und sich jemand vor den Kopf geschlagen fühlt, tut es mir leid.
    Das wollte ich auf keinen Fall.
    Magalie, den Kopf haben sich andere angeschlagen, da kannst du nichts dafür.

    Danke, dass du hier Einblick gegeben hast.

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    AW: Wie verhalten, wenn jemand verstorben ist?

    Zitat Zitat von Magalie_J Beitrag anzeigen
    Ich hatte damals ein sehr langes Gespräch mit einem Bekannten. Ich habe erzählt und geweint. Danach hatte er mir einen Brief geschrieben und mich gefragt, ob es mir nach unserem Gespräch ein wenig besser geht. NEIN. Natürlich ging es mir NICHT besser. Aber viel wichtiger: Ich hatte das Gefühl, ich hätte ihm einen Gefallen getan, indem er mir den ganzen Abend zuhörte.
    Damit hast du vollkommen recht, diese Haltung ist nicht selten, kann sogar etwas gönnerhaftes haben: "bewundere mich weil ich so gut zu dir war". Es ist für mich eine recht typische Haltung eines ehrenamtlichen Rot-Kreuz Mitarbeiters, zum strahlenden Held zu werden durch die Hilfe. Das ist natürlich komplett verkehrt. Ja, es geht einem nicht besser nach einem Gespräch.
    Durchsage:

    "Achtung, es wurde eine herrenlose Damenhandtasche gefunden ..."

  3. Inaktiver User

    AW: Wie verhalten, wenn jemand verstorben ist?

    Ich kenne das nur anders.
    Dass die Leute zu einem sagen, ist doch eigentlich schön, dass es so schnell ging, oder, gut, dass er von seinen Schmerzen erlöst ist.
    Oder wie gesagt, melde dich, wenn es dir besser geht.

    Kann ja sein, dass viele so was voll in Ordnung finden, wahrscheinlich muss ich sogar noch dankbar sein, dass die Leute überhaupt was sagen und sich interessiert zeigen.

    Ich möchte mir gar nicht ausmalen, was erst passiert, wenn ein Ehepartner stirbt. Was man sich dann anhöre muss und noch etwas dazu sagen muss.
    Oder wer sich dann lieber nicht meldet, weil er nicht weiß was er sagen soll.

    Was Magali schreibt reicht mir schon.

  4. Moderation

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    AW: Wie verhalten, wenn jemand verstorben ist?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Dass die Leute zu einem sagen, ist doch eigentlich schön, dass es so schnell ging, oder, gut, dass er von seinen Schmerzen erlöst ist.
    So etwas zu sagen maße ich mir in solchen Situationen nicht an. Wenn es vom Trauernden selbst kommt, gehe ich drauf ein, ansonsten halte ich lieber den Mund, weil ich nicht wissen kann, wie derjenige die Lage sieht und ob ein solcher Gedanke als tröstlich oder nur als blöde Floskel empfunden wird.

    Ich möchte mir gar nicht ausmalen, was erst passiert, wenn ein Ehepartner stirbt. Was man sich dann anhöre muss und noch etwas dazu sagen muss.
    Oder wer sich dann lieber nicht meldet, weil er nicht weiß was er sagen soll.
    Mir wäre es lieber, wenn sich jemand nicht meldet, als dass er mir irgendwelchen Schmus erzählt, der mir nicht hilft.
    May you be surrounded by friends and family,
    and if this is not your lot, may the blessings find you in your solitude.

    Leonard Cohen


    Entweder man lebt, oder man ist konsequent.
    Erich Kästner

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    AW: Wie verhalten, wenn jemand verstorben ist?

    Ich als Betroffene (war vor langer Zeit mal in einer ähnlichen Situation/Freund plötzlich gestorben) würde respektieren, worum sie bittet.
    Sie muss erst einmal mit der Situation klarkommen, es realisieren. Das kann dauern.

    Sie hat sicher noch andere Freundinnen, Verwandte, was auch immer, die für sie im Moment eben noch wichtiger sind als du.

    Sie wird sich schon melden, wenn ihr danach ist.

    Im Übrigen kann ich nur das, was Margalie schrieb, doppelt unterstreichen.
    Für immer ab jetzt!
    "Weißt du, was ich manchmal denke? Es müsste immer Musik da sein.
    Bei allem was du machst. Und wenns so richtig Scheiße ist dann ist
    wenigstens noch die Musik da. Und an der Stelle, wo es am Allerschönsten ist,
    da müsste die Platte springen und du hörst immer nur diesen einen Moment." ♫



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    AW: Wie verhalten, wenn jemand verstorben ist?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Kann ja sein, dass viele so was voll in Ordnung finden, wahrscheinlich muss ich sogar noch dankbar sein, dass die Leute überhaupt was sagen und sich interessiert zeigen.
    Wenn du von heute auf morgen deinen Ehepartner verlierst, ist die Welt aus den Fugen geraten. Der Trauernde handelt, denkt und spricht nicht mehr wie noch am Tag zuvor. Er ist in einer Ausnahmesituation, die sich über Jahre hinziehen kann. Es ist ja nicht so, dass man mit einem Schnupfen im Bett liegt und "dankbar" für Entlastungen und Hilfeleistungen ist. Ja, man sagt zwar "Danke". Aber wirkliche Dankbarkeit kann man nicht empfinden. Man ist selbst wie tot.

    Und wenn dann Hilfsangebote auf einen einprasseln, dann hat man die Wahl zwischen Pest und Cholera: Entweder man nimmt das Angebot an, was man nicht wollte und zeigt sich notgedrungen dankbar - und fühlt sich schlecht dabei, weil es der andere ja so gut meint und man auch nicht angezickt werden will und sich nicht fragen lassen will, ob man die "freundliche Geste" nicht erkennt. Oder man weist die Leute ab - fühlt sich dabei aber auch schlecht, weil man ein schlechtes Gewissen hat, dass man die Leute abweist.
    Geändert von Magalie_J (27.11.2019 um 16:32 Uhr)
    Nach manchem Gespräch mit einem Menschen hat man das Verlangen, einen Hund zu streicheln,
    einem Affen zuzunicken und vor einem Elefanten den Hut zu ziehen.

    (Maxim Gorki)

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    AW: Wie verhalten, wenn jemand verstorben ist?

    Floskeln, wie "sei froh, dass er nicht hat leiden müssen", oder "sei dankbar für die Zeit, die ihr miteinander hattet"...

    Über so einen SCH**SS kann ich nur heulen.

    Im übrigen möchte ich denen hier ganz herzlich Danke sagen, die für meine Beiträge auch nette Worte gefunden haben
    Das hat die Klatschen ins Gesicht von gestern doch sehr abgemildert.
    Nach manchem Gespräch mit einem Menschen hat man das Verlangen, einen Hund zu streicheln,
    einem Affen zuzunicken und vor einem Elefanten den Hut zu ziehen.

    (Maxim Gorki)

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    AW: Wie verhalten, wenn jemand verstorben ist?

    ich nochmal

    es wurde nach meiner Motivation gefragt- also was das mit mir zu tun hat?

    Vorweg- ich laufe nun nicht den ganzen Tag mit diesem Thema herum.
    Es hat mich bei strang-Eröffnung sehr beschäftigt und deshalb habe ich hier nach Erfahrungen gefragt.
    Und ich halte es auch für ganz normal, dass man einen Menschen trösten möchte, den man mag und dem es schlecht geht.

    Wir können das schon bei Kindern sehen, die genau dasselbe machen- es ist ein altruistisches Verhalten- Menschlichkeit .
    Wir reden ja nicht davon, dass ich besessen meine, ich muss was tun- sondern nur der Wunsch, dem anderen deutlich zu machen, dass ich da bin, wenn gewünscht (und ich habe das ja in der Karte formuliert).

    Zugeben muss ich, dass ich über die Aussagen hier durchaus auch überrascht bin.
    Wie kann man es denn überhaupt richtig machen? Die Chance, es falsch zu machen- scheint jedenfalls sehr hoch!
    Und ich frage mich- wodran liegt das?

    Vielleicht, weil Tod und Trauer tatsächlich eine Tabuzone in unserer Gesellschaft sind und man verlernt hat, damit gut umzugehen.
    Wenn man nur selten mit einem Betroffenen zu tun hat und jeder dann wieder anders mit Trauer umgeht- kann es nur schwierig sein, das Richtige zu tun.

    Und klar wird es Menschen geben, die helfen um sich danach damit zu brüsten- das es einem gut tut, wenn man einem anderen helfen konnte, das geht uns allen so

    Und natürlich wird ein Gespräch keine wirkliche Verbesserung des Gesamtzustandes bringen- ich würde es eher so verstehen, dass ein Gespräch durchaus gut tun kann und alles was gut tut- ist gut.

    Margalie, ich danke dir für dein Erzählen- so wird vieles verständlicher

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    AW: Wie verhalten, wenn jemand verstorben ist?

    Hallo Kenzia,

    zunächst - ich finde es total lieb von dir, dass du dir so viele Gedanken machst. Als Betroffene kann ich dazu sagen, dass man kurze Zeit nach dem Tod eines geliebten Menschen wirklich überfordert ist mit den Hilfsangeboten und man braucht teilweise Ruhe. Schlimm ist es später - ein paar Monate danach und niemand meldet sich mehr oder traut sich nicht. Aber gerade da, wenn einem der Tod so richtig bewusst wird, ist es schön mitfühlende Menschen zu haben.
    Im Gegensatz zu vielen anderen hier finde ich die Frage " wie geht es dir " nicht schlimm - sofern sie ernst gemeint ist.
    Es geht einem schlecht nach einem Verlust, aber es gibt unterschiedliche Phasen.

    Du magst die Frau - schreib ihr ruhig nochmal eine kurze Nachricht - einfach dass du an sie denkst.

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    AW: Wie verhalten, wenn jemand verstorben ist?

    Zitat Zitat von Magalie_J Beitrag anzeigen
    Wenn du von heute auf morgen deinen Ehepartner verlierst, ist die Welt aus den Fugen geraten. Der Trauernde handelt, denkt und spricht nicht mehr wie noch am Tag zuvor. Er ist in einer Ausnahmesituation, die sich über Jahre hinziehen kann.
    Aus eigener Erfahrung kann ich dieser Aussage total zustimmen.
    Bei mir gab es keine Hilfsangebote, sondern die "Bekannten" kamen und erwarteten, von mir mit Kaffee und Kuchen bewirtet zu werden.
    Liebe Grüsse
    Macaronesia

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