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    AW: Wie verhalten, wenn jemand verstorben ist?

    Zitat Zitat von Magalie_J Beitrag anzeigen

    Ja, ich habe es auch erlebt, dass "Freunde" nicht mehr da waren, als ich mich nicht an sie gewandt habe und deren Hilfe verschmäht habe.
    Mal unabhängig von dem konkreten Beispiel im Strang:
    Den Begriff Krankheitsgewinn kennen vielen: die Aufmerksamkeit und Fürsorge, die ein Kranker bekommt, wenn es ihm schlecht geht.

    Es gibt auch einen Krankheitsgewinn für Außenstehende, das gute Gefühl helfen zu können, gebraucht zu werden, der Retter in der Not zu sein, soziale Anerkennung zu bekommen. Alles nicht verwerflich oder schlecht, aber interessant darüber nachzudenken oder -fühlen.

    Von Luftistraus
    Andererseits würde ich mich freuen über eine Nachricht, die keine Antwort von mir erfordert.
    Meine persönliche Erfahrung: Ich hatte gehört, dass ein Bekannter, den ich lange nicht mehr gesehen hatte, einen schweren Unfall hatte. Ich schrieb ihm eine Karte ins Krankenhaus mit guten Wünschen und dem Zusatz, dass er nicht antworten braucht. Er sollte sich mir nicht verpflichtet fühlen, wir hatten uns lange nicht gesehen und ich wusste nicht, wie er beisammen war.

    Später habe ich ihn dann zufällig getroffen und im Gespräch sagte er mir, wie wohltuend meine Karte war, besonders der Zusatz, dass er nicht reagieren muss. Er fühlte sich nicht in der Lage, alle Karten und Mails zu beantworten und das haben ihm einige übel genommen. Nicht nur wegen des fehlenden Danks, sondern auch wegen der fehlenden Info, er wollte nicht jedem schreiben, wie es ihm aktuell geht.

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen

    Ich hätte auch nochmal gefragt, wie es ihr geht und ob ich ihr bei irgendwas helfen könnte.
    Was konkretes wie Hund zum impfen karren, vielleicht was einkaufen oder sowas wie "Rasen muss noch mal gemäht werden"

    Beispiele - die zeigen, dass es dir Ernst ist mit praktischer Hilfe. Wenn es dir ernst ist.
    Kenzia, was meinst du denn mit "für sie da sein"?

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    AW: Wie verhalten, wenn jemand verstorben ist?

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    Ich hätte auch nochmal gefragt, wie es ihr geht und ob ich ihr bei irgendwas helfen könnte.
    Was konkretes wie Hund zum impfen karren, vielleicht was einkaufen oder sowas wie "Rasen muss noch mal gemäht werden"

    Beispiele - die zeigen, dass es dir Ernst ist mit praktischer Hilfe. Wenn es dir ernst ist.

    Dann ist es mehr als die "melde dich, wenn du Hilfe brauchst" Floskel.
    Das mag ja alles lieb gemeint sein, diese praktische Hilfe. Lindert den Schmerz und die Trauer aber nicht. Du könntest das Haus abreißen und für den Trauernden wieder aufbauen - NICHTS hilft.

    @luftistraus
    Es gibt keine passende Nachricht. Es reicht zu wissen, dass da ein Freund ist, an den man sich wenden kann. Ein Freund muss es nicht extra erwähnen, dass er für einen in der Not da ist.
    Nach manchem Gespräch mit einem Menschen hat man das Verlangen, einen Hund zu streicheln,
    einem Affen zuzunicken und vor einem Elefanten den Hut zu ziehen.

    (Maxim Gorki)

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    AW: Wie verhalten, wenn jemand verstorben ist?

    Zitat Zitat von Magalie_J Beitrag anzeigen

    @luftistraus
    Es gibt keine passende Nachricht. Es reicht zu wissen, dass da ein Freund ist, an den man sich wenden kann. Ein Freund muss es nicht extra erwähnen, dass er für einen in der Not da ist.
    Ja, das stimmt wohl.

    Und man sieht ja hier, wie verschieden die Menschen ticken.

    Mich würde die Frage "wie gehts" allein auf die Palme bringen und der nächste wäre verstimmt wenn genau das nicht kommt....
    Before you argue with someone, ask yourself, is that person even mentally mature enough to grasp the concept of different perspectives. Because if not, there's absolutely no point.

    Grab nicht zu weit in dem Mist rum, dann stinkt's nur noch mehr. Geh davon weg, und merk dir, wie's gerochen hat, damit du beim nächsten Verlierer früher Lunte riechst. (Zitat Wildwusel)

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    AW: Wie verhalten, wenn jemand verstorben ist?

    Zitat Zitat von luftistraus Beitrag anzeigen
    Mich würde die Frage "wie gehts" allein auf die Palme bringen und der nächste wäre verstimmt wenn genau das nicht kommt....
    Ja. Es gibt in der Situation keine grausamere und gedankenlosere Frage als diese.
    Nach manchem Gespräch mit einem Menschen hat man das Verlangen, einen Hund zu streicheln,
    einem Affen zuzunicken und vor einem Elefanten den Hut zu ziehen.

    (Maxim Gorki)

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    AW: Wie verhalten, wenn jemand verstorben ist?

    Zitat Zitat von Pantanal Beitrag anzeigen
    Es gibt auch einen Krankheitsgewinn für Außenstehende, das gute Gefühl helfen zu können, gebraucht zu werden, der Retter in der Not zu sein, soziale Anerkennung zu bekommen. Alles nicht verwerflich oder schlecht, aber interessant darüber nachzudenken oder -fühlen.
    Genau diese Leute konnten mir damals gestohlen bleiben.

    Leute, denen es um ihre eigenen Befindlichkeiten ging und nur helfen wollten um sich gut zu fühlen.
    Nach manchem Gespräch mit einem Menschen hat man das Verlangen, einen Hund zu streicheln,
    einem Affen zuzunicken und vor einem Elefanten den Hut zu ziehen.

    (Maxim Gorki)

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    AW: Wie verhalten, wenn jemand verstorben ist?

    Zitat Zitat von TanteB Beitrag anzeigen
    Und mir persönlich ging das Nachfragen auf die Nerven.
    Zitat Zitat von luftistraus Beitrag anzeigen
    Andererseits würde ich mich freuen über eine Nachricht, die keine Antwort von mir erfordert.
    Zitat Zitat von Magalie_J Beitrag anzeigen
    @luftistraus
    Es gibt keine passende Nachricht. Es reicht zu wissen, dass da ein Freund ist, an den man sich wenden kann. Ein Freund muss es nicht extra erwähnen, dass er für einen in der Not da ist.
    Ja, so unterschiedlich wird das empfunden. Aber wie Luftistraus schreibt, eine Nachricht die mitbringt, dass keine Antwort nötig ist wenn vom Betroffenen grad nicht erwünscht oder möglich oder …

    "Ich denk an dich" von einer Freundin geschrieben wäre und ist für mich eine gute Stütze.

    Bei meiner sehr guten Freundin habe ich miterlebt wie unglaublich lebensrettend in der ersten Zeit nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes es für sie war wenn eine Bekannte einfach einen Topf Suppe vor ihre Tür gestellt hat oder was anderes zum Essen. Sie hatte weder Kraft noch Kopf noch sonstwas sich selbst was zu kochen, einzukaufen … nur überleben. Wenn es schon mal da war hat sie es geschafft davon zu essen. Bestellt hat sie es nicht bewußt, ich glaube sie wäre nicht mal auf die Idee gekommen.

    Die Bringende soll aber nie Druck ausüben das es angenommen werden muß. Ohne Zorn und dem Gefühl abgewiesen worden zu sein wieder gehen und die Suppe mitnehmen wenn unerwünscht ist auch klar.
    Durchsage:

    "Achtung, es wurde eine herrenlose Damenhandtasche gefunden ..."

  7. Inaktiver User

    AW: Wie verhalten, wenn jemand verstorben ist?

    Zitat Zitat von kenzia Beitrag anzeigen
    Ich habe vor ca 1 Jahr eine Frau über ein gemeinsames Projekt kennengelernt. Ich fand sie von Anfang an sehr sympathisch und wir haben uns gut verstanden- ich hab sie mal zum Kaffee besucht und ein paarmal haben wir telefoniert.
    Ihr seid keine Freunde, wie ich lese.

    Ein "ich bin für Dich da" würde ich bei guten Bekannten irritierend, übergriffig und unpassend empfinden. In so einer Situation würde ich wirklich nur Menschen an mich heranlassen die mir sehr nahe stehen. Alle anderen Menschen mögen mich bitte in Ruhe lassen.
    Sie hat sich entsprechend deutlich abgegrenzt. Das würde ich respektieren.

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    AW: Wie verhalten, wenn jemand verstorben ist?

    Zitat Zitat von Pantanal Beitrag anzeigen
    Kenzia, was meinst du denn mit "für sie da sein"?
    Für mich bedeutet das. dass sie sich jederzeit melden könnte (tatsächlich jeder-zeit) und ich da bin- was immer sie braucht.
    Ob es um eine Handlung ginge (was erledigen, kochen etc) oder nur hinfahren und stumm beisammen sitzen- alles ist machbar.

    Ich möchte nur, dass sie weiß, das diese Tür immer offen ist.
    Ob sie durchgehen möchte oder nicht, ist dabei gar nicht wichtig- sondern nur das Wissen, dass jemand DA ist, wenn sie es wollte.

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    AW: Wie verhalten, wenn jemand verstorben ist?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ein "ich bin für Dich da" würde ich bei guten Bekannten irritierend, übergriffig und unpassend empfinden. In so einer Situation würde ich wirklich nur Menschen an mich heranlassen die mir sehr nahe stehen. Alle anderen Menschen mögen mich bitte in Ruhe lassen.
    Von deinem eigenen Empfinden mal abgesehen- habe ich im Leben schon öfter die Erfahrung gemacht, dass gerade die "nahen Menschen" in ihrer Unterstützung - keine- waren, dafür Menschen, die ich weniger gut kannte.
    Manchmal ist es leichter gerade bei einem nicht-so -nahen Menschen zu reden oder zu sein- aus zig Gründen.

    Aus dieser Erfahrung heraus, sehe ich mein "ich bin für dich da" ganz unproblematisch- vor allem, da ich ihr überlasse, ob sie Kontakt möchte oder nicht.

    Aber schon spannend zu sehen, wie unterschiedlich empfunden wird. Und es ist auch schön zu lesen, wie jeder dazu denkt.

  10. User Info Menu

    AW: Wie verhalten, wenn jemand verstorben ist?

    Zitat Zitat von kenzia Beitrag anzeigen
    Ich finde die Unsicherheit ganz schlimm und würde so gerne helfen.
    Diese Unsicherheit musst du aushalten. Die hat nur was mit dir zu tun.

    Wenn sich diese Bekannte bisher nicht bei dir gemeldet hat, dann will sie es auch nicht.
    Akzeptiere das bitte.
    Nach manchem Gespräch mit einem Menschen hat man das Verlangen, einen Hund zu streicheln,
    einem Affen zuzunicken und vor einem Elefanten den Hut zu ziehen.

    (Maxim Gorki)

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