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  1. User Info Menu

    AW: Wie verhalten, wenn jemand verstorben ist?

    Meine Erfahrung ist, dass Offenheit immer das beste ist. Daher würde auch ich ihr kurz schreiben, dass Du an sie denkst und gerne für sie da sein magst, wenn sie ein offenes Ohr und Beistand möchte, dass Du aber unsicher bist und nicht aufdringlich erscheinen willst. Damit hast Du ihr die Hand gereicht und ihr signalisiert, dass sie sich nicht allein gelassen fühlen muss, aber Du überlässt ihr, inwieweit sie derzeit Kontakt ertragen kann.
    Manche Menschen leben so vorsichtig, die sterben wie neu.


    "In Deinem Alter..."
    "Ich bin nicht in meinem Alter!"


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    AW: Wie verhalten, wenn jemand verstorben ist?

    Ich danke euch für eure Gedanken.
    Und es spiegelt genau meine Zerrissenheit wieder.

    Ursprünglich hätte ich nach der Karte- in der ich mein "ich bin für dich da"- geschrieben hatte. gar nicht weiter darüber nachgedacht.
    Ich hatte es angeboten und dann soll sich der andere melden, wenn er mag.

    Erst durch das Lesen hier und den Aussagen, kommt die Frage auf, ob man sich (ich mich) immer wieder mal melden sollte?
    Das es offenbar für den Betroffenen schwer sein kann, sich zu melden- trotz Angebot.
    Vielleicht kann genau dazu jemand was aus seinen Erfahrungen erzählen?

    lg kenzia

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    AW: Wie verhalten, wenn jemand verstorben ist?

    Ich glaube, das kann Dir nur die Freundin selbst beantworten, ob sie das möchte, da es individuell sehr unterschiedlich ist. Deshalb würde ich ihr klar signalisieren, dass Du für sie da sein willst, auch wenn Du länger nichts von ihr hören solltest. Und dann würde ich sie erst mal in Ruhe lassen.

    Ich habe beruflich sehr oft mit Menschen zu tun, die gerade ihren Partner verloren haben. Sie rufen bei mir kurz nach dem Todesfall an, da ich für sie etwas organisiere, das mit der Beisetzung zu tun hat. Ich habe sehr, sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht, wie Menschen sich nach so einem Verlust fühlen. Manche sind still, manche weinen am Telefon, manche reden wie ein Wasserfall, manche lassen sich ihre Trauer überhaupt nicht anmerken.

    Deshalb finde ich es richtig, ein Signal zu senden, aber dem Trauernden dann selbst zu überlassen, was er damit macht. Wenn Du es gut formulierst, weiß sie, dass es kein Desinteresse ist, wenn Du Dich eine Weile nicht aktiv meldest, sondern Du ihr die Möglichkeit gibst, selbst zu entscheiden, wann sie Dich wiedersehen möchte.
    Manche Menschen leben so vorsichtig, die sterben wie neu.


    "In Deinem Alter..."
    "Ich bin nicht in meinem Alter!"


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    AW: Wie verhalten, wenn jemand verstorben ist?

    Zitat Zitat von kenzia Beitrag anzeigen
    Ich habe vor ca 1 Jahr eine Frau über ein gemeinsames Projekt kennengelernt. Ich fand sie von Anfang an sehr sympathisch und wir haben uns gut verstanden- ich hab sie mal zum Kaffee besucht und ein paarmal haben wir telefoniert.
    Wie das in einem Leben ist, hat jeder auch zu tun- also wurde das bis jetzt nicht allzu eng, ich mag sie aber sehr.
    Hallo Kenzia,

    du hast ihr in deiner Karte bereits angeboten für sie da zu sein, das Angebot hat sie bisher nicht angenommen. Ihr steht euch nicht besonders nahe, deshalb empfinde ich ein erneutes Angebot als deplatziert. Du kennst sie nicht gut genug, um eine Ahnung zu haben, was sie brauchen könnte oder wie das "Ich bin für dich da" aussehen könnte. Nicht jeder öffnet sich gerne entfernten Bekannten.

    Was du tun kannst, ist sie bei Gelegenheit zu fragen, ob sie Lust hat wieder einen Kaffee zusammen zu trinken. Nicht in der Haltung "Ich möchte ihr beistehen", sondern "sie ist nett, ich habe Lust sie mal wieder zu treffen". So überlässt du es ihr, ob sie im Moment Kontakt zu dir möchte, ob sie den Kontakt mit ihren privaten Gefühlen vertiefen will oder einfach nur mal raus möchte, um sich abzulenken und Normalität zu leben.

    Die Empfindungen im Krisenfall sind sehr unterschiedlich. Manche haben das Bedürfnis mit vielen Leuten darüber zu reden, es nach außen zu zeigen und fühlen sich mit dem Mitgefühl getröstet. Andere machen ihre existentiellen Gefühle mit sich und ganz wenigen nahe stehenden Leuten aus und wollen ungern als "die Arme, die gerade ihren Mann verloren hat" gesehen werden. Dazwischen liegt natürlich eine bunte Vielfalt an Gefühlen und Umgangsarten.

    Mich erinnert das an eine Szene in einem Film, in der die Nachbarschaft kondoliert und Essen gebracht hat, jedesmal mit dem Hinweis, dass sie die Frau sich melden soll, man sei für sie da. Die Frau hat das auch gemacht und ihre Nachbarn gebeten, ihr Auto zu waschen und den Rasen zu mähen. Sie muss wegen der Beerdigung so viel erledigen und fühlt sich so down, dass die Arbeiten wirklich eine Hilfe wären. Die Nachbarschaft hat sehr konsterniert reagiert und sich schnell verzogen...

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    AW: Wie verhalten, wenn jemand verstorben ist?

    Zitat Zitat von kenzia Beitrag anzeigen
    Ich danke euch für eure Gedanken.
    Und es spiegelt genau meine Zerrissenheit wieder.

    Ursprünglich hätte ich nach der Karte- in der ich mein "ich bin für dich da"- geschrieben hatte. gar nicht weiter darüber nachgedacht.
    Ich hatte es angeboten und dann soll sich der andere melden, wenn er mag.

    Erst durch das Lesen hier und den Aussagen, kommt die Frage auf, ob man sich (ich mich) immer wieder mal melden sollte?
    Das es offenbar für den Betroffenen schwer sein kann, sich zu melden- trotz Angebot.
    Vielleicht kann genau dazu jemand was aus seinen Erfahrungen erzählen?

    lg kenzia
    Ich hab ne Bekannte, wo auch der LG plötzlich verstarb. Ich hab mich per Whatsapp ab und an gemeldet, sie gefragt wie es ihr geht, ob sie was braucht. Aber ich hätte nicht nach Kaffeetrinken gehen gefragt oder so. Sie war auch krank geschrieben deswegen.
    Sie hat immer geantwortet, sich bedankt. So wusste sie, ich denke an sie und bin für sie da.
    So würde ich es Dir auch raten. Du wirst sehen wie sie reagiert und dann weisst Du, was in dem Punkt für Dich richtig ist.

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    AW: Wie verhalten, wenn jemand verstorben ist?

    kenzia, Du siehst an den Antworten hier, dass jeder eigene Vorstellungen hat, was in so einem Fall "richtig" ist.
    Vielleicht handhabst Du es einfach so, wie es sich für Dich gut anfühlt. Da Du das im Moment noch nicht weißt, lass Dir selbst Zeit. Und wenn Du irgendwann das Bedürfnis hast, Dich bei Deiner Bekannten zu melden, dann mach das.
    Manche Menschen leben so vorsichtig, die sterben wie neu.


    "In Deinem Alter..."
    "Ich bin nicht in meinem Alter!"


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    AW: Wie verhalten, wenn jemand verstorben ist?

    Zitat Zitat von kenzia Beitrag anzeigen
    Und- sie soll sich halt melden, wenn es für sie passt.
    Das ist nun eine Woche her.

    Ich finde die Unsicherheit ganz schlimm und würde so gerne helfen.
    Guten Morgen Kenzia,

    ich habe nochmal nachgelesen. Deine Karte mit dem Angebot ist erst eine Woche her und seitdem wartest du auf eine Antwort. Nach nur einer Woche findest du die Unsicherheit ganz schlimm, weil du so gerne helfen willst.

    Wenn du nach nur einer Woche die Unsicherheit kaum aushalten kannst, würde ich dir daher raten gar nichts zu machen. Kein Telefonat, keine Textnachricht, keine Reaktion, sondern dir erstmal klar werden, warum du so dringend eine Antwort brauchst und warum du so dringend dieser entfernt Bekannten helfen möchtest.

    Ich glaube, wenn du dahinter gekommen bist, was dich da gerade umtreibt, weißt du auch welche Reaktion oder eben Nichtreaktion angemessen wäre.

  8. Inaktiver User

    AW: Wie verhalten, wenn jemand verstorben ist?

    Ja, dem würde ich mich anschließen.
    Gerade mal eine Woche seit deiner Meldung ... da würde ich als Betroffene ein Nachfragen als sehr, sehr aufdringlich empfinden, zumal dann, wenn ich explizit zum Ausdruck gebracht habe, dass ich erst mal keine Äußerungen dazu lesen möchte, weil es mir zuviel würde.

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    AW: Wie verhalten, wenn jemand verstorben ist?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Nachfragen, ein Treffen auf einen Kaffee anbieten, wenn sie möchte.
    Fragen, wie es ihr geht.
    In einer WhattsApp Gruppe hätte ich mich auch so wie Deine Bekannte geäußert.
    Das empfinde ich auch so. In der WA Gruppe würde ich keine sozial wünschbaren Beileidswünsche von der Stange provozieren wollen, also besser nix. Aber von "näheren" Menschen würde ich mir schon wünschen, dass sie irgendwie dran bleiben und aktiv für mich da sein wollen.


    Zitat Zitat von kenzia Beitrag anzeigen
    Das es offenbar für den Betroffenen schwer sein kann, sich zu melden- trotz Angebot.
    Vielleicht kann genau dazu jemand was aus seinen Erfahrungen erzählen?
    Ein "meld dich wenn du was brauchst" ist schnell mal geschrieben. Man weiß nicht, wie ernst gemeint es tatsächlich ist, wie sehr man sich jemandem mit dem, was man brauchen könnte, dann tatsächlich zumuten darf. Es wäre für mich zu passiv um mir zu zeigen das tatsächlich der Wille und die Kraft da ist, da zu sein.

    Außer bei sehr engen Menschen, mit denen ich auch sonst im Alltag durchgehend verbunden bin, würde ich es nicht schaffen mich in sehr großer Trauer aktiv zu melden.

    Ich würde es brauchen, dass auf mich zugegangen wird. In dem Fall eine mitfühlende Nachfrage, ja auch der Vorschlag Kaffee zusammen zu trinken, klingt für mich gut. Verbunden mit den klaren Worten auch bei einer Absage nicht beleidigt zu sein und generell unsicher zu sein was man tun soll um unterstützend sein zu können.
    Aber nicht in einer WA Gruppe nachfragen sondern persönlich, als Einzelnachricht.
    Durchsage:

    "Achtung, es wurde eine herrenlose Damenhandtasche gefunden ..."

  10. User Info Menu

    AW: Wie verhalten, wenn jemand verstorben ist?

    Bei einem frischen Trauerfall finde ich eine Woche nicht kurz, ganz im Gegenteil. Eine Woche ist da eine Ewigkeit. Wer sich eine Woche nicht meldet und nachfragt, der kann es ganz lassen, würde ich mir denken, dem bin ich nicht wichtig mit meiner Situation.
    Durchsage:

    "Achtung, es wurde eine herrenlose Damenhandtasche gefunden ..."

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