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  1. Registriert seit
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    Trauer um meinen geliebten Peter

    Mein geliebter Ehemann, intimster bester Freund und Lebensinhalt hat am 24.07.19 die Diagnose Lungenkrebs erhalten, wurde innerhalb kürzester Zeit auch durch die Chemo immer schwächer. Es ging ihm von Woche zu Woche und später von Tag zu Tag immer schlechter und er wurde innerhalb kürzester Zeit zum Vollpflegefall. Er starb dann quasi in meinen Armen wie er das wollte und ohne Schmerzen am 13.10.19 für immer ein. Gelitten hatte er während der Krankheit wahrlich genug. Wir waren 17 Jahre ganz eng zusammen, wie Topf und Deckel. Wir hatten sogar 10 Jahre auch zusammen gelebt und zusammen gearbeitet, waren also in dieser Zeit 24 Std. am Tag zusammen und es war gut. Wir wurden sogar von anderen belächelt weil es uns nur im Doppelpack gab. 2012 schafften wir uns einen Berner Sennenhund an und von da an gab es uns mit unserem Hund und dann kam rings um erstmal nichts. Während Peters Krankheit mussten wir am 11.09.19 auch noch völlig unverhofft und plötzlich unseren treuen Gefährten einschläfern lassen,auch Krebs und nichts mehr zu machen.

    ... editiert ...
    Ich bin nur am Weinen. Er war doch erst 59 Jahre alt und unser sehnlichster Wunsch war doch gemeinsam alt zu werden. Wir hatten beide 2014 mit Rauchen aufgehört und ich habe während seiner Krankheit wieder angefangen weil es ja eh nichts gebracht hat. Nun rauche ich wie ein Schlot in der Hoffnung ein Herzinfarkt oder ähnliches bringt mich schnell zu ihm.

    Das schlimmste sind die Schuldgefühle die mich auffressen. Ich hatte zwar recht schnell für ihn Urlaub genommen und mich danach krank schreiben lassen um ganz für ihn da zu sein. Es war jedoch so schwer meinen großen starken Mann so zerfallen zu sehen und es ging alles so schnell bergab, dass es fast nicht auszuhalten war. Ich wollte ihn halt mit aller Kraft retten und habe dann schon mal gestritten wenn er nicht essen wollte damit er nicht an Mangelernährung stirbt.Oder ich habe ihn gezwungen obwohl er fast nicht konnte ins Bad zu laufen damit ich ihn waschen konnte und bin da auch öfters etwas härter geworden, dass er es tat. Aber ich hatte doch keine andere Möglichkeit. Mir fällt auch jeder Streit ein den ich mal wieder aus nichtigen Gründen in der Vergangenheit vom Zaun gebrochen hatte. Es tut mir so leid. Er war so ein liebevoller Mensch und hat mich immer aufgefangen. Ich weiß einfach nicht wie ich ohne ihn weiter machen soll. Ich habe eine Reha beantragt und hoffe, dass das über Weihnachten klappt. Weihnachten haben wir immer in ruhiger Zweisamkeit in der geschmückten Wohnung und mit ganz vielen Kerzen verbracht und haben es geliebt. Unser Motto wenn was nicht gut lief war imer "aber wir haben ja uns"

    Jetzt gibt es nur noch die weinende Sandra ohne Peter.
    Geändert von BRIGITTE Community-Team (20.11.2019 um 15:26 Uhr) Grund: Einen Absatz auf Wunsch gelöscht

  2. Avatar von Kleinfeld
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    AW: Trauer um meinen geliebten Peter

    Mein allerherzlichstes Beileid

    Trösten kann man in dieser Situation nicht wirklich. Selbst deinem Wunsch ihm zu folgen, kann
    ich verstehen.
    Ich wünsche dir ganz viel Kraft und Stärke. Und Lebensmut.
    Klar wäre ich gerne die, die vor dem Frühstück Yoga macht oder joggt.
    Ich bin aber die, die halb bewußtlos Kaffee macht und atmet.


  3. Registriert seit
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    AW: Trauer um meinen geliebten Peter

    Danke für die guten Wünsche

  4. Avatar von Roundabout
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    AW: Trauer um meinen geliebten Peter

    Auch von mir mein herzlichstes Beileid.

    Ich denke nicht, dass du dir über vergangenes Verhalten Vorwürfe machen musst, es war in dieser Situation so, man kann es nicht mehr ändern. Durch deine Pflege und das Begleiten bis zum Ende hast du deinem geliebten Partner so viel gegeben, da brauchst du nicht zweifeln.
    Und das hat er ganz sicher auch gespürt.

    Vielleicht könnte es dir helfen, dich einer Trauergruppe anzuschließen oder einen anderen seelsorgerischen Stelle? Familie und Freund stehen einem bei, aber oft ist ein Blick von außen und professionelle Unterstützung sehr hilfreich.
    Das Leben geht weiter, wenn auch anders, und wenn man es auch nicht glauben will. Ich habe selbst dieses Jahr meine Oma, meinen Vater und ein geliebtes Tier verloren und musste auch damit leben, dass es weitergehen muss. Wahrscheinlich ist dieser Gedanke jetzt noch ganz fremd und unfassbar für dich, das kann ich gut verstehen.
    Ich hoffe, du bist nicht allein mit deiner Trauer
    Wenn ich nur darf, wenn ich soll, aber nie kann, wenn ich will, dann mag ich auch nicht, wenn ich muss. Wenn ich aber darf, wenn ich will, dann mag ich auch, wenn ich soll, und dann kann ich auch, wenn ich muss. Denn die können sollen, müssen wollen dürfen.

    "Es gibt zwei Wege aus der Dunkelheit. Entweder Du machst Licht, da wo Du bist, oder Du gehst in die Sonne."


  5. Registriert seit
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    AW: Trauer um meinen geliebten Peter

    Danke für die lieben Worte. Ich hoffe, dass mir in der Reha geholfen wird sonst weiß ich nicht mehr weiter. Es schmerzt so furchtbar


  6. Registriert seit
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    5.252

    AW: Trauer um meinen geliebten Peter

    Mein Mitgefühl.

    Trost kann ich dir keinen bieten, aber meine besten Wünsche und viel Kraft für dich auf deinem Weg.
    Cave: Beiträge können ggf. marginale Rückstände von Ironie und Sarkasmus aufweisen.
    Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie das Posting oder fressen Sie die Verfasserin.

  7. Avatar von PhoeNixa
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    AW: Trauer um meinen geliebten Peter

    Das ist wirklich ein schreckliches Jahr für dich, du hast meine tiefe Anteilnahme.

    Einen Trost kann ich dir nicht bieten, dich höchstens ermutigen, dein schlechtes Gewissen so schnell wie möglich zu beruhigen. Es ist verständlich, dass es dich umtreibt, aber absolut verquer.
    Versuche bitte stattdessen,dich an all die schönen Momente zu erinnern, die ihr auch in den letzten Monaten noch zusammen hattet, an all das, was du für ihn getan hast. An die Liebe, Nähe und Fürsorge, die er gespürt hat, auch wenn du ihn gelegentlich zu Notwendigem (Waschen) drängen musstest.
    Und bitte schreib hier weiter.
    Auch Umwege erweitern unseren Horizont


  8. Registriert seit
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    319

    AW: Trauer um meinen geliebten Peter

    Liebe AusmitLeben,

    was könnte man Dir schreiben, dass Dich ein wenig stützt. Es ist furchtbar, den Menschen, der einem am nächsten ist/war zu verlieren. Das Leben scheint ungerecht und grausam, dazu noch der Verlust Eures Hundes. Ihr ward sozusagen eine 3er-WG - und Du bleibst nun übrig.

    Mit dem Leben zu hadern, am liebsten folgen zu wollen, dass alles ist Ausdruck akuter Trauer. Du darfst Dir die Gedanken einräumen, am liebsten hinterher gehen, was soll das alles nun noch ?

    Wir alle - ohne Ausnahme - erleiden Verluste, es ist ein elementares Erleben, dem Tod zu begegnen, mit dem wir am liebsten nie konfrontiert sein wollen.

    Trauer verläuft in verschiedenen Phasen, es schmerzt sehr - und wird irgendwann in kleinen Schritten besser. Für Dich liegt das erst einmal in weiter Ferne. Wie nun diesen Berg, der da vor einem liegt, bewältigen ?

    Dir Unterstützung zu holen ist sicher ein guter Schritt. Du kannst jetzt alles an Zuspruch gebrauchen. Trauer muss fließen, sonst stagniert sie und verfestigt sich. Es gibt gute Literatur, die Reha wird Dich stützen. Lass es fließen - und schade Dir nicht, sei gut zu Dir.

    Denke bitte daran, Du fühlst Dich vielleicht allein, aber Du bist es nicht. Trauer ist überall.

    Alles Liebe und viel Kraft


  9. Registriert seit
    02.08.2015
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    AW: Trauer um meinen geliebten Peter

    Liebe Sandra,
    auch ich möchte dir mein Mitgefühl aussprechen.
    Es ist ganz furchtbar, was euch / Dir widerfahren. Hoffentlich findest du in deiner Reha neuen Lebensmut, dein Leben ist immer noch lebenswert.
    Und versuche, dir keine Vorwürfe zu machen, die sind überhaupt nicht angebracht. Auch du bist „nur“ ein Mensch und nicht allzeit perfekt.


  10. Registriert seit
    16.11.2019
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    16

    AW: Trauer um meinen geliebten Peter

    Danke

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