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  1. Registriert seit
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    AW: Mein großer Sohn ist gestorben

    Liebe bifi ! Kann nicht sagen das ich tapfer bin irgendwie stehe ich das Tag für Tag durch, innerlich bin ich zerbrochen und kann nichts dagegen tun bräuchte die Einstellung von Koiandaa sie ist hier die Starke . Aber vielleicht macht es bei mir auch mal klick . Morgen ist mal wieder bisschen Ablenkung da machen wir Adventsessen mit der ganzen Familie . Da sind wir über 20 Personen und fahren in eine Gaststätte , machen wir jedes Jahr . Heute hab ich bei mir schön geschmückt und meine Handgeschnitzten großen Schwippbögen aufgestellt , sieht sehr schön aus . Die zwei anderen hab ich meinen Kinder geschenkt , denke bei ihnen haben viele was davon . Jetzt schau ich mir das Weihnachtsfest der 1000 Lichter an und muß ständig heulen , die schönen Weihnachtslieder und mein Kind ist nicht mehr da . Mir kommt es vor als ob er ständig durch meinen Körper schwirrt . Kingt bescheuert ist aber so und kann einfach nichts dagegen tun . Wünsche dir einen schönen 1 Advent guß Resi

  2. Avatar von bifi
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    AW: Mein großer Sohn ist gestorben

    Klingt gar nicht bescheuert, und ist dann wohl so.
    Schick ihn mit Liebe nach oben ins Licht. Auch für ihn wäre es eine Erleichterung.

    einen schönen Advent wünsche ich Dir.

    bifi
    "Schau lange und genau auf die Dinge, die dich erfreuen - zumindest länger als auf die Dinge, die dich ärgern."
    Sinonie - Gabriele Colette


    Denken und Sein werden vom Widerspruch bestimmt
    Aristoteles - Griechischer Philosoph


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    AW: Mein großer Sohn ist gestorben

    Liebe Resi und Bifi und alle anderen...

    Resi du hast geschrieben, dass es dir nach meinem Geschriebenen schlecht ging und dein Tag gelaufen war, das wollte ich nicht und es tut mir leid, dass das bei dir wieder soviel aufgewühlt hat.
    Das Verhalten deines Mannes damals - das ist so unfassbar. Hat er denn seinen Sohn so gar nicht geliebt, ich kann es nicht nachvollziehen. Du hast aber auch geschrieben, dass dein Mann ein Alkoholproblem hatte, vielleicht ging da auch schon vieles mit seinen Gefühlen verloren. Wie hat denn deine Tochter reagiert? Hat sie dir ein bisschen beigestanden? Wie ging es denn deiner Tochter damit?
    Weisst du Resi, später würde man immer vieles anders machen, aber das hilft nicht weiter, man kann nur jetzt etwas ändern und sich an die Lebenden halten. Du hast deinen Enkel, eine Tochter.

    Ich bin übrigens gar nicht tapfer, ich versuch nur es auszublenden. Ich hab das so meine Schubladen im Kopf. Ich stell es mir zumindest so vor....und da gibt es Schubladen da pack ich alles ganz traurige hinein und schliess sie - soweit es geht - zu.

    Psychologen nennen es wahrscheinlich Verdrängung und finden es nicht gut, aber ich könnte es anders nicht aushalten.

    Ich wünsch dir und euch allen trotzdem einen schönen Advent.

    Liebe Grüße Koriandaa

  4. Avatar von bifi
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    AW: Mein großer Sohn ist gestorben

    Doch, auch Psychologen arbeiten so. Vor "Jahrzehnten" sollte ich in einer Gesprächstherapie schlimme Erlebnisse in eine Schachtel packen. Also in dem Bewusstsein, dass ich die Schachtel jederzeit öffnen kann, wenn ich will, so lange die Schachtel zu ist, werde ich nicht von ihrem Inhalt gehindert im Hier und Jetzt überwiegend glücklich zu leben.
    bifi
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  5. Registriert seit
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    AW: Mein großer Sohn ist gestorben

    Liebe Koreandaa , brauch dir nicht Leidzutun das es mir schlecht ging aber das klang für mich beim lesen so real mir ging es gleich durch und durch , aber ist ja gut das du das so realistisch schreiben konntest . Jetzt weiß man genau um was es geht . Meine Tochter war total geschockt als er so gesprochen hat und sagte zu mir nie im Leben bekommt er Sachen von ihm und wenn sie von ihm spricht sagt sie immer der Alte . Uns gegenüber War er schon immer so Gefühllos, hatte auch nie Mitleid wenn die Kinder mal krank waren oder so . Bei fremden Leuten oder Nachbarn War er ganz anders . Wenn seine Hasen mal krank waren zeigte er viel Mitgefühl . Ich denke mir das er eine gespaltene Persönlichkeit hatte , wahrscheinlich hat der Alkohol vieles in seinem Kopf zerstört . Bei ihm war das so eine Hassliebe zu mir . Wenn ich da war konnte er mich nicht ertragen und hat mir vieles Possenhaftes angetan aber wenn ich mal längere Erledigungen hatte musste ich Rechenschaft ablegen wo ich so lange war . Habe aber jedes Jahr schön Blumen zum Hochzeitstag bekommen , da dachte ich mir immer hä was soll das jetzt ? Und meine 3 Kinder haben das natürlich alle zu spüren bekommen , ist ja klar . Hätte ihn auch nicht verlassen können denn im Suff hat er angedroht was dann passieren wird und bin mir sicher das er das auch gemacht hätte . Irgendwie hatte ich keine andere Wahl als bei ihm zu bleiben . Jetzt bereue ich das aber aufs tiefste , aber leider zu spät . Nun muß ich mit der Schuld leben . So jetzt mache ich mal Schluss kann nicht mehr tippen , der Finger tut schon weh . Wünsche dir einen schönen Abend . Gruß Resi


  6. Registriert seit
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    AW: Mein großer Sohn ist gestorben

    Zitat Zitat von bifi Beitrag anzeigen
    Doch, auch Psychologen arbeiten so. Vor "Jahrzehnten" sollte ich in einer Gesprächstherapie schlimme Erlebnisse in eine Schachtel packen. Also in dem Bewusstsein, dass ich die Schachtel jederzeit öffnen kann, wenn ich will, so lange die Schachtel zu ist, werde ich nicht von ihrem Inhalt gehindert im Hier und Jetzt überwiegend glücklich zu leben.
    bifi
    Guten Morgen liebe Bifi,

    dann mach ich das wohl instinktiv richtig. Ich war kurz nach dem Tod meines Sohnes zweimal bei einer Trauertherapeutin. Beim ersten Mal war es noch ganz frisch und ich hab fast nur geweint. Beim zweiten Mal - ich glaub es war 6 Wochen später - ging es mir besser. Sie meinte dazu aber nur, ich würde verdrängen und ich soll mich jeden Tag mindestens 2 x bewusst hinsetzen und trauern. Ich fand diesen Rat nicht gut und nach dem Gespräch ging es mir viel schlechter. Ich gehe da auch nicht mehr hin, es bringt mir nichts. Da komme ich mit meinen Schubladen besser zurecht. Sie gehen eh von ganz alleine manchmal auf. So auch gestern, ich hab Plätzchen gebacken, es war eine der Lieblingssorten von meinem Tobi, da musste ich plötzlich so weinen, es tut mir so leid, dass ich sie mehr für ihn backen kann.

    Darf ich dich fragen warum du damals eine Therapie gemacht hast? Was hast du schlimmes erlebt? Du musst natürlich keinesfalls darauf antworten.

    Liebe Grüße
    Koriandaa


  7. Registriert seit
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    AW: Mein großer Sohn ist gestorben

    Guten Morgen liebe Resi,

    du hast schon mal davon erzählt dass dein Mann diese zwei Gesichter hatte. Du schreibst von einer Schuld mit der du leben musst. Du hast da keine Schuld, es war damals zu schwierig für dich sich zu trennen. Ich kann das gut nachvollziehen. Man sagt das immer so leicht: "Trenn dich doch ". Die Umstände sind aber oft so, dass es sehr schwierig ist. Belaste dich nicht mit dieser Schuld. Dein Mann war wahrscheinlich total krank, dafür kannst du aber nichts. Ich kann auch deine Tochter gut verstehen wenn sie sagt " der Alte" . Du schreibst von drei Kindern, wie ging denn das andere Kind damit um?
    Mein Ex-Mann - das war auch ein schwieriger Fall, ein bisschen ähnelt es deiner Geschichte und ich hab lange gebraucht bis ich mich von ihm getrennt habe. Er hatte so eine ganz arrogante Art und ich hab mich von ihm lange "klein" machen lassen. Er war mir verbal sehr überlegen und hat jede Diskussion quasi im Keim erstickt und ich fühlte mich oft so machtlos ihm gegenüber. Das ist jetzt aber vorbei und ich komme sehr gut alleine zurecht. Davor hat er mir aber immer zu verstehen gegeben " ohne mich wärst du doch vollkommen hilflos", ich bin doch hier der "Macher". Der "Macher" lebt jetzt allerdings wieder bei seiner alten Mutter, weil er alleine gar nicht zurecht kommen würde.

    Resi freu dich über deinen Enkel und versuch dich jeden Tag über noch so jedes kleine Positive zu stärken.

    Ganz liebe Grüße an dich und natürlich alle anderen die mitlesen:)

    Koriandaa

  8. Avatar von bifi
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    AW: Mein großer Sohn ist gestorben

    Zitat Zitat von Koriandaa Beitrag anzeigen

    Darf ich dich fragen warum du damals eine Therapie gemacht hast? Was hast du schlimmes erlebt? Du musst natürlich keinesfalls darauf antworten.

    Liebe Grüße
    Koriandaa
    @Koriandaa
    Ein schwerer Autounfall, den meine Mutter verursacht hat. Sie fuhr, mein Vater saß auf dem Beifahrersitz, mein Mann und ich hinten auf den Rücksitzen, unser jüngster Sohn 4 Jahre alt, saß dazwischen.
    Ich und mein Mann waren schwer verletzt, meine Mutter leicht, mein Sohn und mein Vater hatten nichts.
    "In die Schachtel packen" ist eine Methode aus der Verhaltenstherapie bei Traumata.
    Den Sohn tot vorfinden ist auch ein Trauma, woraus leicht eine PtB entstehen kann. Lass Dir doch helfen! Das wäre eine Stärke, anzunehmen, dass es gefährlich sein könnte "alles mit sich alleine abzumachen",

    bifi
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    AW: Mein großer Sohn ist gestorben

    Guten Morgen Bifi,

    so einen schweren Unfall zu erleben ist bestimmt schrecklich und ich kann mir gut vorstellen, dass man da lange damit zu kämpfen hat.
    Ich finde es übrigens total lieb, dass du dir Gedanken machst. Du schreibst es wäre Stärke wenn ich mir helfen lassen würde. Wie sollte sollte diese Hilfe denn aussehen? Auch der beste Therapeut kann mir diesen Schmerz nicht abnehmen. Was sollte er mit denn raten ?
    Für mich ist es eine große Hilfe mit seinen Brüdern, seiner Freundin und seinen besten Freunden darüber zu reden. Sie kannten ihn!
    Ich sehe bei mir auch keine Anzeichen für eine PTBS (abgesehen von Schlafstörungen - aber die hatte ich davor auch schon, nur nicht so ausgeprägt). Es ist noch nicht mal 5 Monate her und dass es da immer wieder Situationen gibt, in denen ich zu weinen anfange, halte ich für normal.
    Ich kann mich trotz allem Schmerz aber noch über einige Dinge freuen. Gestern z.B. hatte ich so einen schönen Tag mit meinem "kleinen Sohn". Wir haben zusammen Weihnachtseinkäufe gemacht, das hat uns beiden gut getan.
    Ich bin eher ein positiver Typ - vor dreißig Jahren ist mein Papa bei einem Autounfall gestorben. Ich hab das vorher oft geträumt und nach den Träumen mit ihm darüber geredet. Ich hab danach immer gesagt: Jetzt hab ich schon wieder geträumt, dass du bei einem Unfall stirbst, ich würde es nicht aushalten und dann auch nicht mehr leben wollen" . Mein Papa hat darauf gesagt: " Ja Kind bist du denn verrückt, wenn ich sterbe darfst du kurz traurig sein, aber dann geht das Leben für dich weiter, sterben ist genauso normal wie geboren werden. Wenn du da so lange traurig bist, kann ich nicht in Ruhe tot sein".
    Dieser Satz hilft mir heute noch, mein Vater war ein ganz einfacher Mensch und doch oft so klug.

    Ganz liebe Grüße und Danke nochmal dass du dir Gedanken machst:)
    Koriandaa

  10. Avatar von bifi
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    AW: Mein großer Sohn ist gestorben

    @Koriandaa
    Bestimmt hast Du recht, bzw. weißt Du selbst was Du brauchst.
    Therapie und "Schmerz wegnehmen", "Rat geben", ist natürlich Quatsch, ich denke Du weißt schon, dass es um andere Inhalte geht.
    Einen schönen Tag wünsche ich Dir. Ich hänge im.Moment leider hier fest mit einem Lumbago.
    bifi
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