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  1. Registriert seit
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    AW: Mein großer Sohn ist gestorben

    Hallo Monkele , wenn ich auf den Pfeil rechts drücke kommt das Feld für mich zum antworten und das mit dem scrollen finden ich auch nicht .

  2. Avatar von Monkele
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    AW: Mein großer Sohn ist gestorben

    Unsere Aufmerksamkeit für die kleinen Dinge des Lebens
    ist eine unerschöpfliche Quelle des Glücks.

    Claude Monet

  3. Avatar von Monkele
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    AW: Mein großer Sohn ist gestorben

    Ach, und in dem Feld siehst du auch die 'Mobile Ansicht', wenn du darauf gehst, kannst du ganz unten die Desktopversion auswählen (die ich deutlich angenehmer finde).
    Unsere Aufmerksamkeit für die kleinen Dinge des Lebens
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  4. Registriert seit
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    AW: Mein großer Sohn ist gestorben

    Oh Gott ist das Peinlich ich sehe nicht ein mal ein Feld .


  5. Registriert seit
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    AW: Mein großer Sohn ist gestorben

    Hallo liebe Resi ,

    ich nehme mal an, dass du es nicht geschafft hast die PN zu lesen, ich schreibe über einen Laptob und ich kann von daher nur sagen du musst auf Benachrichtigung gehen. Mit den anderen Sachen kenne ich mich nicht aus, tut mir leid.

    Da mir inzwischen auch manches egal ist, kopier ich dir die Nachricht, die ich dir damals geschrieben habe, du wolltest ja wissen woran mein Sohn gestorben ist...

    Liebe Resi,

    du hast ja gefragt woran mein Sohn gestorben ist - er hat ein Fentanylpflaster aufgelöst und es sich gespritzt. Er hat in Aachen unter anderem Heroin genommen, erst geraucht und später auch gespritzt. Das alles hab ich aber erst nach seinem Tod erfahren, ich hatte überhaupt keine Ahnung von den Drogen. Er hat ja trotz allem weiter studiert, nebenbei gearbeitet. Noch in Aachen ging er dann zur Suchthilfe und hat an einem Methadon Programm teilgenommen. Er ging dort jeden Tag zum Arzt und hat dort sein Methadon bekommen. Das wird dann schrittweise reduziert bis man eben wieder clean ist. Ich hab in seinem Geldbeutel die Adresse des Drogenarztes gefunden und lange mit ihm telefoniert. Er hat gesagt wenn er von einem gedacht hätte das er es schafft wäre es mein Sohn gewesen. Er war ein Musterpatient. Kurz vor Ostern war er hier auf Urlaub und am Abreisetag fing er auf einmal an furchtbar zu weinen und hat zu mir gesagt er würde alles dafür geben wenn er nicht mehr nach Aachen müsste und hier bleiben könnte. Er hat gesagt ,dass er das Studium nicht schafft und ihm alles zu viel wird, auch seine Freundin die Krebs hat. Er hatte so ein schlechtes Gewissen mir gegenüber weil ich ihn die ganze Zeit während der 6 Jahre in Aachen natürlich finanziell unterstützt hab. Ich hab in beruhigt und hab gesagt : Tobi alles kein Problem, ist nur Geld, brich das Studium ab und komm einfach wieder nach Hause. Dann suchst du dir für September einen Ausbildungsplatz und in der Zwischenzeit irgendeinen Job. Er war dann sehr erleichtert und kam Mitte Mai wieder heim. Er hat sogar für September in einer tollen Firma eine Ausbildungsstelle gefunden - da hat er auch schon gearbeitet (als Hilfsarbeiter), den Ausbildungsvertrag hat er fünf Tage vor seinem Tod unterschrieben. Es lief alles super, dachte ich zumindest. Warum er sich dann dieses Pflaster besorgt hat - keine Ahnung. Das bleibt ein Rätsel - er wusste nämlich auch genau wie gefährlich das ist. Viele Heroinsüchtige nehmen dieses Pflaster als Ersatz weil es billiger ist, man kann es aber kaum dosieren und es ist immer ein Spiel mit dem Tod. Ich denke mir er hat das mit dem Methadon zu früh abgebrochen, er hätte hier auch noch einen Drogenarzt gebraucht, hätten wir alles gehabt, hätte ich davon gewusst, wäre ich anders mit ihm umgegangen. Der Arzt hat zu mir auch gesagt der Rückfall kommt oft wenn es den Patienten wieder sehr gut geht, da werden sie leichtsinnig. Heroin ist hier bei uns viel schwieriger zu bekommen als in Aachen, auch ist es eine Kostenfrage. Von daher ist er wohl auf das gefährliche Pflaster ausgewichen. Als ich an diesem Mittwoch um halb sieben an seinem Zimmer vorbeiging hab ich mich gewundert dass die Tür zu ist, normalerweise fuhr er schon um 6. 00 Uhr los, ich dachte oh je er hat verschlafen. Ich bin dann ins Zimmer rein und sah in zunächst nicht, er war nicht im Bett, er hing dann so komisch kopfüber zwischen Bett und Wand eingeklemmt. Ich bin dann hingerannt und hab sofort gesehen - er ist tot. Das Gesicht war ganz blau und er war schon ganz kalt, nur die Brust war noch ein bisschen warm. Ich wollte schreien hab aber keinen Ton rausgebracht. Dann hab ich den Notarzt angerufen, irgendjemand musste ich ja anrufen.
    Es war der schlimmste Tag meines Lebens und ich hab mir eine Weile Vorwürfe gemacht dass ich nicht aufmerksam genug gewesen war weil ich das mit den Drogen nicht bemerkt hab. Aber er sah nicht aus wie ein Drogenabhängiger und auch seine Brüder hatten keine Ahnung.
    Ich denke mir jetzt jeder Mensch hat seinen Weg, er hat diesen gewählt und ich akzeptiere es und hab damit Frieden geschlossen.
    Ich wollte das nicht im Forum schreiben weil es zu persönlich ist und es kann ja jeder mitlesen - auch die , die nicht registriert sind.

    Eine frühere Bekannte von mir hat ihren Sohn auch durch Selbstmord verloren, das war letztes Jahr im Oktober. Er hieß Marius und unsere Kinder kannten sich vom Kindergarten und der Grundschule. Marius war wohl so ein bisschen wie dein Sohn, er war auch psychisch krank und am Ende hat es keiner verhindern können. Die Gräber der beiden Jungs liegen gar nicht weit auseinander, ich geh sie immer beide besuchen und beide bekommen eine Kerze und vielleicht sind sie jetzt zusammen, wer weiß?

    Ich wünsch dir ganz fest, dass du Frieden findest und wieder einen Sinn im Leben. Es hat auch weiterhin Sinn, sonst wärst du nicht mehr da!

    Ich grüß dich ganz lieb und ich möchte dir Hoffnung schicken.









    Das war die Nachricht damals. Nun zu dir, du schreibst du hast Arthrose, ich vermute mal Hüfte oder sind es die Knie? Künstliche Hüftgelenke sind da ein wahrer Segen und die OP ist inzwischen fast ein Routine-Eingriff. Ein bisschen muss ich deiner Mutter recht geben, man muss nach vorne schauen und auch an sich selber denken. Ich versteh dich aber wirklich, es tut so schrecklich weh, ich weiß das. Du hattest ja Putzstellen - vielleicht kannst du eine andere Arbeit finden, etwas in Richtung Altenbetreung? Da wärst du körperlich nicht gefordert aber es würde dir vielleicht doch wieder Sinn im Leben geben. Mich macht dein Schicksal so betroffen und ich wünschte mir ich könnte dir helfen.

    Für heute lass ich es mal gut sein, schreib wieder wenn du magst.

    Ganz liebe Grüße
    Koriandaa

  6. Avatar von bifi
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    AW: Mein großer Sohn ist gestorben

    Liebe Koriandaa, es tut mir so leid für Dich und Deinen Sohn. Sehr traurig diese Geschichte.
    Und ja, es war sein Weg, die Seele entscheidet sich, wie und wann sie geht, ich glaube ganz fest daran.

    bifi
    "Schau lange und genau auf die Dinge, die dich erfreuen - zumindest länger als auf die Dinge, die dich ärgern."
    Sinonie - Gabriele Colette


    Denken und Sein werden vom Widerspruch bestimmt
    Aristoteles - Griechischer Philosoph


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    AW: Mein großer Sohn ist gestorben

    Guten Morgen liebe Bifi,

    vielen Dank für deine Anteilnahme. Ja, es ist traurig und manchmal immer noch nicht zu fassen. Aber wie gesagt - es war sein Weg, wahrscheinlich alles schon lange vorher bestimmt. Ich denke es mir so und dadurch kann ich damit leben. Es tut oft sehr weh und der Schmerz ist schlimm aber er hat jetzt hoffentlich seinen Frieden gefunden, er hat nicht mehr die Last mit den Drogen und mit dem Schauspielen. Ich denke viele Hinterbliebene denken zu sehr an sich und nicht wirklich an den Verstorbenen. Den Toten geht es jetzt besser und das sollten wir ihnen doch gönnen, oder ? Ich versuch mich auf die Lebenden zu konzentrieren und schauen wo ich vielleicht jemanden helfen kann und Dinge zu tun, die meinem Leben Sinn geben.
    Mir fällt es oft schwer mich schriftlich richtig auszudrücken, aber vielleicht ist es trotzdem ein bisschen verständlich.

    Liebe Grüße
    Koriandaa

  8. Avatar von bifi
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    AW: Mein großer Sohn ist gestorben

    Ich verstehe Dich gut. Woher kommen die Zweifel an der Fähigkeit sich auszudrücken? Fiel mir am Anfang schon auf. Ist definitiv sehr gut.
    Toll ist, dass Du Dich bemühst an die Lebenden zu denken, schaffen viele nicht.

    bifi
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  9. Registriert seit
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    AW: Mein großer Sohn ist gestorben

    Guten Abend Koriandaa , weiß gar nicht wie ich anfangen soll , als ich dein geschriebenes gelesen hatte ging es mir richtig schlecht und mein Tag war irgendwie gelaufen , ich konnte mich sofort in deine damalige Lage versetzen ,der Moment als du ihn gesehen hast und wußte das er Tot ist . Das ist wie ein gewaltiger Schlag der durch den Körper schießt und man fühlt sich total leer , eigentlich kann man das gar nicht so beschreiben wie furchtbar es wirklich war . Ich wußte vor Schreck auch nicht gleich wie man schreit kam auch kein Ton raus . Dann brach es aber aus mir heraus und ich schrie mir die Seele aus dem Leib , hab auch schon davon getäumt und bin schreiend und schweißgebadet aufgewacht . Oh Gott ich hoffe das ich soetwas nie wieder erleben muß , daß wäre dann mein Ende . Villeicht hat dein Sohn unabsichtlich das Zeug zu viel gespritzt und wußte garnicht das es tötlich sein kann , aber das bekommt man nun auch nicht mehr raus . Alles so schlimm . Bei mir war ja dann auch die Kripo da und so . Die Sanitäter wollten mir gleich eine Spritze geben aber das wollte ich nicht . Hab erst mal meinen Mann abholen lassen , er kam dann gleich auf die Pallietivstation wo er zu vor auch schon Tageweise war . Hab ihn dann auch öfters besucht , gehört sich ja so , nicht einmal hat er gefragt wie es mir so geht , was los war mit dem Sohn oder über das Begräbnis gesprochen , hat immer nur erzählt was er so den ganzen Tag für Behandlungen hat und das das Essen gut schmeckt das alle ganz nett sind , also alles toll . Der Sohn ist weg und gut . Zu meine Tochter sagte er nur das er die schönen Jacke vom Sohn gleich nehmen könnte er bräuchte sie ja nicht mehr und die anderen Sachen könnte ich ja nach Rumänien geben und das einem Tag nach seinem Tod . Hab ihn auch nicht einmal weinen sehen . Eigentlich hat er sich gar nicht verdient das ich ihn bis zum Tod ohne ein böses Wort gepflegt habe , wollte eben kein schlechtes Gewissen haben . Aber es war schon alles ein Wahnsinn . Bin nicht einmal an seinem Geburtstag auf den Friedhof gegangen nur am TOTENSONNTAG WAR ich habe aber null was empfunden , habe nur gedacht als ich dort stand warum hab ich mir von dir mein Leben so kaputtmachen lassen , selber Schuld . Wenn nur mein Sohn noch da wäre . Würde heute vieles anders machen und vorallem nichts mehr gefallen lassen und immer kuschen . So liebe Koreandaa jetzt mach ich mal Schluss für heute hab wieder mal zu viel gejammert aber tat mir gut . Hoffe das es nicht zu sehr nervt . Grüße dich ganz lieb und wünsche dir und allen anderen einen schönen ersten Advent auch wenn bei vielen die hier lesen ein geliebter Mensch fehlen wird . Gruß Resi

  10. Avatar von bifi
    Registriert seit
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    AW: Mein großer Sohn ist gestorben

    Liebe Resi,
    ich bin so berührt, und mir fehlen die Worte, aber ich lese hier zuverlässig mit. Ihr seid so tapfer.
    bifi

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