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  1. Avatar von Rockfan
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    AW: Keine Beileidsäußerungen

    Liebe Caramac, mein herzliches Beileid!
    Ich habe im Februar meinen hochverehrten Papa verloren und nun gar keine Eltern mehr. Ich trug über mehrere Wochen schwarze Kleidung - mir war sehr danach und hat mein Umfeld auf meinen fragilen Zustand hingewiesen. Ich fand es gut.

  2. Moderation
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    AW: Keine Beileidsäußerungen

    Die Leute sind komplett überfordert, wenn der Tod ins Leben tritt. Sie wissen nicht, was sie sagen sollen. Eine Formel erscheint so hohl und unangemessen (Nein! Ist sie nicht! Die ist dafür *da*, daß man was sagen kann, wenn man nicht weiß, was man sagen soll!), einen Gedanken hat man nicht. Also sagt man nichts. Oder einen Mist.

    Man weiß meist nicht, wie wichtig einem ein "Herzliches Beileid" oder "das tut mir so leid" sein kann, bis man es hört.
    Manchmal kann man die Leute da abholen, wo sie sind. Oder ihnen einen Wegweiser hinstellen. "Das wollte ich jetzt gerade nicht hören."

    Und nach dieser Vorrede fällt es mir schwer, etwas zu sagen, was nicht originell ist, aber offensichtlich: Es tut mir so leid für dich!
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **


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    AW: Keine Beileidsäußerungen

    Ich danke euch allen für eure lieben Worte.
    Mir ist gestern Abend noch etwas aufgefallen (nachdem ich mit einer Freundin verabredet war, die ebenfalls kein Beileid ausgedrückt hat): Bei vielen schwingt die eigene Angst mit. Immer wieder wird betont, wie fit doch die eigenen Eltern noch sind. Aber ich führe ihnen vor Augen, dass auch ihnen der Verlust droht. Und das macht "sprachlos"

  4. Avatar von huppsi
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    AW: Keine Beileidsäußerungen

    Liebe Caramac: ich habe in den letzten 4 jahren erst den vater und dann dieses jahr meine Mutter verloren und habe es ähnlich erlebt. Die meisten leute sagen lieber gar nichts, vernutlich aus Unsicherheit oder Angst, das Falsche zu sagen. Auch bei meiner Mutter war es "besser so" wegen schwerer Krankheit, aber sowas sagt man doch nicht! Selbst meiner Schwiegermutter habe ich mein Beileid ausgesprochen, als ihre Mutter nach fast 20 Jahren Demenzerkrankung starb und alle wirklich erleichtert waren. Ein Verlust ist es trotzdem immer. Ich freue mich über jeden, der wenigstens ein "herzliches beileid" über die Lippen bekommt, aber das sind nicht allzu viele. Allerdings fand ich die Flut der Beileidskarten beeindruckend und tröstlich. Vermutlich fällt es vielen Leuten leichter, sich schriftlich auszudrücken. Ich für mich selber habe gelernt, bei jedem Bekannten oder auch Kollegen ein paar Worte zu sagen, und sei es nur "Es tut mir leid!". Ich empfinde das als ein Zeichen von Respekt und Menschlichkeit


  5. Registriert seit
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    AW: Keine Beileidsäußerungen

    Erst mal auch von mir herzliches Beileid!

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Man weiß meist nicht, wie wichtig einem ein "Herzliches Beileid" oder "das tut mir so leid" sein kann, bis man es hört.
    Manchmal kann man die Leute da abholen, wo sie sind. Oder ihnen einen Wegweiser hinstellen. "Das wollte ich jetzt gerade nicht hören."

    Und nach dieser Vorrede fällt es mir schwer, etwas zu sagen, was nicht originell ist, aber offensichtlich: Es tut mir so leid für dich!
    Aber wie kommt man überhaupt darauf, irgendwie "originell" sein zu müssen? Und "oh, das tut mir so leid" kann doch wirklich jeder über die Lippen bringen, auch wenn man bei sich denkt, dass die Verstorbene jetzt erlöst ist.

    Ich bin ja eher ein Mensch, der sagt, was er denkt, aber dieses Bedürfnis, immer und überall, ungeachtet der Situation, die eigene Meinung rauszuhauen, hat (in Deutschland) wirklich in unerträglichem Maße zugenommen.
    Man muss auch mal wissen, wann man lieber eine nette Floskel ausspricht und ansonsten die Klappe hält.


  6. Registriert seit
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    AW: Keine Beileidsäußerungen

    Zitat Zitat von Caramac Beitrag anzeigen
    Bei vielen schwingt die eigene Angst mit. Immer wieder wird betont, wie fit doch die eigenen Eltern noch sind. Aber ich führe ihnen vor Augen, dass auch ihnen der Verlust droht. Und das macht "sprachlos"
    Ja, da könnte was dran sein. Jemand schrieb es hier ja schon, der Tod ist ein Tabu, an das viele lieber nicht rühren wollen.

  7. Avatar von Paraplumeau
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    AW: Keine Beileidsäußerungen

    Zitat Zitat von huppsi Beitrag anzeigen
    Ich für mich selber habe gelernt, bei jedem Bekannten oder auch Kollegen ein paar Worte zu sagen, und sei es nur "Es tut mir leid!". Ich empfinde das als ein Zeichen von Respekt und Menschlichkeit
    Ich schließe mich hier an. Über den Tod eines nahen Menschen einfach im Gespräch so hinwegzugehen, indem man sich nach dem anstehenden Urlaub erkundigt, finde ich unglaublich unsensibel.

    Ich werde doch wohl noch so viel Haltung am Leibe haben, dass ich kondoliere, ein anteilnehmendes Gesicht mache (ich muss normalerweise kichern, wenn ich von einem Tod höre, das geht natürlich nicht) und nicht im nächsten Satz etwas total Blödes und Banales fallen lasse...
    Wenn ich anderer Leute Innerstes sehen wollte, wäre ich Gerichtsmedizinerin geworden.

  8. Avatar von Paraplumeau
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    AW: Keine Beileidsäußerungen

    Zitat Zitat von carassia Beitrag anzeigen
    Ja, da könnte was dran sein. Jemand schrieb es hier ja schon, der Tod ist ein Tabu, an das viele lieber nicht rühren wollen.
    Ja, aber es gibt Konventionen des menschlichen Zusammenlebens, die genau in diesen Situationen greifen sollten.
    Wenn ich anderer Leute Innerstes sehen wollte, wäre ich Gerichtsmedizinerin geworden.


  9. Registriert seit
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    AW: Keine Beileidsäußerungen

    Die Sache mit den Konventionen scheint aber zurzeit immer mehr auszuhöhlen.

  10. Moderation Avatar von Marie-Madeleine
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    AW: Keine Beileidsäußerungen

    Caramac, es tut mir leid, das zu hören

    Viele Konventionen finde ich blöd und hohl und vermisse es nicht, dass man sie nicht mehr pflegt, und ich habe durchaus Verständnis dafür, dass in solche Situationen auch mal eine ungeschickte Formulierung vorkommt, weil man nicht so recht weiß, wie man's rüberbringen soll und mit der Sache gerade überfordert ist (vielleicht gerade, WEIL man unbedingt die richtigen Worte finden will und doch weiß, dass es keine gibt). Aber dass Freunde nicht mal ein "Mein Beileid" oder "das tut mir sehr leid für dich, wie geht es dir" über die Lippen bringen, ist schon ein dicker Hund

    Auch Bewertungen wie "es war sicher besser für sie" finde ich aus dem Mund von Außenstehenden unangebracht. Denn weh tut es doch immer, wenn ein Elternteil stirbt, auch wenn er/sie schon alt und womöglich krank und gebrechlich war.

    Und trotz alledem bin ich auch dafür, das ggf. offensiv anzugehen und zu sagen, was einem gerade guttut oder auch nicht. Das kann auch hilfreich für die "Gegenseite" sein.
    May you be surrounded by friends and family,
    and if this is not your lot, may the blessings find you in your solitude.

    Leonard Cohen


    Entweder man lebt, oder man ist konsequent.
    Erich Kästner

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