+ Antworten
Seite 4 von 9 ErsteErste ... 23456 ... LetzteLetzte
Ergebnis 31 bis 40 von 84
  1. Avatar von Brausepaul
    Registriert seit
    01.09.2010
    Beiträge
    10.639

    AW: Gibt es keine Trauerzeit mehr?

    Zitat Zitat von _vorbei Beitrag anzeigen
    Das mag sein. Aber dass Großeltern oder Eltern mit Ü80 sich dem Tod nähern ist für mich eben etwas mit dem ich bewußt umgehe.

    Auch wenn der Verlust schmerzt, man kann sich damit befassen, anders als wenn jemand wirklich mitten aus dem Leben gerissen wird und eigentlich noch viel Lebenszeit hätte haben können. Das find ich schon deutlich tragischer als wenn jemand in hohem Alter stirbt.
    Natürlich kann (und sollte) man sich damit befassen, aber deswegen ist es nicht weniger schmerzhaft. Davon abgesehen sterben Eltern oder Großeltern nicht unbedingt in hohem Alter.
    Mein Vater war nicht deutlich älter als ich jetzt, als er verstarb.

    Ich denke jeder hat das Recht so lange und so tief zu trauern, wie er/sie es emotional empfindet.
    Alter oder Verwandschaftsgrad des Verstorbenen hat damit nichts zu tun.
    Ob du denkst, du kannst es, oder du kannst es nicht.
    Du wirst auf jeden Fall recht behalten.

    - Henry Ford -


  2. Registriert seit
    28.03.2018
    Beiträge
    3.077

    AW: Gibt es keine Trauerzeit mehr?

    Zitat Zitat von Brausepaul Beitrag anzeigen
    Ich denke jeder hat das Recht so lange und so tief zu trauern, wie er/sie es emotional empfindet.
    Von mir aus.

    Aber im Job hat das für mich Grenzen. Würde in meinem Umfeld jeder intensivst Eltern und Großeltern betrauern kämen wir nicht mehr zum Arbeiten.

    Für sich allein kann das natürlich jeder halten wie es ihm entspricht, aber sobald das andere mittragen sollen finde ich schon, dass man eine gewisse Relation finden sollte.

    Was ich beim Verlust eines Kindes niemals so formulieren würde.


  3. Registriert seit
    23.09.2010
    Beiträge
    2.407

    AW: Gibt es keine Trauerzeit mehr?

    Das Akzeptanz des Todes ändert doch aber nichts an dem Gefühl der Trauer, des Empfindens eines Verlusts. Auch wenn der Tod als Erlösung empfunden wird, weil vielleicht damit ein Leidenprozess zu Ende geht, oder als zeitgerecht, weil der Mensch einfach schon sehr alt war, empfindet man Trauer.
    Der eigentliche Verlust wird erst mit dem tatsächlichen Todesfall fühlbar, auch wenn man sich mit dem Tod eines Menschen schon vorher auseinandergesetzt hat.

    Vorfreude verringert ja auch nicht die Freude an einem schönen Ereignis, wenn es dann real wird.

    Bei einem plötzlichen, gänzlich unerwarteten Tod kommen wahrscheinlich noch andere Gefühle zur Trauer hinzu, die die Trauerverarbeitung zusätzlich erschweren.

  4. Avatar von Brausepaul
    Registriert seit
    01.09.2010
    Beiträge
    10.639

    AW: Gibt es keine Trauerzeit mehr?

    Zitat Zitat von _vorbei Beitrag anzeigen
    Von mir aus.

    Aber im Job hat das für mich Grenzen. Würde in meinem Umfeld jeder intensivst Eltern und Großeltern betrauern kämen wir nicht mehr zum Arbeiten.

    Für sich allein kann das natürlich jeder halten wie es ihm entspricht, aber sobald das andere mittragen sollen finde ich schon, dass man eine gewisse Relation finden sollte.
    Was heißt mittragen, etwas Rücksicht würde ja schon reichen. Laute Musik oder irgendwelche Kalauer zum besten geben ist einfach kaltherzig. Ich erinnere mich bestens wie es mir damals ging, ich bin die erste Zeit rumgelaufen wie ein Zombie. Manche Dinge sollte man vielleicht erst beurteilen, wenn man selbst in dieser Situation ist.
    Ob du denkst, du kannst es, oder du kannst es nicht.
    Du wirst auf jeden Fall recht behalten.

    - Henry Ford -


  5. Registriert seit
    23.09.2010
    Beiträge
    2.407

    AW: Gibt es keine Trauerzeit mehr?

    Zitat Zitat von _vorbei Beitrag anzeigen
    Aber im Job hat das für mich Grenzen. Würde in meinem Umfeld jeder intensivst Eltern und Großeltern betrauern kämen wir nicht mehr zum Arbeiten.
    Das sehe ich deutlich anders. Wir sind Menschen und keine Maschinen. Trauer hält nun auch nicht grundsätzlich vom Arbeiten ab, jedenfalls nicht mehr als z. B. akute Verliebtheit.


  6. Registriert seit
    28.03.2018
    Beiträge
    3.077

    AW: Gibt es keine Trauerzeit mehr?

    Zitat Zitat von Brausepaul Beitrag anzeigen
    Was heißt mittragen, etwas Rücksicht würde ja schon reichen.
    Nein, nicht immer.

    Wenn jemand wochenlang nicht da ist - wer macht dann die Arbeit mit?

    (Womit ich jetzt ausdrücklich! nicht die TE meine).

    Ich spreche auch durchaus aus eigener Erfahrung, auch wenn ich es ein bisschen anstrengend finde, dass einem das gern mal abgesprochen wird - sowohl was den Verlust als auch das Mittragen sollen angeht.

  7. Avatar von Brausepaul
    Registriert seit
    01.09.2010
    Beiträge
    10.639

    AW: Gibt es keine Trauerzeit mehr?

    Zitat Zitat von _vorbei Beitrag anzeigen

    Wenn jemand wochenlang nicht da ist - wer macht dann die Arbeit mit?
    Ganz ehrlich ... in so einer Situation ist mir das scheixxegal.
    Es gibt wichtigeres als den blöden Job.
    Da geht es mir mehr darum meine Leute zusammenzuhalten und zu tun was zu tun ist.
    Ob du denkst, du kannst es, oder du kannst es nicht.
    Du wirst auf jeden Fall recht behalten.

    - Henry Ford -


  8. Registriert seit
    23.09.2010
    Beiträge
    2.407

    AW: Gibt es keine Trauerzeit mehr?

    Wenn jemand wochenlang nicht da ist, dann hat er entweder Urlaub genommen oder er ist arbeitsunfähig.
    Das ist doch einfach normales Risiko als Arbeitnehmer/in, oder?

    Der Umgang mit Trauernden am Arbeitsplatz ist für mich als Kollegin der herausforderndere Teil. Oder war es vielleicht, ich habe damit mittlerweile altersbedingt recht viel Erfahrung.

  9. Avatar von Hair
    Registriert seit
    31.12.2014
    Beiträge
    2.700

    AW: Gibt es keine Trauerzeit mehr?

    Zitat Zitat von _vorbei Beitrag anzeigen
    Nein, nicht immer.

    Wenn jemand wochenlang nicht da ist - wer macht dann die Arbeit mit?

    (Womit ich jetzt ausdrücklich! nicht die TE meine).
    .
    Selbstverständlich machen die Kollegen die Arbeit mit. Ist ja wohl klar. Ebenso wie im Krankheitsfall. Das hat hat niemand anders zu entscheiden als die Betroffene selbst mit ihrem Arzt.

    Oder würdest Du es angemessen finden, wenn zb der Sachbearbeiter vor dem Kunden in Tränen ausbricht, weil er noch total angeschlagen ist?

    Liebe TE. mein Beileid.

    Meine Mutter ist auch vor ein paar Wochen erst gestorben. Die letzte Lebensphase war aber so aufreibend, anstrengend für alle und so schrecklich, dass der Tod tatsächlich eine Erlösung war. (Jedenfalls für mich, auch wenn sich das jetzt total kaltherzig anhört.)

    Ich hatte eine lange Trauerphase befürchtet, bei meinem Vater war das so, vor 14 Jahren. Da war ich lange krankgeschrieben.

    Deshalb war ich erstaunt und auch erleichtert, dass diesmal die Trauer ganz anders war. Mehr nach innen, privater.

    Da ich aber weiß, dass es auch ganz anders sein kann, hätte ich vollstes Verständnis, wenn Du Dich nochmals krankschreiben läßt und evtl auch eine Reha machst, wie eine Vorschreiberin.

    Nur mit viel Zeit und auch Zuwendung, kannst Du alles verarbeiten.

  10. Avatar von Brombeerkatze1
    Registriert seit
    28.07.2005
    Beiträge
    4.712

    AW: Gibt es keine Trauerzeit mehr?

    Das aber kann ich nicht ertragen,
    Daß so wie sonst die Sonne lacht,
    Daß wie in deinen Lebenstagen
    Die Uhren gehen, Glocken schlagen,
    Einförmig wechseln Tag und Nacht


    ......

    Theodor Storm

    Mein Beileid!
    Der Tod eines nahen Menschen ist so existenziell erschütternd - ich finde es unmeschlich zu erwarten man funktioniere nach 14 Tagen wieder wie gewohnt.....
    Ich finde die Idee eine Kur zu machen gut - wäre das etwas für dich?

+ Antworten
Seite 4 von 9 ErsteErste ... 23456 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •