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  1. Avatar von Lady_Emelia
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    "Im Kreise seiner Familie sanft entschlafen..."

    Guten Abend liebe Community,

    ich habe gestern diesen Satz in der Todesmeldung für Niki Lauda gelesen und auch gelegentlich in der Vergangenheit.

    Nun weiß ich ja aus dem Geschichtsunterricht und aus einigen Erzählungen meiner Mutter, dass es in früheren Zeiten der Großfamilie allgemein so üblich war, dass sich die ganze Familie am Sterbebett versammelte.

    Wenn ich dagegen "heutige" Berichte lese, bleiben ein oder zwei Angehörige beim Sterbenden, der oft "geht", wenn sich diejenigen eine kurze Pause nehmen. So kenne ich es auch aus der Erfahrung mit meiner Großmutter (Rosenkranzgebet meiner Mutter) und meinem Vater (er allerdings auf der Palliativstation im Beisein einer Krankenschwester).

    Ich würde gern wissen, ob jemand von Euch eine Sterbesituation "im Kreise der Familie" selbst miterlebt hat, wie die Umstände waren und wie es Euch damit gegangen ist.

    Ein herzliches Danke für alle Antworten, Ihr erweitert meinen Horizont.

    Viele Grüße, Lady Emelia

  2. Moderation
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    AW: "Im Kreise seiner Familie sanft entschlafen..."

    Meine beiden Großmütter sind in Gesellschaft gestorben, beide in hohem Alter. Es war nicht die ganze Familie da, aber jeweils zwei Personen. Sterben dauert seine Zeit.

    Bei der einen Oma rief vorher das Heim an, dass es nun zuende ginge. Bei der anderen hatten wir uns schon im Jahr davor so ab gewechselt, dass immer jemand da war.

    Ich hab seither schon öfter gehört, dass viele Menschen sterben, wenn gerade niemand da ist - aber ich finde die Vorstellung schön, dass meine Omas nicht alleine waren.
    Always be a little kinder than necessary. – James M. Barrie

    Moderation in den Foren "Rund um den Job", "Rund ums Eigenheim", "Fehlgeburt" und "Wissenschaft und Umweltschutz"


  3. Registriert seit
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    AW: "Im Kreise seiner Familie sanft entschlafen..."

    Doch, das gibt es auch heute noch. Mein Vater ist im Kreis der Familie zu Hause gestorben und zwar waren alle 4 Kinder anwesend, sowie teilweise die Schwiegerkinder. Außerdem komnten sich 6 von 8 Enkeln noch verabschieden. Er ist auch noch bis Abends zu Hause geblieben und wurde erst dann vom Bestatter abgeholt, sodaß wir uns auch über den ganzen Tag nochmals von ihm verabschieden konnten.


  4. Registriert seit
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    AW: "Im Kreise seiner Familie sanft entschlafen..."

    Mein Vater ist auch zu Hause gestorben und war nicht allein.

    Ich denke, bei manchen geht es nun mal nicht anders, weil der Tod überraschend oder zeitlich unabsehbar kommt.

    Dort, wo es geht, bleibt genug Zeit, dass alle zusammenkommen und sich um ihren Menschen versammeln.

    Bei uns ist es auch recht häufig, dass "Schichten" gefahren werden und immer abwechselnd jemand beim Sterbenden dableibt, der dann mitunter noch die anderen zusammenrufen kann.

    Ich finde das auch sehr schön.

  5. Avatar von Shirin
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    AW: "Im Kreise seiner Familie sanft entschlafen..."

    Meine liebe Mutter ist gerade vor 4 Wochen von uns gegangen. Sie lebte bei meiner Schwester am Niederrhein, etwa 270 km von mir und meiner anderen Schwester entfernt. Wir Schwestern hatten noch die Gelegenheit uns in Liebe von unserer Mutter zu verabschieden, zum Zeitpunkt, als sie starb telefonierte ich gerade mit meiner Schwester, bei der sie lebte. Ich habe es auch schon öfter gehört, dass die Sterbenden sich den Zeitpunkt so legen, in dem sie sich nicht beachtet fühlen. So war es in unserem Falle auch, denn meine Schwester und ich telefonierten in diesem Moment. obgleich meine Schwester im gleichen Raum war, Aber unsere Mutter ist friedlich eingeschlafen, was für uns Hinterbliebenen eine Beruhigung war.
    "Man kan nicht in die Zukunft schauen, aber man kann den Grund für etwas Zukünftiges legen - denn Zukunft kann man bauen."
    Antoine de Saint-Ecupéry


  6. Registriert seit
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    AW: "Im Kreise seiner Familie sanft entschlafen..."

    Meine Eltern sind beide im Krankenhaus gestorben, meine Mutter an einer Krebserkrankung, mein Vater an einem Herzleiden.

    Meine Mutter ist gestorben, als ich kurz das Krankenzimmer verlassen hatte, weil ich mir einen Tee holen wollte. Es waren in dem Moment aber zwei Krankenschwestern anwesend. Meine Mutter war in den Stunden vor ihrem Tod leider sehr unruhig, hat sich hin- und hergeworfen. Sie war aber nicht mehr wirklich bei Bewusstsein. Und ich hoffe, dass sie ihr Ringen mit dem Tod nicht bewusst erlebt hat bzw. keine Schmerzen dabei gehabt hat.

    Mein Vater ist gestorben, als ich bei ihm war. Er ist letztlich friedlich eingeschlafen, würde ich sagen. Allerdings ist diese Rasselatmung, die zum Schluss einsetzt, nicht unbedingt leicht auszuhalten. Aber das gehört zum Sterbeprozess dazu, und die Betroffenen scheinen darunter nicht zu leiden.

    In beiden Fällen hatte ich die Möglichkeit, anschließend noch rd. vier Stunden beim verstorbenen Elternteil zu bleiben und Abschied zu nehmen.


  7. Registriert seit
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    AW: "Im Kreise seiner Familie sanft entschlafen..."

    Meine Mutter ist im Krankenhaus gestorben - im Kreise der Familie. Auf mich hatte sie gewartet, sie tat noch wenige Atemzüge nachdem ich bei ihr war. Wir standen im ihr Bett und hielten uns im Arm.

    Mein Vater war allerdings nicht dabei, er war kurz heim gefahren. Aber auch das hat sie so gewollt, da bin ich mir sicher. Er hätte das Sterben nicht ertragen.

    Ich fand es friedlich. Sie war geborgen und behütet. Sie war erlöst.
    Liebe Grüße ... von der Nase ...

  8. Inaktiver User

    AW: "Im Kreise seiner Familie sanft entschlafen..."

    Meine Mutter starb im Schlaf im Ehebett.

    Eine Oma hat im Krankenhaus gewartet, bis sie ihre Ruhe hatte und ist allein gestorben, typisch für sie- die wichtigen Dinge hat sie zeitlebens allein durchgezogen.
    Mein Opa war länger moribund, lag im Krankenhaus und hat gewartet bis alle noch mal da waren. Als er im verwirrten Zustand mich als seine verstorbene Tochter "erkannt" hatte, konnte er endlich gehen. Sein Sohn und ich waren als engste Verwandte bei ihm.

    Meine Schwiegermutter starb im Kreis ihrer Kinder, Schwiegervater hatte immer ein bis zwei Kinder/Enkel in Schichten da und starb in Anwesenheit eines Sohnes.

    Mein Freund starb im Hospiz im Arm seiner Mutter. Bevor er ins Hospiz gegangen ist, hat er nochmal Audienz gehalten und aktiv Freunde und Angehörige zum Abschied ein bestellt.

    In meinem Umfeld sterben die meisten in familiärem Umfeld.


  9. Registriert seit
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    AW: "Im Kreise seiner Familie sanft entschlafen..."

    Meine Mutter ist im Krankenhaus in Anwesenheit meines Vaters verstorben. Sie war allerdings schon den Tag vorher nicht mehr ansprechbar.
    Ich war auf dem Weg ins Krankenhaus, wie jeden Tag um diese Uhrzeit.
    Ich denke, dass war auch das was sie wünschte - diesen Moment mit meinem Vater und ohne ihre Kinder.


  10. Registriert seit
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    786

    AW: "Im Kreise seiner Familie sanft entschlafen..."

    Mein Opa starb kurz nachdem ich nachhause gefahren bin. Als ich noch an seinem Bett saß, fragte er mich: ich sterbe wohl, oder?" Ich wusste nicht, was ich am besten sagen sollte (ich war sehr jung) und sagte "ja, Ich glaube schon". Nicht ganz 12 Stunden später war er im Schlaf gestorben.

    Meine Stiefmutter, die mir sehr nahe war, starb an Krebs. Ich hatte schon den Eindruck, dass sie gewartet hat, bis sie ihre Ruhe hatte. Sie war mit wichtigen Dingen gerne allein und hatte es in ihrer letzten Lebensphase ein bisschen schwer mit dem vielen Besuch. Gannalleine war sie nicht. Mein Vater, also ihr Mann und ihre Schwester schliefen im Hospiz.

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