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  1. Registriert seit
    26.12.2016
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    AW: "Im Kreise seiner Familie sanft entschlafen..."

    Mein Vater ist vor 2 Wochen zuhause gestorben, wie er es sich gewünscht hat.

    Meine Mutter war ständig da , wir Schwestern haben uns in den Tagen zuvor mal gemeinsam, mal im Wechsel Tag und Nacht im Elternhaus aufgehalten.

    Die Phase war für alle sehr schwer, weil mein Vater sehr unruhig war wenn er aus seinen Schlafphasen mal kurz wieder "anwesend" war.

    Die letzten Tage als er nichts mehr alleine konnte, haben wir uns Hilfe von einem speziellen Palliativ Pflegedienst geholt. Ein Segen, weil wir ihn z.B. so angenehmer vor allem für ihn umbetten konnten.

    Wir hatten Papa auch im Vorfeld im Palliativnetzwerk angemeldet, es kam als er noch klar war, eine Psychologin mit der er über seine Ängste sprechen konnte und mit der auch meine Mutter ein gutes hiflreiches Gespräch führen konnte.

    Man fühlt sich nicht so alleine mit Entscheidungen und Medikationen. Sehr zu empfehlen.
    Trotzdem waren wir mit der Situation ich möchte nicht sagen überfordert, aber an unsere Grenzen gekommen, wir hatten es uns schwer aber nicht so schwer vorgestellt (wenn man überhaupt annähernd eine hatte, was das "Aushalten" angeht). Ich denke, weil er sich doch schwer getan mit dem" loslassen" und die Sterbephase über 1 Woche ging.

    Letzlich waren wir Schwestern und meine Mutte alle dabei, als er dann doch friedlich seine letzten Atemzüge gemacht hat und es war emotional einfach unbeschreiblich und in aller Traurigkeit auch schön.
    Geändert von Mitmirnicht (22.05.2019 um 22:18 Uhr)

  2. Inaktiver User

    AW: "Im Kreise seiner Familie sanft entschlafen..."

    Die Tode meines Opas und meines Freundes, der noch sehr jung war, hab ich am besten verarbeitet, weil ich mich richtig verabschieden durfte.

  3. Avatar von Spadina
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    AW: "Im Kreise seiner Familie sanft entschlafen..."

    Meine Mutter verstarb in einem Pflegeheim.

    Die letzten 2 Nächte war man so freundlich, dass man ein Bett für mich dazu schob. Mutter war nicht mehr ansprechbar.
    Ich konnte so ihre Hand halten. Aber letztendlich schliefen wir beide, ich vor Erschöpfung und sie für immer ein. Die Nachtschwester machte ihre Runde und bemerkte, dass Mutter nicht mehr atmete. Sie war wohl gerade erst hinübergegangen...
    Mein Himmel bleibt magisch, wie meine Träume, meine Bilder, mein Leben....
    Ich bin die, die ich bin.


  4. Registriert seit
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    AW: "Im Kreise seiner Familie sanft entschlafen..."

    Als meine Mutter starb, hatten wir die Möglichkeit die letzten 2 Tage rund um die Uhr bei ihr im Krankenhaus zu sein - auch nachts. Sie war also schon viele Stunden vorher nie allein, sondern es war immer jemand bei ihr. Das hat mich sehr getröstet.

    Allerdings muss ich auch sagen, dass ich sehr deutlich merkte, wie sie sich - langsam, schon Tage vorher, auch als sie noch ansprechbar und bei klarem Verstand war- auf den Weg machte. So war sie zwar nicht allein - aber der Sterbeprozess war auch nicht so, dass wir ständig ihre Hand hielten oder sie ansprachen oder so. Im Gegenteil. ich spürte deutlich, dass sie die Ruhe brauchte, um gehen zu können. Ich habe ihr mal leise ihre Lieblingsmusik vorgespielt - oder auch mal so was gesagt wie "wir kümmern uns um Papa" … aber in den letzten Stunden kam es mir so vor, als wolle sie nicht gestört werden … sie brauchte die Ruhe zum gehen.


    Dass wir da waren, war natürlich trotzdem gut - so konnten wir das möglichste tun, sie noch mal richtig hinlegen, die Schwestern rufen für eine Schmerzspritze oder ähnliches. Dass es ihr da gut ging und sie gut versorgt war - das ist für mich rückblickend sehr tröstlich - auch natürlich, dass das Sterben für sie kein Kampf, sondern wirklich eine Erlösung war. Wenn man nicht dabei ist, dann weiß man ja nicht, wie es demjenigen bei den letzten Atemzügen geht. Das ist zwar manchmal so - wenn jemand plötzlich stirbt und ich bin auch davon überzeugt, dass der Sterbende sich den Moment auch selbst aussucht irgendwie … aber wenn man dabei ist, dann ist das schon irgendwie beruhigend.


    So traurig es war, dass meine Mutter ging - aber es war für sie wirklich eine Erlösung. Sie war schon lange krank und meine große Angst, wie es sein wird wurde dann doch nicht bestätigt. Es war irgendwie … friedlich, tröstlich … auch, trotz aller Traurigkeit, schön. Wer so sterben kann, der kann glücklich sein.
    Liebe Grüße ... von der Nase ...

  5. Avatar von fledervieh
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    AW: "Im Kreise seiner Familie sanft entschlafen..."

    Die eine Oma starb früh morgens im Krankenhaus - alleine.
    Mein Opa ebenfalls. Gleiches KH, gleiche Station. Schicksal?

    Die andere Oma durfte zu Hause einschlafen, meine Mutter, die sie die Monate vorher noch gepflegt hat, war dabei.

    Meine Ex-Schwiegermutter starb ebenfalls, als sie alleine war, im Hospiz.
    In der Nacht saß bereits eine Betreuerin vom Hospiz an ihrem Bett und als diese zur Schichtübergabe das Zimmer verließ, hörte ihr Herz auf zu schlagen.

    Selbst begleitet habe ich vor wenigen Wochen den kleinen Sohn meiner besten Freundin mit ihr und ihrem Mann zusammen, allerdings waren das andere Umstände.
    "Kacktusse."
    - "Das heißt 'Kakteen'."
    "Ne, ne. Ich mein schon dich."

  6. Avatar von Judy666
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    AW: "Im Kreise seiner Familie sanft entschlafen..."

    Mein Vater war vor seinem Krebstod einige Tage auf der Palliativstation. Am Wochenende waren meine Großeltern da, seine Schwester kam, mein Mann und ich waren zu Besuch (meine Mutter und meine Schwester selbstverständlich auch).

    Gestorben ist er dann am Sonntag Nacht, nachdem die Pflegerin meine Mutter quasi nach Hause geschickt hatte.

    Auch bei ihm war es wie von vielen von euch berichtet: er hat gewartet, bis alle nochmal da waren - aber sterben wollte er alleine. Auch wenn er krank war (erkältet o.ä.) wollte er seine Ruhe haben.
    Kein Mensch kann in der Wüste leben und davon unberührt bleiben.
    Er wird fortan, wenn auch vielleicht kaum merklich, den Stempel der Wüste tragen.
    (Wilfried Thesiger)

  7. Avatar von ereS
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    AW: "Im Kreise seiner Familie sanft entschlafen..."

    meine 3. schwiegermutter war in den letzten stunden im kkhs nicht alleine ihre enkel und ich waren dort
    ihr sohn durfte sie zu diesem zeitpunkt aus gesundheitlichen gruenden nicht besuchen, sonst waere er auch dabei gewesen
    sie ist dann kurz nachdem wir alle weg waren alleine friedlich eingeschlafen
    sie hat am morgen noch gefruehstueckt
    ich war kaum zuhause und dann kam der anruf
    oft ist es so das sterbende nicht loslassen koennen, wenn noch angehoerige da sind, das habe ich schon oft gehoert
    das auge der moderatoren ist ueberall...

  8. Moderation Avatar von Marie-Madeleine
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    AW: "Im Kreise seiner Familie sanft entschlafen..."

    Zitat Zitat von ereS Beitrag anzeigen
    oft ist es so das sterbende nicht loslassen koennen, wenn noch angehoerige da sind, das habe ich schon oft gehoert
    Als mein Stiefvater starb, waren meine Mutter und ich dabei. Er hat sich stundenlang mit schwerer Atmung geplagt, bis meine Mutter irgendwann sagte "Du darfst gehen". Von diesem Moment an wurde er ruhiger und konnte wenige Minuten später mit einem Lächeln gehen.
    May you be surrounded by friends and family,
    and if this is not your lot, may the blessings find you in your solitude.

    Leonard Cohen


    Entweder man lebt, oder man ist konsequent.
    Erich Kästner

  9. Avatar von Timipu
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    AW: "Im Kreise seiner Familie sanft entschlafen..."

    Meine Ur-Großmutter rief, als sie mit 94 merkte, dass es zu Ende ging, ihre sieben Töchter zu sich. Sie sagte zu jeder noch etwas Persönliches und verabschiedete sich mit den Worten: "Jesus ist Sieger." Und schlief ein.
    Das fand sogar der anwesende Pfarrer außergewöhnlich.
    It will be fine in the end - if it's not fine, it's not the end!


  10. Registriert seit
    31.10.2018
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    131

    AW: "Im Kreise seiner Familie sanft entschlafen..."

    Ich habe das erlebt bei meinem Großvater. Meine Mutter und ich waren bei ihm als er eingeschlafen ist. Es war friedlich, aber auch hart, denn meine Mutter erinnerte mich daran, dass man stark sein soll für den sterbenden Menschen, um ihn nicht unnötig zu belasten. Mein Opa hat ganz kurz vor seinem Übergang nochmal fest meine Hand gedrückt.

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