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  1. Registriert seit
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    Tipps? Riesige Angst vor Omas (88) Tod

    Liebe Brigittinnen;-)

    mein ganzes Leben schon habe ich (37) eine sehr, sehr enge Beziehung zu meiner Großmutter (88) und bin sehr dankbar über die vielen schönen Jahre, die wir bereits hatten. Sie wohnt 800km von mir entfernt und ich bemühe mich so gut ich kann um guten und regelmäßigen Kontakt per Telefon, Skype, Briefe und Postsendungen, Blumenboten - auch gelegentlichen Überraschungsbesuchen;-) Oma genießt meine intensive Aufmerksamkeit sehr (besonders, wenn das ganze Dorf es mitbekommt:-) und auch ihre anderen vier Ur-/Enkel bereichern ihr Leben sehr. Sie ist eine extrem willensstarke, gläubige, eitle und gesellige Dame und möchte auf keinen Fall "ihre lieben Enkelchen" zurücklassen und "in die kalte Kiste" steigen.

    In den letzten Jahren nehmen ihre Altersgebrechen und Schmerzen jedoch zu (Bluthochdruck, Rücken-, Beinschmerzen, zunehmende Vergesslichkeit, Fahrigkeit...) und ich mache mir große Sorgen, ob sie ihre anvisierten 100 Jahre wirklich schafft...

    Zumal sie ihre (Blutdruck-)Tabletten eher nach Gefühl als Anweisung nimmt, wegen hochgradiger Eitelkeit brillenlos durch das Haus voller Stolperfallen tapert (schließlich kennt sie sich da ja aus) und sich sehr in negative Gedankenspiralen hereinsteigert... Oma hat das große Glück, dass ihre Tochter sie bestens im Alltag unterstützt und sie sich mit Herzensthemen wie Dorfklatsch und ihren Hunden beschäftigen kann.

    Dennoch: Die Ungewissheit, nicht zu wissen, wie lange ich sie noch habe und dass es faktisch täglich zu Ende gehen könnte, zermürbt mich... Gerade nach Besuchen halte ich den Abschied kaum aus und auch abends weine ich mich öfter in den Schlaf...

    Normalerweise bin ich ein Typ, der sich die Sorgen erst macht, wenn die Probleme eintreffen. Gleichzeitig sagt mir eine Freundin, dass die Auseinandersetzung mit dem Thema gut ist, da es mich "dann" nicht so aus heiterem Himmel trifft...

    Habt ihr Tipps, wie ich mit meiner Sorge umgehen kann? Irgendwelche Rituale und Tricks, die euch geholfen haben in ähnlichen Situationen etc.?

    Danke schon jetzt.

  2. Moderation
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    AW: Tipps? Riesige Angst vor Omas (88) Tod

    Leih dir keine Sorgen von der Zukunft. Leben ist jetzt, vermiese es dir nicht mit geborgtem Kummer. Die Zukunft kommt früh genug.
    ** Moderatorin in Sparforum, Freundschaftsforum, und "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **


  3. Registriert seit
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    AW: Tipps? Riesige Angst vor Omas (88) Tod

    Du bist 37 und hast das große Glück, noch immer eine Oma zu haben.
    Sieh es als riesiges Geschenk an und sei dankbar für die schöne lange Zeit.

    In deinem Alter von "riesiger Angst" vor Omas Tod zu reden, zeigt, dass du vermutlich mit dem Tod im engeren Familienkreis noch keine Berührung hattest - auch dafür, sei dankbar und hör auf, um dich und solche sinnfreien Gedanken zu kreisen - genieße jeden Tag mit ihr.

    Sorry, wenn das etwas hart rüber kommt. Aber da ich in deinem Alter schon mit ganz anderen Trauerfällen umgehen musste und mich zB noch nicht mal verabschieden konnte, kann ich dir nur raten, jeden Tag mit einem Lächeln zu begegnen, egal was bevor steht. Sorgen über etwas Unvermeidbares zu machen, ist kindisch und macht nun wirklich keinen Sinn.

  4. Avatar von Midyu
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    AW: Tipps? Riesige Angst vor Omas (88) Tod

    Ich glaube nicht, dass du dich da sehr vorbereiten kannst. Denn wenn das "endgültig" überraschend (Herzanfall, Unfall) kommt, wird es einfach ein Schock sein.

    Alles was du jetzt versuchst, um dich darauf vorzubereiten macht das "jetzt" einfach trauriger, besorgter, ängstlicher als dass es dir später Erleichterung bringen kann. Geht einfach nicht. Das einzige was helfen würde, wäre dich schon jetzt von ihr so weit es geht zu distanzieren und das kann ja wohl nicht gewünscht sein (von keiner Seite).

    Einfacher aus meiner Erfahrung ist es, jemanden, der zuvor gelitten hat gehen zu lassen, als jemand unvermittelt von jetzt auf gleich zu verlieren. Wünschst du das deiner Oma? Ich glaube nicht. Und freiwillig würde sie dir diesen Gefallen auch nicht tun wollen.

    Wenn du gläubig bist, bete, dass sie weit über 100 wird, vielleicht kannst du dich allgemein mit Spiritualität beschäftigen. Aber vergiss den Gedanken, dass man sich vorher auf den Verlust ausreichend vorbereiten kann.

  5. Inaktiver User

    AW: Tipps? Riesige Angst vor Omas (88) Tod

    du kannst dich nicht darauf vorbereiten.

    Aber du kannst aufhören jetzt schon zu trauern -weil sie noch lebt,

    Und ja - früher oder später wird sie sterben - so wie wir alle.

    Verlust und Tod ist etwas mit dem wir nie gelernt haben umzugehen. Was schade ist.


  6. Registriert seit
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    AW: Tipps? Riesige Angst vor Omas (88) Tod

    Du setzt dich jetzt schon mit der Trauer auseinander- bzw mit dem Weg, der gegangen werden muss- irgendwann.

    Vielleicht ein ungewöhnlicher Gedanke, aber es gibt wunderschöne Trauerbücher für Kinder.
    lese solche und befasse dich ruhig bewusst mit diesem Thema.
    Kinderbücher gehen sehr behutsam an das Thema heran und da auch kindliche Anteil in dir mit dem Thema konfrontiert sind, kann so eine Herangehensweise sehr heilsam sein.

    Dann- nehme dir ruhig bewusste "Trauerzeit"- stell ein Bild auf, zünde eine Kerze an und nehme dir gezielt eine Zeit am Tage, an der du dich ganz der Trauer hingibst. Wenn Tränen kommen, lass sie laufen.........gebe diesem Thema in dir Raum!
    Du wirst spüren, dass es mit der Zeit leichter wird.

    Die Trauer nach dem Tod, kann man nicht vorwegnehmen.
    Man kann sich aber mit dem Thema auseinandersetzen und damit den Schrecken und das Entsetzen mildern, welches oft empfunden wird.

    Und- verbringe noch ganz viel schöne Zeit mit deiner Oma und entwickle damit noch ganz viel "schöne Erinnerungen"- denn DAS ist das, was nachher bleibt!

  7. Avatar von linsemo
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    AW: Tipps? Riesige Angst vor Omas (88) Tod

    Alle Menschen sterben, jeder hat schon Tote erlebt, man kann sich nicht darauf vorbereiten. Wenn jemand stirbt, ist er nicht mehr da.
    Und immer wenn wir lachen, stirbt irgendwo ein Problem.
    Dornröschen hätte gar keinen Prinzen gebraucht, nur einen starken Kaffee
    Friedvoll zu sein bedeutet, von Erwartungen frei zu sein und nichts von anderen zu wollen.
    Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)


  8. Registriert seit
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    AW: Tipps? Riesige Angst vor Omas (88) Tod

    Zitat Zitat von linsemo Beitrag anzeigen
    jeder hat schon Tote erlebt,
    wie kommst du darauf?


  9. Registriert seit
    09.01.2016
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    AW: Tipps? Riesige Angst vor Omas (88) Tod

    Hallo Raviola,

    irgendwie klingst du so, als hättest du noch keine Todesfälle erlebt. Kann das sein?

    Den Tipp mit den Kinderbüchern finde ich gut, aber vielleicht brauchst du auch einen realen Ansprechpartner.

    Kannst du mit deiner Oma oder überhaupt mit deiner Familie über deine Angst reden?

    Ich konnte das damals mit den Sterbenden nicht wirklich, aber mit den anderen Angehörigen.


  10. Registriert seit
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    AW: Tipps? Riesige Angst vor Omas (88) Tod

    Danke für eure einfühlsamen Anregungen (Kinderbücher, Trauerzeit, etc.) und auf pragmatische Tipps (Keine Sorgen der Zukunft leihen)… selbst die kann ich kaum lesen, ohne dass die Tränen kullern... Da eine gesunde Balance zu finden, wäre bestimmt hilfreich...

    Zitat Zitat von Killeshandra Beitrag anzeigen
    irgendwie klingst du so, als hättest du noch keine Todesfälle erlebt. Kann das sein?
    Das Gegenteil ist eher der Fall: Ich habe mich früher auch beruflich mit der Altersthematik beschäftigt und in jahrelanger Altenarbeit etliche Todesfälle erlebt, habe auch überhaupt keine Angst vor toten Menschen, Beerdigungen, habe einige Gedichte für Trauerfeiern geschrieben und vorgetragen etc... Aber gerade weil mir die Kürze und Vergänglichkeit des Lebens so glasklar bewusst ist, tue ich mich so schwer beim Gedanken daran, dass diese eine für mich so wichtige, bedingungslose und jahrelange Liebe mal nicht mehr sein wird ... Mir ist schon bewusst, dass es ein tieferliegendes Trennungstrauma ist (ich wurde die ersten Lebensjahre sehr engmaschig von Oma betreut und musste mit 7 Jahren plötzlich und für mich als Kind unerklärt 800km von Oma wegziehen mit meinen Eltern...)

    Ich erwische mich öfter beim Gedanken daran, dass Omas Tod nur eine gute Seite haben wird:
    Diese ständige Angst, wann sie sterben wird, wird nicht mehr da sein.

    Zitat Zitat von Killeshandra Beitrag anzeigen
    Kannst du mit deiner Oma oder überhaupt mit deiner Familie über deine Angst reden?
    Mit Oma tangieren wir das Thema immer wieder; sie gibt klare Anweisungen, was sie angezogen haben will, wie ihre Haare sitzen sollen, welches Foto ich einrahmen soll ;-) Aber ansonsten sind wir uns einfach nur einig, dass wir beide nicht wollen, dass sie geht... Wenn ich weine, macht sie einen Witz und lenkt behutsam ab... Es fiele mir leichter, wenn sie - meinetwegen mit 100- von sich aus bereit wäre zu gehen...

    Partner und Familie wissen um mein Problem, so dass ich meine Tränen nicht zurückhalten muss. Ich habe so große Sorge, dass ich in ein endlos tiefes Loch falle nach der Nachricht... Habe mir schon Globuli besorgt für Notfälle...

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