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  1. Moderation Avatar von Promethea71
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    AW: Tipps? Riesige Angst vor Omas (88) Tod

    Ein bisschen kann ich dich verstehen.
    Ich hatte zu meiner einen Oma auch ein sehr enges Verhältnis und nachdem sie gestorben ist, gibt es keinen Menschen mehr auf der Welt, der mich so kennt und versteht. Sie kannte mich seit meiner Geburt, ihr musste ich nichts über mich erzählen oder erklären. Wir haben viel und gerne Zeit zusammen verbracht und nun ist sie seit zehn Jahren tot und fehlt mir immer noch und es kann nie wieder in meinem Leben einen Menschen geben, der mich so kennt. Wir brauchten oft nicht viele Worte und haben doch unendlich viel gesprochen.

    Ich mag meine Eltern, aber sie kennen mich nicht so, weil sie selbst ganz anders sind.
    Und selbst langjährige Freunde kennen mich nicht so.
    Und neue Freunde werden mich auch nie so kennen.


    Meine Oma ist noch einer glücklicherweise nicht all zu langen Leidensphase gestorben und ich bin froh, dass sie nicht länger leiden musste und ich wusste, ihr Zustand hätte sich nicht mehr gebessert, es hätte nur schlimmer werden können - deswegen bin ich für sie froh, dass sie sterben durfe, auch wenn sie mit 86 gar nicht wirklich alt geworden ist.

    Ich tue mir leid, dass sie gestorben ist und in meinem Leben ein großes Loch hinterlassen hat.



    Aber als sie noch lebte, hatte ich keine Angst vor ihrem Tod, ich habe mich über unsere gemeinsame Zeit gefreut und im Wesentlichen nicht darüber nachgedacht, dass es irgendwann vorbei sein wird.




    Ich teile Wildwusels Auffassung.
    Freue dich an dem was jetzt schön ist und denk nicht über das Ende nach.
    Vielleicht stirbst du noch vor ihr und dann hast du ganz umsonst Angst vor ihrem Tod gehabt.
    Und nein ich glaube nicht, dass man sich auf den Tod eines Angehörigen vorbereiten kann, jedenfalls nicht, wenn er in unbestimmter Zukunft liegt. Anders wäre es, wenn es um einen sterbenskranken Angehörigen ginge.
    Man muss nicht über jedes Stöckchen springen ... jedenfalls nicht jeder.
    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

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  2. Avatar von Simpleness2
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    AW: Tipps? Riesige Angst vor Omas (88) Tod

    Zitat Zitat von Raviola Beitrag anzeigen
    Mir ist schon bewusst, dass es ein tieferliegendes Trennungstrauma ist (ich wurde die ersten Lebensjahre sehr engmaschig von Oma betreut und musste mit 7 Jahren plötzlich und für mich als Kind unerklärt 800km von Oma wegziehen mit meinen Eltern...)

    Ich erwische mich öfter beim Gedanken daran, dass Omas Tod nur eine gute Seite haben wird:
    Diese ständige Angst, wann sie sterben wird, wird nicht mehr da sein.
    Es ist das Trauma, welches die Angst in Dir auslöst noch einmal einen so schmerzhaften Verlust zu erleben und der Situation ohnmächtig gegenüber zu stehen.
    Heute bist Du erwachsen. Dein Schmerz, Deine Gefühle werden Dich nicht übewältigen, wenn Du Dir das immer wieder bewusst machst und Dich innerlich zur Ordnung rufst d.h. Dich ins Hier und Heute holst.

  3. Avatar von Ivonne2017
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    AW: Tipps? Riesige Angst vor Omas (88) Tod

    Als meine Oma mit über 90 Jahren nach langer Krankheit starb, weinte ich wochenlang, immer wieder. Ich hatte eine ähnlich gute Beziehung zu ihr. Ich war 37 damals.

    Die Heftigkeit, mit der ich auf ihren Tod reagierte hat mich überrascht. Ich hatte eher mit Erleichterung gerechnet, weil sie so krank war.

    Was mich tröstete über die Jahre war die Ähnlichkeit, die zwischen mir und meiner Mutter nicht gegeben ist.

    Meine Oma blieb immer ein Vorbild für mich. Ein Teil von ihr lebt in mir weiter.
    LG Ivi


  4. Registriert seit
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    AW: Tipps? Riesige Angst vor Omas (88) Tod

    Zitat Zitat von Simpleness2 Beitrag anzeigen
    Es ist das Trauma...
    Danke für diesen Gedankengang, Simpleness. Hatte dazu auch einen sehr hilfreichen Austausch mit Kenzia und werde mich weiter mit der Thematik beschäftigen. Gott sei Dank habe ich einen guten Zugang zu meinen Gefühlen und Gedanken und hoffe daher auf gute Erkenntnisse...

    Zitat Zitat von Ivonne2017 Beitrag anzeigen

    Was mich tröstete über die Jahre war die Ähnlichkeit, die zwischen mir und meiner Mutter nicht gegeben ist.
    Meine Oma blieb immer ein Vorbild für mich. Ein Teil von ihr lebt in mir weiter.
    Ein sehr tröstender Gedanke, Yvonne... Auch ich sehe Parallelen zwischen Oma und mir, wobei ich auch beobachte, dass Charaktereigenschaften meiner Oma ganz, ganz langsam - für meine Verwandten nicht merkbar- blasser werden...

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