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  1. Registriert seit
    22.11.2018
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    Der Tod meiner Freundin

    Hallo,

    ich habe ein sehr trauriges Thema, was mich zur Zeit und noch viele Jahre beschäftigen wird.

    Große schuld lastet auf mir.

    Mein Mann und ich haben uns in 2016 getrennt.*

    Ich hatte im Dezember 2015 meine Freundin kennengelernt und wir beschlossen im Juni 2016 zusammenzuziehen.*

    Sie hatte sich in mich verliebt, alles ging ziemlich schnell und Sie wollte zu mir ins Rheinland. Auch ich fand Sie sehr nett, verliebte mich in Sie und wir fanden dann auch zusammen sehr schnell eine Wohnung.*

    Mein Sohn (heute 12 Jahre)*und ich sind dann zusammen ausgezogen. Mein Mann und meine Tochter (heute 20 Jahre) sind gemeinsam im Haus geblieben.*

    Meine Freundin, mein Sohn*und ich hatten eine sehr schöne Zeit. Ich habe Sie als meine Freundin vorgestellt*und die Familie (meine Geschwister mit Familie)akzeptierten und mochten Sie. Das Verhältnis zwischen meiner Tochter und meiner neuen Beziehung war mehr als schlecht und Sie akzeptierte meine Entscheidung nicht und wollte mich auch nie in unserer gemeinsamen Wohnung besuchen. Immer wieder weinte Sie, wenn ich mich nach unseren Treffen von Ihr verabschiedete. Immer wieder weinte auch ich, weil die Trennung von meiner Tochter nicht mehr auszuhalten war. Aber auch meine Freundin verstand es nicht, wenn ich mich mit meiner Tochter im gemeinsamen Haus traf und wir gemeinsam kochten und redeten. Die Eifersucht von meiner Freundin, dass mein Mann da ja auch zugegen war, konnte Sie nicht ertragen und es kam immer wieder zu streiterreien. Mein Mann und ich hatten uns darauf geeinigt, dass ich die Schlüssel behalte, bis alles geklärt sei*und ich wegen den Kindern natürlich ins Haus kann.*
    Meine Freundin hatte in den zwei Jahren Ihren Kontakt zu Ihren Freunden im Ruhrgebiet - nicht direkt abgebrochen - aber Sie zeigte kein Interesse mehr daran, ebenso Ihre Familie und Ihren Sohn besuchte Sie nur noch sehr selten,*und wollte, wenn auch immer nur alles mit mir zusammen machen. Ihre Hobbies (Rennrad fahren) hatte Sie versucht hier im Rheinland Anschluss zu finden, hat aber nach der ersten Runde wieder aufgegeben. Ebenso war Sie eine sehr gute Tischtennisspielerin,*aber ich war eine Niete und Sie sehr gut, wollte Sie aber nicht mehr ohne mich*und brach dieses ab. Da ich aber nicht immer dazu bereit war und meine Kinder auch auf Ihr Recht bestanden, war der Spagat immer sehr schwer zu vereinbaren. Meine Freundin*liebte mich so sehr. Sie hat alles für mich getan... Ich merkte immer mehr Abhängigkeit und wollte dieser nicht ganz verfallen, sondern auch Mensch allein sein und das jeder auch seinen Freiraum braucht. Aber das ging nicht, Sie liebte mich mehr als ich nachher zum Schluss noch ertragen konnte. *
    Mir ging es immer schlechter, bin im April diesen Jahres wegen Depressionen zur Therapie, weil meine Sehnsucht zur Familie und meinen Kindern nicht aufhörte. Auch mein Mann liebt mich über alles und wir wünschten uns nichts mehr als einen Neuanfang.*

    Mein Sohn verstand sich ganz gut mit meiner Freundin, aber immer wieder hatte er diese Traurigkeit und erzählte mir, wie sehr er sich wünscht wieder zusammen mit der Familie einst zu sein.*
    *
    In diesem Jahr habe ich mich von meiner Freundin*im Januar und im Sommer getrennt. Immer wieder bin ich zu Ihr zurück, weil Sie mit Selbstmord drohte. Ihre Liebe zu mir alles war und Sie sich ohne mich ein Leben nicht mehr vorstellen konnte. Auch ich wusste nicht mehr was ich wollte und dachte, dass es Liebe sei. Meine Sehnsucht zur Familie wurde immer größer. Meine Freundin*sagte einmal, wenn ich daran zerbreche, lässt Sie mich gehen, aber Sie hat mich nie gehen lassen. Sie weinte mich immer wieder zurück. Nur nach einiger Zeit viel ich immer wieder in diese Traurigkeit, die kaum auszuhalten war. Als ich mich Anfang September von Ihr endgültig trennte, gab Sie wieder nicht auf und versuchte wieder alles um mich zurückzuholen. Bei all Ihren Versuchen, habe ich Ihr erklärt, dass ich Sie nicht Liebe, nicht so wie Sie es sich wünscht, mit all dem, was dazu gehört und verlangte...

    Meine Freundin war eine tolle Frau, beruflich sehr erfolgreich, Sie war charmant, sehr hilfsbereit, ordentlich und ein überaus liebenswürdiger Mensch. Ihr Probleme aus der Vergangenheit, Ihr Elternhaus, Sie hatte versucht zu erzählen, was Ihr Vater Ihr angetan hat, bat ich Sie professionelle Hilfe zu nehmen. Es wäre gut wenn Sie sich einem Therapeuten*anvertraut, aber Sie wollte nicht und meinte es mit mir zu schaffen, wenn Sie immer wieder versucht sich mitzuteilen.*
    *
    Vor einigen Wochen traf ich Sie stranguliert in unserer gemeinsamen Wohnung. Sie hat sich das Leben genommen. Große schuld lastet auf mir, nicht bei Ihr geblieben zu sein, mich um Sie gekümmert zu haben. Niemand, auch Ihre Familie bat Sie zurückzukommen und sich zu beruhigen aber Sie wollte es nicht wahrhaben und wählte diesen Weg.*

    Kermar
    Geändert von Kermar (22.11.2018 um 10:49 Uhr)


  2. Registriert seit
    05.07.2005
    Beiträge
    376

    AW: Der Tod meiner Freundin

    Liebe Kermar

    Das ist wirklich sehr traurig.


    Du hast keine Schuld am Tod deiner Freundin.
    Vereinbare einen Termin bei einer Psychologin oder einem Psychologen.
    Es wird dir helfen.


  3. Registriert seit
    26.01.2009
    Beiträge
    11.763

    AW: Der Tod meiner Freundin

    Hallo Kermar,

    das tut mir sehr leid, bitte nimm aber den Namen Deiner Tochter hier raus wegen der Anonymität.

    Wir werden Dir alle sagen dass Dich keinerlei Schuld trifft, aber Dein Gefühl ist ein anderes.... Du konntest es nicht verhindern weil sie es wollte, es war ihre Entscheidung.

    Sie hat sich entschieden, ich habe genug gelebt, das reicht mir!

    Suizid ist immer mit dem schalen Gefühl für die Hinterbliebenen behaftet, ich hätte es verhindern können / müssen, Suche nach Erklärungen warum es passierte. Diese gibt es aber nicht mehr, denn der Verstorbene hat sie mitgenommen.

    So wie Du schreibst scheint es keine Übersprunghandlung zu sein, sondern lange überlegt und vorbereitet....
    Das kann niemand verhindern, Ihr Leben, Ihre Entscheidung.
    Das Leben macht was es will und ich auch!

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