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  1. Registriert seit
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    verwirrt Und plötzlich bist du irgendwie allein...

    Hallo zusammen,

    ich möchte mir einfach ein paar Worte von der Seele schreiben und vielleicht mag sie ja der eine oder andere von euch lesen. Meine Mama ist sehr unerwartet vor 3 Monaten gestorben. Wir hatten nicht immer ein gutes Verhältnis. Trotzdem standen wir uns recht nah. Ich bin Einzelkind meine Eltern sind geschieden, daher gab es lange Zeit nur meine Großeltern, meine Mutter und mich. Meine Mutter hat oft viele ihrer Sorgen bei mir abgelegt, was mich als Kind oft sehr überfordert hat. Meine Großeltern sind ebenfalls beide schon tot, so dass nur ich übrig bin. Es ist nicht so, dass ich in ein totales Loch gefallen wäre, ich bin eigentlich ein relativ gutes Stehaufmännchen und ich habe viele liebe Freunde, die mich in den letzten Monaten unterstützt haben.
    Mir verwirrt nur die Trauerarbeit irgendwie sehr. Es ist nicht so, dass ich oft weine. Manchmal fällt mir etwas ein oder ich höre was bewegendes im Fernsehen und dann weine ich kurz, aber danach kann ich nicht weiter weinen selbst wenn ich möchte. Ich denke dann einfach pragmatisch und richtemeine Aufmerksamkeit wieder dem Alltag zu. Hier ist aber das Problem, ich habe gar keine Energie seitdem, jede Kleinigkeit nehme ich mir viel zu sehr zu Herzen. Zu viele Sachen, die hintereinander erledigt werden müssen überfordern mich. Es fühlt sich an als wäre der Kraftpuffer, den ich eigentlich habe, aufgebraucht. Das andere Problem sind die Extrasystolen (also Herzrythmusstörungen). Seit meine Mutter gestorben ist, habe ich vorallem in stressigen Situationen und wenn ich müde bin immer wieder starke Probleme damit. Mein Hausarzt hat mich schon durchgecheckt. Er findet nichts. Ich habe manchmal das Gefühl, dass das die Trauer ist, an die ich kopfmäßig nicht richtig rankommen, also wandert sie irgendwie in meinen Körper und schwächt diesen. Ich würde das schon gerne alles verarbeiten und ich möchte auch dass nichts zurückbleibt, aber eine Therapie beginnen, scheint mir irgendwie zu übertrieben.
    Was sind eure Erfahrungen? Denkt ihr mit der Zeit wird es leichter und kommt man vielleicht doch noch von alleine raus? Oder meint ihr eher, dass eine Therapie anzuraten wäre? Habt ihr vielleicht Erfahrungen damit? Wie lange habt ihr gebraucht, bis ihr euch wieder wie vorher gefühlt habt?

    Viele lieben Dank,
    Willine

  2. Avatar von Midyu
    Registriert seit
    01.04.2018
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    119

    AW: Und plötzlich bist du irgendwie allein...

    Hallo Willine,

    erstmal mein aufrichtiges Beileid zu deinem Verlust.

    Zu Deiner Frage:
    Ich selbst konnte bisher zwar noch keinen Therapieplatz bekommen, aber die Krankenkasse meinte auf Nachfrage, dass erstmal 4-5 Gespräche geführt würden, bevor überhaupt entschieden wird, ob eine Therapie Sinn macht.
    Insofern spricht doch nichts dagegen, es mal zu versuchen, oder?
    Nicht jeder trauert gleich, auch wenn sich die innersten Gefühle oft gleichen. Je nach Beziehung zum Verstorbenen oder der eigenen Persönlichkeit. Solltest Du also den Verdacht haben, dass sich Deine Gefühle eher "verkörperlichen", dann würde ich schon mal mit jemand Geschulten antesten, ob das alles noch "im Rahmen" ist.

    Ich wünsche Dir alles Gute für Deinen Weg.

  3. Inaktiver User

    AW: Und plötzlich bist du irgendwie allein...

    Mh Versuch doch deiner Mutter Mal zu schreiben, Kauf dir ein schönes leeres Buch und schreibe ihr.
    Vielleicht kannst du nicht trauern weil da noch andere Gefühle sind die zuerst raus müssen.
    Therapie warum nicht aber was evtl. Schneller geht währe eine Trauergruppe evtl. gibt es sowas in deiner Nähe.

    Herzliches Beileid und ich hoffe ich konnte dir Helfen


  4. Registriert seit
    10.04.2015
    Beiträge
    3

    AW: Und plötzlich bist du irgendwie allein...

    Vielen lieben Dank für eure Ratschläge. Ich denke, dass ich vorallem das mit dem Schreiben einmal ausprobieren werde. Wenn das auch nicht hilft, dann werde ich nochmal schauen, ob ich einen Therapeuten finde. Ich überlege auch oft, ob andere Gefühle noch die Trauer quasi unterdrücken. Ich denke für eine Trauergruppe war die Beziehung zwischen meiner Mutter und mir zu kompliziert. So dass man für Verständnis schon sehr weit ausholen müsste.

    LG und vielen herzlichen Dank,
    Willine

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