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  1. Avatar von VerwirrtesWesen
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    AW: Für immer und noch viel länger...

    😢
    Nicht weil es schwer ist wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen ist es schwer. Seneca

  2. Avatar von Ivonne2017
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    AW: Für immer und noch viel länger...

    Liebe Midyu,
    ich denke, dass alle Gefühle richtig sind.
    Es gibt kein falsches Fühlen.

    Erstarrung ist der Tod.
    Bewegung ist Leben.

    Ein Auf und Ab. Wie die Gefühle.

    Es ist gut, dass du etwas tust..
    Bist du in einer Trauergruppe?
    (Falls ich das überlesen habe sorry. ).

    Alles Liebe

  3. Avatar von Midyu
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    AW: Für immer und noch viel länger...

    Nein, noch bin ich in keiner Trauergruppe. Ich habe die ersten 3 Wochen nur entschieden, was ich entscheiden musste. Ich habe nicht mehr selbst gelebt, nur zugeschaut, wie der Roboter, der so aussieht wie ich existierte. In meinem Kopf nur zugeguckt, wie in einem Kino. Gesagt was man sagt, getan, was getan werden muss. Habe allerdings eine Broschüre da und bin am Überlegen.

    Heute nacht habe ich von ihm geträumt. Ich bin noch immer geschockt, mein Magen rebelliert, ich fühle mich, als hätte ich gestern gesoffen. Habe ich aber nicht. In meinem Traum ist er nicht tot, er hat mich verlassen. Weil er seinen Worten nach, nie etwas für mich empfunden habe und er endlich seine Ruhe vor mir haben will. Das war so furchtbar, so undenkbar, einfach ganz, ganz übel. Ich habe nur ganz selten von ihm geträumt in der Vergangenheit und nun sowas. Ich habe hier einige Geschichten gelesen und was die Trauernden träumten. DAS ist sicher nicht von ihm geschickt, damit ich loslasse; SO übel würde er das, was wir hatten nicht in den Dreck ziehen. Was denkt sich mein Gehirn dabei? Ich lasse mir weder unbewusste Ängste einreden, noch hilft mir so ein Traum.
    Mal schauen, was der Tag noch so bringt, mit der neu erlangten Ruhe von gestern ist es erst Mal vorbei.

  4. Avatar von Ivonne2017
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    AW: Für immer und noch viel länger...

    Mein brainstormimg dazu:
    Man sagt, der Verlust des Partners durch Tod sei leichter zu verkraften als wie wenn er einen verlässt.
    Dein Unterbewusstsein signalisiert dir evtl. die Tiefe DEINER Gefühle...

    Ängste bestimmt nicht...


  5. Avatar von Midyu
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    AW: Für immer und noch viel länger...

    Schöner Gedanke Ivonne, danke dafür

    Ich habe mich schließlich beruhigt und außer ein wenig Übelkeit lief der Tag okay. Ich habe meine "Tagesliste" fast komplett.
    Und ich lerne dazu. Ich kam im Gewitter an, Blitz recht nah, Donner fast zeitgleich. Und ich dachte: noch nicht, ich muß doch noch ein anständiges Testament machen! Ja, es gibt noch was zu tun.

    Und ich habe gelernt, dass ich mir jeden Schritt im Leben zurückerobern muss. Wie eine Impfung. Ich bekam eine Karte von meiner Abteilung, unterschrieben von allen direkten Kollegen und einfühlsam formuliert (ich möchte nicht wissen, wie lang die daran gefeilt haben ;) ) und ich muss wieder voll losheulen. Ich kann Sachen machen ohne zu heulen, wenn ich das 1-2 x schaffe und ich meine heulen, nicht weinen. Heulen muss ich inzwischen nicht mehr täglich, weinen schon. Das macht mir auch nix, ich bin nur froh, wenn ich dabei allein bin, damit ich nicht das Gefühl bekomme, ich muss mich nun erklären.

    Ich kann einfach nicht über ihn reden, ohne zu weinen. Das gibt noch harte Zeiten....

  6. Avatar von Ivonne2017
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    AW: Für immer und noch viel länger...

    Nach dem Tod meines Vaters hab ich auch eine wunderschöne Karte bekommen, von allen Kollegen unterschrieben. Musste da auch weinen.
    Es wussten alle, wie nah wir uns waren.

    Ich denke gerne an die Karte. Guck sie aber nie mehr an.

    Ich kann auch kein Bild aufhängen.

    Mich lähmt die Trauer. Würde da immerzu hingucken.

    Es gibt Tage, da denk ich ich bin drüber weg einigermaßen. Das wundert mich. Ich weiß nicht, woran das liegt.

    Im Großen und Ganzen wird meine Trauer etwas milder...schwer zu beschreiben. In Miniminischritten wird es besser und dann kommt wieder die Trauer verstärkt.

    Auch die Träume verändern sich.

    Es ist schon ein Jahr her.
    Geb dir Zeit.

    Mit Arbeit und Kollegen ist es einfacher für mich.

    Es ist nicht zu vergleichen, ich weiß.

  7. Avatar von Midyu
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    AW: Für immer und noch viel länger...

    Oh Ivonne vergleichen? Das kann man nie, jeder Mensch ist anders, die Beziehung zwischen Menschen auch. Dein Weg klingt nicht weniger schmerzvoll als meiner. Und das seit einem Jahr? Hattest du therapeutische Hilfe? Oder machst du diese schlimme Achterbahn mit dir selbst aus?

    Das mit dem nicht mehr anschauen können, ich glaube da bin ich ähnlich. Kann ja nicht mal meine alten Postings hier lesen, in mein Tagebuch habe ich schon lange nix mehr geschrieben, da geht es mir sicher ähnlich. Ich bin aber froh, geschrieben zu haben. Hintergrund war der Gedanke, keine Sekunde mit meinem Mann zu vergessen bzw. wenn mir was einfiel - und sei es auch nur einer unserer Kosenamenkonstruktionen - es zu notieren, es fällt einem ja immer was anderes ein.

    Ich habe für mich entdeckt, dass ich ihn nicht wirklich loslassen will, auch wenn sich die Welt weiterdreht. Also werde ich, sobald ich wieder etwas wegräume, etwas anderes Greifbares für mich finden. Auch Poster von ihm. Wenn die Tränen beim Anblick kullern - und das tut es gar nicht mal so oft - es ist ein eher warmes Gefühl. Auch Wehmut, das stimmt. Aber auch wenn ich davon überzeugt bin, dass ich diesen Ausdruck in seinem Gesicht niemals vergessen werde, habe ich trotzdem genau davor auch Angst. Und "Greifbares" beruhigt mich da und vereinfacht das Loslassen in den Gedanken. Also ich denke trotzdem an ihn, aber dieses Karussell befeuert von der Angst zu Vergessen kreist dann nicht mehr in meinem Kopf.
    Ich konnte doch gar nix mehr denken, mich konzentrieren, entscheiden...da musste ich was tun.

    Ob ich jemals seine Kleidung weggebe? Keine Ahnung, muss ich auch nicht. Wenn sie jemanden nutzen würden vielleicht. Es gibt genug aufgeschobene Aufräumaktionen, die mich noch Monate begleiten. Wir waren beide Aufschieber, da ist in Abstellraum und Keller einiges zu tun. Ich hab´s ja nicht eilig. In der Tat waren das Regeln meiner irdischen Punkte (Begräbnisverfügung etc.) und das Ausmisten der Wohnung ein Deal mit mir selbst, um SINNVOLL weiterzuleben und wenn das alles erledigt ist, darf ich das Thema nochmal ins Auge fassen. Also, ob Weiterleben Sinn macht. Klingt krass, aber da ich eben nicht mehr leben wollte, musste ich mich selbst austricksen. Und Leben ohne Sinn...nunja, das hatte ich früher schon. Dieses "was hinterlassen" und "ja wenn am Ende alles aus ist, wo liegt dann der Sinn im Leben" hat mich nie sonderlich gejuckt. Und wenn der Mensch einfach nur ein zufällig entstandenes Produkt der Evolution ist, dann ist das eben so.

    Nun lasse ich mir eben Zeit. Mir graust es vor dem 1. Jahr und dem 2., so lange sollte das "Regeln" dann schon dauern, so dass ich die Frage nach dem Sinn einigermaßen objektiv und nicht zu tiefst verletzt beantworten kann. Wobei es mir reicht, zufrieden zu sein. Glück hatte ich, habe es genossen, nun ist es weg. Ich kann mich daran erinnern, aber es wird nie mehr sein.
    Alles eine Frage der Definition; in dieser neuen Welt ist für mich Glück die Abwesenheit von Unglück. Mehr ist nicht drin, aber Zufriedenheit ist erfahrungsgemäß auch ein wundervolles Gefühl.

  8. Avatar von Ivonne2017
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    AW: Für immer und noch viel länger...

    Oh langes Posting. Werde mich noch ausführlicher melden, nur kurz jetzt.

    Es gibt in unserer Stadt die "Offene Tür", wo man meines Wissens einfach reinschneien kann zum Reden. Ich war 1x da mit Termin.

    Dann die Psychoonkologie. Mein Vater war ja länger krank, aber für mich nie ohne Hoffnung, bis ganz zuletzt. Einer der behandelnden Ärzte wäre für ein Gespräch mit mir bereit gewesen.
    Die genaue Todesursache zu kennen kann nochmal helfen. Das, was ich wusste hat mir genügt. War schlimm genug.

    Diese Angebote (Arztgespräch, Psychoonkologie für Angehörige) konnte ich nicht annehmen, weil ich dazu in dieselbe Klinik hätte gehen müssen.

    Im Internet gibt es ein Forum, das nennt sich Verwitwet Forum & Chat • Willkommen bei verwitwet-forum.de

    Mir Stammtisch, Ortsgruppen, Forumstreffen...ich denke, das wär was für dich neben dem Austausch hier.


  9. Avatar von Ivonne2017
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    AW: Für immer und noch viel länger...

    Doppelt

  10. Avatar von Midyu
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    AW: Für immer und noch viel länger...

    Danke für die Tipps, die Website habe ich mir erstmal gespeichert.

    Ich bin froh, dass sich bei dir was tut wegen der Trauer, insgesamt lese ich da schon sehr viel Schmerz.

    Einige schreiben ja auch, dass das 2. Jahr schlimmer ist als das erste und das glaube ich auch. Irgendwie noch endgültiger, im ersten Jahr kämpft man doch oft mit sich selbst, der Situation, dieses Fremdfühlen. Das steht man dann durch und erwartet die Belohnung für den ganzen Kampf. Und dann kommen neue Jahrestage, Jahreszeiten und man fällt genauso tief wie schon zuvor und man verliert die Zuversicht, dass sich da nochmal was ändert. Man merkt dann sicher nicht gleich, dass man nicht mehr so lange im Loch sitzt wie am Anfang, sieht halt nur, dass es so verdammt tief ist. Naja, so stell ich mir das vor, wissen tu ich es erst übernächstes Jahr.

    Hast du denn direkt wieder gearbeitet? Ich bin noch krank geschrieben, das brauche ich auch noch. Allerdings verstehe ich sehr gut, wenn man sagt: okay Schmerz bis hierher und nicht weiter. Ich muss erstmal klar kommen, dann reden wir weiter.
    Da ist Ablenkung gut.

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