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  1. Avatar von Midyu
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    AW: Für immer und noch viel länger...

    Ja Antilla, ich lass mir dabei möglichst viel Zeit. Aber für mich sind das Momente, in denen meine Angst ihn loszulassen nur damit es (mir) besser geht, wächst. Das ist ein Handel, der mich quält. Und eine zusätzlich empfundene Unfairness bei der ganzen unfairen Situation. Ich will, dass wenigstens sein Echo unverfälscht bei mir bleibt UND es (mir) besser geht.

  2. VIP Avatar von katelbach
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    AW: Für immer und noch viel länger...

    Zitat Zitat von Midyu Beitrag anzeigen
    Wenn ich seinen Schreibtisch aufräumen werde - keine Ahnung wann - muss ich ja auch Sachen wegschmeissen. Übel!
    Lass Dir Zeit damit.
    Manches geht ncht sofort, manches schon.
    Ich habe sofort - on den ersten Wochen - ein neues Bett gekauft. Ganz bewusst ein Einzelbett. Ich konnte nicht mehr in unserem Bett schlafen. Ging einffach nicht.

    Aber ich habe noch ganz lang immer seine Ansage auf seiner Handy-MAilbox abgehört.

    Naja, solche Sachen eben ...
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
    sonst normale Userin


  3. Registriert seit
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    AW: Für immer und noch viel länger...

    Hallo Midyu,
    mir laufen gerade auch die Tränen.
    Einen Tag nach dem Begräbnis deines Mannes haben wir meinen Bruder beerdigt.
    Fühl dich in den Arm genommen.


  4. Registriert seit
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    AW: Für immer und noch viel länger...

    Hallo Midyu,

    habe auch mal wieder eine Runde Tränen vergossen.

    Jedes Weggeben von Kleidungsstücken usw. war ein Kraftakt sondergleichen, der anschließend wieder zu einem Zusammenbruch führte. Alles schön etappenweise...

    Alles Gute - wir alle wissen, wie Sch... das ist, was dir da gerade aufgebürdet wird.

  5. Avatar von Midyu
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    AW: Für immer und noch viel länger...

    Ach ihr Lieben, danke für euren Zuspruch. Gerade saß ich auf unserem Balkon, hab eine geraucht und mit Sekt dem 3-wöchigen gedacht. Die Sonne glitzert schön auf dem Fluss...meine Sonne ist vor 3 Wochen einfach untergegangen. Ich saß da und dachte an die Geschichten in anderen Unterforen, welches Glück ich hatte MEIN für mich gebackenes Brötchen für 18 Jahre bei mir gehabt zu haben, ihm mit meinen bescheidenen Möglichkeiten das Leben ermöglicht zu haben, das er wollte (war das aber das, was er brauchte? ihm gut tat?). Die Tränen, die dann fließen tun nicht weh. Dann schau ich auf den PC, ein verwackeltes Foto, auf dem er lachte, weil ich ihn geneckt habe. So schön, so warm und ich weine darum, dass ich das nun nicht mehr auf sein Gesicht zaubern kann. Das tut weh. Aber ich stell es ab und schreibe nochmal hier rein.
    Die Vernunft hat sich auch schon gemeldet: was soll denn das, was ist denn SO anders als vorher? Ihr seid ja nicht dauernd umeinander gewesen, auch wenn ihr beide daheim wart. Hast du doch auch nicht gebraucht.
    Und das Herz schreit die Vernunft an: halt die Klappe, du blöde Kuh, du kapierst einfach gar nix! Wir gehören zusammen, jetzt, für immer und noch viel länger!

    @Alrun: mein aufrichtiges Beileid, ich geb dir auch von meinen Tempos ab, also lass laufen

  6. Avatar von Midyu
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    AW: Für immer und noch viel länger...

    Ach Katelbach: ich hab so eine Ansage nicht, aber ich knuddel gerne seine Decke und sein Kissen und Mr. Pingu: SEIN Pinguin aus früheren Zeiten, den er am 2. Weihnachten in einer Kopfhörerschachtel verpackt hat und als ich ihn auspackte meinte er: der wohnt jetzt hier, das ist unser Zuhause (noch während der Fernbeziehungsphase).

  7. Avatar von Midyu
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    AW: Für immer und noch viel länger...

    So, heute kann ich den ersten Tag - nämlich gestern - der sich nach Heilung anfühlt, vermelden. Nach dem doch echt schmerzhaften Dienstag, war ich gestern bereit soweit loszulassen, dass ich mich das erste Mal handlungsfähig gefühlt habe.
    Bisher habe ich nur gehandelt und entschieden, wenn ich musste (Beerdigung) oder zu Therapiezwecken (Putzen etc.).

    Gestern habe ich mir nichts vorgenommen und geschaut, worauf ich Lust habe. Ja, alles geht erst sehr langsam, aber immerhin aus eigenem Antrieb (und ich wusste gar nicht mehr, wie sich das anfühlt).
    Die Unfairness, dass ich nochmal Loslassen muss, hat mich eher empört, als verzweifelt gemacht. Ich weiß, da werden noch viele Male Rückschläge kommen, aber gestern soll der Tag sein, an den ich mich erinnern kann, dass sowas überhaupt möglich ist.
    Ich bin kein Reptil, deswegen wird mein linker Arm und mein linkes Bein (so empfand ich meinen Mann) nicht nachwachsen und die Balance aus Loslassen <-> geistige Gesundheit, macht mir schon Angst. Ich will nämlich keinen Mikrometer weiter loslassen, als es unbedingt sein muss.
    Die Liebe meines Schatzes war wie eine warme Kuscheldecke, die jedem Wetter stand hält. Nun fühle ich mich nackt und bin dem Wetter schutzlos ausgeliefert. Nicht schön und noch immer denke ich, dass das "man lebt anders" von dem hier einige schreiben für MICH immer noch klingt nach "schlechter". Mich wurmen noch die gleichen Sachen wie Dienstag, aber sie paralysieren mich derzeit nicht mehr.

    Ihr, die ihr hier im Forum schreibt (also in allen Strängen)habt da sicher Anteil dran. Danke!


  8. Registriert seit
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    AW: Für immer und noch viel länger...

    Ach Midyu,schön von dir zu hören.Bin in Gedanken oft bei dir.
    Du bist so tapfer.fühle dich gedrückt.L.G.Steini

  9. Avatar von Midyu
    Registriert seit
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    AW: Für immer und noch viel länger...

    Liebe Steini,

    danke dir!

    Lg, Midyu

  10. Avatar von Midyu
    Registriert seit
    01.04.2018
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    151

    AW: Für immer und noch viel länger...

    Nun ist fast die 4. Woche seit dem Einschlag vorbei. Ich merke, wie sich die 2 Personen in mir immer mehr voneinander entfernen.
    Wenn ich gestern eine Leinwand gehabt hätte, hätte ich das Bild in mir nach außen getragen. Ich komme mir vor, als stünde ich an einer Weggabelung. Nach links führt ein Weg mit vielen Bildern von meinem Schatz, es ist etwas wärmer deswegen und bunter. Aber der Weg selbst besteht aus spitzen Diamantsplittern, die mit jedem Schritt fürchterliche Schmerzen verursacht. Nach rechts führt ein Waldweg, in einen dunklen kalten Wald, der mir Angst macht, aber keine Schmerzen verursacht. Am Ende ist mein Mann und wartet. Bei beiden Wegen und ich sehe nicht welcher Weg länger ist, ich denke es ist der Waldweg, aber wissen kann ich das nicht. Seit vorgestern mache ich immer wieder einen Schritt nach links und geh wieder zurück wegen der Schmerzen. Nach rechts will ich nicht gehen. Aber stehenbleiben wird auch nicht gehen.

    Es ist schrecklich, WIE gut ich mir vorstellen kann, ohne ihn zu Leben (Verstand). In fast allen Bereichen muss ich nämlich nichts ändern. Und das ist so unangebracht. So "wieso bricht nicht alles zusammen, wenn doch das wichtigste fehlt?" Anscheinend meine Version von der "Schuld des Überlebenden". Ich fühle keine. Aber ich fühle mich schuldig, sein Andenken nicht angemessen zu bewahren. Angemessen im Sinne von überall spürbar, angemessen im Sinne von "wieso kapiert denn keiner, dass nicht nur mir etwas wesentliches fehlt". Schwer zu beschreiben. Ich will nicht, dass die Menschen trauern, aber sie müssen doch verstehen, dass da was nicht mehr stimmt.
    Umso mehr, lauter und verbissener meldet sich dann Person 2, mein Herz. Als ob ich dann eben für die ganze Welt stellvertretend merke, dass da was fehlt und nicht mehr stimmt. Wenn die anderen vergessen, dann erinnere ich mich eben für alle.
    Ich stehe also an diesen 2 Wegen, Vernunft und auch alle, die ich fragen würde zwingen mich nach rechts, aber mein listiges Herz flüstert mir immerzu: "vielleicht finden sich ein paar Schuhe, mit denen du links laufen kannst, warte noch ab!".
    Also harre ich aus. Will nach links, soll nach rechts und steh da und warte, dass irgendein Wunder passiert.
    Oder einfach mehr Einsicht kommt, wie das, was ich jetzt denke: was willst du links, wenn der Schmerz dir so viele Tränen in die Augen treibt, dass du die schönen, klaren, bunten Bilder gar nicht mehr sehen kannst?
    Hm...

    Nachtrag:
    wieso habe ich das Gefühl, dass ich ihn nicht geliebt habe, wenn ich nicht leide wie verrückt? Ich muss mir doch nichts beweisen, ich habe ihn über alles geliebt, habe es ihm jeden Tag gesagt und ich WEIß, dass er auf gar keinen Fall wollen würde, dass es mir schlechter als gut geht. Wenn ich also in seinem Sinne weiterleben soll, seine Wünsche wie zu Lebzeiten ernst nehme, dann ist doch an meinem Verlust festhalten genau das Falsche.
    Es fühlt sich aber falsch an, es nicht zu tun. Wieso?
    Nun ich sehe trotzdem einen Fortschritt in meinem Denken, fühle mich wieder handlungsfähig. Wahrscheinlich ist es normal, dass wenn SICH etwas bewegt, ICH bewegt bin.
    Das Schreiben tut gut.
    Und ich werde ihn für immer vermissen, wie soll es auch anders sein? Wünsche ich mir das überhaupt?
    Geändert von Midyu (22.04.2018 um 12:27 Uhr) Grund: Nachtrag geschrieben

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