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  1. Registriert seit
    13.06.2017
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    AW: Für immer und noch viel länger...

    Liebe Midyu und ihr anderen Schreiberinnen,
    ich habe einiges nachgelesen, noch nicht alles. Es ist "schön" was ihr schreibt, wenn man das so nennen kann.
    Aber es kommt aus euren Herzen und spricht mir aus dem Herzen...

    Ich denke, ihr seit noch schlimmer dran als ich, weil ihr mit eurem Mann zusammen gelebt habt. Aber mir reicht es, um immer wieder sehr unglücklich zu sein..

    Ich war sehr mit dem Klinikaufenthalt beschäftigt, hatte dort auch selten Internet. Dahher hab ich nicht geschrieben. Midyu, könnte dir ganz viel antworten, werde bald etwas mehr schreiben!

    Wünsche euch allen ein paar leichtere Momente, damit wir uns nicht nur schwer fühlen. Ich denke, das muss unbedingt sein. Wünsche ich mir jedenfalls ab und zu.


  2. Registriert seit
    13.06.2017
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    AW: Für immer und noch viel länger...

    Liebe Midyu,
    es tut mir sehr leid, dass ich dir so lange nicht geantwortet habe! 😌
    Ich habe mich so darauf konzentriert, diesen Klinikaufenthalt anzugehen und zu schaffen, so dass ich hier nicht hereingeschaut habe.
    Trotzdem war auch der Gedanke an meinen Freund und der Schmerz jeden Tag da. An manchen Tagen ist es angenehmer, mehr Dankbarkeit, an anderen hauptsächlich Schmerz. Und ich muss auch sagen, dass das zweite Jahr nicht wirklich einfacher ist. Weil ich jetzt das nicht Zurückkommen noch viel mehr realisiere.

    Du hast auch nach dem Klinikaufenthalt gefragt und ob ich zum Grab gehe.
    Das Grab ist von meinem Wohnort einige hundert Kilometer entfernt. Dort gibt es auch nur den Gedenkstein (einen schönen, ich war einmal da). Seine Asche ist an einem anderen Ort verstreut. Aber im Ort der Klinik gab es einen schönen kleinen Friedhof mit einer Bank und einem plätschernden Brunnen (Leben!). Dort war ich gern, hab mich ihm nah gefühlt.
    Natürlich ist der Moment danach wieder sehr einsam.

    Der Klinikaufenthalt selbst hat gut getan. Es war anstrengend wegen meiner körperlichen Erschöpfung an den Therapiegruppen teilzunehmen. Aber ich habe mich gut aufgehoben gefühlt, vielleicht hat mir das etwas Heilung gebracht. Die meisten Patienten hatten Depressionen aus verschiedenen Gründen. Zu mir hat niemand gesagt, dass ich aufhören müsse zu trauern.

    Schicke das mal sicherheitshalber ab.


  3. Registriert seit
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    AW: Für immer und noch viel länger...

    Ich denke, etwas Therapie könnte dir vielleicht auch Erleichterung bringen. Und in diese Klinik zum Beispiel zu kommen, dürfte nicht sehr schwierig sein. Du rufst sie an und brauchst eine Einweisung vom Arzt. Wie in ein Krankenhaus (ist keine Reha!) Dann hast du einige Wochen Wartezeit, wieviel wird dir mitgeteilt. Das wars.
    Diese Klinik ist allerdings in Süddeutschland (aber sehr schön gelegen) Wenn du den Namen wissen willst, schreib mir eine Pn.

    Aber die Entscheidung für so einen Aufenthalt ist ja nicht leicht. Vielleicht findest du auch einen guten Therapieplatz zuhause.
    Bei dir sehe ich immer wieder eine Chance in deiner Kreativität. Weil du erwähnst, dass sie brach lag durch deinen Job. Vielleicht kann da doch nochmal etwas Lebensfreude entstehen.

    Ich hatte in der Klinik einige gute Momente, Halt durch das Personal und andere Menschen. Denke und hoffe (!?)das wirkt noch nach. Obwohl die Rückkehr in meinen alten Alltag schon wieder schwer ist. Hier kann ich nur trauern, wenn ich für mich allein bin.

    Trotzdem weiß ich, wie der Schmerz sich anfühlt und verstehe und fühle alle eure Worte. Alles Liebe auch an dich Shiva, der neuen Schreiberin ..102018, Katelbach und Lyanna und andere, die es betrifft.

  4. VIP Avatar von katelbach
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    AW: Für immer und noch viel länger...

    Das ist gut, Alina, dass dir der Klinikaufenthalt gut getan hat.
    Ich war nach dem ersten Jahr (dem Jahr, nach dem es "esser" sein sollte, wie die Leute sagten) einige Zeit in einer Klinik. Hat mir auch etwas gebracht. Zwar weniger als erhofft, aber ich habe dort erfahren, dass ich nicht funktionieren muss nach so einem Einschlag und dass es unterschiedliche Wege des Trauerns gibt. Und warum manche Menschen wirklich gar nicht tröstbar sind. Kurz, ich hab mich nicht gar so wie ein Alien gefühlt. Der Klinikaufenthalt gab mir auch den Anstoß für eine anschließende Therapie.

    Ich gehe übrigens fast nie zm Grab, obwohl der Friedhof in meiner Straße ist. 300 Meter entfernt.
    Ich bin ganz leer, wenn ich am Grab stehe. anfangs bin ich mit dem CD-Player und einer Schachtel Zigaretten am Grab gesessen, hab unesere Lieblingsmusik gespielt ... Aber es stelte sich kein Gefühl ein. Verbundenheit spüre ich ganz woanders

    Macht es gut, Ihr Lieben. Ich trinke noch ein bisschen auf unseren 20. Hochzeitstag, der heute wäre. Fast 2 Jahre verheiratet waren wir in unseren fast 27 Jahren.
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
    sonst normale Userin


  5. Registriert seit
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    AW: Für immer und noch viel länger...

    Ich gehe meist einmal die Woche zum Grab. Sonntags. Wenn das Wetter schön ist, setze ich mich direkt vor dem Grab auf den Boden. Ich spüre ihn dort nicht, bin ihm nicht näher. Aber ich habe (noch) keinen anderen Platz gefunden, an dem ich bewusst mit ihm reden kann. Alleine. Keine Ahnung, wie ich das beschreiben soll. Die stillen inneren Monologe an ihn zählen nicht, so gesehen quatsche ich ihm den ganzen Tag ein Ohr ab, sollte er mir zuhören

    Ich habe die letzten 8 Monate und 10 Tage eines gemerkt: die Freude ist mir abhanden gekommen. Ich kann mich nicht mal ein kleines bisschen am Tattoo freuen... weil ich es mit ihm nicht teilen kann. So wie mir das Zeitgefühl abhanden gekommen ist. 8 Monate und 10 Tage. Schon? Erst?


  6. Registriert seit
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    AW: Für immer und noch viel länger...

    Liebe Katelbach,
    danke für den Bericht deiner Erfahrungen zum Klinikaufenthalt.

    Und wenn ich das jetzt richtig gesehen habe, hattet ihr nach langem Zusammensein gerade noch geheiratet...
    Welche Ironie des Schicksals, wenn man es so sieht...
    Für mich gab es eine ähnliche Situation, da wir am Ende (ohne zu wissen, dass der Tod bevor stand) viele unserer Fehler erkannt hatten. Und es auch zum Schluss ein sehr schönes Treffen im Krankenhaus gab, voller Hoffnung.
    Und wenn man heiratet, will man ja zusammenbleiben...

    Vielleicht ist aber gut, das Schöne daran zu sehen, ein bisschen hilft mir das. Wäre es besser gewesen, wenn wir im Krach "auseinander" gegangen wären? Leichter? Wohl nicht wirklich. Hatte es auch etwas Gutes, dass ihr noch geheiratet habt? So, als sollte das noch stattfinden??

    Liebe Shiva,
    keine Freude und kein Zeitgefühl, das kenne ich. Schon ein Ding, wie es da doch Ähnlichkeiten gibt. Dinge, von denen man nichts geahnt hat. Nicht gewusst hat, dass sich das nach einem Todesfall so anfühlen kann.
    Man denkt, es wird für immer so bleiben. Und hofft irgendwie, dass es doch besser wird.
    Zum Glück habe ich auch bessere Stunden mit ein klein wenig Freude. Aber das andere kommt zurück, bzw. immer ist der große Schatten da.

    Ich wünsche dir und mir, dass die Freude etwas mehr werden kann.


  7. Registriert seit
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    AW: Für immer und noch viel länger...

    Das wollte ich noch fragen, Katelbach:

    Was haben sie bei dir in der Klinik erklärt, warum manche Menschen nicht tröstbar sind?

  8. VIP Avatar von katelbach
    Registriert seit
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    AW: Für immer und noch viel länger...

    Liebe Alina und ihr anderen Verlassenen,

    du hast es richtig gesehen. Wir haben fast auf den Tag an unserem silbernen Jubiläum geheiratet. Eigentich war das Thema Heiraten für uns nie wichtig. nach ein paar Jahren fragten unsere Freunde, warum wir immer noch unverheiratet miteinander lebten. Anfangs haben wir erklärt, dass wir keinen Grund sähen, aber irgendwie gefiel uns die Idee dann doch. Es war für uns nochmal eine Bestätigung unseres Zusammenseins.

    Der Rest per PN.
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
    sonst normale Userin

  9. Avatar von Midyu
    Registriert seit
    01.04.2018
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    152

    AW: Für immer und noch viel länger...

    Hallo ihr Lieben,

    ich hatte gar nicht mitbekommen, dass hier so viel los ist. Hatte 3 Wochen mit meiner kaputten Autobatterie und meiner Abneigung gegen neue Menschen (also Werkstatt) zu kämpfen. Das Auto machte in der Garage schlapp, also konnte ich ja improvisieren. Egal.

    Schön, dass dir der Klinikaufenthalt gut getan hat, Alina. Jeder einzelne hier hat ganz eigene Problem mit dieser besch...eidenen Situation, mit denen sie/er zurechtkommen muss. Mal die Ferne, mal die Nähe, mal keine Hochzeit, mal doch....urgs, ich weiß gar nicht, wie ich es ausdrücken soll.

    Ich kann es nicht ausdrücken, aber euch drücken

    Ich habe die Zeit genutzt, um weiter zu laufen als ich mir zugetraut hätte, meine Umgebung wie einen Urlaubsort wahrzunehmen und voller Verwunderung festzustellen, was man selbst ohne Internet so alles technisch machen kann. Gut, das Wetter und die Tatsache, dass ich nicht zur Arbeit musste, hat das erheblich erleichtert.
    Ich habe für mich beschlossen, egal wie ungläubig ich bin, eine Welt ohne mein Brötchen müsste sich per se in Luft auflösen. Also ist seine Seele noch da und ja, ich werde ihn wieder sehen . Alles andere akzeptiere ich nicht mehr. Punkt. Nicht mal meine eigenen Zweifel

    Naja, sag ich jetzt, in ner Woche, nem Monat oder in 147,5 Tagen sieht wieder alles anders aus. Allerdings achte ich inzwischen darauf, genug Wasser aus meinem persönlichen Trauersee abzulassen, damit mich die volle Trauer mit dem kompletten Schmerz nicht einfach wieder überrollt. Vielleicht klappt das ja. Tolles anderes Leben Pffffft.


    Nun , wir leben noch, das ist wohl der Beweis, dass wir stark sind...oder so.



  10. Registriert seit
    13.06.2017
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    AW: Für immer und noch viel länger...

    Zitat Zitat von Midyu Beitrag anzeigen


    Nun , wir leben noch, das ist wohl der Beweis, dass wir stark sind...oder so.

    Ja, liebe Midyu, irgendwie schon...
    Einige Zeit ist vergangen und wir leben noch. Ein halbwegs normales Leben. Wenn auch eingeschränkt und mit seelischen Beschwerden.
    Ganz ohne Stärke hätten wir das nicht hinbekommen. So kann man es auch sehen.

    Schicke dir auch eine Umarmung ⚘

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