+ Antworten
Seite 26 von 26 ErsteErste ... 16242526
Ergebnis 251 bis 259 von 259

  1. Registriert seit
    13.06.2017
    Beiträge
    709

    AW: Für immer und noch viel länger...

    Shiva, dein Schmerz tut mir so leid.
    Ich kann ihn nachfühlen.

    Bei dir ist es erst 4 Monate her.
    Niemand weiß, wie es noch werden wird.
    Aber du brauchst auf jeden Fall noch mehr Zeit, um vielleicht innerlich etwas ruhiger zu werden.
    Auch ich habe immer wieder schlimme Momente, aber nach einer Reise, bei der ich ganz bewusst Orte schöner Erinnerungen aufgesucht habe, habe ich jetzt nach 10 Monaten das erste Mal das Gefühl gehabt, halbwegs zu "akzeptieren", dass es die Zeit "davor" und "danach" gibt.

    Ich will dir ganz bestimmt nichts einreden, ich weiß, wie es weh tut,
    dir nur etwas Hoffnung geben, dass der Schmerz nach längerer Zeit etwas milder werden kann. Und wenn es nur stundenweise ist.

    Dass die Erinnerungen wirklich zwangsläufig für immer verblassen, denke ich nicht.
    Das sagt mir die Erfahrung mit der Erinnerung an meine liebe Oma.

    Alles Liebe für dich. Trotz verlorener Zukunft hat es mir bis jetzt oft geholfen, ganz bewusst an die schönen Momente zu denken.


  2. Registriert seit
    03.01.2019
    Beiträge
    21

    AW: Für immer und noch viel länger...

    Liebe Midyu,

    das mit Deinem Job tut mir leid. Ich habe bei mir das Gefühl, dass immer wieder irgendwas noch "oben drauf" gepackt wird, kaum, dass man sich einigermaßen mit der aktuellen Situation arrangiert hat...

    Ich hoffe für Dich, dass Du deshalb trotzdem nicht aufgibst. Mir scheint, Du gehst wie ich mit einer "habt mich doch inzwischen alle gern"-Einstellung durchs Leben. Mein Job ist sicher, ich muss sagen, dass ich da sehr sehr sehr gute Chefs habe. Die mich alle unterstützen, ich weiß zwar nicht, wie lange sie sich das noch anschauen, aber ich glaube nicht, dass sie mich fallen lassen. Und das mit der Wohnung, nun gut. Damit muss ich mich arrangieren. Ich kann es nicht ändern. Dieses Leben ist mein Alptraum. Es "passt" mir nicht mehr.

    Liebe Alina,

    danke Dir.

  3. Avatar von Midyu
    Registriert seit
    01.04.2018
    Beiträge
    140

    AW: Für immer und noch viel länger...

    So, ich habe mich mit der Situation arrangiert. Es ist ja nicht so, dass mir der Job Spaß gemacht hätte. Hat die Rechnungen bezahlt, nicht mehr und nicht weniger. Nach über 31 Jahren springt auch ein bisschen was raus.
    Nun heißt es, sich an die neue Freiheit zu gewöhnen. Da ich den Spaß an der Schule auch schon sehr früh verloren habe, bin ich seit über 40 Jahren das erste Mal frei.
    Durch Freistellung bin ich derzeit nicht gezwungen, mir etwas neues zu suchen und ich nehme mir die Zeit, auch Mal über eine Änderung nachzudenken. Ehrlich gesagt, weiß ich nicht einmal, ob ich überhaupt noch einmal arbeiten will. Aber das wird die Zeit zeigen. Für Rente ist es noch viel zu früh, selbst wenn ich meine Kosten weiter reduziere und eine Weile von Erspartem
    leben kann.
    Im Grunde ist es so, dass der nervigste Part in meinem Leben nun ein Ende hat. Vorerst. Ich habe nicht wirklich große Hoffnung, dass sich da etwas sinnvolles oder erfüllendes auftut. Aber wer weiß das schon. Von allein hätte ich die Sicherheit meines Jobs nicht aufgegeben. Sicherheit, ha!

    Nun muss ich mich nicht mehr zusammen reißen, wenn ich heulen muss. Merke ich heute ganz besonders. Sobald ich mich nicht berieseln lasse, kommen mir die Tränen. So viele Erinnerungen... Gott sei Dank so viele. Manchmal ist es so, als wäre er da. Ich rede mit seinem Bild ganz wie früher und höre seine Antworten in meinem Kopf. Genau wie früher. Diese Zeiten mag ich und es geht mir gut. An Tagen wie heute allerdings, verursachen die Gedanken an ihn eine Leere und eine Einsamkeit, dass ich die Wärme der Erinnerungen kaum spüre. Ich sage mir dann, dass meine Sonne derzeit am Himmel strahlt und meine Seele die Entfernung spürt und traurig ist. Und dass es wieder anders wird.

    Tja, nun bin ich frei. Niemand, für den ich mich verantwortlich fühle und Angst vorm Tod habe ich auch keine. Ohne Verpflichtungen habe ich auch weniger Probleme mit dem Leben.

    Aber die Sehnsucht bleibt... Ich liebe dich über alles mein Goldherz. Egal in welcher Zeit und in welcher Welt. So, wie du mich hier gefunden hast, werde ich dich finden, sobald ich die Chance dazu bekomme. Denn wir gehören zusammen, für immer und noch viel länger!


  4. Registriert seit
    03.01.2019
    Beiträge
    21

    AW: Für immer und noch viel länger...

    Midyu



    Angst vor dem Tod habe auch ich nicht. Im Gegenteil... Lieber heute als morgen... Aber wir sind noch da. Die Zeit ist unser Freund. Jeder Tag, den wir hier überstanden haben, bringt uns unserem Liebsten näher.

    Dein letzter Absatz könnte von mir sein. Ich verstehe Dich. Empfinde genauso.


  5. Registriert seit
    13.06.2017
    Beiträge
    709

    AW: Für immer und noch viel länger...

    Liebe Midyu,
    irgendwie hoffe ich für dich, dass sich nochmal eine Tätigkeit ergibt, die dir mehr Freude bereitet...
    Lass dir Zeit.

    Vielleicht denke ich auch, dass irgendetwas Sinnvolles mich von meinem tiefen Kummer ablenken könnte. Es ist nichts in Sicht.
    Aber wer weiß, wir haben noch Zeit vor uns.
    Nicht, dass ich mich wirklich um etwas reiße.
    Da ist ja die verlorene Begeisterung.
    Aber man kann nicht wirklich wissen, ob es doch nochmal etwas gibt.
    Dir wünsche ich es.
    Was auch immer das ist. Ich empfinde dich als kreativ. Gibt es irgendeine Tätigkeit, die dir Freude machen würde? Ohne an Verdienst zu denken?

    Genieße die freie Zeit 🌺
    Liebe Grüße


  6. Registriert seit
    13.06.2017
    Beiträge
    709

    AW: Für immer und noch viel länger...

    Liebe Midyu,
    wie geht es dir?
    Was machst du?

    Meine Trauer ist grad wieder sehr stark.
    Es ist jetzt ein Jahr.
    Aber gerade jetzt musste ich mich viel um andere Dinge kümmern.
    Und der Klinikaufenthalt steht Anfang Juli bevor.

    Ich hoffe, du kommst zurecht?
    Alina

  7. Avatar von Midyu
    Registriert seit
    01.04.2018
    Beiträge
    140

    AW: Für immer und noch viel länger...

    Hallo Alina,
    ich wollte mich schon öfter wieder einmal hier melden, aber wer kennt das nicht, das "später"-Syndrom.
    Dass es dir gerade wieder schlechter geht, tut mir sehr leid. Auch ich habe zwischendrin Tage, an denen es mich fast zerreißt. Als wäre es gestern passiert... meistens beginnen diese Tage auch mit den Erinnerungen an seine letzten Minuten.

    Manchmal sind es allerdings auch nur kürzere Episoden, verursacht durch so Dinge wie Kommunikation mit der Rentenversicherung, Szenen im TV oder ähnliches.

    Die arbeitsfreie Zeit bekommt mit gut. Erfolgserlebnisse verschaffe ich mir selbst durch kleinere Reparaturen an Geräten oder in der Wohnung. Da sieht man wenigstens, was man getan hat. Es sind echt nur kleine Dinge, aber da ich ja von sowas keine Ahnung habe ist ein Erfolg trotzdem echt aufbauend.

    In der Zwischenzeit verfestigte ich die Überzeugung, dass er noch um mich ist, sich kümmert und ich die Pflicht habe, gefälligst möglichst "glücklich" zu sein. Ich stehe mit vor, wie der Arme im Jenseits Anträge für gute Dinge in meinem Leben ausfüllen muss, damit sie geschehen. Solche Sachen eben. Denn zu denken, da ist nichts mehr von diesem für mich kostbarsten Menschen aller Zeiten würde bedeuten, dass es auch später kein Wiedersehen gibt. Inakzeptabel, wenn ich hier weiter machen soll.

    Wie läuft es bei dir sonst so in der Familie. Merken die, wenn du so traurig bist? Oder reißt du dich zusammen, weil es da ja eigentlich kein Thema sein darf? Gehst du oft an sein Grab? Ich habe vor ein paar Wochen begonnen möglichst einmal wöchentlich Blumen hinzulegen. Warum weiß ich selbst nicht genau. Der Platz von ihm ist hier und hier rede ich auch mit ihm. Ich glaube ich mache das irgendwie, damit man sieht: hey, der ist nicht vergessen. Dabei war uns die Meinung anderer immer recht egal.

    Liebe Alina, lass dich von der Sonne lieb streicheln und ich wünsche dir Kraft und schöne kleine Momente. Ich bin ja Mal gespannt, wie das mit der Reha wird.

    Liebe Grüße,

    Midyu

  8. Avatar von Midyu
    Registriert seit
    01.04.2018
    Beiträge
    140

    AW: Für immer und noch viel länger...

    Oh Mann. Seit Tagen/Wochen fühle ich mich immer mehr um ein Jahr zurückgeworfen. Die neu gewonnene Lust am Kochen (vor einem Jahr unvorstellbar) ist auch wieder weg. Da ich noch verderbliche Ware im Kühlschrank habe, koche ich gerade so viel, dass nix verdirbt.

    Liegt es daran, dass ich mir immer weniger glaube, dass es ein "Danach" gibt? Oder war das nur der Anfang? Fakt ist, stelle ich mir vor, wie er so die Kleinigkeiten des Alltags erledigt hat, gelächelt hat, wir unsere eigene Sprache hatten erfüllt mich seit einer Weile fast nur noch mit Schmerz und heftiger Trauer. Statt Dankbarkeit, es überhaupt erleben zu dürfen. Es tut weh und ich finde es unfair und weiterhin inakzeptabel.

    Da liegt wohl auch der Kern des Problems: anstatt zu akzeptieren, was nun einmal nicht mehr zu ändern ist, kämpfe ich noch immer dagegen an. Mit allen Fasern meines Denkens. Als ob Nicht-Akzeptanz etwas ändern würde. Das ist mir bewusst, aber dieses Gefühl, dass dadurch eine Art nachträgliche Legitimation des Geschehens erteilt würde (wer würde das auch benötigen?) lässt sich einfach nicht wegdrücken. Ich glaube sogar, je mehr ich darüber nachdenke, um es in gesündere Bahnen zu lenken, umso heftiger treffen mich die emotionalen Tiefschläge. Als hätte dieses Gefühl einen eigenen Abwehrmechanismus.

    Klar, war ich inzwischen schneller dabei, aufkommende Trauer wegzuschieben, wenn es sich nach zuviel Schmerz anfühlte. Und das "zuviel" war irgendwie immer schneller erreicht. Aber ich denke und dachte trotzdem täglich an ihn, an uns, an das Glück, das ich erleben durfte. Also "Verdrängen" mit den drohenden Nackenschlägen stelle ich mir anders vor. Und doch kamen irgendwann diese mehrmals täglichen Heulattacken, auch dann, wenn es gerade so gar nicht passte (Weg zum Einkaufen z.B.).

    Ich habe auch überlegt, vielleicht doch eine Therapie zu versuchen. Wäre dann bestimmt 2075 wieder ein Platz frei. Aber wenn mir jemand anderes den Tipp geben würde, es doch endlich zu akzeptieren, würde ich bestimmt aufstehen und gehen. Wenn nicht körperlich, dann zumindest geistig.

    Ganz schön verfahren, der ganze Schei**. Vielleicht hilft Schreiben ja. Im direkten Austausch mag ich das kaum noch so ausführlich ansprechen, warum, weiß ich im Grunde auch nicht. Irgendwie scheine ich mich für dieses Jammern wohl zu schämen.


  9. Registriert seit
    03.01.2019
    Beiträge
    21

    AW: Für immer und noch viel länger...

    Liebe Midyu,

    Du jammerst nicht, Du klagst. Das ist ein Unterschied. Du darfst klagen. Sich dafür zu schämen ist unangebracht. Und ja, schreiben hilft. Ich schreibe fast jeden Tag. Der virtuelle Austausch mit anderen Trauernden hilft mir. Ich fühle mich zwar als Zombie, weil eigentlich nur noch meine äußere Hülle da ist, allerdings bin ich nicht der einzige Zombie... Dieses Wissen macht es zwar nicht besser, es ist bei allen unfair und inakzeptabel, dass der Tod die Liebenden so auseinanderreißt, aber ich merke, meine Gefühle sind "normal". Ich muss mir von keinem Nicht-Trauernden einreden lassen, wieder normal zu werden, wieder so werden zu müssen wie früher. Weil das nicht geht... Ich bin normal. Ich trauere. Ich vermisse den geliebten Menschen. Und ich liebe ihn.

    Auch ich, nach 7 Monaten und 7 Tagen, rede täglich mit ihm. Erinnere mich an unser Glück, an unsere Liebe. Wünsche mir mein Leben zurück.

    Ziemlich verworren, meine Gedanken, liebe Midyu. Ich denke an Dich.

+ Antworten
Seite 26 von 26 ErsteErste ... 16242526

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •