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  1. Avatar von Midyu
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    AW: Für immer und noch viel länger...

    War vielleicht gar keine schlechte Idee, das hier aufzuschreiben. So hab ich das nämlich gar nicht gesehen Kaffeewasser. Danke fürs teilen deiner Gedanken dazu!


  2. Registriert seit
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    AW: Für immer und noch viel länger...

    Liebe Midyu,
    Beim Lesen Deines Traumes war ich sprachlos(und das kommt selten vor), musste Grinsen ob einer unfreiwilligen Situationskomik und war gerührt, als wäre ich an Deiner Stelle.
    Irgendwie bin ich es ja auch, wenn ich meine Geschichte, die mir immer wieder vor die Füße fällt.
    Es ist die Geschichte einer großen Liebe, meiner großen Liebe, die letztes Jahr auf Erden so tragisch endete (Zwischenspeicherung wegen der miesen Internetverbindung im Zug)


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    AW: Für immer und noch viel länger...

    Ich war mit meiner späteren Frau 11 Jahre zusammen, die mir im Nachgang so unsäglich kurz erscheinen.
    Unser Kennenlernen fing so gänzlich unromantisch im www an, über Chats und gemeinsame Spiele a la Kniffel, Mau-Mau
    kamen wir miteinander ins Gespräch, Sympathie entstand, nach ca. 5 Monaten folgten endlose Telefonate, meist 5-6 Stunden bis weit in die Nacht.
    Im August 2007 unser erstes Treffen in Berlin (der Kennenlerntag wurde später unser Hochzeitstag), das sehr harmonisch, lustig ( ich wusste vor lauter Nervosität nicht mehr den Weg nach Hause, bis Sie zum Stadtplan griff) und mit der Gewissheit schloss, das weitere Treffen folgen werden (Fortsetzung folgt, da ich jetzt auf Arbeit bin)


  4. Registriert seit
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    AW: Für immer und noch viel länger...

    Hallo Midyu und Megamixer,

    ich lese mit Interesse was ihr schreibt.
    Ich selbst hab mich im Januar so durchgeschlagen. War sehr traurig und frustriert, weil auch nicht durch schöne und tröstende Natur abgelenkt.

    Darum hab ich noch nicht viel geantwortet. Vielleicht die nächsten Tage.

    Träume finde ich sehr interessant.
    Auf Kaffeewassers Deutung wäre ich nicht gekommen, aber gefällt mir!

    Schreibt gern weiter
    Bis bald


  5. Registriert seit
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    AW: Für immer und noch viel länger...

    Liebe Midyu,
    ich wollte dir schon länger auf deinen langen Text zurückschreiben.
    Es hat noch nicht geklappt, irgendwie war ich sehr mutlos in diesen Januarwochen.
    Es gibt jetzt Tage, wo ich meinen Freund so weit entfernt empfinde, realisiere, dass ich nie mehr real mit ihm sprechen kann. Das wird erst jetzt immer bewusster.
    Habe Erinnerungen und weiß, das die Zeit vergeht, ohne ihn.
    Keine neuen Erfahrungen zusammen werden mehr kommen. Das tut so weh.
    Vielleicht hilft irgendwann wieder mehr das Gefühl, dass er noch irgendwo da ist...dabei ist.

    Manchmal gibt es eine gute und ruhige, dankbare Stunde. Aber nur manchmal.

    Hab auch grad nochmal deinen Wunsch gelesen, dass er auf mich schaut.

    Ja, so trübe ist es grad.

    Du hast mir noch beschrieben, dass du dir nicht vorstellen kannst, beruflich etwas anderes zu machen. Eigentlich gern kreativ bist, aber dir nichts auf Dauer vorstellen kannst. Und dein Misstrauen gegenüber Autoritäten. Das kann ich gut verstehen, mit Autoritäten habe ich auch oft Schwierigkeiten. Hab da auch selten etwas Passendes gefunden.
    Aber vielleicht kannst du doch noch irgendwann deine Kreativität mehr ausleben.

    Du hast noch von dem Gedanken geschrieben, der dir abstrakt erschien, etwas oder jemanden Ebenbürdiges zu finden. Wie meinst du das? Warum abstrakt?

    Soviel erstmal für heute. Wie geht es dir?
    Ich wünsche uns beiden, dass der Frühling uns vielleicht schöne, nicht leidvolle Gedanken an unsere Partner beschert...

    Liebe Grüße
    Alina

  6. Avatar von Midyu
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    AW: Für immer und noch viel länger...

    Hallo Alina,

    würde ich nicht mit den Handy schreiben, dann könnte ich den Umarmen-Smiley jetzt hier hin setzen. Würde ich gerne, so schreibe ich: fühl dich gedrückt.

    Seit ich hier geschrieben habe ging es weiter bergab. Mein Geburtstag, sein Geburtstag... Da hatte ich böse was zu kauen. Von wegen im Loch sitzen, das war eher ein Marathon durch ein unendliches Tal...

    Der Traum hatte mich erstaunlich mitgenommen, ich war sauer, dass ich mich nichtmal auf ewige Zweisamkeit im nächsten Leben mehr freuen konnte. Und wer denkt, mangelnde Todessehnsucht ist was Tolles und bedeutet automatisch Rückkehr und Liebe zum Leben, tja nicht mit mir. Nun war mir beides Wurst, statt Trauer kam die totale und alles auslöschende Resignation. Ich glaube unter meinen Füßen hat schon mächtig Erde gebröckelt, als ich da so am Abgrund stand. Mit einem Mal war mir wirklich alles egal.

    Und dann... Pünktlich zu seinem Geburtstag wieder die Erinnerung: tja, dein Geburtstag, aber ich habe das größte Geschenk bekommen. Sag deinen Eltern danke dafür.

    Du kannst dir vorstellen wie sehr es mir vor diesem Tag graute? Zumindest bis die Resignation alles ausgelöscht hat. Aber als es soweit war und ich es vor mir sah, wie der Tag eigentlich verlaufen sollte, wäre, usw. da zog mich was am Kragen vom Abgrund weg. Denn eins war klar: es ist noch immer der Tag, an dem mein größtes Geschenk auf die Welt kam. Der Tod kann ihm da nichts anhaben (und auch nicht mein Traumzentrum, bäh). Es ist ja nicht so, als würde der Tod ihn auslöschen. 18 Jahre waren wir zusammen, Erinnerungen, die nur Alzheimer (vielleicht) nehmen kann. Aber mir waren Erinnerungen - so kostbar die mir sind, ohne Frage - immer zu wenig. Dieser Mensch, ich wollte neue Erinnerungen mit ihm erleben....naja darüber habe ich ausführlich schon zuvor geklagt.

    Und dann habe ich es kapiert... Nicht im Kopf, sondern im Herzen bzw. was davon übrig ist. Es heißt immer: solange man an jemanden denkt, ist er bei uns. Im Vertrauen, das fiel für mich unter Tröste-Blabla, schöner Gedanke aber bitte lass mal gut sein. Oder der spirituelle Glauben, an den ich mich dich so sehr klammern wollte, aber es gelingt mir nie so ganz...
    Aber er ist da, noch immer. Er steckt nicht in meiner DNA, aber ich bin sicher, seine Prägung auf mich ist unauslöschbar da. Mit jeder Entscheidung, wenn ich danach denke, da hätte er sich gefreut ist eine Entscheidung getroffen, die er auch getroffen hätte. Mit jeder Entscheidung wo er sagen würde: also echt jetzt... Habe ich entweder davor oder danach noch einmal mehr darüber nachgedacht, als vor der Zeit, als ich ihn traf. So lebt er weiter. Entscheidet weiter. Durch mich. Weil ich eben der Mensch bin, der mit ihm zusammen war. Unauslöschbar bis zu meinem eigenen Ende.

    Jenseits von Spiritualität ist das nicht abzusprechen. Und die Zeit mit ihm bleibt das größte Geschenk, das ist auch nicht gestorben. Und ich habe seinen Geburtstag genossen. Unglaublich, aber wahr.

    Nichts kann ihn auslöschen, ob ich bewusst an ihn ihn denke oder nicht. Er ist und bleibt für immer Teil von mir. Ob ich das merke oder nicht. So wie alle Menschen, die mich wirklich berührt haben.

    Ich wünsche dir Alina, dass du das auch spüren wirst. Wissen tun wir das ja und es berührt uns auch immer wieder... Aber bis das ganz ankommt, hat es bei mir viele Krisen und kleine Schritte nach vorne gebraucht.

    Ob ich nächste Woche nicht wieder singen kann: hello darkness my old friend, i've come to talk with you again (Simon & Garfunkel modern mir verzeihen, falls ich sie da missverstanden habe), weiß ich natürlich nicht.

    Aber dass ich an seinem Geburtstag so empfinden konnte, ist definitiv ein Wunder.

    @Megamixer: so schön deine Geschichte, es hat mich auch an eine Episode aus meiner Geschichte erinnert, ich wollte aber deine nicht unterbrechen. Ich verstehe allerdings voll und ganz, dass man nicht immer schreiben kann (auch wenn mich die Fortsetzung sehr interessiert), manchmal tut es zu weh. Nimm den Faden gerne wieder auf, wenn es dir gut tut.


  7. Registriert seit
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    AW: Für immer und noch viel länger...

    Liebe Midyu,
    antworte grad nur kurz:

    Ich war bei deinen Worten, was du am Geburtstag verstanden hast, ganz überrascht und verwundert:
    Genau diese Erkenntnis und ein wenig die Empfindung hat sich bei mir in der letzten Woche parallel zur Trauer auch entwickelt!
    "Seine Prägung ist unauslöschbar."
    "Er bleibt für immer ein Teil von mir."

    Komme nur mit meinen Gefühlen immer noch nicht klar.

  8. Avatar von Midyu
    Registriert seit
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    AW: Für immer und noch viel länger...

    Hallo Alina,

    ich verstehe dich sehr gut, denn anfangs war das auch für mich ganz lange eine Erkenntnis, die sich nicht bis zum Herzen durchschlagen konnte. Dieses gefühlte "er ist bei mir" weil er nun einmal Teil meiner Persönlichkeit ist.

    Selbst das gefühlte Erkennen schützt leider nicht vor Niederschlägen, allerdings ist es für mich immer ein Zustand, zu dem ich zurück will und von dem ich weiß, dass ich es kann (auch wenn vielleicht aktuell da wieder alle Wege verbaut sind). Wenn man einmal nachliest wegen Geister und Leben danach wird man öfter lesen: man kann den Menschen nicht spüren, so lange die Trauer so groß ist, dass man eben nur diese spürt.

    Das gilt meiner Meinung nach auch für dieses wirklich friedliche Gefühl. Ich wünschte wirklich, ich könnte es konservieren, denn diese Gefühlsschwankungen ermüden mich mit der Zeit immer mehr. Geht es ganz gut, hat man Angst, dass das nächste Loch gleich einen Schritt weiter lauert und geht es schlecht, habe ich mittlerweile das Gefühl, ich kann damit immer weniger umgehen und es verschlingt mich jedes Mal mehr und scheint mich auch nicht mehr ausspucken zu wollen. Also tief in mir. Dann ist die Erkenntnis wieder nur im Kopf, die Erinnerung an den innerlichen Frieden kommt mir dann vor, wie ein Traum.

    Reden/schreiben kann da helfen. Einfach losschreiben oder auch selber zuhören beim Erzählen, da muss keiner eine Lösung präsentieren, nur zuhören und dich reden lassen. Einfach (hoho!) wieder ein wenig sortieren. Das hat zumindest meinen (diesmal kurzen) Fall beendet. Ich lege dabei zwar einen Seelenstrip hin (inklusive der Angst, mein Gegenüber zu überfordern), aber dabei kommen dann wertvolle Erkenntnisse zu Tage.

    Bei mir zum Beispiel war das u.a., dass es mir überhaupt nichts bringt mir dauernd zu sagen: im Unglück hast du ja noch Glück. Hypothek kannst du alleine bezahlen, die Wohnung gehört (irgendwann) dir, der Job zieht mit, hast Freunde usw. Ich glaube solche Listen führen in meinem Fall eher dazu, mich selbst zu verachten, weil ich trotz aller ach so toller Umstände herumjammere, heule, mich einfach nur bescheiden fühle. Ich fürchte, eine Instanz in mir nennt mich dann: undankbarer Versager oder Jammerlappen. Eine Instanz, die ich nicht höre, aber mich dazu bringt, aus dem Nichts ein richtig mieses Gefühl mir selbst gegenüber zu entwickeln. Und miese Menschen haben ja Strafe verdient. Weiß doch jeder.

    (Das war jetzt nur ein Beispiel für mich und ich weiß nicht einmal, ob ich da nicht auf den Holzweg bin.)

    Eigentlich vermeide ich Gespräche über meine Situation (außer eben 2,3 ganz nahe Personen). Zu oft kommen mir die Tränen dabei. Ich bin nach der langen miesen Phase in Januar auch echt müde und wenn nun so blöde Bilder und Gedanken um die Ecke schauen, guck ich innerlich einfach weg. Ich mag mich damit einfach nicht auseinander setzen. Ich habe es nun fast 11 Monate zugelassen, aber irgendwie war das auch nicht die Erlösung.

    Ich liebe meinen Mann noch genau so wie vor einem Jahr, als ich noch nicht wusste, was werden würde. Der Tod kann uns nicht trennen. Nicht jetzt, nicht in alle Ewigkeit und auch noch viel länger nicht. Mein Mantra beim Weggucken ;-).

    Dir wünsche ich Kraft, noch viel mehr Licht im Dunkel und jemanden, bei dem du dich vertrauensvoll ausjammern kannst, damit du dir selbst auch einmal zuhörst... nicht nur still, sondern laut ausgesprochen,

    Midyu

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