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    Kinder und beerdigung

    Würdet ihr zwei Kinder im Alter von 4 und 5 mit auf eine beerdigung ihrer Oma nehmen ? ( Verbrennung)

    Danke für eure antworten .

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    AW: Kinder und beerdigung

    Hallo Michnix,

    ich kann nur davon berichten, was ich in vielen Büchern zur Trauer gelesen habe. Es wird in jedem Buch eigtl. empfohlen,mit den Kindern ganz natürlich über den Tod, das Sterben usw. zu sprechen und sie auch an einer Beerdigung mit teilnehmen zu lassen. So lernen sie ja auch, dass es solche Abschiede im Leben gibt, dass dies zu unserem Leben hier, dazugehört und sie lernen auch natürlich mit dem Tod umzugehen.

    Aber letztentlich, muss das jeder für sich entscheiden. Sicher teilen sich da die Meinungen, Kinder mit oder nicht auf eine Beerdigung zu nehmen.

    Alles Gute,
    Melissa

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    AW: Kinder und beerdigung

    Hallo Michnix

    Der Tod gehört zum Leben dazu und ich finde, dass deine Kinder durchaus in einem Alter sind in dem man mit ihnen darüber sprechen kann.

    Ich habe eine Bekannte, die war als Kind noch nie auf einer Beerdigung. Mit 20 Jahren dann zum ersten Mal, und sie hatte Mühe hinzugehen, es war etwas absolut unbekanntes.

    Ich weiss nicht, wie du selbst zum Thema Tod stehst, was du glaubst und denkst.
    Wichtig finde ich, mit den Kindern im Voraus darüber zu sprechen, über die Verstorbene und was eine Beerdigung bedeutet.

    Ich mag mich noch an die Beerdigung meiner Oma erinnern, da war ich ca. 9 Jahre alt. Meine Eltern sagten mir, dass Omas Seele jetzt in den Himmel gegangen ist. Bei der Beerdigung sei ihr Körper noch da. Ihr Körper durfte das ganze Leben das Haus für ihre Seele sein und darum wird der Körper in einen schönen Sarg gelegt, mit Omas Lieblingskleidern. Und bei der Beerdigung sagen wir Oma tschüss, denn sie schaut vom Himmel zu wie wir zu diesem Abschiedsfest kommen und freut sich.
    Wir durften dann noch ein Röschen ans Grab legen als Geschenk für Oma.
    Für mich war diese Zeremonie ein gutes Erlebnis, nichts Schreckliches. Ich konnte Oma nochmals "begegnen".

    Liäbs Grüessli

  4. Inaktiver User

    AW: Kinder und beerdigung

    Ich war selber mit 4 Jahren auf der Beerdigung meiner Großmutter und ich habe das gar nicht als schlechter Erlebnis in Erinnerung. Ich wusste sowieso, dass sie sterben muss und die Beerdigung selbst fand ich gar nicht schlimm - heute fällt mir das wesentlich schwerer. Soweit ich mich erinnere haben sie mich allerdings nicht mitgenommen zum offenen Sarg. Meine Eltern haben damals natürlich viel über den Tod geredet als klar war, dass meine Oma sterben würde, und "Leb wohl, lieber Dachs" gehört bis heute zu meinen Lieblingsbüchern...
    Über den Tod der Oma müssen die Kinder so oder so wegkommen, aber ich denke auf einer Beerdigung können sie wie alle anderen auch Abschied nehmen und wenn sie nicht hingehen, bleibt ihnen der Verlust der Oma, das eigentlich Schlimme, auch nicht erspart.

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    AW: Kinder und beerdigung

    Liebe Michnix,

    ich kann mich den Meinungen von Prinzessin, Swissgirl und Jenufa nur anschließen. Ich sehe das auch so, dass Deine Kinder von den Beisetzungsfeierlichkeiten ihrer Omi nicht ausgeschlossen werden dürfen.

    Allerdings sollte sichergestellt sein, dass der Abschied von der Omi den Kindern schöne Rituale und liebevolle Bilder vermittelt. Diese Bilder bleiben ja in den Herzen der Kinder lebendig. Und ich glaube, dass es wirklich wichtig ist, den Kleinen liebevolle und poesievolle Bilder zum Leben nach diesem Leben an die Hand zu geben – ein Versprechen auf das Wiedersehen ihrer Omi im Himmel.

    Bei zwei Aussegnungs- und Beisetzungsfeierlichkeiten war ich selbst als erwachsener Mensch von der Pietät- und Poesielosigkeit zutiefst erschüttert. Hierzu zählte unter anderem, während des gesamten Gottesdienstes auf „die Urne mit den Überresten“ eines geliebten Onkels meines Mannes schauen zu müssen. Ja, das empfand und empfinde ich noch heute als sehr befremdend – und ich weiß nicht, wie die kleinen Kinder dieses Bild empfunden haben mögen, die damals anwesend waren?

    Liebe Michnix, ich wünsche Dir und allen Euren Lieben viel Kraft und Mut für den anstehenden, schweren Tag – und einen besonderen Sonnenstrahl aus dem Himmel, von der Omi für Eure traurigen Herzen …
    madame butterfly
    Ich habe eine Rose, die niemals verblüht, deren lieblicher Duft mich auf ewig umschließt ...

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    AW: Kinder und beerdigung

    Hallo Michnix,
    meine Mutter ist mit 60 Jahren im Oktober 2005 ganz überraschend gestorben. Meine Tochter war zu dieser Zeit 4 und ihre Cousins 5 und 8. Sie durften mit zur Beerdigung und viele Freunde brachten auch ihre Kinder mit. Ich habe viel mit meiner Tochter über den Tod meiner Mutter gesprochen und ihr erklärt, was auf der Beerdigung passiert. Was ich wichtig fand: Wir haben hinterher Bücher zu diesem Thema gelesen, um ihr immer wieder einen Sprechanlass zu bieten. Besonders gut gefallen hat uns das Buch: Leb wohl lieber Dachs.
    Sie ist sehr offen mit all den Erlebnissen umgegangen und spricht noch heute viel von ihrer Oma. Ich habe das Gefühl, dass die Beerdigung für sie etwas Natürliches war und ich bin froh, dass sie so auf ihre Art Abschied nehmen konnte.
    Letzte Woche war ich auf einer Beerdigung, auf der kein einziges Kind war. Alles war sehr steif und ernst und mir hat richtig was gefehlt.
    Euch viel Kraft und einen guten gemeinsamen Abschied.
    LG Amaruschka
    Alles bleibt anders.

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    AW: Kinder und beerdigung

    Liebe Michnix,

    auch ich würde die Kinder mitnehmen und aus dem Thema Tod kein Tabu machen. Sie sollten ein wenig darauf vorbereitet sein, dass alle traurig sind und manche vielleicht sehr weinen werden.

    Ich habe meiner Tochter, wenn jemand starb, immer erklärt, dass der/die Verstorbene jetzt im Himmel/der Geistigen Welt ist und dort sehr, sehr glücklich ist, dass aber diejenigen, die zurückbleiben, eben erst einmal sehr traurig sind. Somit war sie nicht "geschockt", dass alle traurig waren.

    Dir und Deiner Familie alles Gute, Michnix!

    aber verstehen tun das in der regel nur menschen, die erleben durften wie es sich anfühlt, wenn ein hund, eine katze, ein kanarienvogel oder oder oder.... einem durch die augen direkt ins herz gesehen hat.
    (Asisah_Amar)

    "Who's the freak now?"
    ("Ghosts")




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    AW: Kinder und beerdigung

    Als ich 6 Jahre alt war starb mein Vater an Krebs. Meine Mutter hat um seine Krankheit und seinen Tod ein großes Geheimnis gemacht (Ich nehme mal an um uns Kinder zu schützen). Auch bei der Beerdigung war ich nicht dabei. Ich musste sogar an diesem Nachmittag die Zeit im Kindergarten verbringen obwohl isch schon zur Schule ging.

    Ich wusste genau,dass die Beerdigung meines Vaters war, weil immer hinter vorgehaltener Hand im Familenkreis darüber gesprochen wurde....

    Ich kam mir jedenfalls total blöd vor, als mich meine Mutter nach der Beerdigung in ihrem schwarzen Kostüm vom Kindergarten abholte.
    Sie hat kein Wort über die Beerdigung verloren, bis heute nicht...

    Ich bin heute noch traurig darüber, dass ich nicht zur Beerdigung durfte.... Ich würde meine Kinder auf jeden Fall mitnehmen...

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    AW: Kinder und beerdigung

    Hallo,

    bei uns steht das Thema nächste Woche an. Mein Schwiegervater wird beerdigt, und unsere Kinder (9 und 11) gehen mit. Unsere 9-jährige Tochter hat das Angebot zu Hause bleiben zu dürfen ganz empört abgelehnt. Sie will dem Opa Tschüss sagen, und noch einmal ganz nahe bei ihm sein. Der Blick hoch zu dem Sternchen, auf dem Opa´s Seele jetzt wohnt reicht ihr nicht, das hat sie selber so ausgedrückt. Unser 11-jähriger Sohn würde sich wohl gerne um das Erlebnis herumdrücken, aber da besteht mein Mann leider darauf, dass er mitkommt.
    Das Schwierigste wird sein, ihm zu erzählen, dass der Opa sich selber das Leben genommen hat. Das müssen wir am Wochenende noch erledigen, weil sich das schon zu weit herumgesprochen hat. Ich will nicht, dass er das nebenbei durch irgendeine dumme Bemerkung am Beerdigungstag mitbekommt, das wäre ganz schlecht. Unsere Tochter weiss es seit heute morgen, sie hat es eigentlich ganz gut verkraftet. Na ja, mal schauen.
    Allen anderen Betroffenen hier wünsche ich jedenfalls viel Kraft.

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    AW: Kinder und beerdigung

    Meine Kinder waren auch bei der Beerdigung Ihrer Uroma dabei. Sie haben sie sehr geliebt, ich finde da gehört der Abschied dazu. Ich bin vor der Trauerzeremonie mit beiden in der Aussegnungshalle gewesen, wir haben uns den Sarg angesehen, die Blumen, ob das der Oma gefallen hätte usw.

    Beide empfanden es im Nachhinein als Wichtig dabei gewesen zu sein.

    Ich durfte als Kind nicht mit auf die Beerdigung meines Grossvaters, "für Kinder ist das nichts". Ich hab mir dann etwas gaaanz schreckliches unter einer Beerdigung vorgestellt, etwas gewaltsames.

    Mit Vorbereitung auf die Trauerfeier, auch das viele Leute weinen werden und traurig sind, kann man Kinder durchaus mitnehmen.

    Ich würde ein kleines Kind allerdings nicht zu einer "Urnentrauerfeier" mitnehmen. Das finde ich als Erwachsene schon schwierig zu ertragen, wenn da statt eines Sarges nur die Urne steht.
    Man sollte alle Tage wenigstens ein kleines Lied hören, ein gutes Gedicht lesen, ein treffliches Gemälde sehen und, wenn es möglich zu machen wäre, einige vernünftige Worte sprechen.

    Goethe

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