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  1. Administrator Avatar von BRIGITTE Community-Team
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    Expertenberatung zur Trauerbewältigung: Stellen Sie Ihre Frage

    Liebe Userinnen und User,

    niemand von uns denkt gerne darüber nach, aber wir alle müssen früher oder später in unserem Leben den Verlust eines geliebten oder uns nahestehenden Menschen verarbeiten. Ein Trauerfall ist eine Extremsituation, auf die man sich nicht vorbereiten und die einen komplett überwältigen kann.

    Ulla Engelhardt, , ausgebildet und als Trauerbegleiterin tätig im Institut für Trauerarbeit (ITA) e.V., hat langjährige Erfahrung in der Unterstützung von Trauernden. Auch als Mitbegründerin von „jung verwitwet e.V.“ hat sie zur Orientierung im Trauerprozess beigetragen und Menschen dabei geholfen, mit ihrem Schmerz umgehen zu lernen.

    Vom 17. November bis zum 23. November können Sie ihr hier im Strang Ihre Fragen zu den Themen Trauerverarbeitung, möglicher Unterstützungsangebote und weiteren Hilfsangeboten stellen.

    Freundliche Grüße
    Ihr BRIGITTE Community-Team
    Das BRIGITTE Community-Team ist Ihr Ansprechpartner bei Fragen, Wünschen oder Problemen rund um die Community. Schreiben Sie uns gerne eine PN oder eine E-Mail.
    Geändert von BRIGITTE Community-Team (17.11.2014 um 14:40 Uhr)


  2. Registriert seit
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    AW: Expertenberatung zur Trauerbewältigung: Stellen Sie Ihre Frage

    Es hilft ja nix, die ganze Zeit den Bildschirm anzustarren. ...
    obwohl es im Jan. schon 32 Jahre her ist, dass meine erste grosse Liebe hinüber gegangen ist, kommt es mir immer noch wie gestern vor.Dieser Moment und die Liebe geistern noch immer in meinem Kopf herum. Es fällt mir auch immer noch schwer, darüber zu reden. Das alles, obwohl er mich nicht nur geliebt, sonder mich bis weit über meine Krafte verletzt und belogen hat. Diese Erlebnisse haben mein ganzes weitere Leben geprägt. Alles zu erzählen führt viel, viel zu weit, aber es hat viele Jahre gedauert, bis ich wieder an das Wort "Vertrauen" nur denken , konnte. Aber meine Liebe zu ihm ist immer noch in mir drin.Es wühlt mich gerade auch wieder auf. Noch zur Info: Er starb 3 Wo hen vor seinem 28sten Geburtstag und ich war gerade25. Wir waren ca 5 Jahre lang zusammen (nicht verh.). Inzw. bin ich schon zum 2. X verheiratet. Wieso kann ich keinen Schlussstrich ziehen?
    Ich würde mich gern mal mit einer Fachperson mit viel Zeit unterhalten, um alles ausgesprochen weitergeben zu können und auch mal Fragen gestellt zu bekommen. Aufschreiben ist auch jetzt noch zu anstrengend und aufwühlend. Danke


  3. Registriert seit
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    AW: Expertenberatung zur Trauerbewältigung: Stellen Sie Ihre Frage

    Ich habe noch etwas vergessen: Die Krankheit heisst Hautkrebs und hat 4 von unseren 5 Jahren bestimmt. Danke und Wohlbefinden für euch alle.

  4. Avatar von Ulla_Engelhardt
    Registriert seit
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    AW: Expertenberatung zur Trauerbewältigung: Stellen Sie Ihre Frage

    Liebe rentinloko :-)

    Schön, dass du den Schritt von 'Monitor anstarren' zu 'rein schreiben' gewagt hast und damit gleichzeitig auch die Hemmschwelle des ersten Postings in einem relativ offenen Forum überwunden hast. Speziell bei einer so sensiblen und persönlichen Thematik fällt das vielen ungewohnt schwer.

    Weniger ungewöhnlich ist, dass dich der Verlust eines so nahe stehenden Menschen auch nach vielen Jahren noch beschäftigt, berührt, und vielleicht auch ab und an erneut traurig macht. Dieser Mensch ist Teil deines Lebens und quasi 'automatisch' in deiner Erinnerung präsent - diese Zugehörigkeit wird durch den Tod nicht beendet. Es gibt gemeinsam Erlebtes und gemeinsam gemachte Erfahrungen (ob gut oder schwer), die immer mit euch verbunden sein werden und zu dir gehören, in dir sind.
    Momente der Sehnsucht und Traurigkeit, dass genau DIESER Mensch nicht mehr da ist, kann (und darf) es auch noch im Hier und Jetzt geben. Sie sind unabhängig von einer neuen Partnerschaft zu sehen und bedeuten weder, dass du deine Trauer 'nicht richtig verarbeitet' hast, noch, dass etwas in deinem derzeitigen Leben nicht in Ordnung ist...
    Gedanken rund um den Verlust, rund um Sterben, Tod, Trauer und LEBEN auszusprechen und/oder aufzuschreiben, kann dazu beitragen, dich und das, was da in deinem Leben Einfluss genommen hat, besser verstehen zu lernen.
    Es gibt kein 'Zuspät', um sich mit Trauer auseinanderzusetzen - das ist sowohl im akuten Trauerprozess als auch nach (vielen) Jahren möglich - und häufig hilfreich und erleichternd. ;-)

    Auf deine ganz persönliche Situation einzugehen, dafür reicht hier leider der Rahmen nicht aus, aber ich möchte dich gern darin bestärken, dich in deinem Wohnort über Angebote zu informieren, die eine Möglichkeit für Einzelgespräche und/oder den Austausch in einer Gruppe am Thema Interessierter bieten. Nur durch Ausprobieren kannst du herausfinden, ob und was du vielleicht brauchst, bzw. was dich unterstützt, dir gut tut. Trauer ist theoretisch nicht zu (er)fassen - sie will gespürt und gelebt werden, bevor sie sich verträglich ins Leben integrieren lässt. :-)

    Nordelbisch-herzlichst - Ulla :-)

  5. Inaktiver User

    AW: Expertenberatung zur Trauerbewältigung: Stellen Sie Ihre Frage

    Liebe Ulla,

    zwei Jahre nach dem Tod von meinem Vater, zieht meine Mutter sich von mir zurück. Sie waren geschieden.

    Jetzt erinnere ich sie an meinen Vater und soll nicht mehr trauern. Doch wie soll das gehen?

    Ich habe die letzten zwei Jahre gut überstanden, war in einer Trauergruppe und bin zu einem Trauercafe gegangen.

    Habe lange Spaziergänge gemacht und mir eine Auszeit genommen.

    Aber ich habe Furcht vor dem Weihnachtsfest dieses Jahr.

    Wie soll ich Kontakt zur Mutter halten, ohne sie mit meiner Trauer zu konfrontieren?


  6. Registriert seit
    04.09.2014
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    5

    AW: Expertenberatung zur Trauerbewältigung: Stellen Sie Ihre Frage

    Liebe Ulla, vielen Dank für deine verständnisvollen Worte. Ja, es ist mir nicht leicht gefallen, hier zu schreiben und viele tun es immer noch nicht. Es ist aber seelenreinigend und hilfreich. Traut euch, denn anonymer und fachbezogener könnt ihr euch nirgends mitteilen bzw. auch mit Betroffenen austauschen.
    Niemand sieht euch, wenn ihr weint und rollt evtl noch mit den Augen. (nicht schon wieder!) Ihr seid allein vor dem PC, aber nicht einsam. Ihr werdet aufgefangen. Ihr werdet danach mehr wissen. Traut euch. In diesem Sinne ein "belebendes" Wochenende.

  7. Avatar von Ulla_Engelhardt
    Registriert seit
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    3

    AW: Expertenberatung zur Trauerbewältigung: Stellen Sie Ihre Frage

    Liebe 'marzipanrohmasse' :-)

    Gemeinsam um einen Menschen zu trauern, stellt sich häufig für die Beteiligten als schwierig heraus und nicht selten funktioniert es - selbst bei grundsätzlicher Bereitschaft - nicht.
    Das mag seltsam und überraschend klingen, denn die spontane Erwartung ist, dass sich Trauernde in ihrem Befinden und ihren Gefühlen gleichen oder doch zumindest ähneln, sich also gegenseitig gut verstehen (müssten). Das kann so sein, ist jedoch in wesentlich weniger Situationen der Fall, als vermutet. Der Trauerprozess ist hoch individuell, sowohl im zeitlichen als auch im emotionalen Verlauf. Nicht jeder wird mit den gleichen Gefühlen konfrontiert und wenn doch, dann möglicherweise nicht zum selben Zeitpunkt. Und da geht es nicht um heute oder morgen, sondern um Gefühlsphasen, die Trauernde tatsächlich um Monate oder auch Jahre versetzt erleben können.
    Während der eine sich vielleicht ganz bewusst mit seiner Trauer beschäftigt, sie beispielsweise wie du im Rahmen einer Trauergruppe zulässt, austauscht und hinterfragt, will oder kann der andere das gerade in diesem Zeitraum nicht (vielleicht auch nie in dieser Form).

    Ein weiterer Aspekt, der Hinterbliebene in ihrer Trauer unterscheidet und sie dadurch gewissermaßen trennt, ist die 'Funktion', die der oder die Verstorbene im jeweiligen Leben hat(te): den Partner zu verlieren, bedeutet etwas grundsätzlich anderes, als ein Elternteil zu verlieren. Durch den Verlust des Partners sind andere Bereiche in meinem Leben betroffen, als durch den Verlust eines oder beider Elternteile.
    Und: Trauer ist nicht zwangsläufig 'leichter' oder 'kleiner', wenn es sich um getrennt lebende, geschiedene oder nicht harmonische Partnerschaften handelt. Das gilt entsprechend genauso für angespannte, konfliktreiche Beziehungen zwischen Kind und Eltern(teil). In manchen Fällen erschwert eine ungeklärte, problembehaftete Verbindung die Trauer zusätzlich.

    Du gehst aktiv mit deiner Trauer um, hast dir Unterstützung gesucht und nimmst wahr, dass die Trauer um deinen Vater zu deinem Leben gehört. Das wird dir auch dabei helfen, irgendwann damit 'gut leben' zu können, ohne dass dich die Trauer dabei behindert, aber auch ohne deinen Vater vergessen zu müssen (was ja ohnehin weder möglich noch anstrebenswert ist).
    Wenn du akzeptierst, dass deine Mutter einen ganz anderen (Trauer-)Weg geht und ihr deshalb nicht zueinander findet, könnte das euren Umgang miteinander vielleicht entspannen, zumindest etwas Druck und Erwartung raus nehmen.
    Dass du deine Mutter an deinen Vater erinnerst, wenn sie dich sieht (falls du das damit meinst), ist eine unumgängliche Tatsache, mit der deine Mutter umgehen lernen muss. So es dir möglich ist, sollte das jedoch nicht der Einstieg in das von ihr unerwünschte Trauerthema sein. Der Umgang miteinander entspricht manchmal einem anspruchsvollen Balanceakt, der nur durch Übung, Geduld und Ausdauer gelingen kann (und wenn beide den Wunsch dazu haben).
    Für deinen Bedarf, das Gespräch rund um deine Trauer, gibt es vielleicht in deinem Umfeld passendere Austauschpartner, wie beispielsweise eine Freundin, einen Freund oder du aktivierst einen Konatkt aus der Trauergruppe?!

    Ich wünsche dir, dass du einen Weg findest, der Weihnachtzeit, den Festtagen und auch der Zeit danach mit etwas mehr Leichtigkeit entgegen sehen zu können.

    Nordelbische Grüße - herzlichst, Ulla :-)
    Geändert von Ulla_Engelhardt (22.11.2014 um 14:16 Uhr)


  8. Registriert seit
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    AW: Expertenberatung zur Trauerbewältigung: Stellen Sie Ihre Frage

    Sehr geehrte Frau Engelhardt,

    Mein Mann ist vor sechs Jahren an einem Glioplastoma (Gehirntumor) gestorben. Ich hatte das Glueck ihn bis zum Schluss zu Hause pflegen zu koennen, dank Hilfe einiger fantastischen Personen, darunter auch zwei Krankenschwestern und einem Arzt, die "rund um die Uhr" zu ereichen waren. In Anfuehrungszeichen hatte ich "genug Zeit" mich mit dem Abschied nehmen auseinander zu setzen. Das erste Jahr nach seinem Tod habe ich funktioniert, anschliessend ging es besser. Und obwohl nun soviel Zeit verstrichen ist habe ich immer wieder Phasen, in denen ich nicht schlafen kann, in denen es mir koerperlich sehr schlecht geht. Ich bin sauer, dass er nicht mehr da ist, ich nicht von ihm traueme. Er fehlt mir einfach sehr.
    Danke fuer's "zuhoeren".

  9. Avatar von Ulla_Engelhardt
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    AW: Expertenberatung zur Trauerbewältigung: Stellen Sie Ihre Frage

    Liebe 'Stregetta' :-)

    Trauerprozesse sind sehr individuell. Wie lange die Trauer das Leben eines Menschen spürbar beeinflusst, ist zeitlich nicht begrenzbar. Sie kann sich sowohl seelisch als auch körperlich auswirken und sich auch nach langer Zeit immer mal wieder bemerkbar machen, gerade auch, wenn noch weitere Faktoren hinzu kommen, wie 'die dunkle Jahreszeit', Schwierigleiten in anderen Lebensbereichen und auch bei erneuter Begegnung mit Tod, Sterben und/oder Erkrankung anderer Menschen, mit denen Du eine Verbindung hast.
    Auch wenn du im Verlauf der Erkrankung und im Sterbeprozess deines Mannes hilfreiche Unterstützung erfahren hast, bedeutet ein solches Erleben, das aktive Begleiten eines geliebten Menschen bis hin zu seinem Tod, eine enorme Belastung. Das Leiden des anderen mit erleben müssen, ohne es abwenden zu können, das zwangsweise Sehen, also die schweren Bilder, die innerlich abgespeichert werden und nur sehr langsam verblassen (jedoch in der Erinnerung bleiben, so wie alles, was wir einmal gesehen haben). Abschied nehmen ist eine Sache - ohne den anderen leben zu lernen, ist eine andere.

    Sich beim 'genau Hingucken' und Verstehen lernen Unterstützung zu holen, dafür ist es nie zu spät. Therapeutische Hilfe können beispielsweise Gespräche mit Psychologen sein, die Erfahrung mit Trauernden/Trauerprozessen haben. Auch der Austausch mit einem/einer Trauerbegleiter/in kann ein Weg sein. Über dem Trauerprozess zugehörige Gefühle zu sprechen, wie z.B. die Wut, dass er nicht mehr da ist, oder dich mit dem Thema 'Träume' intensiver zu beschäftigen, sind Möglichkeiten, die du nur ausprobieren kannst, um ihre Wirkung auf dich zu erfahren.
    Rückmeldungen von Trauernden, die ich begleiten durfte, gingen mehrfach in folgende Richtung: erst als sie den tiefen und verzweifelten Wunsch, ihren Partner/ihre Partnerin doch 'wenigstens' im Traum einmal wieder sehen zu können, aufgegeben hatten, sie tatsächlich mit etwas Zeitabstand dann von ihm/ihr geträumt haben...
    Natürlich gibt es auch dann keine Garantie dafür, aber dass nachlassender Druck Entspannung mit sich bringt und Entspannung eventuell vorhandene Blockaden lösen oder zumindest positiv beeinflussen kann, ist sowohl im seelischen als auch im körperlichen Bereich eine bekannte Entwicklung.
    Auch nach sechs Jahren (oder längerer Zeit) ist nichts 'fest' und unveränderbar.

    Mit nordelbisch-herzlichen Grüßen - ulla :-)


  10. Registriert seit
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    AW: Expertenberatung zur Trauerbewältigung: Stellen Sie Ihre Frage

    Sehr geehrte Frau Engelhardt,

    vielen Dank fuer Ihre lieben und verstaendnissvollen Worte.
    Sie sind einige der wenigen Personen, die mir zugesteht auch nach 6 Jahren noch Trauern zu duerfen.
    Oftmals heisst es, du bist immer so stark gewesen, es kann ja nicht sein, dass Du jetzt so traurig bist. Oder, dass ich mein Leben wieder in den Griff kriegen muss, nach der langen Zeit.
    Zeit ist relativ .... ich arbeite, gehe aus oder bleib auch gerne zu Hause, bin gluecklich und kann Lachen und dann kommt wieder der Augenblick in dem es kippt und zeitlich alles relativiert wird.
    Danke fuer den Tipp mich mit dem Thema "Traum" auseinander zusetzen. Vielleicht hilft dies und ueber Umwegen komme ich dann auch zum Thema Entspannung und loslassen.

    Liebe Gruesse und nochmals herzlichen Dank!

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