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Thema: Andreas


  1. Registriert seit
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    AW: Andreas

    Liebe Katrin,

    ich spüre deinen Schmerz aus jedem Wort, und es tut mir so leid, denn ich ja auch nicht helfen, aber höre gerne zu, wenn du hier über deinen Kummer reden möchtest.

    Noch kurz vor dem Tod hatten mein Mann und ich uns darüber unterhalten, wie schön unserer bisheriger gemeinsamer Weg war, wie es immer schöner wurde... Zudem hatten wir - nach einer sehr schweren Zeit aufgrund von bürokratischen und anderen Hürden - schon greifbare Zukunftspläne...

    Vielleicht tröstet es dich, dass die erste Bemerkung meiner Mutter bei der telefonischen Überbringung der Todesnachricht war: "Wie willst du denn jetzt die Miete alleine bezahlen?!" Ohne Worte... Bei einem weiteren Gespräch Tage später habe ich dann einmal den Hörer aufgelegt, weil es mir einfach nur zuviel wurde. Das will was bedeuten, denn ich schneide sonst nie ein Gespräch so abrupt ab.

    Rede mit Leuten, die dir gut tun (bei den anderen stellst du ide Ohren auf Durchzug) und mach nur, was du gerade erträgst. Hoffentlich bist du nicht für Behördenkram zuständig, denn das ist das Letzte, was man in einer solchen Situation braucht.

    Alles Liebe und viel Kraft für jeden kleinen Schritt an jedem Tag ohne Andreas

    Antilla


  2. Registriert seit
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    AW: Andreas

    Die letzten zwei Wochen waren ein Wechselbad an Gefühlen, wie so oft. Ich spüre deutlich dass sich mit dem Abarbeiten der rein formalen Dinge wie Wohnungsauflösung und Grabstein eine innere Anspannung gelöst hat. Als ob ich nicht mehr unter dauerndem inneren Streß stehe noch etwas erledigen zu müssen. Das tut gut und macht es ein wenig leichter die Tage zu überstehen, es fühlt sich anders an.
    Und ich kann andere Dinge wieder besser wahrnehmen, wenn die Sonne scheint registriere ich das nicht nur sondern kann mich für kurze Momente daran freuen. Andere haben geschrieben dass sie solche Entwicklungen erschreckend/zu früh fanden- ich habe so sehr das Gefühl dass Andreas hinter mir steht und will dass es ein wenig Glück in meinem Leben gibt... Er ist immer dabei und es tut so weh zu wissen dass er weg ist wenn ich mich umdrehe- aber im Moment fühle ich mich von ihm begleitet. Allerdings gibt es natürlich diese Situationen von schmerzlichem Vermissen die kaum auszuhalten sind. Die ganze weihnachtsdeko in den Läden löst regelmäßige Tränenflüsse aus..

    Liebe Grüße an euch alle, hier finde ich immer wieder Verständnis

    Katrin


  3. Registriert seit
    16.07.2014
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    AW: Andreas

    Da schreibe ich dass es mir ein wenig anders traurig geht- und falle abends in ein so tiefes Loch dass ich dachte das endet gar nicht mehr. Ausgelöst durch ein Foto aus Andreas letzten Lebenstagen auf dem er so glücklich und entspannt aussah und auf dem nicht zu erahnen ist dass er zwei Wochen später tot sein würde. Ich kannte das Bild noch nicht, eine Freundin hat es uns gezeigt. Und auch meine Tochter hat nach längere Zeit so bitterlich geweint wie lange nicht. Den Rest des Abends haben wir aneinandergekuschelt in meinem Bett verbracht und viel geweint. Seitdem ist das Vermissen nicht besser..Und die Angst vor dem Dezember wieder riesengroß- ich habe keine Ahnung wie wir das schaffen sollen.

    Katrin

  4. Avatar von Simplemind66
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    AW: Andreas

    Liebe Katrin,

    ich kann dir leider keinen Trost geben, nur eine Umarmung wenn du magst.
    simplemind
    _____________________________________

    Freunde sind Gottes Entschuldigung für Verwandte
    George Bernhard Shaw
    4.6.18


  5. Registriert seit
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    AW: Andreas

    Danke..


  6. Registriert seit
    16.07.2014
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    AW: Andreas

    Seit der letzten Woche ist der Schmerz wieder so heftig und grell..Diese ganze vorweihnachtliche Stimmung macht es umso schlimmer, die Tränen fließen wieder so heftig. Ich dachte es wäre ein wenig leichter geworden und nun fühlt es sich wieder so schlimm an.
    142 Tage.
    Dazu kam ein Traum in dem Andreas als Leiche vorkam und meine Hände gehalten hat, aus dem ich erwachte mit Herzklopfen bis zum Hals und schwankend zwischen Angst und Glück über diese Begegnung. Ließ mich für Tage verwirrt zurück und machte das Schlafen für ein paar Nächte schwer.
    Ich fühle eine Einsamkeit die mir unbekannt war, und grade zur Zeit passieren so viele Dinge um mich herum die mir sein Fehlen immer wieder um die Ohren schlagen. Ich bräuchte so sehr seine Nähe, seinen Rat, seine Art des Zuhörens.
    Und bin ungeduldig mit mir selbst; es muss doch irgendwann mal aufwärts gehen, ein wenig mehr Licht zu sehen sein. Stattdessen stehe ich weinend auf dem Friedhof und vermisse ihn, bin traurig über alles was er jetzt nicht miterlebt und suche verzweifelt nach einem Weg den ich weitergehen kann. Und traue mich kaum noch davon zu reden, habe Angst zu stören mit meiner immer anwesenden Traurigkeit. Ich will nach Hause..

    Katrin


  7. Registriert seit
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    AW: Andreas

    Ja, die Träume.. Die ganzen Wochen habe ich nur sehr wenig geträumt und im Moment träume ich jede Nacht von ihm. Und immer so realistisch dass ich morgens erstmal wieder in ein Loch falle weil die Wirklichkeit eine andere ist. Und das tut so weh, jeden Tag fühlt es sich an als ob ich nochmal von vorne anfangen muss.
    In zwei Wochen ist sein Geburtstag und mir graut davor wie ich diesen Tag überstehen soll. Wir haben immer den ganzen Tag miteinander verbracht..das wird ein dehr leerer Tag und es macht mir angst. Dabei haben liebe Menschen mir schon gesagt dass sie kommen wollen- aber ich weiß nicht ob ich jemanden um mich ertragen kann..was für meinen Geburtstag vier Tage danach ebenso gilt. Und dann noch Weihnachten und Silvester.

    Ich spüre dass ich es selber anstrengend finde immer wieder mit allen Gedanken in meiner Trauer zu stecken und sorge mich inzwischen wirklich darum anderen nur noch auf die Nerven zu gehen. Dabei gibt es ja auch Lachen und Leben um mich, machmal auch in mir. Aber so wenig. Und so viel Sehnsucht..

    Euch allen ein schönes Adventswochenende, eine Umarmung für alle die sie brauchen und Kraft..

    Katrin


  8. Registriert seit
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    AW: Andreas

    Ich habe solche Sehnsucht dass es mich fast zerreißt und ich nicht weiß wohin mit mir und diesen gefühlen. Ganz oft muss ich mir deutlich sagen dass er tot ist und ganz sicher nicht wieder kommt. Dabei spüre ich ihn grade so nah, immer so eben außerhalb meiner Reichweite.

    heute sehr traurig

    Katrin

  9. Avatar von Simplemind66
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    AW: Andreas

    Liebe Katrin,

    die Sehnsucht bleibt und es gibt keinen Trost...
    simplemind
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  10. Registriert seit
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    AW: Andreas

    Zitat Zitat von Simplemind66 Beitrag anzeigen
    Liebe Katrin,

    die Sehnsucht bleibt und es gibt keinen Trost...
    Dem kann ich mich nur anschließen...

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